Dienstag, 3. August 2021

[Rezension] Catch me, baby - Sky & Jayden von Alyssa McNamara

 




Das Buch "Catch me, baby - Sky & Jayden" wurde von Alyssa McNamara verfasst und erschien 2021 im Weltenbaum Verlag.

Die Autorin nimmt uns mit auf ein düsteres, provozierendes und heißes Abenteuer. Die Protagonisten sind sehr gut und detailliert dargestellt und auch die Orte, wo sie sich befinden werden sehr gut dargestellt, so dass man das Gefühl hat, dass man live dabei ist.
Die Wortwahl und der Sprachstil sind toll und man fliegt nur so durch die Seiten. Voller Spannung und heißen Szenen, aber auch Wortwechseln, voller Spannung und hitziger Debatten. Auch der Sarkasmus und teilweise ironische Wortwechsel machen die Dialoge zu etwas ganz besonderem.
Mit Spannung und Leidenschaft zeigt dieses Mal die Frau, sehr genau, wo die Reise hingeht. Auch die expliziten Szenen sind ausgezeichnet verfasst. Man kann mit den Protagonisten lachen, weinen, überlegen, Pläne schmieden und auch so einige Überraschung erleben.

Jeder, der spannende Geschichten mit einer Prise Leidenschaft gerne liest, muss auf jeden Fall zu diesem Buch greifen, es macht einfach Spaß es zu lesen. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit Sky und Jayden.
100%ige Kauf- und Leseempfehlung

[Schnipseltime] Von Rosen und Krähen von Annika L. Schüttler

 


Das Wirtshaus roch nach schalem Ahornbier und durchzechten Nächten. Iven polierte den Tresen sorgfältig, während er zugleich alle Sinne auf die letzten Gäste gerichtet hielt. Die Monde neigten sich schon fast wieder dem Horizont zu, so fortgeschritten war die Nacht mittlerweile. Und wer zu dieser Stunde noch in einem Wirtshaus saß, der übernachtete entweder hier oder aber hatte so viel getrunken, dass er es nicht mehr nach draußen schaffte. Iven war die erste Sorte normalerweise deutlich lieber, doch wenn er nun vom polierten Holz aufblickte, sah er nur eine Handvoll Männer verstreut über den Tischen liegen. Keiner von ihnen hatte am Abend ein Zimmer verlangt. Und keiner würde jetzt mehr für die Nacht bezahlen.

Ein raues Lachen lenkte Iven ab und er warf einen Blick über die Schulter, wo die kleine Küche an den Schankraum anschloss. Raver wischte mit einem fleckigen Tuch über ein Bierglas. Schaumreste tropften dabei auf den Boden, doch niemand störte sich daran. Schließlich mussten die Gäste schon froh darüber sein, dass der Wirt hin und wieder überhaupt Seife zum Reinigen des Geschirrs verwendete und es nicht nur mit abgestandenem Bier und fragwürdigem Regenwasser aus dem Eimer hinter dem Haus abspülte.

Raver bemerkte seinen Blick. »Alkohol desinfiziert«, sagte er schmunzelnd.

»Auch innerlich?« Iven zog die Augenbrauen zweifelnd nach oben, aber Raver zuckte nur die Schultern und trat zurück in die Küche.

»Die bezahlen ja sowieso nicht«, hörte Iven ihn noch murmeln.

Ein durchdringendes Wiehern fegte durch die Nacht und Iven riss den Kopf hoch. Bei den Monden!

Ohne einen Blick zu Raver hastete er durch das Wirtshaus und öffnete die Tür. Kalte Luft drang durch sein Hemd, aber Iven zitterte nicht. Sein Herz raste. Das Adrenalin brannte in seinem Blut und er wusste auch, warum. Ein Pferd wieherte nur in panischer Angst auf diese Weise und keine Erklärung, die ihm einfiel, versprach Glück und Seligkeit. Entsetzt riss Iven die Augen auf, als er das Pferd entdeckte, das einige Schritte von der Tür entfernt zum Stehen gekommen war. Das weiße Fell blutbefleckt und auf seinem Rücken eine vermummte Gestalt, die sich mit letzter Kraft festhielt.

Iven drehte sich zum Innenraum und stieß einen kurzen Pfiff aus. Raver war sofort bei ihm und stürzte zum verängstigten Tier, während Iven gerade rechtzeitig beim Reiter war, bevor dieser ohnmächtig vom Rücken des Pferdes glitt. Iven zog ihn ein Stück mit sich, ehe er ihn behutsam auf dem Boden ablegte. Der Mantel des Mannes war blutdunkel.

Raver hielt das Pferd an den Zügeln und bemerkte die Blutflecken auf dem hellen Fell. Er sagte nichts, aber als sich ihre Blicke kreuzten, sah Iven die Bestürzung in Ravers Gesicht.

Irgendetwas war diesem Mann zugestoßen.

Irgendetwas Schreckliches.

[Buchvorstellung einmal anders] Von Rosen und Krähen von Annika L. Schüttler

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Maira, Dallas und Iven aus „Von Rosen und Krähen“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Maira: Wenn ich etwas habe, dann ist es Zeit.
Dallas: Wenn ich etwas NICHT habe, dann ist es Zeit. Aber jetzt ist es ohnehin egal, nehme ich an.
Iven: *mustert die anderen* Immerhin ist die Stimmung… spaßig? *lacht verlegen*
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Maira: Ich weiß eigentlich gar nicht, warum. Es gibt nichts Außergewöhnliches zu erzählen. Ich lebe allein im Haus meiner Mutter, seit sie… Sie ist tot. Und das Haus irgendwie auch. Was soll ich also groß machen? Eine verlorene Seele in einer kalten Welt… Bis diese Visitenkarten auftauchten, die mich in ein ganz anderes Leben zogen.
Dallas: Ist das nicht etwas melodramatisch? Was gibt es denn schon, über das du jammern kannst? Eine tote Mutter? Ich bin die rechte Hand einer Königin, die in jeder Nacht ganze Dörfer auslöscht. Was glaubst du, wie viel Blut ich bereits an den Händen hatte?
Iven: Ich denke, das wird heute nicht mehr besser mit der Stimmung, oder? *lacht* Ich bin Iven, hab offenbar viel weniger Probleme mit… Melodramatik und Blut. Ich suche eigentlich die schöne, ruhige Seite des Lebens. Weit weg von Gefahr und Abenteuer. Deshalb habe ich mich in ein kleines Gasthaus mitten im Nirgendwo zurückgezogen.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Maira: *atmet tief ein* Vom Abgrund in völlige Panik, dann ins Licht, wieder in den Abgrund und dann-
Dallas: Mach‘ mal halblang. Eigentlich könnte dieses Buch eine wunderbare Liebesgeschichte sein. Wenn man nur die Schatten rausnehmen könnte, die mir auf jeder Seite ein wenig mehr von dem wenigen nehmen, das mir geblieben ist.
Iven: *seufzt* Die beiden sind ja nicht unbedingt von der optimistischen Sorte. Eigentlich ist es die Geschichte von zwei Welten, die kurz vor dem Untergang stehen, wenn nicht eine Handvoll Menschen all ihren Mut zusammennehmen würden, um die Dunkelheit aufzuhalten.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Dallas: Offensichtlich. Seht ihr die riesige Narbe in meinem Gesicht? Also ICH habe mir das nicht ausgesucht. Und ich habe ehrlich gesagt auch keine Träne bei dieser scheinheiligen-
Iven: Hey! Vergiss nicht, dass es dich ohne sie nicht gäbe!
Dallas: Manchmal denke ich, dass es vielleicht besser wäre…
Maira: Also ich habe Tränen gesehen. Mehr als einmal. Ich glaube, sie leidet mit uns, wenn es uns schlecht geht.
Dallas: *schnaubt* Ändert aber nichts daran, dass sie uns all das antut.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Maira: Die Nacht im Gasthaus, in der ich erkannt habe, dass ich endlich ein Zuhause gefunden habe.
Dallas: Du meinst, eine Stelle, an der ich glücklich war? Da gibt’s nicht viele… Aber ich erinnere mich an den Moment, in dem ich die Königin nach unserer gemeinsamen Nacht geweckt habe und sie so sanft aussah. In diesem Moment war die Welt heil, wenigstens einen Herzschlag lang. Und ich wusste, dass ich alles tun würde, um sie zu beschützen.
Iven: Als ich Ran kennengelernt habe. Das erste Mal, als er mich mit seinen gewittergrauen Augen ansah… das werde ich niemals vergessen.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Maira: Viel. Wenn nicht sogar alles. In mir steckt ihr Wunsch nach Heimat. Der Wunsch danach, ihr inneres Kind zu behalten und weiter an Magie und Träume zu glauben, die gern am Erwachsenwerden ersticken.
Iven: In mir steckt die Sehnsucht nach Liebe. Eine unkomplizierte, reine Liebe.
Dallas: Großartig! Das heißt, ihr habt den guten Kram bekommen? Typisch. Für mich blieb dann wohl nur die tragische Seite, die Verlust und Dunkelheit zu verarbeiten versucht… Und: Was ist mit den Menschen, die ich töte? Was muss da verarbeitet werden?!
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Maira: Nostalgisch, vielleicht. Schließlich wohne ich in einem alten, verlassenen Haus mit riesiger unterirdischer Bibliothek. Wenn das keine Kindheitsträume sind, dann weiß ich auch nicht.
Dallas: *runzelt die Stirn* Ich hab ein paar Worte mit ihr zu reden, ehrlich gesagt… Da gibt es offene Fragen. Ich würde sie durchaus als sadistisch bezeichnen, wenn ich mir so ansehe, was mir im Buch passiert.
Iven: Sie steht auf der richtigen Seite. Ich denke, am Ende ist das das einzige, was zählt.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Maira: *lacht* Für mich ist es schlecht ausgegangen: Ursprünglich hieß das Buch mal nach mir. Mittlerweise ist mein Name aber gewichen…
Iven: Rosen und Krähen… Also Rosen habe ich einige in der Geschichte gefunden. Ob das ein versteckter Hinweis sein könnte?
Dallas: Das würde auch erklären, warum ich dieses Tattoo auf der Brust habe. Von Krähen weiß ich aber nichts. So wie ich Frau Autorin aber kenne, hat sie sich irgendetwas Cleveres dabei gedacht. Eine Anspielung auf die Gegensätze innerhalb der Geschichte, zum Beispiel. Weil das die Symbole der beiden Seiten sind… oder so.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Maira: Ich bin drauf. Was soll ich mehr dazu sagen? Ich liebe es.
Iven: Es regt zum Träumen an und das liebe ich. Manchmal braucht man diese Sonnenaufgangsstimmung, um den Glauben nicht zu verlieren, dass alles gut werden könnte.
Dallas: Die Rosen hätte ich gern dort drauf gesehen. Und meine Königin.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Iven: Das ist furchtbar leicht. Auch wenn ich nicht mehr dazu sagen kann, an welcher Stelle es steht: „Und es war, als wären sie niemals fortgegangen.“
Maira: Es war diese eine Frage, die alles für mich verändert hat: „Vertraust du mir?“
Dallas: Wenn ich ehrlich sein soll, dann war es das „Ende“, als endlich alles vorbei war. Das wollt ihr aber nicht hören, nicht wahr? Ihr wollt etwas, das mich leiden lässt. Ich kenne euch doch... Dann wähle ich dieses: „Wenn du stirbst, dann gehe ich mit dir.“
Danke für das Gespräch
Maira: Es hat mich abgelenkt. Ablenkung ist immer willkommen.
Dallas: Dieses eine Mal kann ich da vollkommen zustimmen.
Iven: Wow. Okay. Wer ist jetzt hier melodramatisch? Ich danke vielmals für Fragen. Auch im Namen der beiden Trauerklöße hier. Ich freu mich, euch auf den Seiten von „Von Rosen und Krähen“ wiederzusehen!

[Autoreninterview] Annika L. Schüttler

Autoreninterview
Annika L. Schüttler

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Mein Name ist Annika Schüttler und ich bin 22 Jahre alt. Aktuell studiere ich Lehramt fürs Gymnasium mit den Fächern Biologie, Deutsch und Geschichte. 2017 habe ich mein erstes Buch veröffentlicht („Maira. Gläserne Augen“). Es folgten drei Kurzgeschichten und drei Gedichtbände, ehe ich mich dazu entschlossen habe, mein Debüt noch einmal von Grund auf zu überarbeiten. Am 26. Mai 2021 ist es dann erneut und deutlich verbessert als „Von Rosen und Krähen“ erschienen.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Das Schreiben begleitet mich seit der dritten Klasse. Zuerst nur in Form von Kurzgeschichten, bei denen vor allem auch Illustration einen erheblichen Anteil spielte. Als ich älter wurde, hat sich mein Stil verbessert und ich habe begonnen, auf einen Roman hinzuschreiben. Nach vielen – vielen! – Fehlschlägen, die ich nie zu Ende geschrieben habe, konnte ich 2017 dann zum ersten Mal „ENDE“ unter ein längeres Manuskript setzen. Seitdem tue ich es immer wieder!
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Meine Kurzgeschichten („Die Stille des Windes“, „Das Singen des Meeres“ und „Sammlerin der Träume“) entführen für wenige Seiten in Welten, in denen Phantasie und Realität verschmelzen. In „Von Rosen und Krähen“ geht es um den Kampf gegen die Dunkelheit – sowohl die fremde als auch die eigene. Dabei erleben wir, wie unterschiedlich die Charaktere mit diesem Kampf umgehen. Sehen einige in den Wahnsinn abdriften, einige in Rache und Blutdurst und andere in Hoffnung. Was dabei nicht zu kurz kommt, sind Liebe und Geheimnisse.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Na klar! Dieses Jahr soll noch ein weiterer Fantasy-Roman erscheinen („Das falsche Testament“). Außerdem sind noch eine Dystopie und ein weiter Fantasy-Roman für die nächste Zeit geplant.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Tatsächlich versuche ich, schreiben und zeichnen so oft wie möglich in meinen Alltag zu integrieren. Ansonsten hat auch Sport eine hohe Priorität (Kraftsport und Triathlon). Ich spiele Gitarre und lese wahnsinnig gern.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Meine absolute Lieblingsautorin ist Cornelia Funke! Reckless und Tintenherz haben es mir wirklich angetan.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich schreibe am liebsten (ganz langweilig) an meinem Schreibtisch, der dafür am besten aufgeräumt ist. Ich bin erst vor kurzem von einem Laptop auf einen „echten“ Computer umgestiegen und habe mir dazu eine ergonomische Tastatur sowie einen 10-Finger-Schreibkurs gegönnt. Beste Investition seit langem! Ich wäre gern der altmodische Typ mit Notizblock und Feder, aber mit Tastatur und Bildschirm schreibe ich einfach besser. Daneben eine Musikbox, die stimmungsvolle Musik spielt. Essen oder Trinken kann ich beim Schreiben nicht, trotzdem steht immer ein bisschen Geschirr auf dem Tisch… ups. Am Aufräumen arbeite ich noch… Nicht fehlen darf auch mein Notizbuch, in dem die Handlung geplottet ist. Die Seiten sind total durcheinander beschrieben, aber es hilft mir sehr dabei, den Überblick zu bewahren.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ein ganz normaler Tag beginnt bei mir im besten Fall kurz nach sechs mit Kaffee. Dann mach ich mich ein bisschen fertig und setze mich das erste Mal an den Schreibtisch, um zwischen 30 und 60 Minuten zu schreiben – je nachdem, ob ich früh arbeiten muss oder nicht. Habe ich nur Uni, dann folgt danach eine erste Lernphase oder eine Online-Vorlesung. In den Pausen versuche ich, noch ein paar Wörter zu schreiben, das klappt aber oft nicht mehr, weil zu wenig Zeit bleibt. Da die Uni-Veranstaltungen den Tag oft etwas zerreißen, ändert sich im weiteren Verlauf wenig. Abends kann ich dann durchatmen, Sport einschieben und noch etwa eine Stunde schreiben, bevor mein Freund Aufmerksamkeit braucht und wir den Abend gemeinsam ausklingen lassen.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben ist die Fantasy mein Favorit. Ich probiere mich aber auch gerne aus und liebäugle vor allem auch mit Dystopien. Gerade lese ich auch einen historischen Spionage-Roman und finde ihn super – ganz festlegen mag ich mich also nicht.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Meine Lebensweisheit ist der Dojokun, eine Verhaltenslehre aus dem Karate: „Sei höflich und bescheiden, vervollkommne deinen Charakter. Sei geduldig und beherrscht, gerecht und hilfsbereit. Sei mutig.“
Ein Zitat aus einem meiner Bücher: „Sie fühlte sich, als hätte sie ihre Seele in der anderen Welt zurückgelassen.“ Das trifft sehr genau das Gefühl, das ich oft beim Schreiben habe. Es ist mein Ausweg in eine Welt, in der mein inneres Kind noch an Magie glauben kann, wenn die Realität allzu grau erscheint.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Im Norden Frankreichs, in der Bretagne, liegt der Ort, der sich für mich am meisten nach Heimat anfühlt. Deshalb muss ich das antworten.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich glaube, daran muss ich noch arbeiten. Ich werde schnell patzig, wenn mich jemand kritisiert – und habe Selbstzweifel, wenn es um meine Arbeit geht. Beides sind keine schönen Eigenschaften, deshalb übe ich einen besseren Umgang mit Kritik, schließlich ist sie wichtig, um zu wachsen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich habe immer wieder und lange über diese Frage nachgedacht. Als Selfpublisherin ist es manchmal schwerer, sichtbar zu werden und zu bleiben, Leser zu finden und mit den Vorurteilen zu leben. Aber es war eine bewusste Entscheidung, ich habe mich noch nie bei einem Verlag beworben. Ich liebe einfach die Möglichkeit, jeden Aspekt eines Buches selbst wählen zu können. Ich suche meine Cover aus, meinen Titel, meinen Klappentext, meinen Buchsatz… Zum Beispiel liebe ich Taschenbücher und Hardcover mit aufwendigen Kapitelzierden. „Von Rosen und Krähen“ ist diesbezüglich besonders liebevoll gestaltet – ohne dass ich jemanden um Erlaubnis fragen muss oder mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein könnte. Diese Freiheit genieße ich aktuell sehr. Trotzdem plane ich, eines Tages einmal eine Geschichte an Verlage zu schicken, um zu wissen, wie das so ist.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Der Kern meiner Geschichten besteht darin, seinen Platz in der Welt zu finden. Meine Charaktere müssen manchmal lange suchen, bis sie den richtigen Weg finden. Manche finden ihn nie. Manche müssen einiges durchmachen, bis sie ihn erreichen. Die Botschaft ist aber immer: Es lohnt sich, dafür zu kämpfen, man selbst zu sein. Was es auch kostet. Das Leben ist zu wertvoll, um es mit Angst oder Zweifeln zu führen. Irgendwo wartet dieser Weg. Und dann ergibt plötzlich alles einen Sinn.

Montag, 2. August 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Lakeside Love - Herz über Board von Marleen May

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Sofia Bernadi, Antoine Delatour, Milan Vogt, Ben Delatour, Waltraud Delatour und Luna Wilhelmine Marx aus „Lakeside Love – Herz über Board“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.


Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Sofia: »Sehr gern!« Sie strahlt.
Antoine: Schaut auf die Uhr. »Guten Tag!«
Milan winkt.
Ben grinst: »Hey! Schön, dass ihr da seid!«
Waltraud: »Bonjour.«
Luna: »Hallöchen!«
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Sofia: »Ich bin Sofia. Ich arbeite als Übersetzerin und habe mein Temperament von meinem italienischen Vater geerbt. Seit dem Tod meiner Freundin Clara kümmere ich mich um ihren neunjährigen Sohn. Doch plötzlich steht dieser unterkühlte Snob Antoine Delatour vor unserer Tür und beansprucht das Sorgerecht für Milan!«
Antoine: »Mein Name ist Antoine. Ich bin Anwalt und habe meinen Sohn Milan bisher nur einmal kurz nach seiner Geburt gesehen. Ich rede nicht gerne darüber, warum das so ist, schon gar nicht mit Fremden. Aber nun, da Milan keine anderen Verwandten mehr hat, werde ich mich um ihn kümmern. Schließlich habe ich eine renommierte Kinderpsychologin und eine hoch qualifizierte Kinderfrau an meiner Seite.«
Milan: »Hi! Ich bin Milan. Seit meine Mutter Clara bei einem Fahrradunfall gestorben ist, fühle ich mich so leer, dass ich nur noch mit Sofia das Allernötigste spreche. Die Erwachsenen nennen das selektiver Mutismus. Sofia ist die einzige, die mich versteht. Sie vermisst Clara fast so sehr wie ich. Verhindern, dass ich zu meinem Vater muss, konnte sie allerdings nicht. Dabei kenne ich ihn nicht mal!«
Ben: »Hey, ich heiße Ben. Ich weiß, dass mein Bruder Antoine nicht gerade liebevoll rüberkommt, aber er hat in seinem Leben schon ganz schön was mitgemacht. Ich kann euch versichern, dass er ein guter Mann ist. Bleibt zu hoffen, dass er über seinen Schatten springen und es Milan und Sofia auch beweisen kann.«
Waltraud: »Chers lecteurs, mein Name ist Waltraud Delatour. Ich bin Antoines Mutter und mit meinem Enkel Milan haben die Delatours endlich einen lang ersehnten Stammhalter, der das Lebenswerk unserer Familie fortsetzen kann.«
Luna: »Ich bin Luna Marx und neun Jahre alt. Ich habe Milan und Sofia zufällig in der Schmugglerbucht kennengelernt. Er ist neu in Konstanz, hat hier keine Freunde und ist so traurig, dass er nicht mehr spricht. Deshalb habe ich beschlossen, Sofia zu helfen, dass er wieder fröhlich wird.«
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Sofia: »Marleen ist eigentlich eine ganz Liebe. Aber sie weiß auch aus eigener Erfahrung, dass im Leben nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. »Lakeside Love« beginnt mit einer Situation, in die niemand jemals kommen sollte. Die Mutter eines Kindes stirbt und das auch noch völlig unerwartet. Das ist schon starker Tobak! Aber ich kenne Marleen und wusste von Anfang an, dass sie uns nicht mehr als nötig leiden lässt und dass am Ende alles gut wird!«
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Sofia: »Ich liebe die Stelle, wo Milan seine Sprache wiederfindet.«
Antoine: »Sofia im kleinen Schwarzen. Einfach atemberaubend!«
Milan und Luna: »Wo wir das Baumhaus bauen!«
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Sofia: »Marleen ist Diplom-Übersetzerin.«
Antoine: »Sie ist eine Wasserratte, genau wie ich. Sie schwimmt gern und liebt Kanu fahren und Stand-up Paddling.«
Ben: »Marleen liebt Konstanz und den Bodensee, das merkt jeder, der »Lakeside Love« liest. Ich weiß, dass sie dort mehrere Jahre gelebt hat und insgeheim hofft, dorthin zurückzukehren, wenn ihre Kinder aus dem Haus sind!«
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Waltraud: »Mir ist Frau May viel zu tolerant und offenherzig. Wie konnte sie nur zulassen, dass Frau Bernadi meine Pläne durchkreuzt und dann auch noch eine Liaison mit meinem ältesten Sohn beginnt? Auch meine beiden jüngeren Söhne verlieben sich in »Lakeside Love« völlig unter ihrem Stand. Außerdem hätte ich mir einen französischer Romantitel gewünscht. Englisch ist mir viel zu ordinär!«
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Milan: »Der Titel wurde erst ganz am Ende festgelegt. Marleens Arbeitstitel war ›Milan‹!«
Antoine: »Es gab mehrere Titel, unter anderem ›Lovin‘ back‹, was mir persönlich sehr gut gefallen hat!«
Ben: »Ich finde den Bezug zum Bodensee super!«
Waltraud: »Mich hat niemand gefragt.«
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Sofia: »Ich finde, es ist hinreißend geworden, auch wenn es mir lieber gewesen wäre, wenn die Leser:innen sich selbst ein Bild von mir hätten machen können.
Luna: »Du bist sehr gut getroffen, Sofia!«
Antoine und Ben nicken zustimmend.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Sofia springt auf und schreit Antoine an: »Glauben Sie ja nicht, dass ich da einfach so mitmache! Ich werde Milan bestimmt nicht allein lassen! Wenn Sie nicht zu uns kommen wollen, werde ich zu Ihnen kommen! Wenn es sein muss, campiere ich in Ihrem Garten! Ich ...«
Antoine lacht: »Da hast du‘s mir ganz schön gegeben! Ich persönlich finde ja Isabelles Kompliment an mich am besten. Wie hat sie‘s noch mal ausgedrückt? ›Antoine, du bist bei Weitem einer der attraktivsten Männer hier. Du siehst gut aus, du bist erfolgreich, du hast diese sexy Stimme, und entgegen allen Erwartungen scheinst du zu tiefergehenden Gefühlen fähig zu sein.‹«
Sofia rollt mit den Augen und knufft ihm in die Seite.
Milan: »Ich fand‘s toll, dass wir auch ein paar Schimpfwörter benutzen durften!«
Luna: »Mir hat am besten gefallen, als Antoine sich an seinem Abendbrot verschluckt hat, nur weil ich mir schon mal ein paar Gedanken über die Zukunft gemacht habe«
Ben: »Was hast du denn zu ihm gesagt?«
Luna: »Ich fänd’s schön, wenn Ben mein neuer Papa würde. Er ist nett. Dann wäre Milan mein Cousin und du mein Onkel. Und wenn du Sofia heiratest, wäre sie meine Tante.‹«
Ben grinst, hebt die Hand und gibt ihr High five. »Ich hab auch noch eins:«, trompetet er. »›Unser großer Bruder ist verknallt!‹ Hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde.«
Alle außer Waltraud lachen.
Danke für das Gespräch
Sofia: »Danke dir, liebe Claudia, in unser aller Namen und ganz besonders im Namen von Marleen!«

[Autoreninterview] Marleen May



Autoreninterview
Marleen May

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Sehr gerne! Ich bin Marleen May, lebe in Dortmund und schreibe lebensfrohe, berührende Liebesromane. Ich habe erst Übersetzen und danach Informatik studiert und arbeite heute hauptberuflich als Software-Entwicklerin. Für den ein oder anderen mag es widersprüchlich klingen, aber Schreiben, Übersetzen und Programmieren haben für mich sehr viel gemeinsam. In allen drei Fällen kann ich mit Hilfe von Sprache Dinge entstehen lassen, die anderen das Leben leichter, schöner oder bunter machen. Das ist mir Motivation und Freude zugleich.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Die Grundidee für meinen ersten Roman hatte ich schon lange im Kopf, aber nie ernsthaft damit gerechnet, sie einmal umzusetzen. Doch dann ist mir eines Nachts ein passender Einstieg in die Geschichte eingefallen, den ich mir zum Glück sofort notiert habe, sonst hätte ich ihn unter Garantie vergessen! (lacht) Gleich am nächsten Nachmittag habe ich mich an den Schreibtisch gesetzt und einfach losgelegt. Dass daraus ein fertiger Roman werden würde, der dann auch noch veröffentlicht wird, habe ich kaum zu hoffen gewagt. Viel wichtiger ist mir ohnehin das Schreiben selbst geworden. Ich war damals in einer schwierigen Lebensphase und es hat mir unheimlich gut getan, meine Sorgen eine Weile hinter mir zu lassen und in eine Welt abzutauchen, die ich mir so machen kann, wie sie mir gefällt.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
In meinem ersten Roman »Love, finally« trifft Josie nach 15 Jahren ihre große Jugendliebe Kilian wieder. Zwischen den beiden funkt es gewaltig, doch Kilian ahnt nicht, dass Josie ihm bei der Trennung eine ausgesprochen wichtige Kleinigkeit vorenthalten hat … In meinem neuen Roman »Lakeside Love – Herz über Bord« begleitet Sofia ihr Mündel Milan zu seinem Vater Antoine an den Bodensee. Dass zwischen der temperamentvollen Halbitalienerin und dem unnahbar wirkenden Anwalt trotz sommerlicher Temperaturen kein eitel Sonnenschein herrscht, war zu erwarten. Warum es zwischen ihnen plötzlich heftig knistert, kann sich dagegen beim besten Willen keiner von beiden erklären ...
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich habe ein paar Ideen, aber noch nichts Konkretes in Arbeit.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Schreiben und Sport, am liebsten draußen.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich bin seit Jahren ein treuer Fan der Stephanie Plum Reihe von Janet Evanovich. Meine Kinder und ich lieben Harry Potter und lassen uns auch sonst gerne in magische Welten entführen. Zuletzt hat mich die Mr. Dalton Reihe von Lilly Labord begeistert.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Alles, was ich brauche, ist langweiligerweise mein Laptop! Ich habe wenig Zeit und bin viel unterwegs und mit ihm habe ich immer alles griffbereit und kann überall arbeiten, egal ob am Schreibtisch, auf dem Sofa, auf dem Balkon, im Zug oder sogar während ich in der Musikschule auf eins meiner Kinder warte ...
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ach herrje! Auch der ist leider völlig unspektakulär! Vormittags arbeite ich und nachmittags kümmere ich mich um Haushalt und Kinder. Dazwischen versuche ich Zeit zum Schreiben abzuzwacken, denn abends bin ich dafür oft zu müde. Da lese ich lieber oder mache Sport.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Liebesromane und Liebesromane.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Es ist weniger ein Zitat, sondern eher ein Motto, nämlich: »Just do it!« Für mich bedeutet es »Neues wagen«, »Neues denken«, »offen bleiben«, »raus aus der Komfortzone«, »nur Mut«, »nicht so viel grübeln« und manchmal auch einfach »Augen zu und durch«!
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Seit frühester Jugend liebe ich England und darin ganz besonders London. Schuld daran sind Sir Arthur Conan Doyle, Agatha Christie, Depeche Mode und Doc Martens.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Mir ist natürlich klar, dass es unmöglich ist, allen zu gefallen. Dennoch nehme ich mir Kritik sehr zu Herzen, so viel steht fest! In der Beziehung könnte ich ruhig etwas dickhäutiger sein. Was ich am Ende daraus mache, kommt ganz auf die Kritik selbst an, wie sie formuliert ist, was sie bezweckt, wer sie äußert und natürlich was sie beinhaltet.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ganz ehrlich bin ich ziemlich blauäugig an die Veröffentlichung meines ersten Romans herangegangen und es ist ein kleines Wunder, dass alles so reibungslos geklappt hat! Nachdem «Love, finally« fertig war, hatte ich Selfpublishing überhaupt nicht auf dem Schirm. Ich habe mir nur überlegt, bei welchem Verlag ich das Manuskript einreichen möchte, mich für Forever entschieden und nach drei Monaten Wartezeit, als ich schon fast nicht mehr damit gerechnet hatte, ist es angenommen worden.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Just do it! Hört auf euer Herz und lasst euch nicht in eine Schublade stecken!

Sonntag, 1. August 2021

[Rezension] Controller Roulette von Lilly M. Beck

 




Das Buch "Controller Roulette: Wem vertraust du dein Sextoy an?" wurde von Lilly M. Beck verfasst und erschien 2021 bei Berlinable.

Die Autorin nimmt uns mit auf eine Party, die heiß ist. Die Frauen haben ein Toy und geben die Controller beim Einlass ab, um dann im Laufe des Abends ihre Überraschungen zu erleben, denn keiner von den Männern weiß wirklich wen er steuert.
Die Wortwahl und der Sprachstil waren klar und prägnant. Die expliziten Szenen, von denen es einige gibt waren heiß, prickelnd und verführerisch. Man konnte mit ihnen lachen und sich so mancher Situation hingeben.

Jeder, der gerne heiße Kurzgeschichten liest, dem kann ich diese Kurzgeschichte sehr empfehlen.