Montag, 24. Juni 2019

[Coverinterview] Der beste Freund von Roy Jacoby

Coverinterview 

Wann kam die Idee zum Titel? Was es dein Arbeitstitel oder änderte er sich im Laufe des Schreibprozesses?

Als ich im Juli 2018 beschloss, ich versuche mich auch einmal an einem Psychothriller, war sofort alles da. Das ist kein Witz, ich hatte die Idee, dadurch sofort den Titel. Sogar der erste Satz war da. Und das müsste echt mal ein Psychologe untersuchen, wie man auf diesen ersten Satz kommt.

Für ihre Fülle konnte sie sich gut bewegen.
Hattest du genaue Vorstellungen oder hast du den Coverdesignern freie Hand gelassen?
Ich hatte eine Ausschreibung für das Cover gemacht und es kamen viele tolle Cover bei mir an, aber irgendwie wollte ich kein Mainstream Cover haben. Ich habe auch schon ziemlich früh das Cover machen lassen, ich brauchte das als Motivation. Größenwahnsinnig war ich auch, ich schrieb als Anforderung, dass ich einen Wiedererkennungseffekt haben möchte, auch für meine nächsten Bücher. Das man schon von weitem sieht, ah da ist wieder ein Roy Jacoby Thriller (Man wird doch wohl mal träumen dürfen). Meine jetzige Coverdesignern (für 6 Cover habe ich schon mit ihr einen Vertrag gemacht) hat es ganz geschickt gemacht, hat mir nicht nur dieses gelbe Cover für den besten Freund geschickt, sondern auch wie es aussehen könnte für das nächste Buch. Damit hatte sie mich.
Die gelbe Farbe, die schwarzen Akzente und das Krokodil mache das Buch/Cover besonders. Haben dieses Stilmittel für dich oder die Geschichte eine besondere Bedeutung?
Das Gelb war die Idee der Designerin und zusammen mit dem spartanischen Motiv des Krokodils war ich sofort verliebt. Dieses reduzierte hat es mir sehr angetan. Das Krokodil ist für mich auch der absolute Hammer, weil man erst den Psychothriller gelesen haben muss um es zu verstehen.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich etwas ändern wollen?
Ich bin 100% zufrieden damit, auch wenn es aus Marketing technischer Seite wahrscheinlich nicht so gut war, gelb zu nehmen für einen Psychothriller. Aber wer mein Marketing etwas verfolgt hat, weiß, dass ich das ganz gut für mich genutzt habe.

[Buchvorstellung einmal anders] Der beste Freund von Roy Jacoby

Buchvorstellung einmal anders 

Ich treffe mich heute mit dem Autor Roy Jacoby, um mit ihm über sein Buch zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit hast, um für dein Buch zu antworten.

Das mache ich sehr gerne, danke, dass ich hier sein darf.
Beschreibe uns dein Buch in max. 5 Sätzen.
Mein Buch ist, glaube ich im wahrsten Sinne des Wortes ein Psychothriller. Er ist in der Ich Form geschrieben, so taucht man als Leser noch mehr in die Psyche des Protagonisten Rick ein und erlebt den Wahnsinn sozusagen hautnah. Ich habe das Buch mit Absicht, abgehackt und in kurzen Sätzen geschrieben. Damit erzeuge ich die Dynamik, die es braucht. Oft wurde das Ich weggelassen, da das mehr einem denkenden Menschen in der Realität ähnelt. Keiner von uns denkt ich... oder in langen verschachtelten Sätzen.
Es passiert so einiges in deinem Buch. Fällt es dir leichter düstere/schwierige/brutale/Nerven aufreibende Szenen zu schreiben?
Es fällt mir nicht schwer, da wenn ich im Schreibfluss bin, ich so in der Geschichte vertieft bin, dass ich gar nicht anders kann, als jede Szene so zu beschreiben als würde ich sie gerade hautnah erleben. Und auch wenn es sich wie ein kitschiges Klischee anhört, ich weine, zittere, ängstige mich beim Schreiben. Es gibt eine Szene ziemlich am Ende, auch wenn ich sie jetzt lese muss ich weinen, weil ich mir das so vorstelle wie das wäre und das nimmt mich so sehr mit.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Wie lange sind die beiden schon weg? Drehe mich wieder zur Tanzfläche. Während ich einen Schluck nehme, schaue ich zu Caro und Sebastian. Verschlucke mich. Huste wie verrückt. Ein flüchtiger Blick, mein Gehirn ist nicht in der Lage, die Bilder einzuordnen. Ich sehe es, begreife es aber nicht. Wie bei einem Bilderrätsel. Finde den Fehler. Rick, finde den Fehler! Schließe die Augen, zähle bis drei. Habe die Hoffnung, wenn ich sie wieder öffne, ist alles normal. Finde den Fehler! Augen auf! Dasselbe grauenvolle Bild. Nein! Das bildest du dir nur ein. Scheinbar weit weg von gesund und noch weiter weg von geistig gesund.

Gleich drehe ich durch. Kralle mich am Tisch fest. Etwas wächst in mir in einer Art, wie ich es noch nie gefühlt habe. Mein Inneres explodiert jeden Augenblick. Wut durchdringt jede meiner Zellen. Lasse die Espressotasse fallen. Nicht, weil ich sie nicht mehr halten kann, sie ist mir scheißegal. Wie ein beschissener Gaffer bei einem Verkehrsunfall sehe ich zur Tanzfläche. Das Bild hat sich nicht verändert, wird immer grotesker. Sebastian steht hinter Carola auf der Tanzfläche. Sie ist im Tanz versunken und hat keine Ahnung was Sebastian hinter ihr veranstaltet. Sie tanzt so gerne.
Mit einer Hand deutet Sebastian an, als würde er Caro an den Haaren halten, mit der anderen Hand schwenkt er ein imaginäres Lasso wie ein Rodeoreiter. Immer wieder führt er die leere Hand an seine eigene Kehle und vollführt unverkennbare Schnittbewegungen. So wie er es bei Katrin gemacht hat. So wie ich es in meiner Küche sah. Genau so! Sehe die Szene wieder vor mir und das Blut. Das viele Blut.
Angst um Caro schlägt mir in die Magengrube, gesellt sich zur Wut. Befinde mich in einem langen schwarzen Tunnel. Am Ende Sebastian. Grinsend. Schneidend. Spüre, dass ich nicht verhindern kann, was gleich passiert, es nicht verhindern will. Der Tunnel ist eng, aber ich muss da durch. Zum Ende des Tunnels.
»Sebastian du blödes Schwein, ich bringe dich um!« Sehe nur noch ihn, alle anderen befinden sich außerhalb des Tunnels.
»Nimm deine Dreckpfoten von Caro, du blödes Stück Scheiße!«, brülle ich über die ganze Geräuschkulisse hinweg. Schieße los wie ein Pferd aus der Box bei einem Pferderennen. Hätte über glühende Kohlen laufen können, ohne es zu merken.
Er sieht mich auf sich zu rennen. Hebt taumelnd die Arme. Grinst. Wie immer grinst das Schwein. Die Hälfte des Weges habe ich geschafft. »Mörder! Mörder, du elender Mörder, ich bringe dich um!«, kreische ich und mein Speichel spritzt umher.
Caro ist erstarrt. Mitten im Tanz. Sie blickt mich an, die Augen weit aufgerissen. Die beschissen fröhliche Musik schreit in meinen Ohren, macht mich noch wütender. Das Ende des Tunnels kommt näher. Renne im Takt des Discofoxes. Grotesk. Da bin ich! Stehe vor ihm. Er macht keine Anstalten sich zu wehren. Er traut mir nicht zu, dass ich es wage.
Noch nie in meinem Leben habe ich mich geschlagen, weiß nicht, wie es sich anfühlt, wenn man jemanden die Faust ins Gesicht schlägt. Jetzt lerne ich es kennen. Ich springe los, werfe ihn mühelos auf den Boden, schlage gleichzeitig mit voller Wucht auf seinen Kopf. Rote Flüssigkeit spritzt in mein Gesicht. Bin nicht mehr zu halten. Sitze rittlings auf ihm, schlage und schlage. Es ist so leicht. So einfach. Es tut nicht weh. Warmes Blut legt sich wie Samt auf meine Fäuste. Paradiesisch warm.
Will nicht aufhören. »Du hast sie umgebracht, du hast sie umgebracht«, schreie ich und schaffe es nicht, ihm sein Grinsen aus der Visage zu schlagen.
»Du Schwein hast sie umgebracht«, meine Schläge haben keine Kraft mehr. »Warum machst du sowas?«, flüstere ich. Kann nicht mehr.
Abrupt reißt mir jemand die Arme nach hinten. Schreie, werde zu Boden gerissen. Jetzt erwachen die Schmerzen in meinen Händen, die noch immer zu Fäusten geballt sind. Blutgetränkt. Sein Blut. Irgendwer zieht mich weg von Sebastian. Höre Sirenen. Stimmen. Schreie. Blaulicht kreist über mir.
Und da, wie eine Offenbarung, taucht Caros Gesicht auf. Weinend. Kummervoll. Entsetzt. Kann ihre Stimme nicht hören, aber ich weiß, was sie sagt: »Alles wird gut. Ich bringe das in Ordnung.«
»Ich habe dich gerettet, ich habe dich gerettet«, flüstere ich.
Wie viel echter Roy ist in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter versteckt?
Rick ist leider fast eins zu eins Roy. Leider, weil er schon ein ganz schöner Jammerlappen ist, ständig über alles nachdenkt, jedes Wort auf die Goldwaage legt. Aber er wächst mit seinen Aufgaben.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Rick würde mich wahrscheinlich als Bruder bezeichnen oder als Seelenverwandten, Caro würde mich lieben und Sebastian würde wahrscheinlich bei jeder Aktion von mir nur den Kopf schütteln. Die anderen darf ich leider nicht erwähnen, der Spannung wegen.
Mich würde noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Das kann ich irgendwie nicht, selbst geschriebenes zu zitieren. Das müssen leider andere machen
Danke für das Gespräch.

[Autoreninterview] Roy Jacoby

AUTORENINTERVIEW
Roy Jacoby


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?

Sehr gerne, mein Name ist Roy Jacoby und ich bin 52 Jahre alt. Geboren und aufgewachsen bin ich im ehemaligen Ost Berlin. Von Kindheit an bin ich kreativ unterwegs. Das Haus der jungen Talente, war für mich als Kind wie ein zweites zu Hause. Ein Ort der Kreativität. Dort war ich lange Mitglied in einem, in der DDR, bekannten Kinderchor. Magier wollte ich auch werden und dann später, viel später Comedian. Ich bin mit meiner Frau 36 Jahre zusammen, wir haben uns in der Schule kennen gelernt. Ich war da in der 10. Klasse, Sie in der 8. Vor 2 ½ Jahren haben wir dann endlich geheiratet. 1990 ist meine Tochter zur Welt gekommen, wer es noch nicht weiß, die Beste Tochter des Universums. Mit meiner Frau und den beiden Dalmatinern lebe ich jetzt am Rande von Berlin.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe schon in meiner Kindheit geschrieben. Kleine Krimis und vor allem Liebesbriefe. Geschichten musste ich immer im Ferienlager erzählen, da waren alle ganz wild drauf. Nach vielen Irrungen und Wirrungen, las ich im Juli 2018 mal wieder einen Fitzek. Das Buch war wie immer äußerst spannend. Dann kam die Danksagung dran, das ist ja bei Sebastian Fitzek schon ein Muss. In seinen Danksagungen erzählt er auch immer ein wenig aus seinem Autorenleben. Da merkte ich, Mensch der Kerl hat ja eine ähnliche Denkweise wie ich. Dann blitzte es in meiner Birne kurz auf. Eine Stimme sagte, das kannst du doch auch. Los schreibe einen Psychothriller. (Ich schwöre, das hat sich genauso zu getragen. ;-)) Das habe ich dann getan. Was wirklich verrückt war, ich hatte sofort eine Idee, ich hatte sofort den Titel und ich hatte sogar den ersten Satz. Ich schrieb ein paar Seiten, zeigte es Bekannten und die waren hellauf begeistert. Ein halbes Jahr später war es fertig. Unglaublich, aber wahr, ich hatte endlich mal etwas, bis zum Ende durchgezogen.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns bzw. die Reihen in max. 5 Sätzen beschreiben?
Leider erst eins, der Psychothriller Der Beste Freund. Mein Debüt, mein Baby. Was würdest du tun, wenn du deinen besten Freund bei einem Mord beobachten würdest. Das war die Idee, aber ich glaube es ist schon ziemlich cool, was ich aus diesem einen Satz ersponnen habe.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Jaaaaaa! Mein neuer Thriller heißt, Sie haben es geschworen und ist die Eröffnung einer Reihe rund um den Protagonisten Leroy Johnson. Ich habe tatsächlich schon einen Vertrag über 6 weitere Cover abgeschlossen mit meiner Cover Designerin. Also es kommt noch jede Menge von mir.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Tatsächlich am liebsten schreiben. Ich zocke aber gerne auch auf der Playstation, ziehe mit unseren Hunden um die Häuser, gehe gerne Essen und versuche, viel Zeit mit meiner Herzallerliebsten zu verbringen. Und natürlich lese ich ohne Ende, schaue sehr gerne Filme und Serien. Mein Traum ist es schon seit langem einmal den Segelschein zu machen. Wow wenn ich mir das gerade vorstelle mit einem kleinen Segelboot rauszufahren, irgendwo den Anker auswerfen und dann am nächsten Thriller schreiben.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit dem du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Natürlich allen voran Sebastian Fitzek und seit neuestem noch Melanie Raabe und Romy Hausmann. Alle drei würde ich gerne mal kennen lernen. Aber ich glaube, ich könnte mich nicht mit ihnen unterhalten, da ich vor ihnen stehen würde (also gerade so, wahrscheinlich muss mich jemand stützen) und ohne Ende heulen würde, meine Schreib Götter. Für mich ist zum Beispiel die Falle von Melanie Raabe wie so ein Standard Werk, wenn es darum geht einen Psychothriller zu schreiben, der unblutig ist, wo das Wort Psycho im Vordergrund steht. Genauso verhält es sich bei Liebes Kind von Romy Hausmann, auch ein absolutes Vorbild Buch, nach dem Motto wie muss ein richtig guter Psychothriller aussehen. Noch ein Geheimtipp ist Seelenschnitte von Claudia Giesdorf
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Also am liebsten schreibe ich in meinem Büro, dass ich, seit meine Tochter ausgezogen ist, habe. Chillige Musik brauche ich und meistens Kaffee, in letzter Zeit auch immer mal ein alkoholisches Getränk. Dann schreibe ich gerne im Garten. Aber der Oberhammer ist, wenn ich meine Tochter an der Ostsee besuchen kann, dann schreibe ich entweder direkt bei ihr auf ihrem tollen Anwesen, umgeben von Wald und Pferden, oder ein paar Minuten von ihr entfernt, in einem kleinen Hafen direkt am Wasser zwischen kleinen Segelbooten.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Leider ganz unspektakulär, da ich ja noch einem normalen Brot Job nachgehe. Es kommt aber schon vor, dass ich etwas früher aufstehe und erstmal ein paar Zeilen schreibe, bevor ich mich dann fertig für die Arbeit mache. Auf dem Weg zur Arbeit (ca 1 Stunde Autofahrt) ziehe ich mir ein Hörbuch oder Podcast rein. Dann ganz gewöhnlich arbeiten, eine Stunde wieder zurückfahren und wenn es die Zeit und die Umstände erlauben, wieder schreiben.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Natürlich lese ich am liebsten Thriller / Psychothriller (direkt Krimis nicht so gerne) und schreibe diese auch am liebsten. Ehrlich gesagt finde ich aber auch Liebesromane toll und werde garantiert auch einmal einen schreiben. Dann aber unter einem Pseudonym. Merkt euch schon mal den Namen Kimberly Jackson.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Es gibt so viele tolle Zitate die manchmal das ganze Leben direkt auf den Punkt beschreiben. Leider schaffe ich es nie, danach zu handeln und merken kann ich sie mir auch immer nicht.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ja das sind eindeutig die USA. Leider wird es gerade von einem Hirnie regiert, aber dieses Land liebe ich wie kein anderes. 1999 war ich mal für eine Woche in New York und ich fand alles einfach nur toll. Davon zehre ich noch heute.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Oh ja, ein wunder Punkt. Gerade wenn man kreativ unterwegs ist, muss man sicher Kritiken differenzieren. Da mischt sich Kritik schnell mit Geschmack. Ich gebe es zu, es fällt mir sehr schwer, ich fühle mich direkt angegriffen und versuche mich mit vielen Argumenten zu rechtfertigen. Daran muss ich arbeiten. Davon abgesehen, bin ich ja mein schärfster Kritiker, wenn nicht manchmal Menschen aus meinem Umfeld mich zurechtweisen würden, in dem sie sagen, man Junge das ist gut, was du machst, würde ich wahrscheinlich immer noch an meinem ersten Buch sitzen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen? 
Diese Entscheidung hat schlichtweg mit meinem Alter zu tun. Ich habe noch diesen romantischen Traum, bei einem renommierten Verlag meine Bücher zu veröffentlichen, aber leider habe ich nicht mehr die Zeit, monatelang oder sogar jahrelang darauf zu hoffen, dass eines meiner Manuskripte gut ankommt. Aber Verlag, wäre schon der Hammer.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich versuche dasselbe mit meinen Büchern zu erreichen, dass ich bei meinen Lieblingsbüchern erfahren habe. Kurz raus aus dem Alltag, versunken in eine Geschichte, die spannend ist oder mein Herz erwärmt. Im Idealfall beides.

Freitag, 21. Juni 2019

[Autoreninterview] Erin J. Steen

AUTORENINTERVIEW
Erin J. Steen


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?

Hi, ich bin Erin. Auf meinem Tacho stehen bereits 35 Jahre Laufleistung. Ich bin Mama einer kleinen Tochter, habe zwei wundervolle Hunde und mein Lebensgefährte ist Gärtner. Neben dem Schreiben bin ich als Angestellte in einer verantwortungsvollen Tätigkeit unterwegs, weshalb ich regelmäßig weniger Zeit zum Schreiben finde, als ich mir vornehme.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Vor einigen Jahren habe ich nach einem zweiten Standbein gesucht - nicht um mehr Geld zu verdienen, sondern um auch etwas Anderes zu machen. Eigentlich wollte ich dann eine Yogalehrerausbildung machen, weil ich voller Enthusiasmus von einem Retreat zurückkam. Aber die Ausbildung allein war auch nicht das Wahre. Ich interessiere mich für so viele Dinge, dass ich mich nicht auf diese eine Sache festlegen wollte. Und dann fand ich zum Schreiben zurück - früher habe ich allerdings im Wesentlichen journalistisch gearbeitet und musste mich daher erstmal in die Welt der Fiktion einfinden - lernen, wie viel Freiheit ich habe und wie weit ich von der Realität abrücken konnte. Das gefiel mir und ich liebe es, dass ich jeden Tag durch das Schreiben etwas Neues kennenlernen und mich mit neuen Figuren und Co. beschäftigen darf.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns bzw. die Reihen in max. 5 Sätzen beschreiben?
Meine Reihe Moorkamps Fälle sind gemütliche Krimis (Cosy Crime), in denen eine Yogalehrerin in Kriminalfällen ermittelt, in die sie hineingezogen wird. Die Reihe lebt davon, dass sich in der Hauptfigur fast jede Leserin ein Stück weit wiederfindet. Dort wirst du also zur Ermittlerin und schlägst dich mit Emi durch den Fall. Nicht immer professionell, aber immer nah an den Menschen.

Mein Debüt ist der psychologische Kurzthriller Martins Hütte, in dem ich viele Dinge einmal ausprobiert habe. Der namenlose Protagonist überlebt einen Anschlag und verarbeitet in dem Buch die Ereignisse auf seine Weise.
Gerade frisch erschienen ist meine erste Liebeskomödie Lost in Ridge Valley - (UN)GEPLANT VERLIEBT. Meine Hauptfigur - die Engländerin Tara - verschlägt es ganz allein ins australische Outback, wo sie einen neuen Job annimmt. Sie soll Versicherungen verkaufen und steht dabei vor einigen Schwierigkeiten in der abgelegenen Kleinstadt. Sie lernt den Finanzberater Rob kennen, der ihr spontan gefällt, doch kurz darauf verkompliziert sich ihr Leben erneut, als sie durch einen unangenehmen Zwischenfall Jack trifft.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich kann mich im Augenblick nicht ganz entscheiden, mit welchem meiner Projekte es weitergeht, aber ja, ich arbeite definitiv an neuen Werken. Zunächst stecke ich meine Energie aber in die Veröffentlichung des aktuellen Buchs.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich verstehe die Frage nicht. Was ist Freizeit? Meinst du die Zeit, die ich im Garten Unkraut zupfe, Bauprojekte umsetze, mit meiner Tochter spiele oder die Zeit, in der ich mit den Hunden unterwegs bin? Dazwischen gibt es selten mal Luft, die nicht mit Schreiben oder anderen Tätigkeiten gefüllt ist, die zum Selfpublishing gehören. Also ist die Antwort auf die Frage vermutlich - ich bin draußen ;-)
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich habe einige Lieblingsautoren, bei denen ich blind kaufe, was sie schreiben - nicht alles überzeugt mich 100%ig, aber bei jedem von ihnen spricht mich etwas ganz konkret an. Bei T.C. Boyle liebe ich es, dass er sich für jedes Buch mit einer neuen Thematik auseinandersetzt und seine Figuren mit positiven wie negativen Eigenschaften ausstattet, die es schwer machen, sie einfach zu lieben. Sie sind so furchtbar lebensecht.

Bei John Irving liebe ich es, wie er Mikrogeschichten in seine Romane hineinschreibt. Ich lese 10 Seiten und habe das Gefühl, einen ganzen Roman erlebt zu haben, weil so viel in seinen Texten steckt.
Dann gibt es da noch Haruki Murakami, dessen Bücher ich immer wieder lesen kann, weil ich nie benennen kann, worum es in den Romanen eigentlich ging. Zurück bleibt immer nur dieses Murakami-Gefühl. Ich habe Kafka am Strand von ihm sicher schon 3 oder 4 Mal gelesen, aber, wenn ich den Inhalt beschreiben sollte, fiele mir das schwer. Ich bin eigentlich niemand, der wiederholt zum gleichen Buch greift, aber bei ihm mache ich das sogar gerne.
Ich denke die drei reichen fürs Erste, sonst sitzen wir noch Stunden hier.
Übrigens habe ich von jedem meiner Lieblingsautoren mindestens 4 ungelesene Bücher im Schrank - ich will nämlich vermeiden, dass ich eines Tages kein neues Buch mehr von ihnen entdecken kann.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Meistens schreibe ich am Esstisch im Erdgeschoss mit Blick auf den Garten. Meistens ist es dabei sehr früh am Tag - so wie jetzt, weil ich zwischen 5 und 8 einfach am produktivsten bin. Mich belastet in der Zeit noch nichts und ich kann meinen Gedanken freien Lauf lassen. Mein Schreibtisch ist grundsätzlich ein heilloses Chaos, dort zu schreiben ist fast unmöglich.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ein normaler Tag beginnt gegen 5 oder halb 6 mit einer Tasse Kaffee mit viel laktosefreier Milch und vielleicht ein bisschen Zucker. Damit setze ich mich an den Esstisch, klappe den Laptop auf und mache irgendwas buchiges - Schreiben, Überarbeiten, Buchsatz, Interviews, Marketing, Planung etc. Dabei wird meist der Kaffee kalt. Dann hole ich mir einen neuen ;-)

Wenn meine Tochter wach wird (meist zwischen 7 und 8) erhebe ich mich unwillig vom Arbeitsplatz und mache uns fertig für den Tag. Dann geht es für sie zur Tagesmutter und für mich anschließend ins Büro. Nach 7-8 Stunden Arbeit braucht mein Gehirn meist eine Pause, weshalb ich nachmittags und abends kaum schreiben kann. In der hellen Jahreszeit geht es nach der Arbeit meist in den Garten, wo immer etwas zu tun ist und ich den Kopf wieder frei bekomme. Abends wird dann in Ruhe gebadet - fast täglich. Ruhe bedeutet, ich nehme entweder nochmal den Laptop mit oder ich lese ein bisschen. Meistens ist es der Laptop. Irgendwann gibt es dann Ärger, weil ich schon wieder seit Stunden in der Wanne sitze und die Familie hungrig wird. Dann wird gegessen, noch ein bisschen genetflixt und dann geht es schon wieder ins Bett. Das war mein normaler Tag.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich bin beim Genre gar nicht festgelegt. Weder beim Schreiben noch beim Lesen. Es gibt ein paar Dinge, die ich nicht (mehr) lese/schreibe. Dazu gehören Thriller, Horror und platte Erotikgeschichten (es gibt auch gute). Außerdem mag ich einige Themen und Motive nicht. Ich bin also eine wählerische Leserin, aber das Genre ist eher keins meiner Auswahlkriterien.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
„Einfach mal machen, könnte ja gut werden.“ - danach versuche ich meist meine Entscheidungen auszurichten. Nicht zu viel zerdenken, sondern einfach mal machen und schauen, was dabei herauskommt.

Aus meinen eigenen Büchern beschreibt eigentlich kein Zitat meine Arbeit oder mein Leben.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Wenn ich mich für eins entscheiden müsste, wäre es vermutlich Kanada, aber Deutschland finde ich auch ganz nett. Sicher hat alles seine Schattenseiten, aber im Grunde haben wir es hier ziemlich gut. Manchmal vergesse ich, mein Auto abzuschließen und am nächsten Morgen ist es immer noch da…
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Puh, schwierige Frage. Kritik ist so eine Sache. Ich komme damit klar, aber ich brauche meine Zeit, die Inhalte für mich zu ordnen. Sicher bin ich darin in den vergangenen Jahren besser geworden, aber ich mag es immer noch nicht besonders. Trotzdem bin ich an mancher Kritik schon sehr gewachsen, weil ich daraus gelernt habe, wo ich mich verbessern kann. Aber ganz ehrlich - ich mag es nicht und werde es wohl auch nie mögen. Es gehört eben zur Weiterentwicklung dazu und wenn man das eine will, muss man das andere eben ertragen lernen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich bin wie erwähnt eher der Macher. Ich informiere mich über neue Themengebiete häufig sehr ausführlich und mich mit meinen Büchern bei einem Verlag zu bewerben erschien mir unnatürlich, wenn ich doch die Möglichkeit habe, alles selbst zu machen. Ich habe das Selfpublishing ausprobiert und lerne dabei täglich etwas Neues. Das finde ich grundsätzlich ganz wunderbar. Das heißt nicht, dass ich ausschließe, auch mal etwas mit einem Verlag zu machen - ganz und gar nicht, denn auch da kann man sicher viel lernen. Aber ich bin vorsichtig, was das Vertrauen in Andere angeht. Wenn ich etwas selbst machen kann, gebe ich es nur ungern aus der Hand. (Bei Dienstleistungen von Experten ist das natürlich etwas Anderes. Die hole ich mir natürlich an Bord, aber ich habe das letzte Wort.)
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Darüber habe ich lange nachgedacht, aber etwas Allgemeingültiges zu finden, war gar nicht so einfach. Wenn es eine Sache gibt, die ich deinen Lesern mitgeben sollte, wäre das aber wohl „Lebe deine Träume“ - weil wir uns alle viel zu häufig davon abhalten lassen. Träume erscheinen verrückt, wenn man nur darüber nachdenkt, aber, wenn man sie anpackt, werden sie real. Manchmal kostet es viel Kraft und manchmal scheitert man unterwegs, aber es lohnt sich dennoch, den Weg zu gehen, um zu sehen, wohin er führt.

Donnerstag, 20. Juni 2019

[87/06_2019/Print] Nach Sonnenuntergang von Jon Padriks


Das Buch "Nach Sonnenuntergang - Sie kommen nachts..." wurde von Jon Padriks verfasst und erschien 2018 im Verlag der Schatten.

In diesem Buch befinden sich 12 Kurzgeschichten, die eine länger, die andere kürzer, aber alle spannend und mit dem gewissen Gruselfaktor. Manche der Geschichten regen sogar zum Nachdenken an oder beruhen sogar auf wahren Begebenheiten.
Die Geschichten sind alle von der Wortwahl und dem Sprachstil perfekt gewählt, so dass es eine Freude ist sie zu lesen.

Jeder, der Horrorgeschichten mag ist mit den kleinen Geschichten für Zwischendurch top beraten.

Dienstag, 18. Juni 2019

[Autoreninterview] Holly K. Romance

Autoreninterview
Holly K. Romance

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich lebe in der Nähe von Berlin mit ihrem Mann und zwei Kindern, habe Freunde und Verwandte im Ruhrgebiet und komme gern in den Pott, um in meiner zweiten Heimat mit meinen Lieben Zeit zu verbringen. Mein Motto: Träume sind niemals Schäume, wenn der Wille groß genug ist, sie wahr werden zu lassen. Das Leben schreibt zu viele Dramen, als dass man sie für sich behalten sollte. Und ich habe meinen Traum vom Schreiben wahr werden lassen.
Wie bist du zum Schreiben gekommen? 
Oh, ich habe schon früher in meiner Kindheit und Jugend viel geschrieben, aber nie etwas zu Ende gebracht oder gar veröffentlicht. Meine beste Freundin hat bei einem Glas Wein darauf bestanden, dass ich mir die Zeit und Ruhe gönnen sollte, endlich etwas zu veröffentlichen. Nun ist es bald soweit und, nachdem mein Picket Fences, leider noch warten muss, weil ich noch sehr viel überarbeiten muss, geht es eben nun mit meiner Märchenadaption weiter. Was für ein Abenteuer!
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben? 
Noch keines, aber eines erscheint bald: „Vergiftet“ – aus der Reihe: „Märchen einer wahren Liebe“. Es ist eine Schneewittchen Märchenadaption.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, an der Fortsetzung von „Vergiftet“, allerdings wird es dann um Die Schöne und das Biest gehen.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich habe, wenn ich ehrlich bin, keine wirkliche. Wenn ich welche habe, gehe ich lange und ewig – nach meinem Gefühl – duschen, backe die Küche mit unzähligen Blechen voll und hoffe, dass das Ergebnis am Ende schmeckt.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst? 
Haberlund und Kaiser von der lieben Diane Summer! Das ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Kennst du sie?
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst? 
Mein Arbeitsplatz ist die urgemütliche Coach bei uns zu Hause, auf der meine Kinder neben mir sitzen und Film gucken oder an der Switch spielen, wenn ich schreibe (oder versuche, mich zu konzentrieren).
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Morgens um sechs Uhr werde ich durch den jüngsten wach, koche mir einen Kaffee, spiele mit ihm, bis er wieder schläft, danach versuche ich zu schreiben, meinen Tag zu organisieren, und noch meinem Brotjob anzugehen, zwischendurch lege ich den Kleinen schlafen, ich schreibe, und so geht es hinfort, bis der Tag vorbei ist. Manchmal kommen auch eine Menge Auswärtstermine dazwischen, dann schreibe ich nur abends.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Liebesromane! Nora Roberts ist neben den Krimis – Diane Summer – eine meiner Lieblinge.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
- Siehe oben
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Die USA, weil es eines der erfrischendsten Länder ist neben Neuseeland. Die Kulturen sind so offen, so warmherzig und so motivierend und belebend, was das Leben an sich ausmacht, dass ich dort gerne auf Dauer leben würde. Vielleicht wird auch aus diesem Traum eine Wirklichkeit irgendwann.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich kann mit Kritik umgehen, ich versuche, sie auch umzusetzen, wenn es mir plausibel erscheint.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen? 
Weil ich meine eigene Herrin über alles gerne bin!
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Lebt, und denkt nicht an morgen. Atmet tiefer, wenn ihr die Dinge bewusster wahrnehmen möchtet.

Mittwoch, 12. Juni 2019

[Buchvorstellung einmal anders, Cover- und Protagonisteninterview] Kaltblütige Abrechnung von L.R. Wöss


Buchvorstellung einmal anders,
Cover- und Protagonisteninterview

Heute treffe ich mich mit dem Chefinspektor Toni Wakolbinger aus dem Buch „Kaltblütige Abrechnung“ und dessen Autorin L.R.Wöss.
Claudia: Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt, um für das Buch zu sprechen. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig interviewen?

Lotte: Das machen wir gerne.

Toni: Das kann ja heiter werden.
Claudia: Da ich vor kurzem ein langes Gespräch mit der Autorin hatte, wäre es toll, wenn Sie sich, Herr Wakolbinger, sich meinen Lesern vorstellen könnten. 
Toni: Was soll ich da groß sagen? Ich arbeite bei der Kriminalpolizei, kann mich so richtig in einen Fall festbeißen. Nach dem Tod meiner Frau wollte ich kürzertreten, stattdessen brummt man mir eine neue Assistentin auf, die sich einfach nicht abschrecken lässt. Und unser Fall hat es auch in sich.
Toni: Lotte, beschreibe uns das Buch in max. 5 Sätzen.
Lotte: Du wolltest eigentlich nicht mehr die ganz großen Fälle bearbeiten, aber dann passiert in Graz ein furchtbarer Mord. Der angesehene Arzt Dr. Leitner wird tot aufgefunden, verstümmelt und mit einem rosaroten Babyschuh auf dem Bauch. Was bedeutet das? Die neue Assistentin, die du anfangs so abgelehnt hast, ist Gold wert und gemeinsam wollt ihr den Fall aufklären.
Toni: Das werden wir auch, da kannst du Gift drauf nehmen! Sag mal, magst du es deine Protagonisten auch ein bisschen zu quälen? Sie in Situationen hinein zu werfen, die schon fast zu gefährlich erscheinen? Was wenn einmal etwas wirklich lebensbedrohliches passiert? Macht dir das Spaß?
Lotte: Natürlich. Das Hineinmanövrieren macht riesen Spaß, viel schwieriger ist es, euch da wider herauszuholen.
Toni: Hast du eine Lieblingsstelle im Buch? Meine ist, als ich unserem etwas verstaubten Chef endlich sagen konnte, dass er sich die Amtshilfe von den Wienern sonst wo hinstecken kann.

Lotte (lacht): Das kann ich mir vorstellen. Meine ist am Anfang, als sich deine neue Assistentin Cindy gegen dich durchsetzt und du sie eigentlich als Schülerin vom Tatort verbannen möchtest.
Toni (grunzt): Sie sieht aber auch verdammt jung aus. Sag mal, wie viel echte Lotte steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Lotte: Ein bisschen was von mir ist in jedem Buch. Als ich jünger war, wäre ich gerne so wie Cindy gewesen, intelligent, taff, sportlich. Und du lieber Toni hast ein bisschen was von meinem Mann, der ein wenig mein Held ist.
Claudia: Herr Wakolbinger, wie würden Sie Ihre Autorin beschreiben?
Toni: Nachdem sie mir gerade so ein Kompliment gemacht hat? Was soll ich sagen? Sie ärgert sich immer, wenn ich nicht so agieren will, wie sie es geplant hat. Und dann sieht sie ein, dass ich eben ich bin.
Claudia: Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? 
Lotte: Mein Arbeitstitel war ‚Der rosarote Babyschuh‘, tatsächlich habe ich dieses Mal sehr lange am Titel herumgebastelt, bis ich einen fand.
Toni: Sind wir zu 100% mit dem Cover zufrieden oder würden wir nachträglich noch etwas ändern wollen?
Lotte: Das Cover ist top! Nein, da möchte ich nichts ändern. Mein Coverdesigner Michael Troy ist einsame Klasse.
Claudia: Was mich noch interessieren würde, ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch. 
Lotte: »Wer, wo und wann? Warum hat man mich nicht verständigt?«

Toni: (beleidigt) Danke auch. Total aus dem Zusammenhang gerissen! Meines ist das, wie unser Chef zu uns sagt: »Gute Arbeit, Chefinspektor und natürlich ein Lob an das gesamte Team.« Das passiert nämlich extrem selten.
Claudia: Vielen Dank für das Gespräch und vielleicht sieht man sich ja bald wieder. 
Lotte: Ich sage auch danke.

Toni: Das nächste Mal kann das Cindy machen. Wozu habe ich denn nun eine lästige Assistentin?