Samstag, 22. August 2020

[Autoreninterview] Zoe Zander

Autoreninterview
Zoe Zander

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Mein Name (Pseudonym) ist Zoe Zander. Ich bin 47 Jahre alt, bin in der Slowakei aufgewachsen und zwei Jahre nach der Wende nach Österreich gekommen. Inzwischen bin ich das zweite Mal verheiratet und Mutter von vier Jungs. Nach etlichen Berufsjahren in der Wirtschaft machte ich meinen Master und wechselte in den sozialen Bereich. Zur Zeit arbeite ich mit obdachlosen Menschen. Ich wohne und lebe in dem wunderschönen Niederösterreich und liebe es, morgens, gemeinsam mit meinem Hund, neben den Feldern zu walken.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Schon als Kind habe ich sehr viel gelesen. Vor allem die Geschichten von Kir Bulytchow über Alicia – das Mädchen aus der Zukunft, haben es mir sehr angetan. Den Inhalt der Bücherei inzwischen auswendig gelernt gehabt, gab das damalige Fernsehen mit lediglich 2 tschechoslowakischen und 2 österreichischen Programmen auch nicht mehr her – saß ich tatsächlich oftmals stundenlang einfach nur auf der Couch und ließ meiner Fantasie freien lauf. Als ich dann mit 13 kurz nach einer OP nicht zur Klassenfahrt mit durfte, aber dennoch zur Schule musste, nutzte ich den Unterricht dazu, eben diese Fantasien nieder zu schreiben. So entstanden meine ersten Kurzgeschichten. Als dann fast zwanzig Jahre später unser erster Sohn in Folge eines Gendefektes gestorben war, wurde das Schreiben zu einer Art Selbsttherapie und die Kurzgeschichten entwickelten sich zu Romanen. Anfangs veröffentlichte ich diese kostenlos für Jedermann auf Bookrix. Dort wurde ich 2011 von einem Verlag entdeckt und unter Vertrag genommen. Trotz negativer Erfahrung mit diesem Verlag bin ich beim Schreiben geblieben und veröffentliche seit 2017 als Selfpublisherin.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Ich schreibe Krimis, Fiction/Fantasy und SM-Erotik 
Zu den Krimis gehören die Bücher Nebelkerze und zwei Teile der Reihe Nina Glück. Die Ermittlerin ist geschieden und Mutter eines Teenagers. Der Ex und Sohn fordern sie oftmals mehr als ihre Arbeit. Zur Belastungsprobe wird es dann, als ihr Kollege, der selbst um ihre Zuneigung buhlt, die Einzelheiten ihrer polyamoren Beziehung rausfindet. Danach steht ihr Leben in zweifacher Hinsicht auf dem Spiel. 
Letztes Jahr erschien der Anfang meiner Eidolon-Reihe. Eine actionreiche Fantasy-Fiction-Kombi, die ihren Ursprung vor Urzeiten fand, in naher Zukunft spielt und in ferner Zukunft ihre Auflösung findet. Die Hauptprotagonistin sucht nach dem Mann, der ihr vom Orakel als Vater ihres Kindes prophezeit wurde. Sie versucht ihn vor denen zu schützen, die an seiner Stelle Vater dieses besonderen Kindes werden wollen und gerät dabei selbst in Fokus verschiedener Mächte, sowohl der Wesen der Unterwelt wie auch des Lichts. 
Zur SM-Erotik zählt meine Herz-Schlag-Trilogie, die auch als komplette Trilogie in einem Band erhältlich ist. Katharina fühlt sich einsam, missverstanden und vernachlässigt. Nach einem missglückten Selbstmordversuch landet sich auf dem OP-Tisch von Thomas, einem älteren, erfahrenen Chirurgen. Er wird nicht nur ihr Arzt, auch Ersatzvater, Lehrer und schließlich auch Liebhaber uns sogar Ehemann. Ihr gemeinsames Liebesglück findet viel zu früh ein Ende. Doch einmal auf den Geschmack gekommen, sucht Katharina immer wieder nach neuem Liebesglück und landet dabei nicht nur einmal sprungbereit auf einer Brücke. In Carnivora versucht Alex ihrer geschundenen Seele Frieden zu verschaffen und den zu Rechenschaft zu ziehen, der ihr Leben zerstört hatte. Dabei unterschätzt sie den Dominoeffekt der Rache und so wird aus der Jägerin plötzlich wieder Gejagte. Vergessen dich zu lieben ist die Geschichte der Künstlerin Luna, die Anfangs nicht nur ihr Haus samt Hab und Gut verliert, sondern auch ihre Ehe zerstört glaubt und den Verlust der Liebe ihres Sohnes befürchtet, am Ende dennoch mehr gewinnt, als sie sich es sich je erhofft hätte. Sam im Body-Check kann karrieremäßig nicht den Mund vollbekommen. Doch das vermeidliche Geschäft, das sie die Karriereleiter weit hinauf katapultieren soll, entpuppt sich als Treibsand und ehe sie sich versieht, steckt sie drin fest und droht unter zu gehen. Und schließlich sucht noch die Autorin Eve Jansen in An den, den es angeht, ihr verloren geglaubtes Liebesglück. Doch, wie die Figuren ihrer Romane, muss auch sie ihr ganz persönliches Abenteuer bestreiten, um am Ende das Glück zu finden.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Aktuell bin ich mit der Fortsetzung der Eidolon-Reihe beschäftigt und schreibe nebenbei an einem neuen SM-Roman.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Sport – hach, ich weiß, man sieht es mir nicht an, aber ich könnte inzwischen in dem Fitnesscenter um die Ecke einen Nebenwohnsitz beantragen.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich lese gerne und besitze auch viele Bücher von Jeffery Deaver. Seine Geschichten kann ich nicht aus der Hand legen und bin von seiner Schreibweise fasziniert.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich habe tatsächlich einen klassischen Schreibtisch, arbeite aber aktuell mit dem Laptop auf dem Schoß auf der Couch – vor dem Fernseher. Dank Papyrus habe ich sämtliche Notizen immer griffbereit bzw. im Blick. Ich nehme den Laptop auch mit zu den Nachtdiensten und während die Kollegen Bücher lesen – schreibe ich welche.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich habe keine normalen Tage. Als Angestellte im Schichtdienst gibt es in meinem Alltag keine Regelmäßigkeiten. Meine Tage fangen meist um 5.00 Uhr an, egal ob nach der wachen Nachtruhe im Dienst oder im Bett zuhause. Die erste Gassirunde gehört mir. Danach wird alles erledigt, was ein 5 Personen Haushalt so braucht und jede freie Minute nutze ich zum Schreiben oder, um Arbeiten zu erledigen, die mit dem Schreiben und Veröffentlichung zu tun haben.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich lese vorwiegend Krimis. Ich habe mit Fiction/Fantasy angefangen und versuche mich schöpferisch abwechslungsreich zu betätigten. Dennoch ist es das Genre-SM-Erotik, in dem ich aktuell am häufigsten unterwegs bin.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Zitat nicht, aber ein bestimmter Gedanke hilft mir sehr – auch schwierige Situationen zu meistern: „Es geht vorüber …“ 
Ein Zitat, das meine Bücher am besten beschreibt: „Die Menschen sind so, wie sie sind, weil sie genau so sein wollen, oder nicht anders können. Nur weil die Mehrheit behauptet, es ist falsch, so zu sein, so muss es nicht stimmen.“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich mag Natur – Berge und Wälder. Es spielt für mich keine Rolle – wo sich diese befinden.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich nehme jede Form der Kritik an. Natürlich berührt mich manche mehr und manche weniger. Einige der Kritikpunkte nehme ich mir auch als Anlass zur Veränderung. Aber ich bin auch ein Gewohnheitsmensch und in einigen Belangen nicht gewillt, mich zu ändern.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich stand lange Jahre bei einem Verlag unter Vertrag. Ich vertrete die Meinung, dass es Verlage gibt, die gemeinsam mit ihren Autoren wachsen wollen und nicht lediglich auf ihre Kosten. Selbst habe ich allerdings eine negative Erfahrung gemacht, weshalb ich diese Zusammenarbeit beendete. Selfpublishing ist eine hervorragende Alternative zu Verlagen und meine Erfahrung bestätigt mich darin, mich richtig entschieden zu haben.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Erfreut euch an Kleinigkeiten, anstatt auf das eine große Glück zu warten.

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