Freitag, 21. August 2020

[Autoreninterview] Bjela Schwenk

Autoreninterview
Bjela Schwenk


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hm, bei so was habe ich immer Schwierigkeiten. Also: Ich bin Schriftstellerin, Weltenbummlerin, Kampfsportbegeisterte, Vielleserin, singe gern, klettere gern auf Bäume (unter anderem), unterrichte Deutsch und arbeite außerdem noch als Lektorin (neue Aufträge sind übrigens immer willkommen).
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe es gelernt, damals in der ersten Klasse ;) Nein, mal im Ernst: Ich habe mir schon immer Geschichten ausgedacht, die ich dann, als ich endlich schreiben konnte, natürlich auch aufgeschrieben habe. Als ich zehn war, hatte ich die erste Idee für einen Roman, den ich dann mit zwölf angefangen habe, aufzuschreiben. Viele weitere Ideen folgten, bis ich mit ca. zwanzig dann angefangen habe, „Wolfszeit“ aufzuschreiben. Das hat dann etwas länger gedauert als erwartet, aber immerhin bin ich irgendwann fertig geworden. Den ersten Roman habe ich übrigens nie zu Ende geschrieben.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Die ersten beiden Bände von „Wolfszeit“ sind zunächst unter dem Namen „Fatebound“ im Arena-Verlag erschienen, allerdings nur als E-book. Da ich es aber auch gerne als Printausgabe haben wollte und sich diverse Verwandte und Freunde schon beschwerten, weil sie keinen E-book-Reader haben, habe ich mir dann die Rechte zurückgeholt und es jetzt neu veröffentlicht.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Nein, ich bin gerade noch vollauf mit „Wolfszeit“ beschäftigt – die Folgebände wollen schließlich auch noch veröffentlichungsreif gemacht werden. Allerdings weiß ich schon, was ich als nächstes schreiben möchte – diesmal wird es allerdings kein Fantasybuch, sondern ein Reiseroman, in dem ich meine zwei großen Reisen, die ich mit 19 und 29 gemacht habe, verarbeiten werde.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Am liebsten gehe ich in die Natur auf lange Spaziergänge. Dort komme ich am besten zur Ruhe.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Lieblingsbücher habe ich natürlich viele – allen voran „Die Unendliche Geschichte“ von Michael Ende, das mich damals, als ich es mit zehn zum ersten Mal las, tief beeindruckte. Mein liebstes Fantasybuch heutzutage ist „The Name of the Wind“ von Patrick Rothfuss, das einfach zu gut ist, um es in Worten auszudrücken. Andere meiner Lieblingsbücher sind „Les Misérables“ von Victor Hugo, „The Great Gatsby“ von Scott F. Fitzgerald, „The Lord of the Rings“ von Tolkien, und einige der Kurzgeschichten von George R.R. Martin und Lovecraft – von Letzterem z.B. „The Mountains of Madness“. Der Debütroman eines leider noch fast unbekannten Fantasyautors und guten Freundes von mir, Marco Geiger, den ich das Vergnügen hatte zu lektorieren, ist ebenfalls in die Rangliste meiner Lieblingsbücher aufgestiegen: „Die Tavaruk-Saga“. Und zu guter Letzt, weil mir auffällt, dass ich noch gar keine Autorinnen genannt habe: „Rebecca“ von Daphne du Maurier und „Gone with the Wind“ von Margaret Mitchell.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Meistens schreibe ich entweder in der Stadtbücherei von Budapest, die tatsächlich eher aussieht wie ein Palast als eine Bücherei :D Oder, wenn das Wetter gut ist, schreibe ich im Park – Da kann ich dann gleich zwei meiner Leidenschaften miteinander verbinden: In der Natur sein und schreiben.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Normale Tage gibt es bei mir praktisch nicht, da ich selbstständig bin und mir den Tag so einrichten kann, wie ich will – und das ändert sich ständig. Seit Corona stehe ich z.B. nicht mehr jeden Morgen um halb 7 auf, sondern erst um 8, unterrichte zwei Stunden Deutsch, gehe dann in den Park oder die Stadbücherei und schreibe oder überarbeite. Nachmittags lektoriere ich dann meistens von zuhause aus und zweimal die Woche gehe ich um 17 Uhr zum Kalitraining – das ist eine philippinische Kampfsportart, bei der man u.a. Schwertkampf lernt.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
In beiden Fällen natürlich Fantasy! Ich lese allerdings auch fast alles andere, mal abgesehen von Telefonbüchern ;)
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Mein Lieblingszitat ist die Grabinschrift des griechischen Schriftsteller Nikos Kazantzakis: „Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.“ Das versuche ich in meinem Leben zu erreichen, bin allerdings noch meilenweit davon entfernt. 
Ein Zitat aus einem meiner Bücher, das meine Arbeit beschreibt? Vielleicht: „Oh Mist.“ Das denke ich mir öfter, wenn wieder mal was nicht so läuft, wie ich es mir eigentlich erhofft hatte ;)
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Puh, das ist eine schwere Frage. Ich habe zwei Lieblingsstädte: Hongkong und Budapest und eine Lieblingsinsel: Bali :D
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ja, unbedingt. Und wenn mir noch mal jemand eine meiner Geschichten kritisiert, bekommt er einen Heuler! Nein, im Ernst, ich kann mit Kritik normalerweise ganz gut umgehen. ;)
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Mir ist es sehr wichtig, Freiheit bei der Gestaltung meiner Bücher zu haben, inklusive Cover, Titel und Marketing, vom Lektorat mal ganz zu schweigen. Ich habe den Verlagsweg ja schon ausprobiert und bin ganz ehrlich froh, dass ich meine Ideen jetzt so umsetzen kann ,wie ich möchte, ohne dass mir jemand dazwischenfunkt ;)
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Glaubt an euch! Es tut ja sonst keiner ;)

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