Montag, 29. April 2019

[Autoreninterview] Jessica V. Houven

Autoreninterview
Jessica V. Houven

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hallo! 😊 Und vielen lieben Dank für die tolle Gelegenheit mich und meine Bücher ein wenig vorzustellen. Ich bin Jessica, 30 Jahre jung und ich komme aus dem beschaulichen Westerwald in Rheinland-Pfalz. Schön nah zu den Städten, aber ruhig genug, um zu wissen, wie echte Rehe aussehen. Ich gehöre noch zu denen, die als Kind nach der Schule in den Wald zum Spielen gegangen sind. Ich liebe Eistee, Sommer & Strand und eine riesige Freude könnt ihr mir mit Schokokoalas machen.
Ende 2017 habe ich den ersten Schritt als Selfpublisher gemacht und es kein bisschen bereut, obwohl es so viel zu lernen gibt. Niemand ist perfekt und das wäre auch viel zu langweilig. 😊
Wie bist du zum Schreiben gekommen? 
Ich mochte Bücher schon als Kind und habe sehr gerne gelesen – alles, was mir in die Finger kam. Außerdem habe ich mir abends im Bett oft Geschichten ausgedacht und eine Weile sogar aufgeschrieben.
Richtig ans Schreiben bin ich aber erst mit 14/15 Jahren gekommen. Es entstand eine Vampirgeschichte, die natürlich noch nicht annähernd Material zum Veröffentlichen war. Seitdem war aber ein Schalter umgelegt und diverse Geschichten geisterten mir durch den Kopf. Eine Zeit lang habe ich sogar in RPGs geschrieben, weil es noch leichter war, einen Gegenpart beim Schreiben zu haben. Dann habe ich endlich den Mut zusammengenommen, eine meiner Geschichten auch mal fertig zu schreiben und den Sprung ins kalte Wasser zu wagen.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben? 
Mein erstes Werk war „Mitnal – Das Reich der Toten“, ein Fantasyroman, der in Mexiko spielt. Magisch begabte Jugendliche werden dort an einer Akademie unterrichtet und erleben ein erstaunlich starkes Erdbeben mit. Karicia ist die Einzige, die dahinter mehr vermutet und gemeinsam mit ihrer Cousine die unerklärlichen magischen Ereignisse ergründen will – nicht zuletzt, weil sie Stimmen hört, die vor genau diesem Erdbeben gewarnt haben.
Mein zweites Buch ist „Das Gesetz der Eiche“ und spielt in London. Es ist eine Mischung aus Action und Spannung. Nola beginnt ihr Studium an einer renommierten Universität, wo ihr Gerüchte über einen mysteriösen Geheimbund zu Ohren kommen. Die Geschichten lassen sie nicht los, weshalb sie mehr darüber herausfinden will. Allerdings wird sie während ihrer Recherchen schneller in kriminelle Handlungen verstrickt, als sie ahnen kann. 
Und zu „Das Gesetz der Eiche“ gibt es jetzt nun den Folgeband „Die Blätter der Eiche“.
(Zack, mehr als fünf Sätze – die quatschenden Autoren…)
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk? 
Na klar. Es geistern immer viele Ideen herum. Momentan recherchiere ich für ein paar Geschichten, um zu prüfen, ob etwas buch-taugliches dabei ist. Ansonsten arbeite ich an einer Fantasy-Geschichte, die ich vor ein paar Jahren begonnen habe. Ich möchte da einige Punkte überarbeiten und die Story abschließen. Es wird sich um eine komplett eigenständige Welt drehen.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten? 
Ach, das sind bei mir die typischen Klassiker, schätze ich. Zum Beispiel unternehme ich gerne etwas mit meinen Freunden, gehe ins Kino oder lese. Ich bin auch ein ziemlicher Serien-Junkie und ich reise total gerne.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst? 
Ja, auch ich bin ein Harry Potter Fan. Nicht anders zu erwarten, wenn man mit den Büchern und Filmen aufwächst, oder? Die Bücher könnte ich immer und immer wieder lesen. Das wird nicht langweilig. Die „Erben der Nacht“-Reihe von Ulrike Schweikert habe ich auch verschlungen, mehrmals. Ich lese aber seit einigen Jahren vermehrt Bücher von Selfpublishern bzw. „unbekannteren“ Autoren (im Vergleich zur lieben Frau Rowling). Da mag ich vor allen Dingen Laura Labas und Jo Schneider.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst? 
Oh, ich habe befürchtet, dass die Frage irgendwann mal auftauchen würden. Fast alle anderen Autoren haben so tolle Bilder von ihren Schreibtischen bei Instagram und Co. Meiner ist dagegen total langweilig, ohne hinreißenden Ausblick. Beim Schreiben blende ich aber ohnehin alles um mich herum aus, deshalb ist das halb so wild. Die Ideen und das Plotten läuft bei mir aber auch an der frischen Luft oder auf der Couch.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen? 
Ein normaler Arbeitstag beginnt damit, dass ich den Wecker verfluche und mich dann doch aus dem Bett quäle. Liegen bleiben und den Wecker nochmal klingen lassen… nein, dann würde ich definitiv einschlafen und nicht zur Arbeit gehen. Spulen wir mal vor, während ich fleißig dem Brotjob nachgehe uuuuuuund dann um halb fünf zuhause bin. Blinzel.
Im besten Fall brauche ich nicht einkaufen oder putzen (wer hat diese regelmäßigen Aufgaben eigentlich erfunden?) und fahre den Computer hoch. Mails checken, VIP-News checken (totales Opfer! Frag mich, wer in Hollywood mit wem zusammen war, ich weiß es), Tee kochen. Und dann wird gewerkelt. Je nachdem was ansteht. Fragen von lieben Bloggern beantworten, sich überlegen, welche Werbung man machen könnte, plotten oder schreiben. Wenn ich über einer Szene brüte, kann es passieren, dass ich im Wohnzimmer auf und ablaufe und ja, ich rede auch manchmal mit mir selbst… Irgendwie kann ich der Idee dann manchmal besser folgen und sie greifen. Tja und in der Woche versuche ich um 20 Uhr auf der Couch zu sein, um abzuschalten.
Am Wochenende sieht das ähnlich aus, weil ich vormittags andere Dinge erledige und meist erst ab dem frühen Nachmittag zu schreiben beginne. Ist irgendwie eher meine Zeit.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben? 
Beim Lesen sind mir Thriller und Fantasy am liebsten. Wobei ich auch je nach Laune alles Mögliche lese: Romanzen, Lustiges, Historische Romane, Krimis. Ich möchte mich nicht zu sehr festlegen, weil es eben auch wundervolle Bücher in anderen Genres gibt.
Beim Schreiben hält es mich momentan vor allem in den Bereichen Fantasy und Fiction. Mal sehen, ob sich das irgendwann noch ändert.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt? 
Ich hab ziemlich viele, weil ich auf tiefgründe Sprüche stehe. Ein Glückskeks-Mensch sozusagen.
Eines, wonach ich handle und das es in vielen verschiedenen Ausführungen gibt ist: „Wenn es holprig wird, steigt man nicht aus, sondern schnallt sich an.“
Ein Zitat aus einem meiner Bücher ist schon schwerer mit meiner Arbeit in Verbindung zu bringen. Es gab eine Szene in „Die Blätter der Eiche“, da ging es zwar um Gründe einer Ausgangssituation, aber das passt auch extrem gut auf die Ideen beim Schreiben: „Ein kleiner Stein brachte etwas ins Rollen, das sich später nicht mehr stoppen ließ. Das zu groß wurde, um es wieder aus der Welt zu schaffen.“
Hast du ein Lieblingsland und warum? 
Neuseeland! Ich war bereits drei Mal dort, jedes Mal für längere Zeit und habe mich in dieses Land verliebt. Andere Urlaubs- und Reiseziele waren zwar ebenfalls schön, aber das Land hat es mir einfach angetan. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Leute, die wunderschöne Natur, die so eine ganz besondere Atmosphäre hat… ich fühle mich dort zuhause und angekommen, vollkommen entspannt.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich würde schon sagen, dass ich ein kritikfähiger Mensch bin. Wie jeder, freue ich mich nicht total, wenn ich Kritik bekomme, aber nach den ersten Sekunden kann ich gut damit umgehen. Ich weiß, dass mich Kritik im Leben weiterbringt, beruflich und privat. Ich versuche zu verstehen, weshalb ich kritisiert werde und ob es gerechtfertigt ist. Solange man mir die Dinge erklären kann und nicht unter die Gürtellinie geht, ist alles okay. Nur mit gesunder Kritik und dem eigenen Nachdenken darüber, kommt man weiter und verbessert sich.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen? 
Ich habe meinen Weg als Selfpublisher angefangen, was auch gut so ist. Zu sehen, was alles dazu gehört, welche Arbeit man hineinsteckt, das ist viel wert und lässt den Respekt für die Kollegen (und auch Verlage) wachsen. Es ist eben nicht nur „ein Buch schreiben“. Man kann alles selbst beeinflussen, aber es ist auch verdammt viel Arbeit. Aus dem Nichts versucht man in kleinen Schritten bekannter zu werden, seine Schreibe zu verbessern und deshalb auch bei den Lesern akzeptiert zu werden. Natürlich wünsche ich mir, irgendwann mal die Zusammenarbeit mit einem Verlag kennenlernen zu dürfen. Für mich persönlich ist der Weg vom Selfpublisher zum Verlag besser, weil ich mich erst austesten und verbessern kann.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest? 
Dass ich mich zum einen bei allen ganz, ganz herzlich bedanke, die sich diese Antworten durchgelesen und mich somit ein bisschen kennengelernt haben. Und zum anderen möchte ich jeden dazu animieren, mir immer gerne eine Rückmeldung zu meinen Büchern zu geben – egal, wie diese ausfällt. Leser und Autoren profitieren nur gegenseitig voneinander, wenn sie offen miteinander umgehen. Mir macht der direkte Kontakt jedenfalls unglaublich viel Spaß und ich wünsche mir, dass ich das in den nächsten Monaten und Jahren mit den zahlreichen, wundervollen Menschen weiter ausbauen kann.

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