Samstag, 15. August 2020

[It's Cosy Crime] Biene-Hagen-Reihe von Vera Nentwich

    
Biene-Hagen-Reihe
von Vera Nentwich
"Tote Models nerven nur", "Liebe vertragen, Mörder jagen", "Tote machen Träume wahr", "Tote Bosse singen nicht" und "Tote Trolle meckern nicht"

Um welches Buch/Reihe handelt es sich? Beschreibe sie uns in möglichst wenig Worten.
Die Biene-Hagen-Reihe mit den Fällen der Hobbyermittlerin und ehemaligen Steuerfachangestellten Sabine „Biene“ Hagen im ländlichen Grefrath am Niederrhein.
Welche Szenen bereiten dir mehr Spaß? Die leichten, einfachen, schönen, harmonischen oder die harten, schweren, finsteren Szenen?
Harte, schwere und finstere Szenen gibt es in den Büchern gar nicht. Grundsätzlich kann ich den Grad der Schwere gar nicht an der Art der Szene festmachen. Es hängt eher davon ab, wie organisch sie sich aus der Handlung in meinem Kopf ergibt.
Hast du Lieblingsstellen, die du den Leser*innen gerne vorstellen würdest?
Eine meiner Lieblingsstellen und immer Anlass für große Lacher bei Lesungen ist diese Szene aus „Liebe vertagen, Mörder jagen“:
Das Licht in der Küche brennt, als ich die Haustür öffne. Die bekannte Duftmischung aus Omas Kochkünsten und meinem ganzen bisherigen Leben umfängt mich.
»Oma, ich bin wieder da!«
Ich stelle meinen Koffer ab und gehe in die Küche. Doch niemand ist dort. Stattdessen empfängt mich ein Durcheinander. Ein Stuhl ist umgefallen. Da höre ich Geräusche. Sind das Stimmen? Was ist hier los? Sind Verbrecher im Haus?

Mein Herz beginnt, wie wild zu pochen. In meinem Kopf rennen die Gedanken aufgescheucht herum. Polizei rufen, sagt ein Gedanke. Ich brauche eine Waffe, sagt ein anderer. Ja, das ist gut.

Ich sehe mich in der Küche um. Ich greife ein Messer, doch als ich es in meiner Hand sehe, lasse ich es erschrocken fallen. Bilder, wie meine Hand das Messer in einen Körper rammt und überall Blut herausspritzt, rauben mir den Atem. Nein, das kann ich nicht. Ich brauche eine andere Waffe. Eine, die nicht gleich ein Massaker auslöst. Irgendetwas.

In der Ecke steht Omas Wasserpumpgun, mit der sie die Tauben verjagt. Sie sieht martialisch aus und als ich sie in der Hand halte, fühle ich mich wie Rambo. Kurz denke ich darüber nach, mir ein Tuch um die Stirn zu binden, um dem Gegenüber meine Entschlossenheit zu verdeutlichen. Aber die Kanone muss reichen. Ein Strahl davon dem Verbrecher direkt ins Auge und alles ist klar.

Ich schleiche in den Flur und in Omas Wohnzimmer, aber auch das ist leer. Die Geräusche kommen aus dem Schlafzimmer. Oh nein, er wird doch nicht? Wie machen sie das im Fernsehen immer? Ein Tritt gegen die Tür? Ich zähle innerlich bis drei. Eins. Zwei. Drei. Dann trete ich mit aller Kraft gegen die Schlafzimmertür. Sie gibt nach wie Butter. Ich habe mit mehr Widerstand gerechnet und gerate ins Stolpern. Am Bett meiner Oma komme ich zum Stehen und reiße die Pumpgun hoch. »Lass sofort meine Oma los oder ich schieße!«
Vor mir streckt sich der nackte Hintern eines älteren Herren in die Luft, der in seiner Bewegung innehält. Darunter lugt meine Oma hervor.
»Ach, Kengk, du bist wieder da. Das ist aber eine Überraschung.«
Oh mein Gott! Ich weiß nicht, wohin mit mir.
»Äh, Entschuldigung«, stammele ich und versuche, so schnell wie möglich die Tür hinter mir zu schließen, verheddere mich aber im Bettvorleger. Die Pumpgun zittert in meinen Händen. Mit einem Tritt befreie ich mich von dem Teppich und stolpere aus dem Zimmer. Schnell schließe ich die Tür und spüre nach, ob mein Herz noch in einem erkennbaren Rhythmus schlägt oder ich bereits einem Infarkt erliege.
Wenn ich deine Protagonisten, Antagonisten und Nebencharaktere fragen würde, wie würden sie dich beschreiben?
„Die Vera?“ Sabine lächelt. „Die ist schon toll. Macht einfach, was sie möchte. Und sie musste ja schon einiges in ihrem Leben meistern.“ Jago sieht zu Sabine und betrachtet dann seine Fingernägel. Sabine lacht wieder auf. „Ja, ja, du kleiner Macho hast da so deine Probleme.“
„Ich bin kein Macho“, erwidert er ungehalten, was seinen spanischen Akzent noch deutlicher hörbar macht.
„Doch, bist du“, meldet sich Jochen zu Wort. „Wenn du Vera siehst, wirst du immer ganz wortkarg.“ Er sieht zu Sabine. „Ich gebe zu, manchmal irritiert sie mich auch, aber was sie aus deiner Geschichte gemacht hat, alle Achtung. Obwohl ich manchmal das Gefühl nicht loswerde, dass sie etwas gegen mich hat.“
Sabine schüttelt den Kopf. „Nein, bestimmt nicht. Sie ist doch eine Nette. Du kannst sie immer fragen, wenn du Computerprobleme hast und in der Organisation von Veranstaltungen ist sie ungeschlagen.“ Selbst Jago nickt eifrig. „Si“, stimmt er zu. „Und lustig ist sie auch.“ Alle lachen.
Wer hat deine Cover gestaltet? Wie kam die Idee zum Titel? Hat er sich während des Schreibprozesses verändert oder stand er seit Beginn an fest? Und bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover/den Covern oder würdest du nachträglich gerne noch etwas ändern?
Die Cover gestaltet Casandra Krammer. Die Gestaltung mit den Scherenschnitten und auch die Farben gefallen mir sehr. Bei den ersten Titeln sind immer Frauenbeine abgebildet, bis mir mal ein Marketingexperte gesagt hat, dass sich Männerbeine besser verkaufen würden. Seitdem sind Männerbeine darauf, aber eine Auswirkung konnte ich nicht merken.
Die Titel wähle ich immer erst später aus. Zumeist mache ich dazu eine Abstimmung mit meinen Leserinnen und Lesern.

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