Dienstag, 15. Oktober 2019

[Autoreninterview] Nadine Manz

AUTORENINTERVIEW
Nadine Manz

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?

Ich bin Nadine Manz, 33 Jahre alt und stamme aus Karlsruhe. Ich habe eine Ausbildung als Zahnarzthelferin und einige Fortbildungen hinter mir. Mit 28 Jahren habe ich das Abitur nachgeholt und kurz darauf meinen jetzigen Mann kennen gelernt. Neun Monate später bin ich schwanger zu ihm in die Schweiz gezogen :)
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Eigentlich habe ich schon als Kind gerne geschrieben. Ich hatte Pläne, was ich jetzt schreiben will und habe einfach angefangen, Geschichten zu schreiben, mich aber dann komplett in Beschreibungen verloren. Ich war auch erst Grundschülerin und hatte vom Handwerk keine Ahnung. Als ich älter wurde, wurde das Interesse am Schreiben erstmal geringer, obwohl deutsch, und vor allem kreatives Schreiben, mein Lieblingsfach blieb. In der Zeit, als ich die Schulbank ein zweites Mal gedrückt habe, entstand meine Neuinterpretation des Märchens Schneewittchen.

Als mein Kind 17 Monate alt war, kam dann meine Krebsdiagnose, Leukämie und nicht endgültig heilbar. Als Zahnarzthelferin konnte ich nicht mehr arbeiten und nur noch ein Leben, das aus Kinderkram besteht, wollte ich auch nicht. Und dann habe ich im Sommer 2018 angefangen, Elmeko zu plotten. Jetzt ist der erste Teil fertig.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns bzw. die Reihen in max. 5 Sätzen beschreiben?
2016 habe ich „Schneewittchen und Ich – ein Beispiel des Konstruktivismus“ veröffentlicht. Und ab dem 15. Oktober gibt es meinen ersten Roman „die Erbin von Feuer und Tod“, der zur zukünftigen Elmeko-Reihe gehört.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich schreibe gerade am zweiten Teil und habe schon einige Kapitel beendet. Außerdem schreibe ich Kurzgeschichten, die es kostenlos auf Bookrix zum Download gibt und bei den Phantasticpastas vertont werden. Bereits vertont ist die Parabel „Gefangen“ zum Thema Angst. Nur zum Lesen gibt es „die Drachenmeisterin“ und „das Sterben der Dryaden.“
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich gehe gerne mit meinem Sohn und meinem Hund im Wald spazieren. Am Wochenende kommt mein Mann auch mit. Wir genießen die frische Luft, bewundern Bäume und Blumen. Wir pflücken Obst oder sammeln tolle Sachen, mit denen wir später basteln können.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich mag ganz viele Bücher von vielen Autoren und könnte mich nicht für einen Liebling entscheiden. Aber am Liebsten bleibe ich in der Fantasy.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Meistens schreibe oder spreche ich auf dem Sofa im Wohnzimmer oder am Esstisch. Je nachdem, wo mein Kleiner gerade spielt. Wenn er in der Spielgruppe ist, liegt der Laptop auf meinem Schoss und ich sitze auf dem Sofa
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Morgens früh stehe ich auf, weil mein Sohn meint, er ist jetzt wach. Draußen ist es noch dunkel. Ich muss ihn tragen, weil er doch noch nicht ganz fit ist. Ich schlurfe in die Küche, schalte die Kaffeemaschine ein und während der Kaffee in meine Tasse läuft, hole ich dem Kleinen einen Joghurt aus dem Kühlschrank und einen Löffel aus der Schublade. Er rennt ins Wohnzimmer, klemmt sich zwischen Heizung und Sofa und isst dort seinen Joghurt. Ich komme hinterher, lege mich unter die Decke auf die Couch und trinke meinen Kaffee. Danach bin ich ansprechbar und der Hund will raus. Also anziehen, Jogginghose, T-Shirt, Weste, Jacke, Turnschuhe und erstmal Gassi. Wir kommen zurück. Boah, ist das stickig. Alle Fenster auf, aber wir sind eigentlich noch müde und frieren viel zu schnell. Also behalten wir die Jacken an. Nach 10 Minuten Fenster zu, Heizungen an. Dann Frühstück. Der Blick auf die Uhr verrät, dass es schon 11 Uhr ist. Wie ist die Zeit so schnell vergangen? Der Haushalt brüllt mir entgegen. Der Laptop schaut mich schuldeinflößend an. Ich muss arbeiten und putzen. Also schnell Wohnzimmer und dann die Küche putzen. Dann schreiben, lektorieren oder einlesen. Was gerade ansteht. Oder auch nur hochladen. Bis Mini mit mir spielen will. Dann spielen und wieder Gassi.

Schon wieder 16 Uhr. Der Magen grummelt. Obstsnack. Dann noch Badezimmer putzen und weiter schreiben. Kurz danach wieder unterbrechen, weil Mini hunger hat und beim Kochen helfen will. Wir kochen und essen. Dann schreibe ich noch kurz, bis er müde wird. Wenn er schläft, kommt meistens der Mann nach Hause.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben? 
Beides am liebsten Fantasy.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt? 
Es gibt so viele schöne Zitate, die sich auf bestimmte Lebensbereiche auswirken. Und je nach eigener Ethik und Moral passiert das stärker oder schwächer. Ich richte mein Leben nicht nach einem Zitat aus, sondern nach meinen eigenen moralischen Vorstellungen. Zitate berühren mich dann, wenn sie diese perfekt widerspiegeln und auf den Punkt bringen.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich habe einen Lieblingskontinent: Afrika. Es gibt dort alles: Wüste, Strand, Urwald, Städte und unberührte Natur. 90% aller auf der Erde verteilten Lebensformen finden sich hier wieder. Und die menschliche Evolution ging dort los.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Das ist unterschiedlich und kommt darauf an, auf welche Art und Weise Kritik näher gebracht wird. Wenn sie konstruktiv ist und auf freundliche Weise rüberkommt, nehme ich sie gerne an. Mit destruktiver Kritik kann ich hingegen kaum umgehen, versuche aber dennoch, freundlich zu bleiben. Auch wenn konstruktive Kritik unfreundlich rüber gebracht wird, fällt es mir schwerer, sie zu akzeptieren, als in freundlich.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag?
Ich schreibe über brisante Themen, wie Klimawandel, Rassismus und Kritik am Geldsystem. Ich finde, dass ich die Themen sehr behutsam eingeflochten habe, dennoch dachte ich am Anfang, dass es nicht für ein sehr breites Publikum bestimmt ist. Inzwischen merke ich aber, dass diese Themen auch sanft eingeführt werden können. Als ich schon fertig war mit allem und auf die Veröffentlichung zuschreiten wollte, überredete mich eine Kollegin, mich bei einem bestimmten Verlag zu bewerben. Ich habe auch tatsächlich nur diese eine Bewerbung geschrieben und wurde natürlich abgelehnt. Aber eigentlich finde ich das gar nicht so schlimm und veröffentliche, wie ursprünglich geplant, selbst.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest? 
Die wichtigsten Dinge für mich sind es, menschlich zu sein und zu bleiben. Das bedeutet, hasst niemanden, weil er anders ist. Habt keine Angst vor Neuem und klammert euch nicht an Altem fest. So respektvoll wie wir zu Menschen sein sollten, sollten wir auch zur Natur sein, keinen Müll auf den Boden werfen, auch keine Zigarettenkippen. Und vor allem die Bäume achten.

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