Mittwoch, 12. August 2020

[Autoreninterview] Katja Linke

Autoreninterview
Katja Linke

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich heiße Katja Linke, bin in den Endvierzigern und lebe mit meinem Mann und unseren beiden Teenager-Töchtern an der Bergstraße, in der Nähe von Heidelberg. Hauptberuflich arbeite ich als Hausärztin in eigener Praxis, dann bin ich natürlich noch Ehefrau und Mama und natürlich Katja – ich für mich. Ich bin ein Familienmensch und neben meiner eigenen Familie sind mir meine Mama und meine Schwester sehr wichtig. Und natürlich Toto, unser Hund, ein sechsjähriger Goldendoodle.
Wie bist du zum Schreiben gekommen? 
Ich habe schon immer gerne geschrieben. In unseren Familienurlauben waren das die Urlaubstagebücher, im Teenageralter habe ich mir den Herzschmerz von der Seele geschrieben, später dann die Doktorarbeit in Medizin und die Masterarbeit in Gesundheitsökonomie und dann landete ich beruflich erst mal schreibmäßig bei Fachartikeln für medizinische Fachzeitschriften. Gut recherchierte Sachinhalte – das war viel Quellenqual und wenig Kreativität.
Während der Reise durch Tibet habe ich wieder Reisetagebuch geführt und dann zündete an dem Abend auf der Dachterrasse in Lhasa die Idee, dass aus unseren Reiseerlebnissen ein Buch entstehen könnte. Gedacht – getan. Die Winterferien 2016/2017 habe ich für die erste Rohfassung genutzt und dann weitergefeilt. Mittlerweile genieße ich meine Schreibinseln, denn sie unterbrechen meinen Alltag in angenehmer Weise. Ich sitze dann in meinem Arbeitszimmer oder bei schönem Wetter in den Weinbergen. Das sind wunderbare Momente: ich ziehe mich an meinen inneren Kraftort zurück, denke nach, schreibe, streiche, schreibe neu, lese es mir laut vor... Ich liebe es, meine Kreativität zu entfalten und meine eigenen Geschichten zu erzählen.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
„Let’s go Himalaya! Wo bitte geht’s nach Shangri-La?“ ist mein erstes Buch.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Im Moment arbeite ich an einem Roman, der multiperspektivisch erzählt wird. Eine dieser Perspektiven ist die eines Koikarpfens.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie. Tennis ist unser Familiensport, und ich liebe die impulsive Dynamik unserer Familien-Doppel. Auf dem Platz wird sich nichts geschenkt, beim anschließenden Essen geht es dann wieder ganz harmonisch zu. Außerdem mag ich Spaziergänge durch den Wald und in den Weinbergen. Dabei suche ich mir „Abenteuerwege“: ich gehe einfach so drauflos, wähle bewusst Wege, die ich nicht kenne. Ohne GPS oder Karte, einfach nach Gefühl. Das finde ich spannend, da hab ich schon schöne Plätze entdeckt und Tiere gesehen: mal eine verlassene Streuobstwiese, mal Rehe oder einen Feuersalamander. Natürlich lese ich gerne. Meine Familie hat sich daran gewöhnt, dass sich an meinen Lieblingsplätzen die Bücher stapeln.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich mag Krimis und Romane. Im Moment hat es mir Markus Orth mit seinem „Picknick im Dunkeln“ angetan. Stan Laurel trifft Thomas von Aquin – eine abgefahrene Idee.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Hier ist meine Schreibecke in meinem Arbeitszimmer. Manchmal schnappe ich mir das Laptop und setze mich in die Weinberge oder in den Wald.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
6 Uhr: Der Wecker klingelt...
30 Minuten Gassigehen mit Toto unserem Hund in den Weinbergen – je nach sportlicher Kondition jogge ich. 
Bis 7.30 Uhr: Kinderwecken, Duschen, Frühstückmachen, Pausenbrote schmieren, Zeitunglesen, Morgenunterhaltung mit der Familie
Ab 8 Uhr Praxis – Beginn mit der Morgenbesprechung im Team
In der Mittagspause Hausbesuche, Telefonate und etwas Zeit für mich, danach Mittagssprechstunde bis maximal 17 Uhr.
Zusammentreffen mit der Familie zu Hause – gemeinsames Einkaufen, Spazierengehen mit Toto. Ein- bis zweimal die Woche Tennis, mit Trainer Familie oder Freunden.
Abends gemeinsames Kochen und Abendessen. Meine Familie schaut dann gerne fern, ich lese lieber oder schreibe – früher haben wir Karten oder Familienspiele gespielt, darauf haben unsere zwei Pubertiere derzeit nicht mehr so viel Lust. 
Meistens gehe ich gegen 22 Uhr ins Bett.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich mag spannende Krimis und gut erzählte literarische Romane.
Ich würde mich als Schreibanfänger bezeichnen und bin bezgl. eines Genre nicht festgelegt.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Begegne den Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Nein. Ich bin weltoffen und aufgeschlossen. Ich fühle mich als (West-)Europäerin, hier liegen meine kulturellen und familiären Wurzeln. 
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Als Ärztin muss ich vor allem gut Zuhören können, die Zwischentöne sind da besonders wichtig. Es ist ein Wechselspiel zwischen Zuhören und sich selbst Zurücknehmen und dann wiederum den aktiven Part einnehmen, indem man den Menschen bildlich gesprochen an die Hand nimmt und einen diagnostischen oder therapeutischen Weg aufzeigt. Dabei muss ich mich selbst gut mit mir auskennen und mich auch mal (wie ein Beobachter) neben mich stellen. Dabei reflektiere ich selbstkritisch mein Verhalten und bin offen für die (sachliche) Kritik anderer. (Selbst-)Kritik ist die Chance zur Veränderung – was ich daraus mache, entscheide ich selbst.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Als Schreibanfänger und „No-Name-Autor“ ist es nicht gerade einfach, einen Agenten oder einen Verlag für sich zu begeistern – noch dazu bin ich als Ärztin „branchenfremd“. Es wäre realitätsfern, gleich beim Autorendebüt einen Vertrag bei einem Publikumsverlag zu erwarten. Deshalb habe ich das nicht allzu lange versucht. Darüber hinaus habe ich mir viel Gestaltungsspielraum bei meinem Kreativprozess gewünscht und da hatte ich als Selfpublisher alle Freiheiten. Das war schön. Und manchmal anstrengend. 
Ich liebe mein Buch-Baby und bin zufrieden mit dem Weg, den ich mir für dieses Buch ausgesucht habe.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Achtung – hier kommt ein Augenzwinkern: „Let’s go Himalaya“ ist eine wirksame Therapie in Corona-Zeiten bei Reiselust und Fernweh... ganz ohne Ansteckungsgefahr!
Ansonsten: Lest! Habt Freude beim Lesen, macht es zu einem emotionalen Erlebnis. Genießt die Aus-Zeit, das Eintauchen zwischen die Buchdeckel und lasst Eurer Phantasie freien Lauf!

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