Donnerstag, 7. November 2019

[Autoreninterview] Petra Bethe

Autoreninterview
Petra Bethe

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hi, ich heiße Petra Bethe, bin Mutter von vier Kindern, gelernte Altenpflegerin und jetzt schon seit gut sechs Jahren Buchautorin.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Wie es bei den meisten Autoren so ist, begleitet auch mich das geschriebene Wort seit frühester Kindheit. Aber die Idee, ein Buch zu schreiben, kam bei mir erstmals 2011, als ich einen abgedrehten Traum hatte, der mich inspirierte. Diese Geschichte habe ich allerdings nie fertiggestellt, denn Schreiben ist doch nicht so einfach, wie ich anfangs dachte. Ich habe viel lernen müssen und dabei gemerkt, dass meine erste Buchidee Klischees über Klischees bedient. Sie bleibt am besten dort wo sie ist – in der Versenkung ;)
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben? 
Zwei der vier Bände der Enigma-Reihe sind unter meinem Namen erschienen und zwei davon hat Mara Miditello veröffentlicht. Geschrieben haben wir alle Bücher gemeinsam, deshalb sind sie auch so sagenhaft (wie ich finde), denn wir ergänzen uns beim Schreiben einfach wunderbar. Meine Kurzomane (Ge)wichtige Liebe 1 und 2 handeln von einer stark übergewichtigen Frau, die sich kaum vorstellen kann, dass es für sie in Sachen Liebe jemals ein Happy End gibt.

Demnächst wird unter meinem Pseudonym Quin Tanner eine Gayromanze mit dem Titel Sommersprossen lügen nicht erscheinen. Da freue ich mich schon riesig drauf.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich arbeite immer an einem neuen Werk, meist sogar an mehreren Projekten gleichzeitig. Mal sehen, was als erstes fertig wird – Jugendroman, Thriller oder Urban Fantasy.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
In meiner freien Zeit bin ich gern mit meinem Mann, den Kids und unseren Hunden draußen, z.B. im Garten. Oder ich gehe mit Freunden aus, besuche Veranstaltungen wie Poetry Slam, Konzerte oder Kunstausstellungen. Aber ich genieße auch ruhige Filmabende mit meinem Mann auf der Couch. Als Leseratte nutze ich die viele Zeit, die ich in der Bahn verbringe, um meine Nase in ein Buch zu stecken.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Seit frühester Jugend liebe ich Stephen King, aber mittlerweile lese ich am liebsten Bücher deutschsprachiger Autoren.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich schreibe am liebsten am Küchentisch. Da habe ich meistens Ruhe und einen tollen Blick auf den Balkon, wenn ich mich in meinen Kopf zurückziehe und gedanklich die nächsten Zeilen forme.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ein ganz normaler Tag beginnt um 5 Uhr. Eine gute halbe Stunde später bin ich auf dem Weg zum Bahnhof. Dreißig Minuten in der S-Bahn lese ich meist oder skizziere die nächsten Szenen meines aktuellen Projekts. Meinen Laptop habe ich auf der Arbeit dabei, und freie Minuten, die ich mich nicht um meine Patientin kümmern muss, kann ich zum Schreiben nutzen.

An freien Tagen stehe ich erst um 7 Uhr auf – den Luxus gönne ich mir –, wecke die Kinder und gehe nach dem ersten Kaffee mit den Hunden raus. Wenn alle aus dem Haus sind, nutze ich die ruhige Zeit zum Schreiben. Ca. 2 bis max. 3 Stunden, dann kümmere ich mich um meine pflegebedürftige Mutter, den Haushalt und das Mittagessen.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben? 
Als Leserin liebe ich blutige Thriller, schreibe aber am liebsten Romance in allen Varianten (Fantasy, Gay, Hetero, zeitgenössisch, mit oder ohne Erotik, usw.)
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ich handle sowohl beruflich als auch privat nach dem Motto „Qualität statt Quantität“ . Das ist kein Zitat in dem Sinne, als vielmehr ein Leitsatz.

Folgendes Zitat stammt aus meinem Gay-Roman:
Um sein Glück zu finden, muss man sich von allen Erwartungen, die an einen gestellt werden – inklusive der eigenen –, lösen und lernen, auf sein Herz zu hören.
Diese Entwicklung muss im Grunde jeder durchmachen, bevor er oder sie sich entfalten kann. Deshalb beschreibt der Satz meine Arbeit in Bezug aufs Schreiben sehr gut.
Hast du ein Lieblingsland und warum? 
Ich liebe Deutschland und seine Kultur, denn hier bin ich geboren. Aber ebenso liebe ich Spanien, das Meer, Palmen, die Sprache und die Menschen. Dort sind meine Wurzeln, meine Familie väterlicherseits. Ich war seit meiner Jugend nicht mehr dort, was mich häufig mit Wehmut erfüllt.

Sehen würde ich natürlich gerne noch viele weitere Länder, allerdings habe ich Flugangst, was das Reisen erschwert.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Gemeinsam mit meiner Lektorin habe ich festgestellt, dass ich kritikgeil bin *lach* Mit Lob kann ich weniger gut umgehen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich fahre zweigleisig ;) Die Enigma-Reihe hatte mit den ersten beiden Bänden ihren Anfang bei einem Verlag.

(Ge)wichtige Liebe habe ich direkt selbst veröffentlicht und es nie bereut.
Im Gegensatz dazu hatte ich für meinen Gayroman bereits im Vorfeld den dead soft verlag ins Auge gefasst. Verlag oder SP – da handle ich mittlerweile nach Bauchgefühl.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Es gibt wunderbare Sterne am Autorenhimmel, die vom Pulsieren größerer überstrahlt werden und somit kaum jemandem auffallen. Wenn ihr solche Sternchen findet, erzählt anderen von ihren Werken, damit ihr Strahlen weiter fort reicht. Sonst erlischen sie vorzeitig.

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