Montag, 2. November 2020

[Buchvorstellung einmal anders] Ein Lied, mein Leben und was sonst noch schiefgehen kann von Tini Wider


Buchvorstellung einmal anders 

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Lilly und William aus „Ein Lied, mein Leben und was sonst noch schiefgehen kann“ und deren Autorin Tini Wider.

Claudia: Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig interviewen?
Lilly: Ja natürlich. Sehr gerne. 
William nickt. (Kein Mann der großen Worte)
Claudia: Ich hatte vor kurzem ein langes Gespräch mit eurer Autorin, deshalb wäre es schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
Lilly: Soll ich erst? William nickt wieder 
Lilly: Okay. Also mein Name ist Lilly, Gillian, um genau zu sein und ich komme aus dem Stadtteil Niederzwehren bei Kassel. Jetzt wohne ich aber schon eine Zeit in Berlin und bin ein richtiges Großstadtgirl geworden. 
William zieht die Augenbrauen hoch. Lilly grinst schelmisch. 
William: Ich bin William und komme aus Island. Beziehungsweise eine Hälfte von mir. Ich fühle mich aber als Berliner. Ich arbeite als Tontechniker in einem großen Plattenlabel am Potsdamer Platz. 

Lilly: Können wir das Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben, ohne den Klappentext abzulesen? 
Lilly: Ja, nun.... meine Mama ist vor kurzem verstorben... 
Lilly schluckt und William nimmt ihre Hand, so erlangt sie wieder ihre Fassung. 
Lilly: Das war nun nicht einfach und außerdem musste ich von meinem schönen beschaulichen Dorf nach Berlin ziehen. Dort treffe ich dann auf Jamie, die mir erst mit Rat und Tat zur Seite steht. 
William: Ja denkste… 
Lilly legt ihm den Finger auf den Mund. 
Lilly: Nicht alles verraten! Zum Glück sind aber wir beide uns über den Weg gelaufen. 
William: Genau. Und dann gibt es noch diesen seltsamen Anhänger. 
Er reibt sich den Nacken. 
William: So ganz genau verstanden habe ich das immer noch nicht, aber irgendwie hat das Ding -… unerklärliche Kräfte. 
Lilly: Meiner Mama war er auch immer unheimlich. Auf jeden Fall wird die Situation unerträglich, aber irgendwann wird es mir zu viel und ich setze mich zur Wehr. Mit der Hilfe von William, meiner Oma und noch ein paar netten Menschen. 

William: Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein? 
Tini: In diesem Fall tut es mir wirklich richtig leid. Aber wie hätte ich Lilly denn aus ihrem Dorf bekommen? Die wäre ja ewig und drei Tage drinnen hocken geblieben. 

Lilly: Habt ihr auch eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr vorstellen möchtet? Meine ist, als ich in der Bar das erste Mal singe. Das war einfach einmalig. 
William: Meine ist eindeutig die Schlussszene auf der Bühne. 

William: Wie viel echte Tini steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter? 
Tini: In diesem Fall nicht sehr viel. Ich musste eine recht genaue Charakteranalyse machen, um beim Schreiben nicht aus der Rolle zu fallen. Ich bin ja fast schon eine kleine Rampensau. Dann hab ich vielleicht noch mehr mit Oma Math gemein - aber nicht ganz so exzentrisch. Außerdem wollte ich immer aus dem Dorf raus - mich hätten keine zehn Pferde dort gehalten.
Claudia: Lilly und William unter uns. Wie würdet ihr als Hauptprotagonisten eure Autorin beschreiben?
Lilly: Ja nicht sehr nett. Ich meine klar, rückblickend verstehe ich das schon, aber musste denn wirklich alles so dick für mich daherkommen? 
William: Wir hätten uns ja auch einfach bei einem netten Ausflug in Berlin kennen lernen können. Oder? Nein es muss hart auf hart kommen. Danke Tini.
Claudia: Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?
Lilly: Der Titel, was für ein Kampf. Er ist auch echt lang, meine Güte. 
William: Aber es gab einfach sonst nichts Passenderes. Ich mag ihn irgendwie. 
Lilly: Ja irgendwann gewöhnt man sich dran. Aber gefragt hat uns keiner. 

William: Sind wir zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hätten wir nachträglich noch etwas ändern sollen? 
Lilly: Also ich liebe es. Es sind einfach alle Elemente darauf vertreten. 
William: Ich hätte es mir vielleicht ein wenig… naja... rockiger vorgestellt. Aber es ist schon recht nett.
Claudia: Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Lilly: Vor allem wurde mir klar, dass weder Mamas noch Omas Weg der richtige für mich war. Mein Weg, mein ganz persönlicher Lilly-Weg, den ich noch nicht so richtig vor mir sah, war der richtige. Den musste ich aber erst finden 
William: Ich mag das Lied von Leonard Cohen – Anthem. Das zitiert der Wolf: 
Leute die Glocken, die noch klingen. 
Vergiss die trivialen Gaben. 
Da ist ein Riss, ein Riss in allem. 
Da ist der Spalt, durch den das Licht einfällt.
Claudia: Vielen Dank für das Gespräch

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