Mittwoch, 12. August 2020

[Buchvorstellung einmal anders] Let's go Himalaya! - Wo bitte geht's nach Shangri-La? von Katja Linke



Buchvorstellung einmal anders 

Heute treffe ich mich mit der Autorin Katja Linke, um mit ihr über ihr Buch „Let’s go Himalaya – Wo bitte geht’s nach Shangri-La?“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Danke an Dich zurück! Toll, dass Du mir in Deinem Blog die Möglichkeit gibst, über mein Buch zu sprechen.
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Als Hausärztin kenne ich ein Präventionsprogramm, um dem Alltagsstress zu entfliehen und aus eigenen Kraftquellen zu schöpfen: Reisen! Das Buch „Let’s go Himalaya! Wo bitte geht’s nach Shangri-La?“ handelt von einem Abenteuertrip quer durch Tibet in den Himalaya, den ich im Jahr 2016 mit meiner damals elfjährigen Tochter Julia unternommen habe. Julia will einen Stein aus Omas Garten ins Basislager am Mount Everest bringen, ich bin auf der Suche nach einem kraftspendenden Sehnsuchtsort, meinem Shangri-La. Kann das gut gehen? Schon mit der Ankunft in Tibet landen wir unsanft in einer so nicht erwarteten Realität und die Reiseträume platzen wie Seifenblasen. Aufgeben kommt nicht in Frage! Unsere persönlichen Erlebnisse münden in diese wunderbare Mutter-Tochter-Geschichte über Mut und Liebe, über Kulturkämpfe und Glücksmomente und über Loslassen und Ankommen vor der beeindruckenden Gebirgskulisse des Himalaya.
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Ich mag alle Emotionen, die Menschen in ihren unterschiedlichen Facetten abbilden. Ich habe beim Schreiben gelacht und geweint, habe mit meinen Figuren gebangt und mich mit ihnen gefreut. Da war alles dabei. So wie auf unserer Reise.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Mein Lieblingskapitel ist das: Welche Farbe hat der Himmel?
Es hat sich tatsächlich so zugetragen und ich durfte dabei lernen, wie genial die kindliche Wahrnehmung ist. 
Viele Stellen berühren mich sehr. Eine davon stammt aus dem Kapitel Nacht unter freiem Himmel (Vgl. Seite 162 f.), als ich mir nachts irgendwo im Nirgendwo der tibetischen Steppe den Sternenhimmel betrachte. Da kommen mir beim (Vor-)Lesen immer wieder die Tränen:
„Mit einem Mal wurde es mir zu eng. Ich hatte das dringende Bedürfnis, an der frischen Luft durchzuatmen, schälte mich aus dem Schlafsack und öffnete vorsichtig den Reißverschluss des Zelteinganges. Eine grimmige Kälte schlug mir entgegen und der Wind blies mir eisigen Graupel wie Nadelstiche ins Gesicht. Vorsichtig kroch ich hinaus, darauf bedacht, nicht über die Leinen zu stolpern, die unser Zelt hielten. Als ich mich langsam aufrichtete und ein paar Schritte ging, knirschte der gefrorene Kies unter meinen Schuhen. Mein Körper fühlte sich steif und verspannt an. Ich streckte mich und bemerkte gar nicht, wie ich meine Arme immer weiter emporreckte, ganz so, als wollte ich das Himmelsgewölbe ausmessen und umarmen. Beim Blick nach oben hielt ich inne - so einen funkelnden Glanz hatte ich noch nie gesehen. Unzählige Sterne, Planeten, ja ganze Galaxien malten ein leuchtendes Muster ans Firmament. Alle Himmelskörper schienen festgeheftet in dem dunklen Raum und doch war alles in Bewegung. Es glitzerte und pulsierte in wechselnder Intensität um mich herum. Sterne, die vor Jahrmillionen geboren wurden, leuchteten jetzt und hier allein für mich. So wünschte ich es mir jedenfalls. Andere Sterne starben in rötlichem Glanz und schickten ihr verglimmendes Licht durch Raum und Zeit zu mir. Entfernte Galaxien hatten ihren Platz im Universum durch dünne Nebelschleier markiert. 
Ergriffen von der Größe und Herrlichkeit dieses Himmelsschauspiels merkte ich nicht, wie ich am ganzen Leib zitterte. Als Mensch, der um die Endlichkeit seiner Existenz weiß, begegnete ich hier der Unendlichkeit, dem Ewigen. Und doch war ich weit weniger als ein Staubkorn im Universum. Ich fühlte mein eigenes Herz heftig schlagen, das Blut rauschte und pulsierte in meinen Ohren. Ich war so ergriffen, dass mir die Tränen aufstiegen.“
Wie viel echte Katja steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
Wie heißt es auf medizinischen Beipackzetteln so schön? 100% naturbelassen. Alle pur und lebensecht.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Da zitiere ich eine Stelle vom ersten Kapitel, Diagnose Reisefieber:
Auf die wiederholte Frage, wie er mich mit unserer jüngsten Tochter in „so ein Land“ lassen könne, gab mein Mann stoisch und schulterzuckend zur Antwort: „Ihr wisst doch, dass Katja sich nicht abhalten lässt, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat. Ich weiß, dass ich mich auf sie verlassen kann.“
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Am Anfang gab es mal die Idee „Mit goldenen Haaren zum Everest“. Das hörte sich so nach Märchen an. Danach gab es unzählige mehr oder weniger gute Ansätze, die aber alle nicht so recht passten. Ich war nicht zufrieden. Irgendwann, beim gemeinsamen Frühstück schnippte mein Mann mit den Fingern und meinte: „Ich hab’s: Let’s go Himalaya!“ und ich antwortete „Wo bitte geht’s nach Shangri-La?“. Damit war der Titel klar.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Das Cover ist ein echter Traum. Es transportiert Sehnsuchtsort und Mutter-Tochter-Abenteuer. Eine Meisterleistung des Designers Emir Orucevic. Er hat es genau so umgesetzt, wie ich es mir gewünscht und vorgestellt habe.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Es gibt viele Zitate, die mich immer wieder beschäftigen. Das ist sehr situationsabhängig. 
Kapitel Von Achtsamkeit und Meditation (Vgl. S. 191):
Ach so. Da war er doch, der Funken. Ein Geistesblitz! Jetzt hatte ich es verstanden. Plötzlich übermannte mich das Bedürfnis, die verbleibende Zeit optimal zu nutzen. In Gedanken sagte ich spöttisch zu mir: Du bist wohl nicht nur ein Erkenntnis- sondern auch ein kleiner Erleuchtungs-Junkie. Mein Ego ignorierte dies. Ich hörte mich sagen: 
„Tashi, es war ein besonderer Tag. Ich habe heute viel zugehört und bin fasziniert von dem, was du erzählst. Lass uns einen Tee trinken. Ich möchte dir zuhören und noch mehr lernen.“ 
Tashi schaute mich an und lächelte freundlich. Dann sagte er: „Dein Kopf ist ziemlich voll. Wie soll man in eine volle Tasse noch Tee einschenken?“ Alsdann legte er die Hände vor seiner Stirn zusammen und sprach: „Danke schön.“ 
Danach schwieg er, schloss die Augen und versank in sich selbst. 

Kapitel Ganz bei mir (Vgl. S. 211):
Es gab nichts Ablenkendes, nichts Störendes. Keinen Gedanken, der gedacht sein wollte. Ich fühlte die Stille. Ein Gefühl tiefer Geborgenheit machte sich breit. Was sollte schon passieren? 

Eine schöne Szene schildere ich im Kapitel Die Rolle der Frau (Vgl. S. 174f.) 
Hier brilliert Julia:
Ich staunte nicht schlecht, als Julia plötzlich innehielt, den Stein in ihrer Hand auf den Boden fallen ließ und bestimmten Schrittes zu Tashi aufschloss: „Hör mal, Tashi, da gibt es eine Sache, die ich nicht verstehe. Jetzt habe ich schon viel über Buddha, den Buddhismus und die Dalai-Lamas gehört. Alle waren sie Männer. Was ist mit den Frauen? Haben die nichts zu sagen?“ 
Sie stemmte die Hände in die Hüften und schaute ihn an. „Du hast mir erklärt, dass ihr an die Wiedergeburt glaubt und in eurem jetzigen Leben Karma sammelt, damit euch das nächste Leben der Erleuchtung näherbringt. Dabei kann es sogar sein, dass man mal als Tier auf die Welt kommt. Was ist, wenn der jetzige Dalai-Lama stirbt? Kann er nicht als Frau wiedergeboren werden?“
Tashi zog die Augenbrauen hoch. „In der Inkarnationsreihe ist die Seele Seiner Heiligkeit immer als Mann wiedergeboren worden.“
Julia schien mit dieser Aussage gänzlich unzufrieden. Sie zog ein mürrisches Gesicht. „Das kann doch kein Zufall sein! Ich finde es total doof, dass sich die Seele des Dalai-Lama jetzt schon vierzehnmal einen männlichen Körper ausgesucht hat. Denkt ihr denn, dass Frauen ungeeignet und weniger wert sind?“
Danke für das Gespräch.
Ich danke Dir! Tashi Delek – das ist tibetisch und heißt: Möge Dein Tag glücklich sein.

[Autoreninterview] Katja Linke

Autoreninterview
Katja Linke

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich heiße Katja Linke, bin in den Endvierzigern und lebe mit meinem Mann und unseren beiden Teenager-Töchtern an der Bergstraße, in der Nähe von Heidelberg. Hauptberuflich arbeite ich als Hausärztin in eigener Praxis, dann bin ich natürlich noch Ehefrau und Mama und natürlich Katja – ich für mich. Ich bin ein Familienmensch und neben meiner eigenen Familie sind mir meine Mama und meine Schwester sehr wichtig. Und natürlich Toto, unser Hund, ein sechsjähriger Goldendoodle.
Wie bist du zum Schreiben gekommen? 
Ich habe schon immer gerne geschrieben. In unseren Familienurlauben waren das die Urlaubstagebücher, im Teenageralter habe ich mir den Herzschmerz von der Seele geschrieben, später dann die Doktorarbeit in Medizin und die Masterarbeit in Gesundheitsökonomie und dann landete ich beruflich erst mal schreibmäßig bei Fachartikeln für medizinische Fachzeitschriften. Gut recherchierte Sachinhalte – das war viel Quellenqual und wenig Kreativität.
Während der Reise durch Tibet habe ich wieder Reisetagebuch geführt und dann zündete an dem Abend auf der Dachterrasse in Lhasa die Idee, dass aus unseren Reiseerlebnissen ein Buch entstehen könnte. Gedacht – getan. Die Winterferien 2016/2017 habe ich für die erste Rohfassung genutzt und dann weitergefeilt. Mittlerweile genieße ich meine Schreibinseln, denn sie unterbrechen meinen Alltag in angenehmer Weise. Ich sitze dann in meinem Arbeitszimmer oder bei schönem Wetter in den Weinbergen. Das sind wunderbare Momente: ich ziehe mich an meinen inneren Kraftort zurück, denke nach, schreibe, streiche, schreibe neu, lese es mir laut vor... Ich liebe es, meine Kreativität zu entfalten und meine eigenen Geschichten zu erzählen.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
„Let’s go Himalaya! Wo bitte geht’s nach Shangri-La?“ ist mein erstes Buch.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Im Moment arbeite ich an einem Roman, der multiperspektivisch erzählt wird. Eine dieser Perspektiven ist die eines Koikarpfens.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie. Tennis ist unser Familiensport, und ich liebe die impulsive Dynamik unserer Familien-Doppel. Auf dem Platz wird sich nichts geschenkt, beim anschließenden Essen geht es dann wieder ganz harmonisch zu. Außerdem mag ich Spaziergänge durch den Wald und in den Weinbergen. Dabei suche ich mir „Abenteuerwege“: ich gehe einfach so drauflos, wähle bewusst Wege, die ich nicht kenne. Ohne GPS oder Karte, einfach nach Gefühl. Das finde ich spannend, da hab ich schon schöne Plätze entdeckt und Tiere gesehen: mal eine verlassene Streuobstwiese, mal Rehe oder einen Feuersalamander. Natürlich lese ich gerne. Meine Familie hat sich daran gewöhnt, dass sich an meinen Lieblingsplätzen die Bücher stapeln.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich mag Krimis und Romane. Im Moment hat es mir Markus Orth mit seinem „Picknick im Dunkeln“ angetan. Stan Laurel trifft Thomas von Aquin – eine abgefahrene Idee.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Hier ist meine Schreibecke in meinem Arbeitszimmer. Manchmal schnappe ich mir das Laptop und setze mich in die Weinberge oder in den Wald.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
6 Uhr: Der Wecker klingelt...
30 Minuten Gassigehen mit Toto unserem Hund in den Weinbergen – je nach sportlicher Kondition jogge ich. 
Bis 7.30 Uhr: Kinderwecken, Duschen, Frühstückmachen, Pausenbrote schmieren, Zeitunglesen, Morgenunterhaltung mit der Familie
Ab 8 Uhr Praxis – Beginn mit der Morgenbesprechung im Team
In der Mittagspause Hausbesuche, Telefonate und etwas Zeit für mich, danach Mittagssprechstunde bis maximal 17 Uhr.
Zusammentreffen mit der Familie zu Hause – gemeinsames Einkaufen, Spazierengehen mit Toto. Ein- bis zweimal die Woche Tennis, mit Trainer Familie oder Freunden.
Abends gemeinsames Kochen und Abendessen. Meine Familie schaut dann gerne fern, ich lese lieber oder schreibe – früher haben wir Karten oder Familienspiele gespielt, darauf haben unsere zwei Pubertiere derzeit nicht mehr so viel Lust. 
Meistens gehe ich gegen 22 Uhr ins Bett.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich mag spannende Krimis und gut erzählte literarische Romane.
Ich würde mich als Schreibanfänger bezeichnen und bin bezgl. eines Genre nicht festgelegt.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Begegne den Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Nein. Ich bin weltoffen und aufgeschlossen. Ich fühle mich als (West-)Europäerin, hier liegen meine kulturellen und familiären Wurzeln. 
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Als Ärztin muss ich vor allem gut Zuhören können, die Zwischentöne sind da besonders wichtig. Es ist ein Wechselspiel zwischen Zuhören und sich selbst Zurücknehmen und dann wiederum den aktiven Part einnehmen, indem man den Menschen bildlich gesprochen an die Hand nimmt und einen diagnostischen oder therapeutischen Weg aufzeigt. Dabei muss ich mich selbst gut mit mir auskennen und mich auch mal (wie ein Beobachter) neben mich stellen. Dabei reflektiere ich selbstkritisch mein Verhalten und bin offen für die (sachliche) Kritik anderer. (Selbst-)Kritik ist die Chance zur Veränderung – was ich daraus mache, entscheide ich selbst.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Als Schreibanfänger und „No-Name-Autor“ ist es nicht gerade einfach, einen Agenten oder einen Verlag für sich zu begeistern – noch dazu bin ich als Ärztin „branchenfremd“. Es wäre realitätsfern, gleich beim Autorendebüt einen Vertrag bei einem Publikumsverlag zu erwarten. Deshalb habe ich das nicht allzu lange versucht. Darüber hinaus habe ich mir viel Gestaltungsspielraum bei meinem Kreativprozess gewünscht und da hatte ich als Selfpublisher alle Freiheiten. Das war schön. Und manchmal anstrengend. 
Ich liebe mein Buch-Baby und bin zufrieden mit dem Weg, den ich mir für dieses Buch ausgesucht habe.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Achtung – hier kommt ein Augenzwinkern: „Let’s go Himalaya“ ist eine wirksame Therapie in Corona-Zeiten bei Reiselust und Fernweh... ganz ohne Ansteckungsgefahr!
Ansonsten: Lest! Habt Freude beim Lesen, macht es zu einem emotionalen Erlebnis. Genießt die Aus-Zeit, das Eintauchen zwischen die Buchdeckel und lasst Eurer Phantasie freien Lauf!

[It's Cosy Crime] Allgemeines über Miriam Rademacher und ihre Bücher

Miriam Rademacher, Cosy Crime
und ihre Bücher

Welche Cosy Crime / Krimis hast du bisher veröffentlicht oder gibt es sogar in naher Zukunft etwas Neues zu lesen von dir? Stelle deine Werke gerne in wenigen Worten vor.
Erschienen ist von mir die bisher vierteilige Cosy-Crime-Reihe um den britischen Tanzlehrer Colin Duffot, der in einem Dorf in den Cotswolds zum Profiler eines Hobbyermittlerteams wird. 
Aktuell erschienen ist zudem der erste Band der Katalie-Mystery-Krimis, der im weiteren Sinn auch zur Cosy Crime gezählt werden kann. Hier folgen wir einem jungen Dänen in die Gedankenwelt eines Mädchens, dass davon ausgeht, dass alles schon einmal niedergeschrieben wurde und es unser Leben vereinfacht, wenn wir wissen, in welchem Roman der Weltliteratur wird uns selbst befinden.
Kannst du uns deine Protagonisten/Antagonisten und Nebencharaktere kurz vorstellen?
Colin Duffot, ein britischer Tanzlehrer, hat die fünfzig bereits überschritten und sich wegen eines Rückenleidens von seinem Beruf und aus London zurückgezogen. Doch das beschauliche Landleben, das er sich erträumte, existiert nur in seiner Vorstellung. Stattdessen stolpert er immer wieder in skurrile Mordfälle hinein. Nur sein Talent, aus den Bewegungen seiner Mitmenschen Rückschlüsse auf ihre Gefühlswelt und ihren Charakter ziehen zu können, hilft ihm durch die absonderlichsten Situationen. Zumindest, wenn man von seinen noch absonderlicheren Freunden absieht. Unterstützt wird er von der kleinen Krankenschwester Norma und dem weinseligen Pfarrer des Ortes, sowie seiner schrägen Freundin Lucy. In allen vier Bänden führt Colin der Tanz an den Tatort. Mal tanze und morde ich in einem Altenheim, mal während eines Krippenspiels und einmal sogar auf hoher See.
Worin liegt für dich der Hauptaugenmerk eines Cosy Crimes / Krimis? Oder anders gefragt: Worauf achtest du, wenn du ein Werk in diesem Genre schreibst?
Eine dichte Atmosphäre, interessante Orte und schräge Charaktere sind mir wichtig. Spannend muss es sein und die Handlung überraschend immer mal wieder ein Lächeln auf das Gesicht des Lesers zaubern. Ein guter Cosy Crime ist ein bisschen wie Heimkommen und sich aufs Sofa kuscheln.
Was ist für dich ein absolutes No-Go im Bereich des Cosy-Crime / Krimis?
Abgetrennte Gliedmaßen, ausgestochenen Augen und massenweise detailliert geschilderte Leichen. Kurzum: Cosy Crime muss ich lesen können, ohne dass dabei die letzte Mahlzeit den Rückwärtsgang einlegen will. Überflüssige Brutalität wird ersetzt durch gut platzierten Humor.
Hast du eine bestimmte Empfehlung aus dem Genre? (Klassiker, Film, Serie, Manga…)
Ich mag die Tante-Dimity-Reihe von Nancy Atherton. Und die Klassiker von Agatha Christie kann ich ebenfalls empfehlen.
Gibt es etwas, das du den Leser*innen gerne mit auf dem Weg geben würdest?
Manchmal lohnt es sich, einem Buch oder einer Reihe eine zweite Chance zu geben. Oft liegt es gar nicht am Buch, dass es uns nicht gefallen hat, sondern daran, dass wir es zum falschen Zeitpunkt in unserem Leben gelesen haben. Das ist ein bisschen wie mit Fisch oder Spargel. Bei der ersten Begegnung möchte man sie in die Tonne treten, doch ein paar Jahre später hat sich der persönliche Geschmack entwickelt und man ist bereit dafür.

Dienstag, 11. August 2020

[Buchvorstellung einmal anders] Todesläuten von L.R. Wöss

 


Buchvorstellung einmal anders 

Heute ist ein komischer Tag 😊 Eigentlich wurde ich zum Eis essen nach Graz eingeladen worden. Nun stehe ich vor dem Uhrturm und warte auf die Autorin. Auch nach einigen Minuten ist sie noch immer nicht da, deshalb setze ich mich auf eine Bank und wundere mich noch, dass hier ein kindle herumliegt. Neugierig wie ich bin, schnappe ich ihn mir.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das einzig dort enthaltene Buch der Autorin L.R.Wöss „Todesläuten“, denn um genau dieses Buch sollte es ja gehen. Ich beginne ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hey, willst du mich nicht interviewen, denn deshalb bin ich hier abgelegt worden!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Oh, keine Ursache. Ich kann mir schon vorstellen, dass du mehr über mich wissen möchtest. 
Das wollen alle. 😊
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Das mache ich doch glatt. Also schon mein Äußeres ist doch einfach großartig, nicht wahr? Die Glocke mit dem blutigen Schwengel vor dem Hintergrund von Graz – einmalig, findest du nicht? Das Mäntelchen hat mir Michael Troy-Coverdesign verpasst. Und es ist der beste Rahmen für meinen Inhalt. Hast du einmal angefangen zu lesen, kannst du nicht mehr aufhören, glaube mir. Schon vielen ist es so ergangen, sie verschwanden einfach in mir drin und kamen Stunden nicht mehr heraus.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so vieles. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Meine Autorin, ja, also meine Mutter sozusagen. Sie hat es nicht leicht, denn die Figuren sind recht widerborstig. Sie ist ja eigentlich ein wenig romantisch veranlagt, die Gute und möchte immer ein wenig Liebe einbauen. Aber das geht schief, so viel kann ich verraten. Weil das Ermittlerteam wird ja total überrollt, da ist keine Zeit für kitschige Gefühlsduseleien.
Hast du eine oder mehrere Lieblingsstellen, die du uns gerne vorstellen würdest?
Unbedingt. Gleich am Anfang, wenn der werte Herr Chefinspektor eine Ehrung bekommen soll und es am Empfang nur Schicki-Micki Food gibt. 
„Melonenkügelchen in Größe einer Daumenkuppe waren mit zwei Quadratzentimetern Rohschinken umwickelt, daneben lag auf einem Porzellanlöffel ein halbes Scampi auf einem Tupfer Cocktailsauce, garniert mit einer Petersilienflocke. Frühlingsröllchen in der Größe von Cindys kleinem halbierten Finger, Lachsröschen, Sushi, geraspelte Karotten, gefüllte Oliven ‒ das Büfett war köstlich anzusehen, aber nicht zum Sattessen.“ 
Der Amadeus Franz und der Neue im Team, Niklas Schröder, die waren sowas von enttäuscht, kann ich dir sagen. Aber es kommt noch besser! Als sie sich endlich - schon weit nach Mittag, - loseisen können und sich ein wohlverdientes Würstel am Würstelstand gönnen wollen – zack – werden sie abberufen. Ein Mord ist natürlich wichtiger, als Würstelessen. Hihi- 😊
Weißt du wie viel Lotte tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Da muss ich ein Geheimnis verraten. Früher hat sich die kleine Lotte immer vorgestellt, als geheime Polizistin zu arbeiten, und hat sich im Kopf allerlei Geschichten ausgedacht. Die dann auch gespielt wurden, mit der kleinen Schwester. Ja, ich denke in Cindy ist auf jeden Fall etwas von Lotte drin. Auch wenn Cindy frecher und selbstbewusster ist, als Lotte es in ihrem Alter war.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Also der Herr Chefinspektor Toni, der ist absolut stur und oft ein wenig grantig. 
Toni (aus dem Hintergrund: So ein Blödsinn! Stur – ich? 
Na ja, beharren Sie nicht auf Ihrer Meinung? 
Toni: Klar, weil ich meistens recht habe. 
Und schlagen Sie nicht sämtliche gutgemeinten Ratschläge in den Wind? 
Toni: Ich weiß selbst, was für mich gut ist. 
Deswegen fallen Sie ja eine Treppe hinunter, nicht wahr? 
Toni: grummelt. 
Genau. Wenn Sie fit gewesen wären, wäre der Fall womöglich früher gelöst worden. 
Cindy: Soll das heißen, dass wir keine gute Arbeite geleistet hätten? 
Das wollte ich damit nicht sagen. 
Franz: Genau so klang es aber. Ich finde auch, dass wir Toni würdig vertreten haben. 
Niklas: Kann nur zustimmen. 
Okay, okay.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Lottes Mann hat ihn erfunden. Er ist absolut passend, ein Mann wird von einer Glocke erschlagen, während sie läutet.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover/Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Bin absolut zufrieden.
Kannst du uns vielleicht auch schon verraten, ob die Autorin viele echte Plätze eingebaut hat oder ob die Orte im Buch der Fantasie entspringen?
Alle Orte sind echt. Die Autorin stammt aus Graz, aber eine gute Freundin hat ihr geholfen, da sie schon lange nicht mehr dort wohnt. Haben sich doch ein paar Dinge geändert.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Das Leben ist ein Hund. Nein, eine Zecke, die hinterrücks zubiss, wenn man es nicht erwartete. Jetzt war es an ihm, Zecke zu spielen. 
Soll ich dir ein Geheimnis verraten? Bei diesem Zitat hatte die Autorin Hilfe von ihren beiden wundervollen Lektorinnen Elsa Rieger und Victoria Suffrage.
Da das Gespräch nun schon länger dauert und die Spaziergänger schon komisch schauen, flüstere ich dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

[It's Cosy Crime] "Highland-Hexen-Krimi"-Reihe von Felicity Green

"Highland-Hexen-Krimi"-Reihe von Felicity Green
"Der Teufel im Detail", "Der Teufel im Leibe", "Der Teufel in der Küche", "Der Teufel im Bunde", "Der Teufel im Spiel", "Der Teufel im Eichhörnchen" und "Der Teufel im Grabe"


Um welches Buch/Reihe handelt es sich? Beschreibe sie uns in möglichst wenig Worten.
Erlebe magische Abenteuer mit den schottischen Hexen: In der erfolgreichen Paranormal-Mystery-Serie HIGHLAND-HEXEN-KRIMIS, die im malerischen Örtchen Tarbet in den schottischen Highlands spielt, steht in jedem Band eine andere junge Frau mit einem besonderen magischen Talent im Vordergrund.
Kurzbeschreibung DER TEUFEL IM DETAIL:
Im malerischen Städtchen Tarbet in den schottischen Highlands führt eine mysteriöse Gruppe Frauen etwas Böses im Schilde. Davon ist Dessie McKendrick überzeugt, deren Mann Connor während der Flitterwochen am Loch Lomond spurlos verschwand. Zehn Jahre später ist Dessie immer noch dort und untersucht bis zur Besessenheit jedes kleinste Detail, das mit Connors Verschwinden zu tun hat. Bis wieder ein junges Paar im unheimlichen Thistle Inn übernachtet und die Frau am nächsten Morgen allein aufwacht ...
Welche Szenen bereiten dir mehr Spaß? Die leichten, einfachen, schönen, harmonischen oder die harten, schweren, finsteren Szenen?
Am liebsten schreibe ich Dialoge. Ein verbaler Schlagabtausch fällt mir viel leichter als andere Action-Szenen. Ich kann mir Dialoge immer sehr gut bildlich vorstellen, wahrscheinlich aufgrund meines Schauspiel-Hintergrundes. Deshalb macht es mir auch am viel Spaß, diese Unterhaltungen aufzuschreiben.
Ich schreibe aber auch gerne mal etwas gruselige, finsterere Szenen!
Hast du Lieblingsstellen, die du den Leser*innen gerne vorstellen würdest?
Ein kleiner Auszug aus DER TEUFEL IM LEIBE:
»Na, dann komm mal mit.« Sie hob den Rucksack auf und das Mädchen folgte ihr aus dem Rosengarten in Richtung Haus. »Ich bin Penny und du?«
Das Mädchen sagte nichts, aber seine Augen weiteten sich, als Penny sich fragend zu ihr umdrehte. Die Emotion, die sie darin las, verblüffte sie. Das Mädchen hatte Angst. Eine Heidenangst.
»Du musst es mir nicht sagen«, redete Penny in leichtem Tonfall weiter. »Ich nenne dich einfach Faye.« 
Sichtlich erleichtert nickte das Mädchen, fragte dann aber nach ein paar Schritten: »Faye? Wieso Faye?«
»Faye wie Fairy. Weil du so ausgesehen hast wie eine Flower Fairy«, lachte Penny und ließ Faye den Vortritt durch die Verandatür. Das Mädchen schaute sie verständnislos an. »Cicely Mary Barker? Die Illustrationen mit den kleinen Blumen-Elfen? Als ich dich mitten in den Rosen entdeckt habe, hast du so ausgesehen, wie die Rosen-Elfe. Nur mit dunklen Locken statt blonden.«
»Kenn ich nicht«, murmelte Faye.
Interessant, dachte sich Penny und zeigte dem Mädchen den Weg in die Küche. Die Flower Fairies kannte in Großbritannien doch jedes Kind. Faye war ganz offensichtlich nicht hier aufgewachsen, obwohl ihr Englisch wirklich sehr gut war. Aber wo kam sie her?
Als Penny ihren Kühlschrank aufmachte und Faye ein Sandwich zubereitete, beobachtete sie das Mädchen aus dem Augenwinkel. Faye saß still am Küchentisch, aber ihr Blick ging panisch hin und her und fixierte dann die Tür, so als ob sie es gewohnt war, überall, wo sie war, ihre Fluchtmöglichkeiten im Auge zu behalten. Ihre mysteriöse Herkunft war eine Sache, aber, wurde sich Penny bewusst, interessanter war: Vor wem oder was lief sie weg?
Wenn ich deine Protagonisten, Antagonisten und Nebencharaktere fragen würde, wie würden sie dich beschreiben?
Hexe Tara aus der Novelle TEUFLISCH EINSAM: Dank Felicity Green haben wir alle vernünftiges Schuhwerk. Dauernd müssen wir an abgelegene Orte in den schottischen Highlands wandern, an denen sich dieses oder jenes Mythisches und Magisches zugetragen hat. Sie behauptet zwar, sie hat die meisten Orte selber besucht, aber so wie ich es sehe, sitzt sie irgendwo in Süddeutschland an einem Schreibtisch. Wegen ihr bin zur Einsiedlerin geworden und zelte jetzt alleine in einem Nationalpark! Anscheinend ist Felicity auch gerne in der Natur unterwegs.
Dessie McKendrick, aus Band 1 DER TEUFEL IM DETAIL: Felicity Green erzählt von ihrer eigenen Hochzeitsreise, bei der sie auch unfreiwillig in Mrs McDonalds unheimlichen B&B in Tarbet am Loch Lomond gelandet ist. Nur unfairerweise hat sie meinen Ehemann verschwinden lassen. Ihr eigener war am nächsten Morgen noch da!


Wer hat deine Cover gestaltet? Wie kam die Idee zum Titel? Hat er sich während des Schreibprozesses verändert oder stand er seit Beginn an fest? Und bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover/den Covern oder würdest du nachträglich gerne noch etwas ändern?
Für die ersten drei Cover der Highland-Hexen-Krimi-Serie habe ich einen Design-Wettbewerb auf 99Designs veranstaltet. Meine Leserinnen haben abgestimmt. Dabei hat Carolina Fiandri von CirceCorp gewonnen und ich bin sehr froh darüber. Die Zusammenarbeit war die letzten Jahre über sehr angenehm und ich habe CirceCorp auch für einige weitere meiner Buch-Cover beauftragt. Ich bekomme viel positives Feedback und würde nichts an den Covern ändern. Die Titel hatte ich ehrlich gesagt schon, bevor konkrete Plot-Ideen entstanden sind. Wie es sich für Cosy Krimis gehört, sind die ja Wortspiele und so viele Redewendungen gibt es da ja auch nicht.
Gibt es noch ein paar Schnipsel, die du meinen Leser*innen gerne präsentieren würdest?









Montag, 10. August 2020

[Journal] Nr. 1 - Band sequence of embrace chords

 




Heute ist es soweit. Wir haben es endlich geschafft, die aus St. Helens stammende Band sequence of embrace chords für ein Interview zu gewinnen. Unsere Reporterin ist vor Ort, um den Jungs ihre Geheimnisse zu entlocken.

Claudia: Schön, dass ihr vor eurer Abreise zum nächsten Konzert noch Zeit für ein Gespräch habt. Diesmal geht es für euch ja nach Frankreich, genauer gesagt nach Paris, in die Stadt der Liebe. Welche Länder habt ihr für eure Tourneen schon bereist und wo war euer schönster Auftritt?
Finn grinst spitzbübisch, während er antwortet. „Frag lieber, wo wir noch nicht waren. In den letzten Jahren haben wir wirklich jeden Kontinent bereist und durften in den schönsten Städten auftreten.“ 
Janos gerät bei seiner Antwort ins Schwärmen. „Unser schönster Auftritt war ganz klar in unserer Heimatstadt St. Helens! Hier hat alles angefangen und wir sind dankbar dafür, dass wir aus unserer Leidenschaft zur Musik etwas so Großartiges machen können.“
Claudia: Wie oft tretet ihr auf in der Woche / im Monat und was macht ihr mit der restlichen Zeit?
Chris erzählt, wie straff der Terminplan der Jungs wirklich ist. „Von Anfang Oktober bis Ende März haben wir an drei Wochenenden im Monat Konzerttermine, manchmal auch zwei an einem Tag. Dazu kommen diverse Fernseh- und Radioauftritte sowie Interviewtermine. Anschließend arbeiten wir an unserem jährlichen Album und planen die nächsten Termine, bevor wir uns eine Auszeit mit unseren Familien gönnen.“
Claudia: Welches war euer lustigstes Fangeschenk?
Riley bricht in schallendes Gelächter aus. „Lass es mich so formulieren … wir könnten ohne Probleme einen Dessousladen eröffnen!“ 
Kollektives Aufstöhnen der anderen Jungs folgt dieser Aussage. 
Finn versucht das Thema zu wechseln. „Nächste Frage, bitte!“
Claudia: Welche Macken der anderen treiben euch auf Tour in den Wahnsinn?
Janos überlegt kurz, bevor er antwortet. „Wenn man so viel Zeit miteinander verbringt, bleibt es nicht aus, dass man sich manchmal gegenseitig auf die Nerven fällt. Wenn jemand unter der Dusche immer das gleiche Lied singt, einer ständig seine Socken unter die Betten der anderen kickt oder man anhand der Geräusche, die jemand beim Zähneputzen macht, feststellen kann, wer im Badezimmer ist, kann das schon manchmal nervig sein.“ 
Finn verdreht die Augen. „Du musst gerade reden. Wer hat denn überall angekritzelte Notenblätter rumliegen?“
Claudia: Habt ihr auch andere Hobbys, außer die Musik? Hobbys, die eure Bandkollegen, Frauen oder Manager vielleicht sogar ganz und gar nicht gut heißen?
Rileys Augen leuchten bei dieser Frage auf. 
„Ich nutze jede freie Minute, um mit dem Motorrad zu fahren. Dieses Gefühl der Freiheit ist unglaublich entspannend! Wenn ich ganz alleine unterwegs bin, der Fahrtwind mir entgegen stürmt und den Kopf freipustet … das ist einfach unbeschreiblich.“ 
„Und gefährlich!“, antwortet Janos seinem jüngeren Bruder. „Du weißt ja, wie unser Manager zu dieser Leidenschaft steht.“ 
„Man kann es nicht allen recht machen“, meint Riley daraufhin. „Die restliche Freizeit verbringe ich mit meiner Familie. Da ich inzwischen stolzer Onkel bin, nutze ich jede Minute, um meine Nichte und meine kleinen Neffen zu verwöhnen.“ 
„Bei mir geht es deutlich ruhiger zu“, mischt Chris sich in die Unterhaltung ein. „Wenn ich frei habe, werkle ich momentan in jeder freien Minute im Garten unseres neuen Hauses herum, zusammen mit meiner Frau.“ 
Finn hingegen erzählt, dass er in seiner Freizeit gerne Wanderungen unternimmt und viel liest. 
„Dabei hole ich mir die Kraft für die nächste Tournee oder die Arbeit im Studio.“
Claudia: Habt ihr einen geheimen Traum, den ihr noch nicht verwirklicht habt, oder knapp davor steht?
Janos: „Ich denke, wir leben im Moment unseren Traum, die Musik. Für recht viele andere Träumereien bleibt da nicht viel Platz, fürchte ich.“ 
„Sehe ich auch so“, stimmt Finn zu und Riley und Chris nicken ebenfalls zu seinen Worten. 
„Außerdem ist es genau das, was wir machen wollen. Dieses Glück hat nicht jeder, deshalb sind wir sehr dankbar dafür.“
Claudia: Als letzte Frage. Was würdet ihr euch für die Band und für euch als Person von ganzem Herzen wünschen.
Riley grinst. „Das weiterhin alles gut läuft.“ 
Finn überlegt kurz. „Ja, ich denke, das trifft es.“ 
„Familie und Karriere so unter einen Hut zu bringen, dass man beidem gerecht wird. Ich denke, bisher gelingt uns das ganz gut“, meint Chris.
Claudia: Ich danke euch für das sehr konstruktive Gespräch und hoffe, dass wir sehr bald wieder von euch lesen werden.
„Wir danken dir, Zuckerschnecke!“, sagt Riley und zwinkert Claudia zu. 
„Ich freue mich, bald wieder von dir zu hören.“ 
„Danke für das Gespräch“, verabschieden sich Janos, Finn und Chris von mir, bevor sie mit dem immer noch lachenden Riley zu ihrem nächsten Termin aufbrechen.
Bericht aus St. Helens mit der Band sequence of embrace chords 

[It's Cosy Crime] Allgemeines über Felicity Green und ihre Bücher

Felicity Green, Cosy Crime
und ihre Bücher



Welche Cosy Crime / Krimis hast du bisher veröffentlicht oder gibt es sogar in naher Zukunft etwas Neues zu lesen von dir? Stelle deine Werke gerne in wenigen Worten vor.
Die HIGHLAND-HEXEN-KRIMIS sind Paranormal Cosy Myster-Romane. Es gibt nicht viele deutsche Autoren, die in diesem „Untergenre“ schreiben, aber im amerikanischen Sprachraum ist es recht beliebt. (Mehr dazu unten, bei meinen Buchempfehlungen.) Es handelt sich dabei um Cosy Crime mit Geistern oder sonstigen übernatürlichen Geschöpfen oder Begebenheiten. In meinem Fall sind es Hexen. Dabei habe ich mich von der Folklore der schottischen Highlands inspirieren lassen. In jedem Band stürzt sich eine andere Hexe mit magischem Talent in ein Abenteuer. Es gibt auch immer eine zweite Protagonistin, die meist völlig unbedarft in die mythische Welt Tarbets hineinstolpert, wie eine Privatdetektivin, eine Polizistin, eine B&B-Betreiberin und eine Schriftstellerin.
Kannst du uns deine Protagonisten/Antagonisten und Nebencharaktere kurz vorstellen?
Es gibt mittlerweile sechs Romane und diverse Kurzgeschichten und Novellen in der HIGHLAND-HEXEN-KRIMI-Serie, deshalb stelle ich hier nur sechs Hexen „in den Hauptrollen“ vor.
Andie, die brünette Studentin mit Visionen, die in DER TEUFEL IM DETAIL dabei hilft, das Rätsel um Dessies McKendricks verschwundenen Mann zu lösen.
Penny, die hübsche blonde, aber skrupellose Kräuterhexe, die ihre Schönheitszauber auch selber anwendet und in DER TEUFEL IM LEIBE ein mysteriöses schwangeres Mädchen in ihrem Rosengarten findet.
Fionna, die pummelige rothaarige Hexe, die IN DER TEUFEL IN DER KÜCHE magisches Chaos mit dem Kochbuch ihrer Großmutter anrichtet. Und die sich später, in DER TEUFEL IM EICHHÖRNCHEN, zur neuen Oberhexe gemausert hat und sich ihrer fragwürdigen Herkunft und neuen Verantwortung stellen muss.
Mrs MacDonald, die schrullige, alte Oberhexe, deren Geheimnis wir in DER TEUFEL IM BUNDE auf die Schliche kommen.
Jem, die freiheitsliebende Wetterhexe mit chaotisch-liebenswerter Familie, die in DER TEUFEL IM SPIEL die Wahrheit über eine ihre Schwestern erfahren muss.
Birdie, die Hexe mit Gestaltwandler-Vorfahren, deren magisches Erbe ihr in DER TEUFEL IM EICHHÖRNCHEN zum Verhängnis wird, als bei der Beltane-Feier mit allen Hexen Großbritanniens anscheinend alle anderen Hexen ihre Magie verlieren.
Worin liegt für dich der Hauptaugenmerk eines Cosy Crimes / Krimis? Oder anders gefragt: Worauf achtest du, wenn du ein Werk in diesem Genre schreibst?
Meiner Meinung nach zeichnen sich Cosy Krimis durch ihre Schauplätze (oft beschauliche malerische Orte mit teils skurrilen Charakteren, die man in anderen Bänden wiedertrifft) und ihre Protagonisten aus. Als Leser/in sollte man nah an der Protagonistin oder dem Protagonisten dran sein. Außerdem sind die meist nicht Profi-Ermittler, sind aber trotzdem aktiv an der Lösung eines Kriminalfalls beteiligt. Es gibt einiges an Action und brisante Situationen. Die Protagonisten haben oft auch Macken oder Eigenarten, die ihnen vielleicht sogar bei den Ermittlungen helfen. In Paranormal Cosy Crime können sie beispielsweise mit Geistern reden oder haben magische Fähigkeiten. 
Und der Erzählton macht meines Erachtens Cosy Mysteries auch aus. Er sollte leichter und vielleicht sogar etwas humorvoll sein.
Was ist für dich ein absolutes No-Go im Bereich des Cosy-Crime / Krimis?
Ein allwissender Erzähler geht natürlich nicht, besser ist nur eine Erzählperspektive, damit der Leser mit der Protagonistin mitraten oder mitermitteln kann.
Ausführliche Sex-Szenen gehören meines Erachtens auch nicht in Geschichten dieses Genres.
Und der Name ist Programm: Es sollte eine Art Wohlfühlstimmung aufkommen, also nicht zu grimmig, blutig oder psychomäßig sein.
Hast du eine bestimmte Empfehlung aus dem Genre? (Klassiker, Film, Serie, Manga…)
Ich liebe die Aurora Teagarden-Serie von Charlaine Harris, mit der neugierigen Südstaaten-Bibliothekarin. Außerdem lese ich gerade mit Begeisterung die Tante-Dimity-Serie von Nancy Atherton, die auch in das Paranormal Cosy Krimi Genre fällt. Die „Haunted Guesthouse Mysteries“ von E J Copperman finde ich auch toll. Die gibt es leider nicht auf Deutsch, glaube ich. Auf Deutsch gefallen mir die Yoga-Krimis von Erin J. Stehen sehr gut (Moorkamps Fälle).
Gibt es etwas, das du den Leser*innen gerne mit auf dem Weg geben würdest?
Ja, eine gratis Novelle :) TEUFLISCH EINSAM gibt es als Geschenk für alle neuen Abonnenten meines Newsletters. https://www.felicitygreen.com/leserclub
Übrigens erfährt man in der Willkommenssequenz meiner Newsletter-E-Mails auch mehr über die Hochzeitsreise, die DER TEUFEL IM DETAIL inspiriert hat.