Samstag, 14. November 2020

[Reiheninterview] Die Tagebücher des Michael Iain Ryan von Nadja Losbohm

 


Reihenvorstellung 

Heute treffe ich mich mit Nadja Losbohm, um mit ihr über ihre Reihe „Die Tagebücher des Michael Iain Ryan“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit hast, um mit mir über deine Reihe zu reden.
Hallo Claudia, ich danke dir, dass ich bei dir zu Gast sein darf, und danke dir sehr für diese wunderbare Möglichkeit.
Kannst du uns deine Reihe, bestehend aus den Teilen „1“ und „2“ mit wenigen Worten vorstellen?
„Die Tagebücher des Michael Iain Ryan“ sind eine düstere, historische Fantasy-Geschichte über den Lebensweg eines einfachen Bauernsohns hin zum größten Krieger gegen die Finsternis. Michael ist nicht nur der Protagonist dieser Reihe, sondern auch eine der Hauptfiguren aus meiner romantischen Fantasy-Reihe „Die Jägerin“, in der er den Leserinnen bereits den Kopf verdreht hat. Da er aber ein Mann ist, den zahlreiche Mysterien umgeben und er ein sehr interessantes und vor allem langes Leben gelebt hat, hat er schließlich seine eigene Reihe bekommen, in der er schonungslos von seinen Erfahrungen berichtet, die seine Kindheit früh beendeten, die ihn aber auch zu dem einzigartigen Mann gemacht haben, der er später sein wird.
Deine Charaktere wachsen mit ihren Aufgaben, entwickeln sich weiter, bestehen so manche Situation. Fällt es dir leichter sie durch einfache, lustige oder durch schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Eine sehr gute Frage. Hm, ich denke, es fällt mir leichter, sie durch schwierige Situationen hindurch zu führen. Es tut mir zwar selbst in der Seele weh, dass sie diese erleben müssen, aber letzten Endes ist viel von ihrem Schmerz auch meiner. Ich weiß also manchmal, was sie durchmachen und kann nachvollziehen, wie es ihnen damit geht. Und ich weiß auch, dass es ihnen eines Tages besser geht – wenigstens ein bisschen.
Hast du Lieblingsstellen in deiner Reihe, die du uns gerne vorstellen würdest?
In Michaels erstem Tagebuch ist eindeutig eine Szene mein Liebling, in der Michael von jemand genötigt wird, einen verdorbenen Apfel zu essen. Das klingt natürlich nicht schön und ist auch ein bisschen gemein, aber ich hatte schon ein bisschen Spaß dabei, diese Szene zu beschreiben. ;-) Michaels muss definitiv eine Menge aushalten. 
Im zweiten Tagebuch gibt es verschiedene Szenen, die zu meinen Lieblingen gehören. Die Eröffnungsszene des Buches gehört zum Beispiel dazu, weil sie einen besonderen Moment auf seinem Weg markiert und eine besondere Atmosphäre besitzt. Und dann gibt es da noch…nein, das kann ich jetzt noch nicht verraten. Sonst gibt es ja keine Spannung mehr. ;-)
Wie viel echte Nadja steckt in deinen Büchern oder dem ein oder anderen Charakter?
In jedem meiner Bücher und in jedem meiner Charaktere, denke ich, steckt etwas von mir. Mit Michael zum Beispiel teile ich meine Nachdenklichkeit, mein „Weltverbesserer-Gen“ und meine Liebe zu den Büchern. Viel von meinen eigenen Erlebnissen, Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen steckt aber vor allem in meiner Kurzgeschichten-Sammlung „Chwedlau Tywyll – Dunkle Märchen“, die die nicht so schönen Seiten des Lebens behandeln. Es war und ist mir ein großes Bedürfnis, auch über sie zu schreiben und zu sprechen. Heutzutage wird viel zu oft über solche Dinge geschwiegen. Stattdessen wird uns die meiste Zeit nur eine glamouröse Fassade gezeigt, insbesondere in den sozialen Medien. Dass die Medaille aber zwei Seiten hat, das vergessen viele sehr, sehr leicht.
Wenn ich deine Protagonisten, Antagonisten oder auch Nebencharaktere fragen würde. Wie würden sie dich beschreiben? 
Sie würden mich vermutlich als „aufmerksam, verständnisvoll, geduldig, einfühlsam und ausdauernd“ bezeichnen.
Wann stand die Idee eine Reihe zu schreiben? Stand es von vornherein fest, dass es ein Mehrteiler wird, oder haben die Protagonisten ein Eigenleben entwickelt?
Bei Michaels Tagebüchern stand es definitiv von Anfang an fest, dass es mehrere werden. Ich hatte nur nicht von Beginn an geplant, seine Geschichte extra zu erzählen. Erst eine Leserin brachte mich auf die Idee. Sie hatte zuvor „Die Jägerin“ gelesen und meinte, dass Michael darin viel zu kurz kommt, dabei hat er so ein interessantes Leben geführt und viel zu erzählen, worüber man in der Jägerin-Reihe nur einen Bruchteil erfährt. Sie meinte, Michael verdiene eine eigene Reihe. Tja, und manchmal höre ich ja auch auf meine Leser*innen. J
Wann kamen die Titel? Standen die im Vorfeld schon fest, oder entwickelten sie sich im Laufe des Schreibprozesses?
Für Michael wusste ich sofort, dass es „Die Tagebücher des Michael Iain Ryan“ werden sollen. Das habe ich selten, dass ich in so einem frühen Stadium schon weiß, wie das Buch heißen soll. Bei anderen wie z.B. den Untertiteln für „Die Jägerin“ war es teilweise schwieriger. Aber letzten Endes sind sie, denke ich, alle passend zu den Büchern.
Wer ist denn der Coverdesigner?
Die Cover für Michaels Tagebücher hat Tom Jay gestaltet. Er hat tatsächlich die meisten meiner Cover designt.
Bist du mit deinen Covern zu 100% zufrieden, oder würdest du nachträglich noch etwas ändern wollen?
Ich bin zu 100% zufrieden. Sie sind genau so, wie ich sie mir damals erträumt habe und wie ich sie heute immer noch liebe. Sie sind genau richtig! :)
Zum Abschluss würden mich noch deine Lieblingszitate aus den Büchern interessieren.
Oooh, da gibt es so einige. :) Aus Teil 1 ist zum Beispiel dieses hier einer meiner absoluten Favoriten: „Ich beobachte dich, Michael Iain Ryan. Ich habe dich immer im Blick, selbst dann, wenn du mich nicht siehst. Vergiss das nie.“ Ich mag die Spannung, die Bedrohung, die darin liegen, und das „Versprechen“ wird auch eingehalten. ;-) Aus Teil 2 ist dieses eines meiner Lieblingszitate: „Dein neues Leben hat begonnen, in dem du die Monster jagst und nicht umgekehrt.“ Oder auch dieses: „In dir steckt mehr, als du denkst. Glaub mir, ich habe schon viele kommen und gehen sehen. Du wirst uns noch alle überraschen und dich selbst am allermeisten.“
Danke für das Gespräch.
Vielen lieben Dank für das wunderbare Interview. Es hat mir großen Spaß gemacht.

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