Freitag, 1. November 2019

[Autoreninterview] Kerstin Barth

Autoreninterview
Kerstin Barth


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?

Ja hallo erst mal, ich weiß nicht, ob Sie es wussten ... Nein, Quatsch, natürlich bin ich nicht der Komiker, auch wenn ich ihn sehr mag. Ich bin Kerstin Barth, Sternzeichen Fische, Asz. Steinbock. ;-) Mutter, Ehefrau, Lektorin und Autorin.
Wie bist du zum Schreiben gekommen? 
Eigentlich bin ich durch meinen Mann (Thrillerautor Michael Barth) und durch diverse andere Autoren, deren Werke ich als Lektorin auseinandernehmen durfte, zum Schreiben gekommen. Ich hatte plötzlich die Idee zu »Holly und die Sache mit dem Wünschen« und dachte, ich versuch es einfach mal.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Gerade erst ist mein vierter Roman erschienen. Er ist der abschließende Teil meiner Holly-Reihe, in der es, wie es der Name schon verrät, um Holly Bishop geht. Eine liebenswerte, junge Frau, manchmal etwas naiv und in der Regel ziemlich tollpatschig. Es ist eine Heile-Welt-Geschichte mit Ecken und Kanten und einigen Stolpersteinen – kurz: eine romantische Komödie.

Im ersten Teil »Holly und die Sache mit dem Wünschen« sucht sie ihren Traummann und scheint ihn tatsächlich in einer Kuppelshow gefunden zu haben.
Der zweite Teil »Holly und die Sache mit der Liebe« beschreibt das Auf und Ab ihrer Gefühle, während der Verliebtheitsphase. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – genauso fühlt sich Holly im ständigen Wechsel.
Tja, und im abschließenden dritten Teil »Holly und die Sache mit dem Glück« geht es um ihre Traumhochzeit, ihre beste Freundin Maren, sonst der Fels in der Brandung und nun am Boden zerstört, und um einen besonderen Traum, der Holly erfüllt wird.
In jedem dieser Teile spielte Hollys Oma, Jolanda Sonntag, eine tragende Rolle. Sie ist die gute Seele, die immer einen Rat weiß (daher auch Oma Yoda). Die Leser waren von Oma Yoda so begeistert, dass ich den Roman »Weihnachten mit Oma Yoda« geschrieben habe. Der Leser begleitet sie durch die Weihnachtszeit, erlebt mit ihr einen ganz neuen Lebensabschnitt und natürlich kommen auch die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz, da sie gern ihre Liebsten verwöhnt. Weihnachtliche Rezepte findet man dann im Anschluss an die kleine Geschichte. Übrigens durften ein paar Facebook-Freundinnen Oma besuchen und haben uns auch ihre liebsten Weihnachtsrezepte verraten.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Im Moment liegt mein Hauptaugenmerk auf dem Lektorat. Gerade habe ich den vierten Teil einer Liebesroman-Reihe einer befreundeten Autorin vor mir liegen und sicher kommt auch bald ein neuer Ethan-Kink-Roman (Pseudonym meines Mannes für etwas härtere und blutigere Werke) auf den Tisch.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ganz ehrlich? Am allerliebsten würde ich Dauerurlaub an der Ostsee machen, aber das funktioniert aus finanziellen Gründen nicht wirklich. ;-) Ansonsten ist meine Freizeit so knapp bemessen, dass ich dann tatsächlich am liebsten die Füße hochlege, schlafe oder lese.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Früher habe ich unglaublich viel gelesen, quasi alles verschlungen, was mir in die Finger kam. Es gibt so viele gute Autoren, dass ich mich unmöglich auf einen festlegen kann. Aber meine Highlights habe ich dennoch. Ich bin bekennender Harry-Potter-Nerd. Was Frau Rowling geschaffen hat, ist so einmalig und faszinierend, dass ich sagen würde, kein anderer hat das je geschafft. Die Bücher, aber auch die Filme, kann man immer wieder aufs Neue lesen/sehen und empfindet sofort den Zauber des ersten Mals wieder und wieder und wieder ...

Überhaupt bin ich ein Fan von Fantasyromanen, daher kommt an zweiter Stelle »Die Seiten der Welt« von Kai Meyer. Wer Bücher und deren Welt liebt, wird mich verstehen. Hier wurden mit so viel Liebe eine Welt und Kreaturen erschaffen, die so fantastisch sind, dass man einfach in die Bücher abtauchen und in der Geschichte sein möchte.
Auch die dritte Reihe, wen wunderts, angesiedelt im Bereich Fantasy, gab es so noch nie. »Scythe« von Neal Shusterman hat eine Geschichte erschaffen, die einen sofort in ihren Bann zieht und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Es geht um eine Welt, die perfekter nicht sein kann ... sollte man zumindest meinen. Keiner stirbt mehr, Krankheiten sind lange ausgemerzt und jeder kann auf jegliches Wissen zurückgreifen. Klingt gut, oder? Aber auch diese schöne, heile Welt hat ihre Tücken. Zum Glück kommt bald der dritte Teil, auf den ich lange sehnsüchtig warte.
Und vor Kurzem hat mich eine andere Reihe begeistert und ich habe ein zweites Lieblingsgenre entdeckt. Die Clifton-Saga von Jeffrey Archer habe ich förmlich verschlungen, weil sie unglaublich gut geschrieben ist. Jetzt suche ich mehr davon. :-)
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Das ist ziemlich unspektakulär. Ich teile mir einen riesigen Schreibtisch mit meinem Mann Michael. Okay, der Fairness halber muss ich gestehen, ich habe etwa 2 Meter von den insgesamt 3 Metern in Beschlag genommen und die sehen meist ziemlich chaotisch aus. Ansonsten besteht unsere »Kommandozentrale« aus jeweils zwei Bildschirmen, Laptop, PC und einem Multi-Funktions-Drucker zwischen uns.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ach, meist ähnelt sich ein Tag dem anderen. Um 6 Uhr aufstehen, Kind zur Schule schicken, noch mal ein Stündchen schlafen, danach schreiben oder lektorieren – dazwischen eine Kleinigkeit essen und viel Kaffee. Mit dem Hund rausgehen, arbeiten, vielleicht putzen, Termine wahrnehmen, Schreib- und Organisationskram erledigen. Gegen 17 Uhr Essen kochen, danach etwa bis 21 Uhr arbeiten. Spätestens ab 22 Uhr ist dann Film-/Kuschelzeit mit meinem Mann. Zwischen 0 und 1 Uhr gehen wir ins Bett ... fast wie eine Zeitschleife. ;-)
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen definitiv Fantasy und historische Romane. Beim Schreiben Romantik und Thriller (noch nicht geschrieben, aber auf der Liste).
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Mein Lieblingszitat bezieht sich auf beides, wahres Leben und meine Bücher: »Familie ist, wo das Leben seinen Anfang nimmt und die Liebe niemals endet.« Und ansonsten ist mein Motto: NIEMALS aufgeben.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich kenne jetzt nicht so viele fremde Länder, es hatte sich nie ergeben. Aber ich möchte unbedingt nach Paris und London, das wäre ein Traum von mir. Na ja, vielleicht ist doch England mein Lieblingsland. Ich liebe die Kultur und die Mentalität der Engländer. Außerdem bin ich sicher, wenn es Magie gibt, dann dort.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Puh, schwierig. Im ersten Moment gefällt mir Kritik überhaupt nicht. Mein Ego plustert sich enorm auf. Da hilft nur, beruhigen, alles sacken lassen und darüber nachdenken. Nach dieser Phase bin ich durchaus kritikfähig und ändere schon mal meine Meinung, Textpassagen, was auch immer.
Warum hast du dich entschieden, Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen? 
Prinzipiell bin ich ein ungeduldiger Mensch, wenn es darum geht, mich zu verwirklichen. Den passenden Verlag zu finden, in das Programm aufgenommen zu werden und das Buch auf dem Markt zu sehen, ist ein langwieriger Prozess, dem ich mich derzeit nicht unterwerfen möchte. Aber es ist auch ein hartes Stück Arbeit, denn man muss wirklich alles selbst machen oder in Auftrag geben (Lektorat, Covergestaltung, Druck, Vertrieb etc.). Und der Weg ist nicht immer einfach, da es zu viele gute Autoren sowohl in Verlagen als auch unter den Selfpublishern gibt. Auch gibt es noch eine Vielzahl von Lesern, die Selfpublisher-Bücher ablehnen, weil sie einfach keine guten Erfahrungen gemacht haben, da im Prinzip jeder etwas veröffentlichen könnte, egal, ob er das Handwerk beherrscht oder eben auch nicht.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Sei immer du selbst und gehe keine Kompromisse ein, die du nicht mit deinem Gewissen, deinem Herzen vereinbaren kannst. Verschwende keine Zeit mit falschen Freunden/Partnern/Familienmitgliedern, einer Arbeit, die dir nicht guttut, Streit, negativen Gedanken – das Leben ist viel zu kurz, um es durch so etwas zu belasten.

Hab eine schöne Zeit mit deiner Familie oder mit dir selbst und liebe das Leben, sieh die schönen Dinge, die es dir täglich bereitet.
UND kauf meine Bücher ... und die meines Mannes Michael. *grins*

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