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Dienstag, 29. Dezember 2020

[Autoreninterview] T. M. Wulf


Autoreninterview
T. M. Wulf

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Jahrgang 1971. Geboren und aufgewachsen bin ich in Dortmund. Zurzeit lebe ich im Sauerland. Dort arbeite ich in der Buchhaltung einer Leuchtenfirma und verdiene mir dort meinen Lebensunterhalt in Vollzeit. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, dem Volleyball-Sport und außerdem bin ich bekennender Nerd. Ich liebe Serien und Filme. Andeutungen in meinen Büchern gibt es immer wieder. Und ich liebe Tiere, besonders Hunde.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich weiß, ihr habt es sicherlich schon gefühlte tausend Mal gehört, aber es ist tatsächlich so, dass ich schon seit meiner Jugend schreibe. Mit 18 habe ich eine ellenlange Fanfiction-Story „Vulkans Emotionen“ (damals hieß es noch nicht „Fanfiction“) aus dem Star Trek Classic Universum geschrieben. Sie wurde tatsächlich in einem Star Trek Fan-Magazin abgedruckt, obwohl sie sehr, sehr lang war. Heute habe ich sie auf einer Seite im Internet veröffentlicht, vor über dreißig Jahren wurde sie noch gedruckt, als es das Internet noch nicht gab (oh Mann, bin ich alt). Das Magazin habe ich heute noch. 
Warum ich erst einmal nicht konstant weitergeschrieben habe? Ich hatte noch ein großes Hobby, ich habe Volleyball gespielt. Dieser Sport half mir über meine nicht ganz so glückliche Kindheit hinweg. Ihm galt meine Leidenschaft, sodass ich während und nach meiner aktiven Laufbahn immer auch selbst eine Jugendmannschaft trainiert habe. Dazu dann mein Vollzeitjob und später meine Tochter und meine Hunde, da konnte ich nur sporadisch schreiben. 
Bis Anfang 2015, da fing ich dann an, nachts und in jeder freien Minute zu schreiben. Dadurch, dass ich ca. seit dem Jahr 2000 an zwei Projekten gleichzeitig gearbeitet habe, waren mein Thriller „Ein unerbittlicher Scharfschütze“, der 2016 im Hein-Verlag herausgekommen ist, und mein Fantasy-Werk - ich nenne es mal mein „Lamir-Universum“ - zur Veröffentlichung soweit zeitgleich fertig. Mein Fantasy-Roman sollte auch im Hein-Verlag veröffentlicht werden, aber ich habe mich dagegen entschieden und weiterhin daran gearbeitet. Er hat schon viele Überarbeitungen durchlebt und jetzt ist er vollendet. Meine Spinnerei (im positiven Sinne gemeint, versteht sich) soll jetzt im SP eine Heimat finden.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Thriller „Ein unerbittlicher Scharfschütze“ unter meinem Pseudonym CD Sanders im Hein-Verlag: David Connelly, ein ehemaliger Scharfschütze der britischen Armee, kämpft mit der Journalistin Sarah Ritter gegen den Drogen- und Waffenhändler Frank Benninger, der sie vor Jahren entführt und in seine Gewalt gebracht hat. Nach zwölf Jahren musss sie sich ihm erneut stellen. 
Bis auf „Zuflucht der Verfolgten, Der verfluchte Talisman“ unter meinem Pseudonym T. M. Wulf im Self-Publishing dann erst mal nichts weiter. 
Fünf außergewöhnliche Wesen formieren sich auf der Welt Lamir um den fünfzehnjährigen Dominic Keller von der Erde des Jahres 2019. In eineinhalb Jahren lernen sie, ihre paranormalen Kräfte zu beherrschen und zu perfektionieren. Bereits in ihrer Ausbildung treffen die Jugendlichen auf mächtige Gegner.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich arbeite immer an neuen Werken. Ganz besonders liegt mir dieses am Herzen: „Clara Bellamy – Sprache, Liebe und andere Schwierigkeiten“. Nach Thriller und Fantasy möchte ich mich hier an einer Liebesgeschichte im viktorianischen London versuchen. Clara Bellamy ist eine Figur, die als literarische Vorbilder solche Charaktere wie „Anne Shirley“ aus „Anne of Green Gables“ oder „Josephine March“ aus „Little Women“ hat. So soll es denn auch ein Buch über ihre Jugendjahre geben.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Neben Vollzeitjob und Schreiben habe ich wenig Freizeit. Aber ich lese dann oder schaue Serien und gehe ins Kino. Und wenn kein Corona mehr ist, dann gehen meine Tochter und ich wieder auf Conventions (wir nennen es „Idiotentreffen“). Wir hoffen auf die Comic Con und die Star Trek Con in Dortmund in 2021 und noch auf ein paar andere. Ich habe das Glück, dass meine Tochter diese Leidenschaft teilt, deswegen studiert sie Medien- und Kulturwissenschaften.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Seit fast 30 Jahren bin ich Fan von Dean Koontz. Sein „Der Schutzengel“ und „Brandzeichen“ waren die ersten Bücher, die ich von ihm gelesen habe und bis heute sind sie meine absoluten Lieblingsbücher. Außerdem lese ich viel Fantasy, „Die Drachenreiter von Pern“ ist bis heute neben „Darkover“ meine Lieblingsreihe.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Es ist nur ein simpler Schreibtisch. Über mir hängen eingerahmte Poster von Peter Capaldi als 12. Doctor und David Tennant als 10. Doctor aus Doctor Who. (Habe ich schon erwähnt, dass ich ein absoluter Nerd bin?)
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Der größte Teil des Tages ist ziemlich langweilig. Ich verbringe den Tag von 7 bis ca. 16:00 Uhr bei meinem Brotjob und die Abende und viele Nächte mit Schreiben. An bestimmten Tagen in der Woche und an den Wochenenden bin ich in der Turnhalle. Das ist aber durch die Pandemie etwas eingeschränkter als normal.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Thriller und Fantasy/Science Fiction bei beidem. Beim Lesen dann noch historische Romane z. B. bin ich Fan von Rebecca Gablé und ich lese auch gerne Jeffrey Archers Gegenwartsliteratur.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Im Moment liebe ich ein Zitat aus Doctor Who: „We are all stories in the end. Just make it a good one.“ 11. Doctor aus Doctor Who 
Ob man danach leben kann? Ich versuche es. 
Aus meinen Büchern? Hm, vielleicht dieses: „Allein der Geist setzt das um, was auch immer ein Begabter erreichen möchte.“ Hork aus Zuflucht der Verfolgten
Denn, sind wir nicht alle begabt? Und uns allen ist ein Geist gegeben worden, der Unmögliches erreichen kann.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Es war schon immer die USA, da ich ein großer Filmfan bin. Ich wollte immer dort hin und die Filmstudios besichtigen. Ich weiß, das ist sehr oberflächlich gedacht. Aber als Kind und Jugendliche war diese Flucht in eine Scheinwelt sehr wichtig für mich. Und daraus resultierte auch mein Schreiben. Bis Trump kam, da war es dann vorbei mit dieser großartigen Illusion. In den letzten Jahren fing ich an, dieses Land regelrecht zu hassen. Ich hoffe, dass ich es jetzt wieder etwas mehr genießen kann.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Es kommt drauf an. Ich bin so selbstsicher was Volleyball und meine Arbeit angeht, dass ich dort nicht so gut Kritik abkann. Aber ich habe einmal vor Jahren eine sehr schlechte Kritik bezüglich meiner Kommasetzung bekommen. Irgendjemand hat geschrieben und ich zitiere sinngemäß: „Warum hasst du die Kommata so sehr, dass du sie so quälst?“ Wow, das hatte mich getroffen, da ich dachte, dass ich sie ganz gut beherrsche. Allerdings setzte ich Kommas nur nach Gefühl und mal ehrlich, wer beherrscht alle Regeln? Aber ich habe mich noch einmal hingesetzt und mir die Regeln zu Gemüte geführt. Und ich glaube, ich bin recht gut darin geworden. Ja, ich kann sagen, dass ich kritikfähig bin und an mir arbeite.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Weil ich mit meinem Debütroman, einem Thriller, bei einem Klein-Verlag veröffentlicht habe und dort aus verschiedenen Gründen nicht glücklich geworden bin. Aus diesem Grunde habe ich ein Angebot von ihm und von einem anderen Kleinverlag abgelehnt. Mir ist klar, nur weil man Pech mit einem Verlag hatte, muss es nicht heißen, dass man auch Pech bei einem anderen hat, aber ich möchte es trotzdem erst einmal im SP versuchen. (Bei den großen Verlagen habe ich mit meinem Fantasy-Werk keine Chance, aber ich habe ein paar Kontakte knüpfen können, vielleicht klappt es mal mit etwas anderem.)
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Da möchte ich gerne eine Lanze für alle Autoren brechen und die wahren Worte, die man im Internet findet, hier aufführen:
Wie du einen Autor*in unterstützen kannst: 
Kaufe seine/*ihre Bücher (unterstütze keine Buchpiraterie) 
Bewerte ihn/*sie (Schreibe eine ehrliche Rezension) 
Rede über ihn/*sie (Auf deinem Blog, in Sozialen Netzwerken, aber auch im „Real Life“) 
Und von mir: Hör niemals auf zu träumen!

Freitag, 25. Dezember 2020

[Autoreninterview] Heather Rose

Autoreninterview
Heather Rose

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Um gleich mit der Wahrheit durch die (weit offene) Tür zu fallen: Heather Rose ist ein Pseudonym und dahinter steckt eine Autorin, die eigentlich in anderen Genres daheim ist.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich schreibe schon sehr lange, aber eben in eher ernsteren Genres. Doch es juckte mich schon immer ungeheuer, mal etwas zu schreiben, das heiter ist, leicht, einfach zu lesen. Aber nicht unter meinem Namen. So wurde Heather ›geboren‹. 
Zu der Zeit waren Milliardärs-Romane gerade angesagt und das wollte ich dann auch probieren. Dass es drei Bücher werden sollten, stand von Anfang an fest. Dass es allerdings so lange gedauert hat, bis alle drei veröffentlicht sind, habe ich nicht geahnt.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Da muss ich mich sehr bemühen. Mich kurz zu fassen ist nämlich nicht meine Stärke! 
Buch 1 heißt: »Milliardäre fallen nicht vom Himmel« 
Als Sissi ihren Freund in flagranti erwischt und verlässt, steht sie vor dem kompletten Nichts, Job, Wohnung, Zukunft, alles weg. Mühsam orientiert sie sich um – und lässt sich anwerben für die neue Supershow des Fernsehsenders High Five. 
Doch schon die Reise dorthin stellt sie vor unerwartete Herausforderungen, denn das Flugzeug muss notlanden. Plötzlich gibt es nur noch Sissi – und Pilot Franz. 
Dass aber auch er etwas zu verbergen hat, muss Sissi schmerzhaft erfahren, und dann steht plötzlich ihr ganzes Leben kopf. 
Buch 2 heißt: »Milliardäre küsst man nicht« 
Alle Männer sind Schweine, davon ist Emma inzwischen überzeugt, immerhin hat ihr Ex dafür gesorgt, dass sie hochverschuldet ist, ein Verehrer hat sie um all ihr Bargeld gebracht und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, hat ihr Chef sie fristlos entlassen. 
Doch damit noch immer nicht genug. Als genau dieser Chef selbst in Schwierigkeiten gerät, bittet er sie, sich bei ihr verstecken zu können. Widerwillig hilft sie ihm, was ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt und weder ihrem Geldbeutel guttut noch ihrem Herzen. Außerdem stimmt irgendwas an seiner Geschichte ganz und gar nicht, denn plötzlich ist sie es, die von der Poli zei gesucht wird ... 
Buch 3 heißt: »Milliardäre wachsen nicht auf Bäumen« 
Rachel ist überglücklich, hat sie doch einen lukrativen Auftrag bekommen. Guter Dinge steigt sie anschließend in den Lift, doch prompt fällt der Strom aus kein Licht – eine Panikattacke naht. Ihr Mitfahrer, ausgerechnet Dwayne DiLano, ihr neuer Auftraggeber, rettet sie auf ein fühlsame Weise. 
Das löst Gefühle bei Rachel aus, die jedoch Dwaynes Verlobter gar nicht gefallen. 
Rachel will sich nicht in eine Beziehung mischen, doch verdammt, warum läuft sie Dwayne ständig wieder über den Weg? Ist das noch Zufall?
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Logo. Nach dem Buch ist vor dem Buch. Allerdings nicht mehr als Heather!
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Hm, Freizeit, was ist das? *lach* Ich lass gerne auch mal die Seele baumeln, allerdings hecke ich dabei immer neue Schreibpläne aus.
Hast du auch Lieblingsbücher und Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Das ist eine für mich schwierig zu beantwortenden Frage. Heather liest mit Leib und Seele leichte Romane, so viel kann ich sagen. Sie liebt Selfpublisher, die in den gleichen oder ähnlichen Genres schreiben.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Wenn ich ›im Schreiben‹ bin, habe ich meinen Plot immerzu im Kopf, lebe sozusagen in ihm. Was sich natürlich nur schlecht mit meinem Brotberuf verträgt. Daher schreibe ich eigentlich nur an meinen freien Tagen. Mein Arbeitsplatz ist ein einfacher Schreibtisch vor dem Fenster. Wenn ich nicht auf den Bildschirm meines Computers starre, kann ich andere Häuser sehen, eine Straße, ein paar Bäume und den Himmel. So weiß ich zumindest immer, wie das Wetter gerade ist.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Mein Leben ist zweigeteilt. In dem einen arbeite ich, um leben zu können, im anderen schreibe ich, um glücklich zu sein. Im Schreibleben stehe ich etwas später auf, erledige erst das eine oder andere, bis ich mich an den Computer setze und loslege. Das geht dann aber bis spät abends, bis ich nicht mehr kann.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Heather mag es heiter und leicht, was sich ja auch beim Schreiben zeigt. Ich mag fast alles lesen. Es ist fast einfacher, zu beschreiben, was ich nicht mag: Klassische Krimis sind mir meist zu langweilig. Mit dem Kommissar in jede Sackgasse tappen zu müssen, bis er endlich die eine Spur findet, die ihn zum Täter führt, finde ich echt anstrengend. 
Lieblingsgenre beim Schreiben? Tja, mich lockt – bis auf wenige Ausnahmen – fast alles. Ein Sachbuch wäre allerdings nichts für mich. Und bei Lyrik steige ich sofort aus.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Oh, da erwischt du mich eiskalt. Lieblingszitat? Ich würde zwar zu gerne wie Julius Cäsar einmal ›kommen, sehen und siegen‹. Da das aber eher selten geschieht, handle ich im Leben eher nach dem Grundsatz: Tu was du willst, solange du damit niemand anderem Schaden zufügst. 
Zitate in meinen Büchern – finden eher die Leser. Bewusst schreibe ich zumindest keine hinein.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Wenn ich reise, genieße ich die andere Kultur, das andere Essen, die andere Mentalität. Dennoch bin ich mit Leib und Seele am liebsten da, wo ich eh schon bin.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Oh, jetzt würde ich gerne schreiben, Kritik spornt mich an, besser zu werden, Kritik feuert mich an, weiter zu machen. Die Wahrheit ist: Ich nehm sie mir meist sehr schmerzhaft zu Herzen. Erst nach einer Weile setzt bei mir die Analyse der Kritik ein. Wenn ich dann den Kritik-Grund erkenne, kann ich meist leichter damit umgehen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Oh, bei einem großen Verlag unter Vertrag genommen zu werden ist zwar schier unmöglich, würde aber bedeuten, dass man einerseits entschieden weniger ›Rund-ums-Buch‹ zu erledigen hätte, aber auch entschieden weniger mitreden könnte. Und die Verdienstspannen als Verlagsautor ohne großen Namen sind noch immer sehr, sehr mager. Sprich: die Nachteile überwiegen für mich die Vorteile. 
Bei einem kleinen oder sehr kleinen Verlag unterzukommen, ist zwar leichter möglich, aber bietet mir überhaupt keine Vorteile. Daher habe ich zwar früher mal meine Manuskripte bei verschiedenen Verlagen eingereicht, das aber schnell wieder bleiben lassen. Weil es ne Menge Zeit und Energie frisst, die ich lieber ins Schreiben investiere.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Lesen macht Spaß, deshalb gibt es LeserInnen. Schreiben macht auch Spaß, deshalb schreiben AutorInnen. Eine Win-win Situation. Und das ist gut so!

Donnerstag, 10. Dezember 2020

[Autoreninterview] Axel Schnell

Autoreninterview
Axel Schnell

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
"Dieses kleine Buch liest sich wie eine große Archäologie des Bösen." Das hat das renommierte Brecht-Jahrbuch über meine Doktorarbeit (über Brechts 'Baal') geschrieben, was mich sehr gefreut hat. Und ich habe das als Aufforderung verstanden, am Bösen als Thema dranzubleiben.

Später arbeitete zehn Jahre als Tageszeitungsredakteur und war unter anderem Leiter des Volkswagen Pressebüros Hannover.
Durch meine Promotion erfuhr ich so ziemlich alles über Mythen, Götter, Teufel und Dämonen.
Meine beruflichen Tätigkeiten, unter anderem als Polizeireporter und später in der Wirtschaft, eröffneten mir dazu passende Einblicke in die Natur des Menschen.
Seit etlichen Jahren schreibe ich unter anderem Romane, in denen es immer irgendwie um 'das Böse' geht.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Schon sehr früh. Ich habe in der 2. Klasse kleinere Texte für ein Kinderbuch unter Bildern geschrieben, die ich vorher ausgesucht hatte. Das lag aber auch daran, dass ich so furchtbar schlecht gebastelt und gemalt habe, was sich übrigens nie ändern sollte. Da blieb dann nur das Schreiben, wenn ich kreativ sein wollte. Später habe ich dann daraus einen Beruf gemacht, war zehn Jahre lang Zeitungsredakteur und bin dann in die PR-Branche gewechselt. Das war die eine Welt, mit meinen Romanen habe ich mir dann noch eine andere erschlossen, die sich natürlich gegenseitig inspiriert haben. Die Grenzen sind da ja fließend. Ich habe eigentlich immer geschrieben, einfach weil ich das am besten konnte und mir niemand für meine Gemälde Geld gegeben hätte!
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Die böse Lust (Thriller)

Er ist "der gute Mensch von Hamburg", ein Wohltäter, dem Kinder liebevoll mit ihren Zeichnungen danken, und er ist ein psychopathischer Serienkiller. Der Multimillionär Jan Godewill ist ein Bruce Wayne des Bösen, der auf uralten, gefährlichen Pfaden wandelt und mit seinen tödlichen Ritualen die Tore zu einer mörderischen Welt öffnet. Schauplätze der Handlung sind Frankfurt, Hamburg, Berlin, Reykjavik und die aktive Vulkanzone Islands.
Die Hauptstadt des Teufels" (Dark/Urban Fantasy)
Auf der Erde liefert sich das uralte Böse aus dem All mit der Hölle einen erbitterten Kampf um Energiequellen: Plünderung von Rohstoffen und die Zerstörung des Planeten auf der einen, erneuerbare Energien in Form von Seelen auf der anderen Seite. Journalist Alexander Sturm muss sich in diesem Jahrmillionen alten Krieg entscheiden, für wen er kämpfen will.
Wolff. Der Atlantis-Krieg (Phantastische Literatur)
* Erscheint im Sommer als überarbeitete Neuauflage im Gegenstromschwimmer Verlag mit neuem Cover und anderem Titel.
Eine gnadenlose Schlacht um Gut und Böse ...
… steht bevor. Und niemand kann sich heraushalten. Wolff ist zynisch, brutal, rücksichtslos und verdorben. Man würde ihm so ziemlich alles zutrauen. Nur nicht eine höhere Mission. Doch die große Endschlacht um Atlantis bahnt sich an – und auch Wolff muss entscheiden, auf welcher Seite er eigentlich stehen will. Und da ist ja auch noch diese Liebesgeschichte zwischen Wolff und dem tödlichen Engel Ana.
Krupp oder: Wie man die Leute anspricht
Der Krupp-Konzern & die Anfänge moderner PR in Deutschland (Sachbuch)
·
Erscheint im Sommer als überarbeitete Neuauflage im Gegenstromschwimmer Verlag mit neuem Cover und anderem Titel.
Mitte des 19. Jahrhunderts schuf sich die allgemeine Gier nach technischen Neuheiten und Nachrichten aus entferntesten Weltgegenden ein neues, eigenes Medium: Weltausstellungen. Ohne sie wäre der phänomenale Aufstieg des Krupp-Konzerns kaum denkbar gewesen. In dem hier vorliegenden Band wird zum ersten Mal umfassend dieser weitgehend unbekannte Teil der Wirtschaftsgeschichte reportagehaft erzählt.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk? 
Ja, die Fortsetzung meines Atlantis-Roman. Ein Science-Fiction, in dem diesmal Wolffs Sohn der eher schmutzige Held ist. Denn er verdient sein Geld als der beste Auftragskiller des Universums. In seinem neuesten Job muss er absolut böse abtrünnige Engel beseitigen. Dabei unterstützen ihn zwei geheimnisvolle Schönheiten. Weil auch noch das Urböse aus dem Abyssus mitmischt, kann der Mann wirklich jede Hilfe brauchen.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Tauchen, Radfahren, Eisen biegen, Bücher lesen, Netflix gucken …
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich mag die pointierte Sprache Bertolt Brechts, das ist (Ver-)Dichtung im besten Sinne. Aber ich schätze auch die skurrilen Ideen eines Douglas Adams sehr. Dann wären da noch Terry Pratchett und seine Scheibenwelt und die Thriller von Ross Thomas, die leider in Deutschland viel zu wenig bekannt sind. Der Mann war Journalist, in der PR-Branche unterwegs und an wirklich schmutzigen Wahlkämpfen in den USA beteiligt. Das merkt man seinen Romanen auch an, die auf eine sehr kultivierte und realistische Art unglaublich böse sind. Und dann lese ich auch vieles von Stephen King ganz gern. »Stark. The Dark Half« gehört zu meinen Lieblingsbüchern. In dem Roman erwacht die Figur des psychopathischen Serienkillers zum Leben und will ihren Schöpfer töten. Und da sage mal einer, dass Literatur nichts mit dem richtigen Leben zu tun hat.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Mein Arbeitsplatz ist in einem ausgebauten Dachboden. Ich brauche absolute Ruhe, wenn ich schreibe. Schreiben ist harte Arbeit. Aber für die Inspiration, dazu gehe ich natürlich raus. Und da gibt es viel, was ich später verarbeite: Man kann aus jedem Holz sein Feuer machen! Ob aufgeschnappte Dialoge oder schwarze Vogelschwärme auf dem Land – die Geschichten sind überall, man muss sie nur erkennen. Sehr inspirierend finde ich etwa den alten Engesohder Friedhof in Hannover mit seinen beeindruckenden Statuen und Mausoleen. Hier gibt es bekanntlich eine Gruft, die in Wirklichkeit eine Zeitmaschine ist. Von dort aus geht es 300 Millionen Jahre zurück auf der Erde, mitten hinein in eine Invasion gottähnlicher, zutiefst bösartiger Außerirdischer. Das muss man wirklich mal gesehen haben!
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich frühstücke grundsätzlich immer ordentlich. Egal, ob ich danach eine Zeitreise in einer Gruft mache oder mich an den Schreibtisch setze, was ja auch was von einer Gruft haben kann. Es ist jedenfalls ein großartiges Gefühl, neue Welten zu erschaffen. Ansonsten fand ich schon immer, dass man so leben sollte, dass es auch als Roman gut ankommen würde. Also, die langweiligen Wege vermeiden und das Abenteuer gleich um die Ecke suchen. Das ist wirklich sehr unterhaltsam.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
In beiden Fällen Fantasy und Thriller.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Im mag Erasmus von Rotterdam Erkenntnis:

„Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit."
In einem meiner Bücher ist es ein Zitat von Rhianna Pratchett:
„Das Böse weiß immer, was zu tun ist. Das Gute weiß nur, wo es das Böse findet.“
Und natürlich auch:
„Kann ich irgendetwas tun?“, fragte Sturm.
„Ja, gieß dir einen Macallan ein und mir auch.“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Frankreich. Dort arbeiten die Menschen bekanntlich, um zu leben und leben nicht, um zu arbeiten.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um? 
Ich glaube, dass jeder Mensch ganz grundsätzlich lieber gelobt als getadelt wird. Aber konstruktive und professionelle Kritik begrüße ich ganz ausdrücklich. Niemand ist unfehlbar und man kann grundsätzlich immer noch besser werden. Wenn jemand ganz persönlich mit einem Buch von mir nichts anfangen kann, ist das auch in Ordnung. Wenn er in seiner Kritik dann aber freimütig erklärt, dass er diesen Roman deswegen nie gelesen hat, und ihn dann trotzdem - völlig entgegen dem Trend der anderen Rezensionen und der Kritik in den Medien - nicht besonders gut bewertet, frage ich mich, warum er sich und mir das antun muss! Das ist mir übrigens wirklich passiert.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Weil ich lieber Romane schreibe, als sie zu vermarkten.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest? 
Es gibt immer zwei Romane. Den, den der Autor geschrieben hat. Und den, der in der Fantasie jeder Leserin und jedes Lesers daraus entsteht. Das gefällt mir sehr gut.

Sonntag, 29. November 2020

[Autoreninterview] Helena Heart / Hilga Höfgens

Autoreninterview 
Helena Heart / Hilga Höfgens

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Gut, dann möchte ich mich mal vorstellen, also wir möchten uns vorstellen, die drei verschiedenen Persönlichkeiten, äh nein, Pseudonyme. Da gibt es Hilga Höfkens, Helena Heart und Helen Hero.
Also zuerst ein kleiner Überblick:
Hilga Höfkens steht auf meinem Personalausweis, auch wenn ich nicht mit diesem Namen die ersten Lebensjahre verbracht habe. :-D 
Hilga ist die Autorin von Liebesromanen die im Mittelalter oder in unserer Zeit spielen. 
Helena Heart ist mein erstes Alter Ego. Helena lebt in England in der Zeit des Spätbarock, also unmittelbar vor dem Regency. Sie beschreibt das Leben, Leiden und vor allem das Lieben ihrer Freundinnen und Bekannten in London. 
Helen Hero ist die Chronistin der Akhmal in ihrer Hauptstadt Tifera. In dieser Position beschreibt sie die Konflikte und Gegebenheiten der Akhmal auf. Für sie ist das alles sehr real, wir würden es als Fantasy bezeichnen. 
Trotz dieser widrigen Umstände treffen wir uns regelmäßig in einem Kopf und an einem Schreibtisch. Dort schreiben wir unsere Geschichten auf.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Es hat alles damit begonnen, dass ich mein Lieblingsmärchen Die Schöne und das Biest ein wenig umschreiben wollte. Es sollte wirklich nur eine Gutenachtgeschichte für meine Kinder werden, nicht ein historischer Roman mit über dreihundert Seiten. Wirklich. :-D
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Da es schon sieben Bücher sind, werde ich versuchen, mich kurz zu fassen. 
Die Flötenspielerin: Historischer Liebesroman mit Märchenanlehnung. Liebe, Herzschmerz, Ritter, Pferde, Kämpfe, aber keine Prinzessin. 
Wintersonnenherz – Anna und Mark: Liebesroman mit Kälte und Schnee, heißer Spannung, tragischer Geschichte, aber gutem Ausgang 
Akhmal – Der Aufbruch: Fantasystory ohne Magier, Drachen oder Elfen, mit Menschen, katzenhaften Akhmal, drohendem Krieg, Hass und Rassedünkel, aber auch Freundschaft, Loyalität und Kampfgeist mit einer kleinen Prise Liebe gewürzt. 
Eine außergewöhnliche Lady: Historischer Liebesroman in der Barockzeit mit einer Lady, die Synästhetin ist (googel das mal), einem Lord, der ein großartiger Erfinder ist und einem Widersacher, der auch vor Mord nicht zurückschreckt. 
Der Lord, der mit dem Herzen sah: Im Jahre 1764 muss ein blinder Baron um sein Leben laufen, und eine verzweifelte junge Lady läuft vor einem abscheulichen Verehrer davon. Können sie einander helfen? 
Lady Sophia und die Schatten der Vergangenheit: Kriegsgefangenschaft, häusliche Gewalt, die sogenannte gehobene Gesellschaft will von diesen Dingen nichts wissen. Die Vergangenheit zu verbergen, die gequälte Seele zu verstecken wird zur schrecklichen Gewohnheit. Bis zwei Menschen sich treffen, die einander verstehen können, wenn sie es wagen, in die Abgründe des Anderen zu blicken. 
Der falsche Lord für die Lady: Ein offensichtlicher Makel führt schnell zur Isolation. Wer stottert wird gemobbt, wer die falsche Herkunft hat verachtet. Das war im Jahre 1762 in Londons Upper Class nicht anders als heute und in jeder anderen Stadt. Die unerfüllbaren Ansprüche der Gesellschaft verblassen allerdings vor denen der eigenen Familie, bis man den Menschen trifft, der alles verändert.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Natürlich. Der Lord (der falsche für die Lady) ist ja ein Zwilling. Sein Bruder bekommt nun Die falsche Lady für den Earl. Aber so falsch ist sie garnicht. ;-)
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Lesen natürlich. Ich bin mit meinem Hund, dem Rolli und dem Handbike aber auch gerne in der Natur unterwegs. Flache Strecken, die für mich leicht zu schaffen sind, findet man bei uns im Bergischen Land selten, daher habe ich ein paar übliche Runden, muss aber mit dem Auto hinfahren. Ich freue mich schon auf die bunten Blätter im Herbst, auf den Matsch aber weniger.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich habe gern Fantasy und SciFi gelesen und von Robert Heinlein und Terry Pratchett kenne ich fast alle Bücher. In letzter Zeit liebe ich es eher romantisch, quer durch die verschiedenen Genre. Ich habe dabei keinen festen Lieblingsautoren, aber ich stellefest, dass ich immer wieder gern die Bücher von Elvira Zeissler lese.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich habe einen großen Eckschreibtisch mit meinem Laptop in einer Dockigstation und zwei großen Bildschirmen. Bei schönem Wetter nehme ich den Lappy aber auch mir raus, und setze mich auf die Terrasse. Zwei Bilder häng ich an.


 

Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Morgens müssen sich erstmal die Kinder für die Schule fertig machen und losgeschickt werden. Danach hab ich noch Zeit für eine ruhige Tasse Kaffee, bevor der Tag Fahrt aufnimmt. Unser Pferdehof mit 38 Pferden und den dazugehörigen Menschen erfordert einiges „herumcheffen“. Zwischendurch kümmere ich mich um den ganz normalen Wahnsinn eines 5 Personen Haushalts und versuche dann noch an meinen Schreibtisch zu kommen. Neben dem eigentlichen Schreiben fällt natürlich auch Recherche, Werbung, Social Media Pflege, Buchhaltung und anderer Kram an. Zum wirklich kreativen Arbeiten komme ich am besten nach 22 Uhr, wenn alles im Haus zur Ruhe kommt. Der Göttergatte sieht fern, die Kids sind im Bett und ich quäle die Tastatur (und die Gehirnwindungen).
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich lese Romance in allen Facetten, gerne natürlich historisch, aber auch Fantasy, Sci-Fi und andere Genre. Schreiben ist bei mir fast immer im historischen Bereich, sogar mein Fantasyroman hat ein mittelalterliches Setting.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ein Zitat für mein Leben gibt es nicht, dafür ist es viel zu bunt und mit zu vielen Höhen und Tiefen gewürzt. Da gibt es keinen einzelnen Spruch, der immer passen würde. 
Für meine Schreibarbeit habe ich eine Leitspruch: 
Buchstaben zu Worten, zu Sätzen, zu Geschichten, zu Träumen. 
Lieblingszitate habe ich zwei, zwischen denen ich mich nicht entscheiden kann: 
Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zum eigenen Denken zu verleiten. — Marie von Ebner-Eschenbach 
Nothing happens unless first we dream. Carl Sandburg
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich habe einige Zeit in London gelebt und auch das übrige Land ein wenig erforscht. mir hat England wirklich gut gefallen, aber in gesellschaftlicher und politischer Hinsicht fühle ich mich in Deutschland wohler. Wenn ich auswandern wollte, müsste es irgendwohin gehen, wo es warm ist. Aber da ich kein Land gut genug kenne, um mich zu entscheiden, bleib ich einfach hier :-D
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Kritik zu verarbeiten ist immer schwierig, vor allem, wenn sie sehr persönlich ist. Sachliche Kritik kann ich natürlich viel besser umsetzen. Meine ersten schlechten Rezis haben mich richtig umgehauen, aber ich habe auch versucht, die Kritikpunkte in mein weiteres Schreiben aufzunehmen. Mit der Zeit habe ich gelernt, dass Buchkritik dem Buch gilt, und nicht dem Autor. Aber ich habe natürlich auch Trolle getroffen, die es darauf anlegen, zu verletzen, das bleibt ja nicht aus. Ich versuche Kritik möglichst konstruktiv zu verarbeiten, aber manchmal gelingt das erst mit etwas zeitlichem Abstand.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Als ich mein erstes Buch geschrieben habe, traute ich mich gar nicht, damit an Verlage heranzutreten. Daher war Selfpublishing für mich der völlig normale erste Schritt. Mit dem zweiten Buch Wintersonnenherz, hab ich mich dann monatelang bei Agenturen beworben, aber nur Absagen bekommen. Schließlich habe ich mir 5 Verlage herausgesucht, und es direkt probiert, ohne Agentur. Das Wintersonnenherz ist schließlich bei Harper Collins genommen worden, und ich hatte einen sehr netten Anruf vom Cumedio Verlag. Die Zusammenarbeit mit Harper Collins erwies sich als Flop, und ich habe mich furchtbar geärgert. Schließlich konnte ich den Vertrag lösen und habe das Buch nun im SP neu veröffentlicht. Der Cumedio Verlag ist allerdings völlig anders, und wir arbeiten derzeit am fünften gemeinsamen Buch. Es macht mir viel Spaß, der Austausch ist kreativ und freundschaftlich und die Bücher erreichen auch eine ordentliche Zahl an Lesern. Was will man mehr?
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Liebe Leseratten, ihr glaubt gar nicht, wie sehr euer Feedback eine Autorin aufbauen kann. Eine Rezi, ein Kommentar oder Post bei FB, eine kurze Mail, das alles ist der Treibstoff auf den Autoren angewiesen sind (Nicht etwa Kaffee, wer behauptet das denn?). Sagt uns, was ihr über unsere Büchern denkt. Notfalls reicht ein Satz. 

Danke :-*

Donnerstag, 26. November 2020

[Autoreninterview] E. S. Schmidt

Autoreninterview
E. S. Schmidt


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich heiße Esther und lebe in Frankfurt am Main – in einem Haus, in dem schon mein Urgroßvater gewohnt hat. Ich bin also recht traditionsbewusst, und meine Figuren werden daher auch immer von ihrem Hintergrund und ihrer Vergangenheit geprägt. Meine Brötchen verdiene ich in der Steuerabteilung eines Konzerns. Auf meinen Büchern steht als Name übrigens bloß E. S. Schmidt. Für mich steht erst einmal die Story im Vordergrund, nicht die Autorin.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Lesen und Schreiben gelernt habe ich noch vor der Schule durch die Sesamstraße (Psst! Wollen Sie ein „A“ kaufen?). Zum Geschichtenerzählen kam ich über das Spielen – zum Beispiel „Cowboy und Indianer“ oder „Waisenkinder“. Als wir älter wurden, haben wir diese Geschichten nicht mehr gespielt, sondern uns gegenseitig erzählt. Als meine Freundinnen dann noch älter wurden, und sich ihre Interessen änderten, musste ich zu Stift und Papier greifen, denn die Geschichten waren eben trotzdem in mir und wollten einfach raus.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
„Die zweite Finsternis“, eine Dystopie, ist im Moment fast vergriffen und sucht eine neue Verlagsheimat. Die „Chroniken der Wälder“ sind als E-Book Trilogie bei dotbooks erschienen. Meine beiden Protagonisten kommen aus sehr unterschiedlichen, sogar verfeindeten Lagern und finden doch zueinander, um gemeinsam ihre Welt zum Besseren zu verändern. Es ist also – trotz aller dunklen Augenblicke – im Kern eine sehr hoffnungsvolle Geschichte.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Klaro, sogar an zweien. 
- Eine Fantasy-Story über zwei ungleiche Brüder – der Kronprinz Siluren und der Bastardsohn des Königs, Coridan. Zwischen den beiden steht die junge Priesterin Lynn sowie Kurgan der Fahle, der das Land erobern will. Das Buch erscheint voraussichtlich nächstes Jahr bei Lindwurm. 
- Außerdem schreibe ich an einem Science Fiction. Auf einem von Menschen besiedelten Exoplaneten versuchen eine Journalistin und ein Soldat herauszufinden, wie ein Konzern in die Angriffe durch einheimische Rieseninsekten verwickelt ist. Für den Roman liegt der Vertrag von Plan9 gerade neben mir.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Alles, was mit Geschichten zu tun hat: Schreiben, Lesen, Filme schauen, Träumen – oder mit anderen Autoren über deren Geschichten sprechen! Ich gehe immer noch auf Schreibseminare, weil ich einfach den Austausch mit anderen Autoren genieße. Außerdem gehe ich gerne im Wald spazieren – aber dabei denke ich auch meistens über irgendwelche Geschichten nach oder „unterhalte“ mich mit meinen Figuren.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich mag Terry Pratchett und auch Charles Dickens. Trotz ihres Humors oder sogar Sarkasmus (etwa bei Oliver Twist) schwingt in ihren Büchern immer eine tiefe Menschlichkeit mit. Und dann ist da noch Simon Sinek. Sein Buch „Gute Chefs essen zuletzt“ ist zwar ein Sachbuch, aber klug und unterhaltsam, und es hat tatsächlich meine Fantasy-Romane beeinflusst, denn mein Held Daric ist als Leutnant auch so etwas wie ein Chef. Wenn ich mal wieder einen Schub intelligenten Optimismus brauche, suche ich mir einen von Sineks Vorträgen auf Youtube.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Zu Hause habe ich einen Schreibtisch im Schlafzimmer – aber besonders gern schreibe ich im „Schreiburlaub“. Ich habe Stammhotels und -pensionen im Odenwald, Schwarzwald, bayrischen Wald und seit diesem Jahr auch an der Ostsee. Wichtig ist dann, dass mein Zimmer einen Balkon hat, auf dem ich schreiben kann. Zuhause kann ich das nicht, weil ich an einer Hauptstraße wohne, und das ist dann doch meistens ziemlich laut. Im Gasthof am Reussenkreuz stellen die mir dafür immer extra einen Tisch auf den Balkon!
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Gegen 08:30 geht’s zur Arbeit, ab 19:00 Uhr versumpfe ich dann daheim oder treffe mich mit Freunden. Zum Schreiben komme ich eigentlich nur am Wochenende – und eben im Schreiburlaub. Im Urlaub ist das dann aber auch sehr geregelt: Frühstück, Schreiben, Spazierengehen, Abendessen, Feierabend.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich mag die Phantastik (also Fantasy und SciFi), weil man hier Dinge so schön ins Extrem führen kann. In einem Buch kann ein sehr rational denkender Mensch vorkommen – ein Vulkanier ist aber doch nochmal eine Schippe mehr. 
Unabhängig vom Genre mag ich es, wenn eine Beziehungskiste mit dabei ist. Die muss nicht im Vordergrund stehen, es muss also nicht unbedingt ein Liebesroman sein, aber sie gibt dem ganzen doch „Herz“ und eine weitere Ebene.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
„Der frühe Vogel kann mich mal.“ Das ist aber nicht aus einem meiner Bücher. Dem Fantasy-Genre wird ja oft Eskapismus, also Weltflucht vorgeworfen. Dazu (in Anlehnung an Tolkien): „Wer kann etwas gegen eine Flucht haben, außer den Wärtern?“ Kein Zitat, aber eine Lebens-Grundhaltung, mit der ich ganz gut fahre ist: „Nimm’s nicht persönlich. Wahrscheinlich geht‘s gar nicht um dich.“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Irland – denn da habe ich mal für ein Jahr studiert und sogar ein kleines bisschen Gälisch gelernt. Und natürlich ist Irland das Land der Geschichtenerzähler. Die Insel ist grün, hat eine lange, spannende Geschichte und liebenswerte, manchmal etwas exzentrische Menschen. Aber leider viel zu wenige Bäume!
Mein kommendes Fantasy-Buch ist ein wenig von der irischen Legende von Diarmuid und Gráinne inspiriert – aber bei mir ist es die Frau, die den „Liebesfleck“ auf der Stirn trägt, den im Original der Mann (Diarmuid) hat.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Wie jeder andere Mensch auch halte ich mich selbst für ausgesprochen kritikfähig. Aber im Ernst: Niemand kann gleich alles perfekt, und ohne Kritik kommt man nicht weiter. Es ist aber auch ein Lernprozess, Kritik nicht auf sich persönlich zu beziehen, sondern sie sachlich anzunehmen. Zwei Dinge habe ich dabei gelernt: 
1) Nicht mit dem Kritiker diskutieren. Man kann nachfragen, wenn man nicht verstanden hat, was er genau meint, oder ergründen will, woher sein Eindruck kommt, aber nicht versuchen, ihn umzustimmen. Wenn eine Textstelle nicht so ankommt, wie ich sie gemeint habe, liegt der Fehler nicht beim Leser. 
2) Jede Kritik ist berechtigt – aber nicht jeder muss ich als Autorin folgen. Wenn man mal die widersprüchlichsten Äußerungen zu ein und derselben Textstelle gehört hat, weiß man, dass man es nicht jedem Leser recht machen kann (und muss).
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Weil ich Geschichten erzählen will – keine Cover gestalten, keinen Buchsatz machen und keinen Vertriebskanal finden. In meinem fortgeschrittenen Alter muss man sich sehr genau überlegen, wofür man die verbleibende Zeit verplempert.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Insbesondere für Deutsche und eher unbekannte Autoren
Beim Kritisieren/Rezensieren ist es ein Unterschied, ob ich das gegenüber dem Autor direkt tue (damit er etwas verbessern kann) oder auf eine Plattform stelle (Thalia, Amazon), wo es ums Verkaufen geht. Bei ersterem nützt es dem Autor, wenn man schärfer ist, bei letzterem schadet es ihm. Wenn ihr dem Autor was Gutes tun wollt: Auf der Plattform die Sterne lieber „nach oben runden“ und detaillierte Negativ-Kritik als PN auf seiner Seite schreiben – oder sich einfach für das nächste Werk als Testleser anbieten.

Montag, 23. November 2020

[Autoreninterview] Lisa Lamp

Autoreninterview
Lisa Lamp

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Sehr gern! Mein Name ist Lisa Lamp, ich bin 21 Jahre alt und bin (sonst würden wir das Interview vermutlich nicht machen) Autorin. Meine Bücher sind im Bereich Romance und Fantasy angesiedelt und können auch eine Spur Horror enthalten. 
Neben dem Schreiben lektoriere ich für einen Kleinverlag und habe außerdem noch einen Brotjob als Sozialpädagogin, den ich für nichts auf der Welt aufgeben möchte.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Durch Zufall 😊 Ich war nie darauf aus, meine Bücher zu veröffentlichen. Am Anfang waren sie als Witz für meine Schwester und mich gemeint. Daraus hat sich dann meine ganze Karriere in der Buchbranche entwickelt.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
5 Sätze? Das ist ja richtig lang. Im Exposé für den Verlag durften es maximal 3 sein 😊 
„Eiskalte Liebe“ ist am 31.August 2020 im „derFuchsVerlag“ erschienen und dreht sich um die Geschichte von Leandra, deren Schwester eines Tages plötzlich von Männern mit rotglühenden Augen entführt wird. Um ihre letzte lebende Verwandte zu retten, muss Lea sich mit ihrem Erzfeind Nikolai zusammentun, der aus unerklärlichen Gründen mehr über die Entführer weiß. Da die beiden es sonst keine Unterrichtsstunde gemeinsam in einem Raum aushalten, ohne sich an die Gurgel zu gehen, ist das Chaos vorprogrammiert. 
Im Juni 2020 erschien Band 1 (Neuauflage) und Band 2 meiner Reihe „Wenn die Nacht stirbt“, in der es um die Schülerin Read geht, die als Hexe gebrandmarkt wird und ab dann in einem Internat für Hexen leben muss. Noch während sie versucht, sich an ihr neues Leben zu gewöhnen und langsam Freunde findet, verschwinden Schüler und werden wenige Tage später tot aufgefunden. Als einer ihrer Freunde entführt wird, muss sie handeln und macht sich nicht nur auf die Suche nach den Vermissten, sondern auch nach dem Geheimnis hinter ihrer Familiengeschichte.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Jain. Ich arbeite an Teil 2 von „Eiskalte Liebe“. Es war zwar ursprünglich geplant, dass es ein Einzelband sein sollte, aber meine Verlegerin war so begeistert, dass sie sich ein Wiedersehen gewünscht hat. Und was soll ich sagen? Ich habe mich überreden lassen. Somit können sich die Leser demnächst über die Geschichten zu Lilly und Lydia freuen.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich bin eine Leseratte und ein Serienjunkie. Dank meinem Mann manchmal auch eine Zockerin. Außerdem habe ich einen bald dreijährigen Neffen und bekomme demnächst einen zweiten, für die ich versuche, so viel Zeit wie möglich zu finden.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Lieblingsbücher habe ich genug, aber keine Lieblingsautoren. Ich versuche, Bücher immer unabhängig vom Autor zu bewerten. Früher war das anders, aber in der Zwischenzeit habe ich so viele Autoren kennengelernt, deren Bücher ich lese, dass es sonst sehr kompliziert werden würde. Ich kann eine Autorin mögen und ihr Buch schlecht finden, aber auch ein Buch gut finden, dessen Autor ich nicht unbedingt zu den sympathischsten Personen zähle.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich habe keinen wirklichen Arbeitsplatz, da ich schreibe wann und wo ich will. Ob in der U-Bahn, auf der Couch, dem Küchentisch, der Terrasse oder in meinem Bett … Wenn mich die Inspiration packt, nutze ich sie.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Bei mir gibt es unterschiedliche Tage. Keiner gleicht dem anderen. Wenn ich arbeiten muss, stehe ich sehr früh auf, dusche, mache mich fertig und beantworte alle Nachrichten in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Dann habe ich 24-Stunden-Dienst in der Wohngemeinschaft, in der ich Kinder und Jugendliche betreue, also komme ich erst am nächsten Tag nach Hause – meist gegen Mittag. Dann gehört der Haushalt gemacht, eingekauft, gekocht, … Aber dann habe ich Zeit für alles, was anfällt. Pakete für Blogger packen, Interviews beantworten, Facebookbeiträge vorplanen. Je nachdem, wie viel Zeit dann noch bleibt, schreibe ich oder lektoriere, wenn ich wieder ein Manuskript von jemandem anvertraut bekommen habe. Sobald jedoch mein Mann am späten Nachmittag nach Hause kommt verbringen wir die Zeit zusammen und alles andere muss auf den nächsten Tag warten. 
Wenn ich nicht arbeiten muss, ist es stressfreier. Dann kann ich schon in der Früh mit dem Haushalt beginnen und habe dementsprechend länger, um zu schreiben.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich lese am liebsten Fantasy. Dabei hat es mir besonders Urban Fantasy angetan. Lustigerweise schreibe ich aber mehr Romantasy. Mein erstes Buch hat sich in dem Setting abgespielt und irgendwie bin ich dort kleben geblieben.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ich handle nach dem Zitat: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“ Beim Schreiben versuche ich vieles auszuprobieren. Egal ob die Schilderung einer Hexenverbrennung, die Sexszene auf einem Thron, ein Körpertausch zwischen Mann und Frau oder eine Schlacht aus der Sicht von mehreren Protagonisten – ich versuche alles. Nicht alles wird gut und bleibt am Ende in der Geschichte, aber wenn ich immer das gleiche Schema schreiben würde, würden sich die Leser irgendwann langweilen und ich könnte mich nicht weiterentwickeln. 
Bei meinen Büchern ist es ähnlich und meiner Arbeit ist es ähnlich. Es ist ein ewiger Prozess. Da fällt mir sogar ein Zitat aus „Eiskalte Liebe“ ein, das perfekt passen würde: „Das war das Schöne im Leben: Es änderte sich, war unglaublich wandelbar und zwang uns, über uns selbst hinauszuwachsen, um mehr zu sein, als wir je erwartet hätten.“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Österreich. Ich lebe, liebe und arbeite hier. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich irgendwo glücklicher wäre.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich bin sehr kritikfähig und arbeite stetig an mir selbst. Leider kommt es bei mir stark darauf an, wie man es formuliert und wie glaubwürdig das Feedback ist. Ich habe schon Testleserfeedback bekommen, auf das ich keinen zweiten Blick geworfen habe, weil durchgeblitzt ist, dass das Buch gar nicht gelesen wurde, oder weil ich merke, dass die Person nicht objektiv bewertet. Ich hatte schon Leserinnen, die mich als dumm bezeichnet haben und meinten, ich würde es nie als Autorin schaffen. Das ist keine Kritik, kein Feedback und auch nicht hilfreich. Ich finde gerade neue Autoren sollten nicht auf diese negativen Stimmen hören, wenn das nur eine von zwanzig ist. Auch ein ganzes Manuskript umzuschreiben, weil es einer Person nicht gefällt, halte ich für überzogen. Meine Bücher können nicht allen gefallen. Für mich braucht es deshalb immer mehrere Leserinnen, die dasselbe bemängeln, bevor ich etwas ändere.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Selfpublishing hat den großen Vorteil, dass man nicht gebunden ist. Man darf das Cover selbst aussuchen, das Veröffentlichungsdatum, … uvm. Dafür ist man aber auch alleine für die Qualität verantwortlich (Stichwort: Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, etc.) und trägt die Kosten selbst. Wenn sich das Buch gut verkauft, ist das kein Problem, weil man die Ausgaben mit den Einnahmen gut abdecken kann, aber wenn nicht, bleibt man auf den Kosten sitzen. Leider sparen sich deshalb einige Selfpublisher das Lektorat oder – noch schlimmer – das Korrektorat, sodass bei vielen Lesern Selfpublisher verschrien sind. Bei Verlagen ist das anders. Hier wird eine gewissen Qualität vorausgesetzt, weil Verlage vorher selektieren. Außerdem übernehmen sie die anfallenden Kosten und wenn es sich nicht verkauft, ist es der Schaden des Verlags. Natürlich gebe ich dafür einen hohen Prozentsatz der Einnahmen ab und am Ende fällt der Verlag viele Entscheidungen (in Absprache mit mir), aber dafür kennt der Verlag den Buchmarkt auch besser und weiß, was sich verkauft. Es hat also seine Vor- und Nachteile. Trotzdem werde ich Verlagsautorin bleiben.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Lest so viele Bücher, wie ihr nur könnt. Nur wenn ihr lest, haben unsere Geschichten einen Sinn.

Samstag, 21. November 2020

[Autoreninterview] Deborah N. May

Autoreninterview
Deborah N. May


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Sehr gerne. Geboren und aufgewachsen bin ich in der Schweiz, wo ich auch lebe. Mein Vater ist gebürtiger Berliner, lebt aber auch seit seiner Jugendzeit in der Schweiz. Neben dem Autorenleben unterhalte ich eine lebendige Familie und arbeite mit Kindern.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ganz klischeehaft. Genau wie das Lesen habe ich auch das Schreiben geliebt, sobald ich es konnte. Mit zarten 16 Jahren habe ich die Idee zu meinem ersten Roman gesponnen. Da ich keine Ahnung hatte, wie man ein Buch schreibt oder gar Autorin wird, habe ich den angefangenen Text 20 Jahre lang vor mich hergeschoben. Immer mit dem Gedanken: Eines Tages mach ich daraus ein Buch! Ohne eine Strategie, wie ich das packen könnte, wurde daraus nichts. Bis zu dem Tag, an welchem ich mich entschieden habe: „So! Jetzt. Jetzt mache ich das!“ Seither läuft’s.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Ich schreibe spannende Liebesromane, die immer Tiefgang und Unerwartetes enthalten. Mein Ziel ist es, dass die Leser immer weiterlesen wollen. Im Roman „Der letzte Bus nach Talmey“ geht es um eine junge Frau, die nach Amerika auswandert um die Freiheit zu finden. Was sie tatsächlich erwartet sind Liebe, Lügen und Einsamkeit. 
Der aktuelle Roman „Das HonigHurenHaus“ dreht sich um eine Malerin, die ein altes Haus kauft und dessen Vergangenheit auf die Spur kommt. Vor 80 Jahren hat eine Mutter darin ihre Familie und sich selber ausgelöscht.“
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, an mehreren. Das liegt daran, dass ich nie ein Buch mache und dann das nächste, sondern stets parallel an diversen schreibe oder – und das benötigt weitaus am meisten Zeit – überarbeite. 
- Glambrand: Coming-Out eines Zirkuskünstlers 
- Es sieht aus wie Schnee: Eine Frau im Koma, ein Mann, der seine Unvollkommenheit zu verstecken versucht und eine Frau, die allem auf die Spur kommen will. 
- Die Schwierigzeit der Familie Hahn: Ein Vater versucht ein Familiengeheimnis zu verstecken. 
- Der Bruder meines Lebens: Ein Aspgergermann schlüpft in die Identität seines toten Zwillings, samt Studium, Feind und Freundin. Er hat keine Ahnung, worauf er sich einlässt...
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten? 
Nebst meiner Familie natürlich das Schreiben und alles andere, rund ums Buch. Einen Roman zu planen, schreiben, überarbeiten und in Buchform zu bringen, das ist in dieser Phase meines Lebens das liebste, was ich mache.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Lieblingsbücher habe ich viele, Lieblingsautoren auch. Getroffen habe ich nur wenige, das ist mir aber auch nicht so wichtig. Für mich sind es Menschen, wie jeder andere auch. Der Austausch über das Schreiben hingegen, den mag ich natürlich sehr.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Am liebsten an meinem Pult, im Schreibzimmer. Plotten und Ideen schreibe ich aber überall auf. Notizblöcke und Stifte finden sich bei mir überall, selbst im Auto, in der Tasche und im Schlafzimmer. Die Erfahrung hat mich gelehrt: Wenn eine Idee aufblitzt, muss ich sie aufschreiben. Sonst ist sie verloren. Ich dachte früher immer, „Ach was, das kann ich mir so merken.“ Bis ich dahinterkam, dass selbst die besten Ideen unaufgeschrieben irgendwann in den Äther abflutschen …
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Bei mir gibt es verschiedene Arten von Tagen, da ich neben dem Autorenleben noch einem anderen Beruf nachgehe. Grundsätzlich gilt unter der Woche: Um 6.00 Uhr aufstehen, Kinder wecken und zur Schule schicken. Um 8.00 startet der Autorentag. Schreiben/plotten/überarbeiten bis mittags, danach Essen und weiterschreiben/lesen/wasauchimmer. 
Feierabend ist, wenn die Kinder schlafen und das ist ca. um 21.00 Uhr.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Da ich nicht einem Trend hinterherhechle, schreibe ich, was ich selber gerne lese: Geschichten mit Tiefgang, spannende (!) Liebesromane, Thriller. Ich mag alles, was in der realen Welt spielt, was genau so passiert sein könnte. Wenn es mich packt und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. 
Was ich wenig bis gar nicht lese sind die Genre Fantasy, Horror und Erotik.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt? 
Wenn du denkst, du kannst es, dann kannst du es. 
Wenn du denkst, du kannst es nicht, dann kannst du es nicht. 
Egal wie du dich entscheidest, du hast auf jeden Fall recht. 
Und auf Schweizerdeutsch: „Rueig Bluet, de chunnts guet!“ 
Was du denkst, fühlst und glaubst, wird dein Leben formen.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Die Schweiz, weil es meine Heimat ist, und Deutschland. Weil ich dieses Land einfach unglaublich mag. Wie gesagt, mein Vater kommt ursprünglich aus Berlin und ich wandere momentan gerne auf alten Spuren. 
Mein Mann und ich, wir reisen gerne nach Südengland, darum wird der Roman „Es sieht aus wie Schnee“ auch hauptsächlich dort spielen. 
Dann mag ich Wyoming (Bundesstaat in den USA). Ich war zwar noch nicht reell da, aber viele Geschichten haben mich dahin getragen. Eines war „Mein Freund Flicka“, welches ich als junges Mädchen gelesen habe. Das ist auch der Grund, warum mein Debutroman genau da spielte.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Kritik muss sein! Ohne sie kann ich mich ja gar nicht weiterentwickeln. Dabei meine ich stets konstruktive Kritik. Kein Dissen oder Herunterputzen, sowas ist unnötig und legt den Charakter des Kritisierenden offen dar. 
An dieser Stelle erwähne ich gerne, dass ich immer auf der Suche nach Testlesern bin, die nicht säuseln, sondern begründet loben und auch kritisieren! Glücklicherweise habe ich bereits einige davon, dank ihnen werden meine Geschichten stets verbessert. 
Anfangs hatte ich Testleser, die alles gut fanden. Klar, das schmeichelt, aber weitergebracht hat es mich kein Stück.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Aus zwei Gründen: 
1. Weil ich seit 20 Jahren davon träumte, endlich ein Buch zu schreiben. Als ich mich dazu entschieden habe, wollte ich nicht weitere Jahre mit der Verlagssuche verbringen. 
2. Die Entstehung eines Buches war für mich ein Rätsel und ich wollte alles – wirklich alles! – von der Pike auf lernen. „Nur“ Schreiben kam daher für mich gar nicht in Frage. Ich mache alles gerne, Coverdesign, Überarbeitungen, Pitch schreiben, Buchsatz und vieles mehr, was noch dazu gehört. Zu allen Teilbereichen habe ich mich in den letzten Jahren weitergebildet und tue es immer wieder gerne.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Dranbleiben! Der Traum vom eigenen Buch ist realistisch – für jeden!

Donnerstag, 19. November 2020

[Autoreninterview] Ynes Martinez

Autoreninterview
Ynes Martinez

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Ynez Martinez, 38 Jahre alt und wohne mit meiner Familie und unserem Hund in Ostfriesland. Am liebsten schreibe ich Bücher, betreibe Kampfsport und verbringe meine freie Zeit mit meinem Pony.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich hatte schon als Kind eine lebhafte Fantasie. Schon früh brachte ich diese in Form von Zeichnungen zum Ausdruck. Kaum hatte ich lesen und schreiben gelernt, steckte meine Nase ständig in einem Buch. Ich fing an Comics zu zeichnen und schrieb meine ersten Kurzgeschichten. Das Schreiben ist mir bis heute geblieben.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Ich habe eine Romanreihe mit 5 Bänden verfasst, wovon bisher 2 erschienen sind. 
Band 1: Teris – Kampf um die Freiheit 
Band 2: Teris – Freiheit für Kreon 
Grundsätzlich handelt es sich hierbei um Low-Fantasy, die einen starken Bezug zur Realität hat. Im Grunde spielt die Geschichte in unserer Welt und ich gehe der Frage nach, was passieren würde, wenn es Werwölfe wirklich geben würde. Eine Möglichkeit zeige ich dabei auf und halte sie aufgrund der vergangenen Geschichte der Menschheit, durchaus für realistisch. Um es auf den Punkt zu bringen: Es handelt sich um eine Gesellschaftskritik mit fantastischen Elementen.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, ich schreibe aktuell an einem neuen Buch. Dieser wird aber keine Reihe werden, sondern ein in sich abgeschlossener Roman.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Da diese bei mir leider sehr begrenzt ist, muss ich immer gut abwägen, was gerade drin ist. Aber am liebsten treffe ich mit meinen Karatefreunden und trainiere die verschiedensten Katas (Formen).
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Es gibt so viele fantastische Autoren, dass ich gar keine wirklich aufzählen könnte. Ich habe viele verschieden Bücher aller möglichen Genres gelesen. Aber wenn es im Selfpublisher Bereich sein darf, lese ich gerne Ellen Hunters Werke. Sie gehört mit zu den Autoren, die mich inspiriert haben, es in der Selfpublisher-Szene zu versuchen.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich schreibe gerade dort, wo ich Platz und Ruhe finde. Ich habe keinen festen Platz. Oft ist es in der Küche, es kann aber auch die Couch oder das Bett sein.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Er beginnt mit einem Frühstück mit meinen Kids, anschließend gehe ich mit dem Hund raus. Dabei nehme ich oft das Fahrrad und drehe eine lockere Runde. Meistens steht danach mein Brotjob an. Je nachdem, wie viele Stunden dieser am Tag einnimmt, steht dann der Haushalt und die Versorgung der Tiere an. Je nach Wochentag geht es dann zum Sport oder ich setze mich an den Laptop und schreibe und überarbeitet meine Werke. Oft bin ich abends zur Primetime mit meiner Lektorin verabredet.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich mag Fantasy unheimlich gerne. Aber ich lege mich eigentlich nicht auf ein oder mehrere Genres fest. Wenn der Klappentext mich überzeugt, lese ich das Buch. Dabei gibt es keine bestimmten Kriterien, woran ich das festmache. Es ist mein Gefühl, welches einfach stimmen muss.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ich mag das Zitat von Albert Einstein: >> Wer schweigt stimmt nicht immer zu. Er hat bloß keine Lust, mit Idioten zu diskutieren. << Es ist im Grunde genommen, eine drastische Erweiterung zu: >> Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. << Manchmal muss man den Mund aufmachen, aber oft lebt es sich ruhiger, wenn man nicht alles ausspricht, was man denkt. 
Ein Lieblingszitat aus meinem Buch, welches meine Arbeit am besten beschreibt, gibt es eigentlich nicht. Teris´ gesamter Weg besteht daraus, einen Ausweg aus einer Situation zu finden, die er und viele andere als untragbar verstehen. So ähnlich sehe ich das Leben selbst. Finde immer wieder Möglichkeiten, aus untragbaren Situationen zu finden und deiner eigenen Vorstellung, eines zufriedenen Lebens, näher zu kommen.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Kanada. Ich mag die Wälder dort und stelle mir vor, dort in der Abgeschiedenheit der Natur Ruhe zu finden. Denn das Leben ist heute viel zu hektisch und aufregend geworden.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Kritik finde ich wichtig, um sich weiterzuentwickeln. Aber ich bestehe auf eine konstruktive Kritik. Wer einfach ohne Begründung sagt, dass er mich oder meine Bücher doof findet, hilft mir nicht weiter. Außerdem kann nicht jedem gefallen, was man tut, dafür sind wir alle zu unterschiedlich. Kritik muss man aushalten können, aber sich auch nicht alles gefallen lassen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich wollte mein eigener Herr bleiben und die Freiheit behalten, tun und lassen zu können, was ich möchte. Ich möchte schreiben was mir in den Sinn kommt und keine Deadline einhalten müssen. Ich schreibe, weil es mir Spaß macht. Sollte das eines Tages nicht mehr so sein, höre ich einfach damit auf.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Habt ihr ein Ziel vor Augen, welches euch besonders wichtig ist, haltet daran fest. Mag es auch Zeiten geben, in denen ihr glaubt, dieses nicht zu erreichen, holt tief Luft. Irgendwann ist die Zeit reif für euren Traum. Gebt nur niemals auf.

Mittwoch, 18. November 2020

[Autoreninterview] Enike Kirsch

Autoreninterview
Enike Kirsch


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hallo, ich bin Enike Kirsch, 31 Jahre alt und komme aus Frankfurt am Main. Ich bin rund um die Uhr beschäftigt und mache dabei viele verschiedene interessante Sachen, die manchmal Pflicht und manchmal Hobby sind. Meistens aber ein Abenteuer.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
In meiner Kindheit hatte ich ein Buch geschrieben, für das ich dann keinen Verlag gefunden hatte. Allerdings war es auch hier eine interessante Erfahrung, wie sich die Geschichte nach und nach von selbst zusammengesetzt hat. Mit 17 hatte ich für eine Freundin ein Spielbuch (choose-your-own-adventure) zum Geburtstag geschrieben, dessen Veröffentlichung in Kürze ansteht. Nach einer sehr langen Funkpause, war mein Kopf nach einem Sportunfall wieder randvoll mit Ideen, die unbedingt aufs Papier wollten und seitdem bleibe ich an den Ideen dran.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Bislang sind zwei der drei Bände von „Dunkle Wahrheit“ erschienen. „Blick in die Vergangenheit“ Anfang 2020 und die Fortsetzung „Gegen das Vergessen“ im Juli diesen Jahres. Der Abschluss der Trilogie folgt Mitte 2021. 
Es geht um Drogen, Gewalt und Themen, über die noch zu oft geschwiegen wird mit einer Prise Abenteuer und wahnwitzigen Charakteren, die dem Drama eine angemessene Bedenkzeit geben aber auch zwischendurch auflockern, um nicht in Schwermut zu versinken. Die Bücher sollen amüsieren und aufrütteln und nicht zum trauern anregen.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich arbeite am dritten Teil, sowie an dem oben erwähnten Spielbuch und gerade vor ein paar Tagen kam mir eine wahnsinnig gute Idee für einen Psychothriller. Aber diese Idee muss noch reifen, die spukt noch konturlos in meinem Kopf herum.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Freizeit habe ich nicht, wenn ich in meinem Terminkalender auch nur erahne, dass sich ein Zeitfenster auftut, wird es sofort verplant. Dann treffe ich mich mit Freunden, mache Sport oder Hausarbeit.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich habe sehr gerne Wolfgang Hohlbein, Markus Heitz, Dean Koontz, Simon Beckett, Michael Tsokos usw. gelesen, bin inzwischen aber viel querbeet unterwegs, sodass sich nicht mehr ein Autor besonders hervorhebt.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Wie gerade alles in meinem Leben ist auch mein Kreativplatz im Umbruch. Beide Bücher habe ich im Esszimmer am Tisch geschrieben mit Blick auf voll behängte Wäscheständer. Ich bin dabei, das „Schachzimmer“ (Bild) zu beziehen und mich hier einzurichten. Dann hätte ich auch einen besseren Ausblick auf den Main, der für mich eine inspirierende Wirkung hat.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ganz normale Tage gibt‘s hier nicht. Hier gibt‘s Chaos und viel Arbeit. Entweder der Brotjob ruft und ich bin den ganzen Tag unterwegs oder die Baustelle, bei der ich mal in einem Graben stehe oder auf dem Dach liege. Wenn die Muse mir dann die Ehre erweist, kann ich die Nacht noch bis zum Morgengrauen zum Schreiben nutzen.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich lese sehr gerne Psychothriller und Dramen. 
Beim Schreiben kann ich das noch nicht bestimmen. Ich habe auch eine Idee für einen Fantasyroman, insofern kann ich mich nicht festlegen.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst?
Mit dem Wissen wächst der Zweifel. (Johann Wolfgang von Goethe) 
Ich möchte gerne viele Dinge wissen, aber wenn es zum Beispiel um Weltraumthemen und sterbende Sterne geht, dann will ich lieber nicht zuviel darüber wissen, weil ich es beängstigend finde.
Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Elina: Sie hinterfragte und insistierte. Man konnte ehrlich verlieren, aber man musste niemanden gewinnen lassen. 
Ich gebe nicht einfach auf, sondern kämpfe, um meine Ziele zu erreichen. Ich kann verlieren, aber ich lasse niemanden gewinnen, vor allem nicht, wenn diese Person sich nicht genauso ehrgeizig dafür einsetzt.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich liebe Griechenland, die antike Kultur, das Wetter, das Essen. Meine sprachlichen Fähigkeiten belaufen sich allerdings nur auf ein paar altgriechische Begriffe, heutige Fremdwörter und das typische Restaurant-griechisch, das man von den Servietten lernen kann :D
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich bin dieses Jahr viel kritikfähiger geworden und kann inzwischen sehr gut damit umgehen. Ich schätze ernsthafte Kritik, mit der ich mich weiterentwickeln kann.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Nachdem ich vor über 15 Jahren keinen Verlag für meinen Jugendroman gefunden hatte, hatte ich mich kurz nach Schreibbeginn der Trilogie darüber belesen, dass sich die Lage bei den Verlagen nicht verändert hat, sondern die Tische noch immer bis unter die Decke voll mit Romanentwürfen sind. Da habe ich beschlossen, dass ich es dieses Mal komplett ohne Verlag versuche und meinen eigenen Weg gehe.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich möchte allen danken, die die Bücher bereits gelesen und sich von der Handlung in ihren Bann haben ziehen lassen. Ich freue mich, dass das zentrale Thema des Buches so nicht auf taube Ohren stößt. 
Und alle, die jetzt neugierig geworden sind, sollten auf ihrer Wunschliste zwei Bücher hinzufügen ;).