Mittwoch, 4. März 2020

[Buchvorstellung einmal anders] Was uns nicht trennt von Julia Lindberg


Buchvorstellung einmal anders
und Coverinterview


Heute treffe ich mich mit der Autorin Julia Lindberg um mit ihr über ihr Buch „Was uns nicht trennt“ zu sprechen.
Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Hallo, auch ich möchte mich bei dir bedanken, dass du mir die Möglichkeit gibst auf deinem Blog ein paar Fragen zu beantworten.
Kannst du uns deine Buch in max. 5 Sätzen beschreiben? 
Nur eine Liebesgeschichte? Oder doch ein Thriller? Auf jeden Fall rätselhaft, schonungslos und realistisch ist die Geschichte von Anna und Tarek, die das Gefühl haben für immer zusammenzugehören. Doch sie müssen sich einigen Herausforderungen stellen und für ihre gemeinsame Liebe kämpfen. Der Leser weiß bis zum letzten Moment nicht wie die Geschichte ausgeht. Happy End oder nicht?
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache oder schwierige Situationen zu führen? 
Ja du hast vollkommen Recht, es wird ihnen wirklich nicht einfach gemacht. Es fällt mir auf jeden Fall leichter die beiden durch schwierige Situationen zu bringen als durch einfache, da ich da meine Phantasie mehr ausleben kann.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch, die du uns gerne vorstellen würdest? 
Tarek drehte sich langsam in meine Richtung und schaute mir traurig in meine Augen. Er schien sich nicht zu wundern. Auch ich hatte ein seltsames Gefühl von Selbstverständlichkeit. Wir näherten uns vorsichtig. Plötzlich machte er einen entschlossenen Schritt auf mich zu, nahm mich, ohne etwas zu sagen, in seine Arme und drückte mich ganz fest an seinen warmen, muskulösen Körper. Er schaute mir tief in meine Augen und drückte seine Lippen fest auf meine, so dass ich fast keine Luft mehr bekam.
>>Anna<<, flüsterte er, >>ich habe dich so sehr vermisst. Ich bin sehr oft hierher gefahren, weil ich hier oben immer das Gefühl habe, in deiner Nähe zu sein.<<
Ich war verwirrt von der plötzlichen und ungeplanten Begegnung mit Tarek. Davon, wie sehr unsere Seelen im Gleichklang waren. Ein Glücksgefühl ließ mir Tränen in die Augen treten.
>>Aber, Anna. Du weinst ja.<<
>>Das ist schon in Ordnung<<, antwortete ich ihm.
>>Anna, ich liebe dich so sehr, das kann ich dir gar nicht beschreiben. Bitte, Anna, bitte verlasse mich nicht noch einmal. Das überlebe ich nicht.<<
Ich war immer noch völlig durcheinander. Mit umschlungenen Armen drückte Tarek sich fest an mich und lehnte meinen Kopf auf seine Brust. Ich konnte hören, wie schnell sein Herz schlug.
>>Tarek, ich liebe dich auch. Aber es kann so zwischen uns nicht weitergehen.<<
Wie viel echte Julia steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Die Geschichte von Anna und Tarek ist fiktiv. Da ich mich beim Schreiben gerne in die Charaktere hineinversetze, denke ich schon das ein kleiner Teil von mir in ihnen steckt. Aber nur ein ganz kleiner ;-)
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben? 
Ich denke mal sie würden mich als einen ungeduldigen perfektionistischen und emotionalen Menschen sehen. Sie kommen darauf, weil ich mir meine Geschichte 1000 mal selbst durchlese und immer wieder etwas ändere, immer wieder. Und meine Emotionen spüren sie manchmal im Laufe der Geschichte.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? 
Der Titel vom meinem Roman kam ganz zum Schluss, erst als die Geschichte ein Ende gefunden hatte. Während des gesamten Schreibprozesses wusste ich nicht wie sich die Geschichte entwickeln würde. Die Handlung entstand immer spontan während des Schreibprozesses.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich noch etwas ändern wollen? 
Mit dem Cover bin ich total zufrieden. Es passt toll zur Geschichte. Die zarten, zerbrechlichen Flügel des Schmetterlings sollen die Zerbrechlichkeit der Liebe symbolisieren.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat interessieren. 
Da ich nie damit gerechnet hatte, dass ich mal ein Buch schreiben werde, war das immer ein unerfüllter Traum von mir. So entstand auch mein Zitat:
>> Man muss für seine Träume kämpfen um sie zu verwirklichen <<
( Julia Lindberg )
Danke für das Gespräch. 
Ich möchte mich auch bei dir bedanken, dass Interview hat mir riesig Spaß gemacht. Ich hoffe, deine Leser hatten genauso viel Spaß wie ich. ;-)

[Autoreninterview] Julia Lindberg

Autoreninterview
Julia Lindberg


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?

Hallo, mein Name ist Julia, ich bin 43 Jahre alt und lebe mit meinem Mann und meinen Kindern im Rhein Main Gebiet. Neben dem Schreiben gehe ich meinem gelernten Beruf als Bankkauffrau nach. In meiner Freizeit versuche ich so oft wie möglich Sport zu machen um meinen Kopf frei zu bekommen. Um mich selbst zu beschreiben würde ich sagen, dass ich ein sehr ungeduldiger, perfektionistischer und sensibler Mensch bin. Ja, ich glaube das trifft es.
Wie bist du zum Schreiben gekommen? 
Um ehrlich zu sein, war es nie meine Absicht gewesen einen Roman über 400 Seiten zu schreiben. Es begann alles als Hobby, Zeitvertreib. Die Geschichte entwickelte sich, setzte sich nach und nach wie ein Puzzle zusammen. Immer wieder kam ein neues Puzzleteilchen dazu.

Nachdem die Geschichte logisch aufgebaut war und ein Ende gefunden hatte, entschied ich mich sie von einer Lektorin überarbeiten zu lassen.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben? 
Mein Debüt „ Was uns nicht trennt“ ist im September letzten Jahres erschienen.

Ein Liebesthriller. Zwei Menschen, die sich über alles lieben, das Gefühl haben, für immer zusammenzugehören. Sie müssen gegen alle Widerstände für ihre „Liebe“ kämpfen. Es wird ihnen nicht leicht gemacht. Der Leser weiß bis zum letzten Moment nicht wie die Geschichte ausgeht. Happy End oder keins? Eine Kombination aus Romantik und Spannung pur.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk? 
Ja, ich bin schon wieder am Schreiben. Schneller als ich geplant hatte. Wenn ich eine Geschichte im Kopf habe, kribbelt es mir so sehr in den Fingern, bis ich sie mir von der Seele schreibe.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten? 
Ich treibe in meiner Freizeit sehr gerne Ausdauersport. Für mich die beste Möglichkeit Stress abzubauen und den Kopf frei zu bekommen. Beim Sport baue ich mir sehr gerne mein eigenes Kopfkino auf, bekomme dadurch viele Ideen, die ich dann später zu Papier bringe.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst? 
Meine Lieblingsautorin ist ganz klar Nele Neuhaus. Ich bewundere sie. Sie hat es als Selfpublisherin bis dahin gebracht wo sie jetzt steht,auf der Bestsellerliste. Hat sich als No-Name in der Autorenwelt durchgesetzt. Ihre Bücher werden mittlerweile verfilmt.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst? 
Am liebsten schreibe ich in meinem kleinen Zimmerchen. Hier ist ein großes Fenster und ich kann meinen Gedanken freien Lauf lassen.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen? 
Das Schreiben ist für mich ein Hobby. Ich gehe einen ganz normalen Beruf nach und bin Mutter von zwei Kindern mit den sich daraus ergebenen Verpflichtungen. Meinst nutzte ich die Ruhe zwischendurch oder den Abend zum Schreiben.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben? 
Die Frage ist einfach zu beantworten. Mein Liebesgenre ist „ Liebesthriller“. Es fällt mir leicht mich in die Welt hineinzuversetzen, sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben.

Die Kombination aus Romantik und Spannung, hier fühle ich mich zu Hause.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt? 
Das Zitat passt sowohl zu mir als auch zu meinem Roman.

>> Man muß für seine Träume kämpfen um sie zu verwirklichen <<
( Julia Lindberg)
Hast du ein Lieblingsland und warum? 
Ich finde alle Länder toll und aufregend. Jedes Land hat seinen eigenen Charme.

Doch am liebsten bin ich in den Ländern, die direkt am Meer liegen. Ich liebe das Meer mit seinem unendlichen Weitblick.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um? 
Ich würde schon sagen, dass ich ein sehr kritikfähiger Mensch bin, solange es sich um konstruktive Kritik handelt. Durch Kritik kann man auch lernen und sich verbessern.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen? 
Als Selfpublisher hat man mehr Entscheidungsfreiheiten. Man kann z.B. den Titel des Buches wie das Coverdesign selbst bestimmen.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest? 
Hallo liebe Leser, ich hoffe das Interview hat Euch genauso viel Spaß gemacht wie mir. Solltet ihr weitere unbeantwortete Fragen an mich haben, könnt ihr Euch gerne bei mir melden.


Dienstag, 3. März 2020

[Buchvorstellung einmal anders] Mein Vergehen von Alisa Binoa


Buchvorstellung einmal anders 

Heute treffe ich mich mit der Autorin Alisa Binoa, um mit ihr über ihr Buch „Mein Vergehen“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.

Gerne, ich freue mich, dass ich mein Buchbaby vorstellen darf
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Alisa hat von Viktor Verhaltensregeln bekommen, um sie bei ihrer Ausbildung zur Sub zu unterstützen. Allerdings hält sich Alisa nicht daran und muss ihr Vergehen beichten. Viktor ist enttäuscht und lässt sie die Konsequenzen überraschend hart spüren. Was das für die Beziehung der beiden bedeutet ist offen.
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? 
Ich leide mit und manchmal möchte ich sie packen und ihnen eine Standpauke halten, dass sie sich nicht so anstellen sollen.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Er war vor mich getreten, beugte sich zu mir hinunter und hob sanft mein Kinn mit seinem Zeigefinger an, um mir ins Gesicht schauen zu können. Diese kleine, liebevolle Geste voller Güte und Sorge. Meine Augenwinkel füllten sich augenblicklich mit Tränen, ich konnte gar nichts dagegen tun.

Viktor ist ein Dom wie er sein sollte. Nicht dogmatisch und immer in Sorge um seine Partnerin.
Wie viel echte Alisa steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter? 
Naja es steckt schon ein gutes Stück von mir darin. Alisas Erlebnisse sind zum Teil von mir auch erlebt worden. Natürlich nicht genau so. Künstlerische Freiheit und Überspitzung gehören zu einer Geschichte. Das ist ja kein Ratgeber, sondern eine erfundene Story. Aber ich bin selbst seit vielen Jahren im Bereich BDSM zuhause. Also ich weiß schon worüber ich schreibe. Und ich hoffe das merkt man auch.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Mensch Alisa, schreib doch einfach mal längere Texte. Immer müssen auf so wenigen Seiten so viel an Emotionen und Gefühlen durchlitten werden. Das ist anstrengend!

Antwort Autor: ne, geht nicht! Ich mag es auf den Punkt! – Nicht quatschen – machen!
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? 
Da ich deutsche Titel wähle, ist das immer schwierig wegen dem Titelschutz. Den Titel denke ich mir hinterher aus.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen? 
Beim ersten Cover hab ich es nach gängiger Art gemacht. Stockfoto drauf und Titel. Aber dann hab ich einen Künstler kennen gelernt, der meine letzten zwei Cover gemacht hat. Die gefallen mir unglaublich gut, da sie sehr individuell sind.
Danke für das Gespräch.
Vielen Dank für Dein Interesse!

[Autoreninterview] Alisa Binoa

Autoreninterview
Alisa Binoa

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Alisa ist natürlich ein Pseudonym. Im richtigen Leben wohne ich mit meinem Mann und drei Kindern in Süddeutschland. Autorin ist nicht mein Hauptberuf. Wenn ich nicht schreibe, bin ich sowas ähnliches wie eine Lehrerin für Erwachsene.
Wie bist du zum Schreiben gekommen? 
Da ist ein bisschen meine Lektorin schuld. Wir haben zusammen an einem Sachbuch gearbeitet und sie meinte: Schreib doch mal was anderes!

Habe ich dann gemacht und mir ausgerechnet BDSM-Erotik ausgesucht.
Dann kam noch ein Unfall und damit 10 Wochen Zeit zuhause dazu. Da war denn die Gelegenheit es auch wirklich zu tun.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Meine Geschichten drehen sich bisher immer um Alisa und Viktor. Alisa möchte ihre devote Seite ausprobieren, steht sich nur ständig selbst im Weg, weil sie sich immer wieder selbst in Frage stellt. Das bezieht sich natürlich auf ihre Beziehung zu Viktor. Er ist ein erfahrener Dom, lässt Alisa ihre Zeit sich zu entwickeln. Allerdings mag er sie ein bisschen mehr als er sich eingestehen möchte. Eigentlich möchte ich die beiden manchmal schütteln!
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich arbeite an drei Projekten

1. Die Schlussgeschichte um Alisa und Viktor. Happy -End? -verrate ich nicht.
2. Die Geschichte um Viktor bevor er Alisa kennen lernt. Warum er so ist wie er ist.
3. Eine Geschichte für einen Verlag – noch in der Entstehung.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten? 
Ich habe keine Freizeit zur Verfügung. Irgendwie hab ich immer was zu tun
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich lese gerne klassische Kriminalromane. So mit Mord und Detektiv.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich habe einen großen unaufgeräumten Schreibtisch mit Tastatur, Bildschirm und Massen von Zetteln, Ordnern, Stiften usw. Absolutes Chaos. Da blicke nur ich durch – genügt auch.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich denke wie bei vielen Menschen. 6.15 klingelt der Wecker. Frühstück für die Familie machen. Schon man aufräumen, die erste Wäsche in die Maschine werfen, die Kinder zum Bus scheuchen, Mann verabschieden. Selber in die Klamotten kommen, zur Arbeit fahren, viel reden und erklären. Dann Mittag oder abends heimkommen. Davon hängt es ab ob noch Zeit für ein paar Zeilen ist. Abendessen, Kinder und Mann bespaßen – schlafen.

Sorry – nicht spannend
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben? 
Ich lese gerne Krimis, Liebesgeschichten mit Happy-End und Erotik.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Lebensmotto: Reg dich nur über Dinge auf, die du ändern kannst. Und wenn du sie ändern kannst, entscheide ob es dir das Wert ist.

Zitat aus meinen Büchern: Das größte Geschenk an einen dominanten Mann, ist die Hingabe einer starken und selbstbewussten Frau.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um? 
Persönliche Kritik nehme ich persönlich – das finde ich nicht gut

Sachliche Kritik nehme ich an, reflektiere sie. Ist sie berechtigt, versuche ich daraus zu lernen. Ist sie es meiner Meinung nach nicht, dann ignoriere ich sie (siehe Lebensmotto)
Ich muss beruflich sehr oft Menschen kritisieren, deshalb habe ich mich lange damit beschäftigt, wie man Kritik so formulieren kann, dass sie angenommen werden kann ohne zu verletzen. Das ist nicht einfach – aber machbar.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen? 
Ich hatte eine Anzeige von Amazon über Selfpublishing gelesen und fand das spannend. Vor allem was man da technisch alles wissen musste. Algorithmus, Keywords usw. Leider lässt sich das nur ausprobieren, wenn man einen Text hat. Also musste ich erst einen schreiben. Bei mir war also erst die Entscheidung aus Neugier SP auszuprobieren da und erst dann der Text.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest? 
Ich möchte meine Leser emotional berühren. Wenn ich das schaffe, dann bin ich glücklich

Montag, 2. März 2020

[Buchvorstellung einmal anders] Rose: Die Grande Dame des Bio-Recyclings von Mari März



Buchvorstellung einmal anders 

Heute treffe ich mich mit der Protagonistin Rose aus „Rose: Die Grande Dame des Bio-Recyclings“ und deren Autorin Mari März.
Claudia: Hallo, ihr beiden. Danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Ich hoffe, wir haben Spaß und kommen alle lebend aus der Sache heraus.

Mari: Ich freue mich sehr, dass meine Rose persönlich zu Wort kommt. Sie kennt ihre Geschichte schließlich am besten und plaudert hoffentlich gern ein weiteres Mal aus ihrem morbiden Nähkästchen, ohne dass wir gleich Bekanntschaft mit ihrem Häcksler machen müssen.

Rose: Mögt ihr Whiskey? Ach nein, Mari trinkt lieber Gin. So oder so, zu einem guten Gespräch gehört ein guter Tropfen. Lasst uns trinken und beginnen, ich bin sehr gespannt.

Claudia: Ich hatte bereits ein langes Gespräch mit deiner Autorin, deshalb wäre es schön, liebe Rose, wenn du dich meinen Lesern vorstellen könntest. 
Rose: Nun, mir schenkte das Leben lange Zeit nur Zitronen. Ich machte Limonade daraus. Bittersüße Limonade! Ich wurde im Vorort zur Hölle geboren, im Moloch der Chemiefabriken, zwischen Schwefel und Schwermetallen, Müll und menschlichem Abschaum. Mein Vater schwängerte mich das erste Mal, als ich elf war. Das letzte Mal mit siebzehn. Am Tag meiner Volljährigkeit fiel er in seinen Häcksler. Ganz aus Versehen, klar. Ich erbte seine Mülldeponie in Bitterfeld und erschuf mein eigenes Imperium. Ein durchaus lukratives und krisensicheres Geschäft. Grünzeug und bisweilen eine Leiche. Natürlich mache ich mir nicht selbst die Hände schmutzig, das ist längst schmutziger Schnee von gestern. Nein, mein Job besteht darin, die humanen Überreste sachgerecht zu entsorgen. Diskret und schnell. Früher tat ich das aus der Not heraus, heute bin ich die Grande Dame des Bio-Recyclings und lass mir den Aufwand fürstlich bezahlen. Da bin ich ganz Papas Tochter.

Mari: Und dafür liebe ich dich und für die Tatsache, dass du mich nach unserem Gespräch auf Mallorca am Leben gelassen hast. Ich weiß nur zu gut, dass du keine Zeugen gebrauchen kannst, denn die lästigen Schnüffler sind allemal schlecht fürs Geschäft. Wie geht es dir auf Mallorca und was macht die Liebe?
Rose: Liebe ... ein furchtbar pathetischer Begriff. Ich fühle mich tatsächlich immer noch unwohl, so etwas wie Liebe zu empfinden oder zu empfangen. Aber seit ich Mutter bin, ticken auch meine Uhren irgendwie anders. Rose Junior ist ein Goldstück. So ganz anders als ich und doch meine Tochter, eigentlich sogar ein Wunder. Denn ich ließ mir damals in Polen nicht nur die Möpse machen, sondern mich auch sterilisieren. Als ich dann wider Erwarten schwanger wurde, dachte ich, das Schicksal wollte mich verarschen. Doch dann nahm ich es an. Das Schicksal, nicht Roberts Heiratsantrag. Ich bin Geschäftsfrau, unabhängig und frei von Verpflichtungen.
Mari: Erzähle doch bitte Claudias Lesern, wer Robert ist.
Rose: Wie? Ich dachte, die halbe Welt wüsste bereits von mir und dieser leidlichen Romanze? Also schön ... Robert ist ein Schatz. Wir lernten uns unter widrigen Umständen kennen. Er selbst ist alles andere als normal, weshalb ich auch mein Herz für ihn öffnete. Seine Art und sein Beruf passen zu mir wie blühende Rosen in den Mai. Allerdings bedeutet das noch lange nicht, dass ich mein Leben nach ihm ausrichte. Er trägt mich auf den sprichwörtlichen Händen, und solange mir das nicht langweilig wird, darf er das auch gern tun. Letztlich weiß er um seinen Sonderstatus, denn Robert ist tatsächlich der Einzige, den ich so nah an mich heranlasse. Bisher waren Männer für mich ein notwendiges Übel, bestenfalls Mittel zum Zweck.

Mari: Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Rose: Oh, lass mich überlegen. Ich mag das komplette Buch, sonst würden wir hier nicht sitzen. Wartet ... ah, ja. Eine meiner Lieblingsstellen ist die, wo ich all meinen Unmut über das Kinderkriegen von mir gebe. Die Szene im Geburtsvorbereitungskurs ist wunderbar gelungen und auch die im Kreißsaal, aber am liebsten mag ich diese hier:
»Mein Robert bestand darauf, bei der Geburt anwesend zu sein. Und nicht nur das. Er wollte das volle Programm und genau damit begann schließlich jenes Drama, von dem ich eigentlich berichten wollte. Wissen Sie, wie viele Möglichkeiten es heutzutage gibt, ein Kind auf die Welt zu bringen? Die spinnen doch alle! Meine Hebamme fragte mich allen Ernstes, in welcher Position ich gebären möchte.
MÖCHTE!
Von Freiwilligkeit kann man hier wohl kaum sprechen. Ich habe tatsächlich einen kompletten Tag investiert, mich auf diesen normalsten Vorgang seit Menschengedenken vorzubereiten. Was unsere Vorfahrinnen mal eben auf dem Feld oder am Herd erledigt haben oder ich sechs Mal in meinem Kinderzimmer, gehört in diesen abgefuckten Zeiten zum Lifestyle. Nur meinem Robert zuliebe habe ich mich in der Geburtsklinik stundenlang all diesem Blödsinn über die Freuden der Geburt gewidmet. Ich sollte mich tatsächlich zwischen Gebärhocker, Schaukel, Wanne oder klassischer Liegeposition entscheiden und mir dann auch noch etwas über Stresshormone während der Geburt anhören, die sich auf das Kind übertragen. Welch’ ein Irrsinn!
Mir riss dann schließlich der Geduldsfaden. Erst brüllte ich meinen Unmut heraus, dann fragte ich völlig fertig nach einer Zigarette oder wenigstens einem winzigen Schluck Whiskey. Sie hätten die entsetzten Gesichter der im Babywahnsinn gefangenen Frauen sehen sollen! Als dann auch noch eine dieser völlig durchgeknallten Weiber begann, über die schädigende Wirkung von Nikotin und Alkohol zu schwadronieren, reichte es mir. Meine Frage nach einer Kippe war doch lediglich eine Schutzhemmung, aber davon wollte diese blöde Kuh natürlich nichts wissen. Ich brüllte schließlich ein weiteres Mal durch die Klinik, dass nicht die Geburt stressig sei, sondern jenes Tamtam, was darum veranstaltet wird.«

Rose: Diese Szene war wirklich auf den Punkt. Deshalb will ich gern eine Frage an meine Autorin stellen: Wie viel echte Mari steckt in dem Buch?
Mari: Sehr viel. Nicht alles davon ist natürlich real. In der Fiktion gebe ich mich der Freiheit hin, alles sagen und tun zu dürfen, was mir in der wirklichen Welt die Konventionen verbieten. Meine Charaktere sind also quasi wie ich, nur fieser. Sie spiegeln meine dunkle Seite und letztlich die unserer Gesellschaft. Meine Protagonisten kämpfen stellvertretend für mich im alltäglichen Wahnsinn, den wir Leben nennen, für die Anerkennung des Andersseins, der ver-rückten Wahrheiten und das Hinterfragen von gesellschaftlichen Normen und persönlichen Zwängen.
Claudia: Rose, unter uns: Wie würdest du als Hauptprotagonistin deine Autorin beschreiben? 
Rose: Sie ist wie ich, nur nicht so fies. Wir haben tatsächlich viele Gemeinsamkeiten, wenngleich in unterschiedlichem Maße. Mari ist kompromisslos ehrlich, sie bringt Dinge auf den Punkt, polarisiert. Ihre Zunge ist messerscharf – genau wie ihr Verstand. Sie verliert sich nicht in Belanglosigkeiten, kämpft für ihre Ideale und ist dabei durchaus liebenswert – auf ihre ganz spezielle Art.

Claudia: Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du, Rose, vielleicht sogar Mitspracherecht? 
Rose: Natürlich hatte ich Mitspracherecht, es ist schließlich meine Geschichte. Mari besuchte mich auf Mallorca, hier sprachen wir über das EASTEND und die Schattenseiten des Autorenlebens. Gemeinsam beschlossen wir, meine komplette Geschichte zu erzählen und ihr Anfang 2020 ein hübsches neues Kleid zu schenken. Ich liebe das aktuelle Cover, es passt perfekt zu mir.

Mari: Das stimmt. Ich mag das Cover jetzt auch. Beim ersten Versuch tat ich mich schwer, was gleich mehrere Ursachen hatte. Eine davon war, dass Rose schlichtweg zu böse ist, um mit einem realen Gesicht zu werben, wie ich es beispielsweise bei meiner PSYCHOPAT getan habe. Und da meine Rose aus nachvollziehbaren Gründen nicht selbst aufs Cover wollte, ist es nun dieser verführerische Mund.


Claudia: Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch. Rose hat sich bereits geäußert, aber was ist mit dir, Mari?
Mari: Nun, ich sehe es ähnlich wie Rose. Ich liebe im Grunde jede Stelle im Buch, sonst würden wir hier nicht sitzen. Aber besonders mag ich die Szene im Geburtsvorbereitungskurs:

»Diese hormongedopten Mastkühe taten so, als wären sie allesamt nymphoman, nur weil sie plötzlich willens waren, es sich öfter als einmal pro Woche besorgen zu lassen. Ein Elend ist das!
Eine von denen musste ich tatsächlich aufklären, dass nicht nur ihr Ehemann dazu in der Lage sei. Okay, dieser Schnösel stand direkt daneben, als ich darüber lamentierte, welch vielfältigen Alternativen es doch in punkto Sex gäbe. Die Sache mit den Dildos fand er noch recht interessant, als ich dann aber von Sex-Toys zu Toy-Boys überging, klappte ihm erst der Unterkiefer herunter und kurz darauf wohl auch das sprichwörtliche Messer in der Hosentasche auf. Noch in der Pause verließ er mit seinem heulenden Weibchen den Vorbereitungskurs, und das war dann wohl auch der Grund für die Leiterin, mich nach der Stunde hinauszukomplimentieren. Dabei wollte ich nur helfen!«
Claudia: Man spürt genau, dass ihr beide auf einer Wellenlänge seid. Danke, dass ihr uns ein paar Einblicke ermöglicht habt. Und Rose möchte ich danken, dass ich nicht zu Rosendünger verarbeitet werde. Es war mir ein Vergnügen, Realität und Fiktion zu verknüpfen. Rose und weitere wunderbare Geschichten von Mari März findet ihr bei Amazon und in ihrem MM-Shop unter www.mari-märz.de.

[Autoreninterview] Mari März

Autoreninterview
Mari März


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?

Autorin. Lektorin. Freigeist.
Mein Lieblingswort ist MENSCH: Pur. Klar. Genderfrei.
So steht es in meinen Social-Media-Profilen. 😊
Was dort nicht steht: Ich bin ein kontrollwütiger Pedant und als Tochter einer Pädagogin passionierte Klugscheißerin. 2013 machte ich die Not zu einer Tugend und mich selbständig. Mein bürgerliches Ich (Marion Mergen) ist Lektorin, die quasi fürs Klugscheißen bezahlt wird. Mein kreatives Ich (Mari März) kann in ihren Geschichten all die Facetten ihrer Persönlichkeit ausleben, die sie im wahren Leben wohl in die Klapsmühle bringen würden. Ich mag keine Schnörkel und bringe Dinge gern auf den Punkt, selbst wenn ich dafür bisweilen viele Buchstaben benötige.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Viele Autoren sagen immer, sie hätten schon als Kind geschrieben. Das habe ich auch, aber darüber spreche ich nur selten. Warum? Weil es nie mein Wunsch war, Autorin zu werden. Weniger aus mangelnder Leidenschaft, sondern begründet durch die Tatsache, dass ich immer glaubte, Schriftsteller wären ausnahmslos die mit den großen Namen und/oder fetten Verlagsverträgen. Als ich vor sieben Jahren mein Leben neu startete, kam mir zum ersten Mal der Gedanke, ein Buch zu schreiben. Nicht um erfolgreich zu werden, da war und bin ich realistisch, nein, sondern weil ich etwas zu sagen habe. Diese Intention blieb. Natürlich möchte ich mit dem Schreiben gern Geld verdienen und ich freue mich über jeden Leser, aber nicht um jeden Preis. Damals brachte ich einige Ideen zu Papier und schickte sie diversen Verlagen. Einige meldeten sich sogar und wollten seinerzeit das Manuskript von KLIPP KLAPP ... Bis dato war es allerdings nur in meinem Kopf. Ich wollte erst schreiben, wenn mir jemand mit Ahnung sagte, dass ich es könnte. Offensichtlich war das Anfang 2014 der Fall und so begann ich mit dem Schreiben.
Welche Bücher sind bis jetzt von dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
PSYCHOPAT: Die Geschichte einer Frau zwischen Licht und Schatten. Pat war Model, ihr Leben bestimmt von Blitzlicht und Glitzer. Glanz & Gloria! Doch dann gehen die Scheinwerfer aus und sie ist gezwungen, sich ihrer bipolaren Persönlichkeitsstörung zu stellen ... und ihrer Vergangenheit.

DER TÄNZER: Eine Gay-Geister-Geschichte. Ein Blick in die Vergangenheit. Eine Hommage an die sexuelle Freiheit. Gegen das Vergessen!

2025 – WENN DAS LICHT ERFRIERT: Meine Vision von einer Zukunft, wie sie uns niemals widerfahren sollte. Doch stehen die Zeichen gut, dass die Eindimensionalität gewinnt, Hass und Gewalt die Welt regieren, die Hoffnung stirbt – jeden Tag ein bisschen mehr – und das Licht erfriert.

PLANET DER ALTEN: Inspiriert von »Der Planet der Affen« (Original: La Planète des singes) von Pierre Boulle. Diese Novelle entstand im Strange Tales Club für unsere zweite Anthologie #EREIGNISHORIZONT. Eine Dystopie. Eine Ode an die Vernunft. Eine Warnung an uns alle.

REDRUBI: Mein Märchen für Erwachsene. Was, wenn Rotkäppchen gar nicht unschuldig war? Es ist die Geschichte vom Mädchen mit dem roten Haar. Inspiriert von keltischer Mythologie, entstanden an den Ufern der Irischen See. Eine fantastische Geschichte, die Bestandteil meiner MondZauber-Reihe ist.

MondZauber #1 – VERWANDLUNG: Die Geschichte einer Hybridin – halb Gestaltwandler/halb Hexe. Lyra erfährt im ersten Teil, warum sie anders ist als ihre Klassenkameraden, anders als ihre beste Freundin Emily. Und nein, sie verwandelt sich nicht in einen Wolf. Sie ist aber auch kein artiges Miezekätzchen! Glitzerfreie Urban-Fantasy an realen Orten, die ich alle besucht habe.

MondZauber #2 – VERSUCHUNG: Lyra hat sich damit abgefunden, anders zu sein. Doch was bedeutet das überhaupt? Sie flieht aus Brandenburg, lebt in Irland gemeinsam mit einem Rudel Werwölfen und begibt sich nach Venedig, wo sie nicht nur sich selbst, sondern auch eine Nymphe, einen Faun und REDRUBI kennenlernt.

MAD-MIX: Hier findet ihr alle meine Kurzgeschichten in einem Sammelband. So auch meine ROSE – Die Grande Dame des Bio-Recyclings oder MissVerständnis – die durchgeknallte Ratgeberautorin, die nicht mehr ratgeben will.

KOMÖDIE INFERNALE: Diese bitterböse Kurzgeschichte ist ebenfalls in meinem MAD-MIX enthalten. In ihr will kein Geringerer als Adolf Hitler der Hölle entfliehen, die mittlerweile digitalisiert ist. Genau wie der Himmel. Weder Gott noch der Teufel sind begeistert von Adi, Nummer 88. Demnächst erscheint die Geschichte separat als E-Book und vielleicht auch als Bonus im satirischen Roman eines lieben Kollegen. Näheres hierzu, wenn der Drops gelutscht ist.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk? 
Ja, und es macht höllischen Spaß. Nachdem meine MissVerständnis so gut ankam, mache ich derzeit aus den drei Kurzgeschichten einen Roman. Genauer gesagt habe ich mich breitschlagen lassen, der Story ein Etikett zu verpassen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich meine Bücher nicht für Schubladen, sondern lieber fürs Regal schreibe. Und doch ließ ich mich dazu hinreißen, mich in diesem Fall für nur ein Genre zu entscheiden. Es wird ein Psychothriller. Düster. Durchgeknallt. Dramatisch. Die Rohfassung ist fast fertig, dann geht das Manuskript an meine von mir sehr geschätzte Kollegin Marion Krafzik, die mir bereits bei PSYCHOPAT großartige Tipps für die Dramaturgie gegeben hat, sowie an zwei Testleserinnen, die mit der Persönlichkeitsstörung Borderline Erfahrungen haben. Denn meine MissVerständnis ist eine Grenzgängerin, die in den dunklen Abgrund ihrer Seele blickt. Schwarz ist die Abwesenheit von Licht.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten? 
In meiner Freizeit schreibe ich. Erfolgt ist nach meiner Auffassung die Summe aus Leidenschaft, Fleiß und Prioritäten. Ginge es nach mir, würde ich mich ein komplettes Jahr verkriechen, um all das aufzuschreiben, was mir seit Jahren durch den Kopf geistert. Täglich kommen Ideen hinzu, das macht mich bisweilen echt fertig. Aber da ist natürlich meine Familie, mein Mann, mein Sohn, meine Mutter, meine Schwestern und auch meine Freunde. Sie verstehen mich, geben mir Raum. Und deshalb ist es mir wichtig, ihnen ab und zu etwas zurückzugeben: Zeit. Gemeinschaft. Dann gehe ich gern brunchen, ins Theater und erfreue mich an einem guten Essen mit netten Menschen. Zudem verreise ich gern und dank meines Mannes auch oft, stille meinen Wissensdurst in Museen, anderen Ländern. Am liebsten bin ich am Meer. Dort fließen meine Gedanken. Die raue Natur schenkt mir Frieden und die Illusion von Freiheit.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautor, mit dem du gern einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Nein. Ich war noch nie jemand, der Idole besaß. Selbst als Teenager habe ich den Hype um irgendwelche Stars nicht verstanden. Ich respektiere ihn und damit Menschen, die ihren Idolen zujubeln. Mir macht das tatsächlich Angst, weshalb ich mich auch mit Fankontakten schwer tue. Ich definierte mich schon immer über Leistung, habe aber verstanden, dass Glanz & Gloria irgendwie wichtig sind. Natürlich in erster Linie für meine Leser. Deshalb stelle ich mich meiner Angst und trete in Interaktion, obwohl ich mich viel lieber verkriechen würde. 
Und Lieblingsbücher? Nun, ich schätze gute Bücher, komme aber seit Jahren kaum noch privat zum Lesen. Als Lektorin entwickelte ich eine gewisse Berufskrankheit, die mir dieses wunderbare Hobby zunehmend vermiest. Ich sehe nur die Fehler, kann nicht mehr entspannen und unvoreingenommen in die Geschichten abtauchen. Leider! Dafür habe ich den besten Job ever. Irgendwas ist schließlich immer. 😉
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Seit Mai 2019 schreibe ich am liebsten in unserer kleinen Ferienwohnung an der Ostsee. Mein Mann kaufte sie und hat leider oder zum Glück wenig Zeit. Letztes Jahr durfte ich dort vier Monate allein verbringen, in denen ich viel arbeiten aber auch viel schreiben konnte. Unser Sohn wird im September volljährig, weshalb ich meine Pflichten nach und nach zurückschrauben und mich an meinen Lieblingsplatz zurückziehen kann. 42 Quadratmeter Schreiboase, klein aber fein und vor der Tür der Bodden. Mein Element ist das Wasser, weshalb ich nirgendwo lieber bin als am Meer. Im April werde ich zehn Tage in Dänemark sein. Wie schon 2018 lassen meine Jungs mich in einem Ferienhaus allein zurück, während sie in Norwegen angeln. Damals schrieb ich PSYCHOPAT, dieses Jahr könnte es sein, dass mich die Muse küsst und ich BIPOLAR angehe. Worum es geht? Um Psychologie. Und Rache. Lasst euch überraschen!
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen? 
Ich arbeite zu Hause. Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist, dass ich ab etwa 8:00 Uhr am Schreibtisch sitze – mit einer großen Tasse Kaffee, ungeschminkt und in Wohlfühlklamotten. Für mich der wahre Luxus. 24 Jahre habe ich im öffentlichen Dienst gearbeitet, 14 davon im Deutschen Bundestag, auch für namhafte Politiker. Da konnte ich nicht im Schlabberlook aufkreuzen und für den Weg zur Arbeit brauchte ich täglich mehr als zwei Stunden. Heute sind es zwei Minuten. Sehr geil!
Der Nachteil? Ich bin immer präsent – für den Haushalt, den Postmann, Handwerker, Nachbarn, Alltagsprobleme ... Die Waschmaschine läuft, während ich bis etwa 14:00 Uhr über meinen Aufträgen als Lektorin oder Ghostwriterin sitze. Dann koche ich (meistens) und esse mit meinem Sohn. Nachmittags geht es zurück an den Schreibtisch. Weiter mit dem Lektorat, einem Artikel oder dem Schreiben eines Sachbuchs oder aber ich kümmere mich um die #BookBitches, den Strange Tales Club, Werbung in eigener Sache, der vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldung oder Interviews wie diese. Geschrieben habe ich bislang immer nur in Auszeiten, weil dann mein Kopf frei ist für die eigenen Gedanken. Allerdings gab es diese Auszeiten eigentlich nie wirklich, weshalb ich seit 2020 dazu übergegangen bin, abends mindestens zwei Stunden in meine Buchprojekte zu investieren. Und so endet ein ganz normaler Arbeitstag meistens gegen 20:00 Uhr. Dann widme ich mich wieder dem Haushalt und meinem Mann. Mein fester Vorsatz für dieses Jahr lautet: wenigstens ein freier Tag in der Woche und im Urlaub keine Aufträge. Allerdings fällt mir das wirklich schwer. In meiner TEXTWERKSTATT bin ich bis Januar 2021 ausgebucht und dann sind da eben die vielen Ideen in meinem Kopf ... Ich muss definitiv weniger Zeit in den sozialen Netzwerken verbringen und hoffe hier auf euer Verständnis.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben? 
Sowohl als auch: Thriller. Kein spermatöses Gemetzel. Ich hasse es, wenn Gore oder Splatter immer öfter als Thriller verkauft werden. Als Lektorin respektiere ich diese Genres, lese auch gern mal Horror – guten Horror. Aber meine Passion liegt in der Spannungsliteratur. Klassische. Und ganz besonders Psychothriller. Wie wird ein Mensch zum Mörder? Wer sind die Opfer, wer die Täter? Was ist Gut und Böse? Gibt es diese scharfen Grenzen überhaupt oder ist es nicht viel interessanter, wenn sie ineinander übergehen? Mindfucking – das ist mein Thema. Skurrile Settings. Schräge Geschichten. Abnorme Charaktere, die jene Grenzen der Normalität sprengen, die sowieso nur eine Illusion sind. Ich liebe intelligente Dialoge, den Blick auf die Kehrseite der Medaille und Wortkreationen – egal, ob im Buch oder Film. Derzeit suchte ich die Serie »Hannibal«. Schon in den Neunzigern verfiel ich Thomas Harris, seit so vielen Jahren schweigen die Lämmer ... großartig! Darüber hinaus lese (oder las) ich gern den frühen Sebastian Fitzek, Jussi Adler-Olsen, Cody McFadyen, Stieg Larsson. Einer meiner Lieblingsfilme ist »Shutter Island« oder auch »The Sixth Sense«. Subtile Stories, die durch ihre Komplexität fesseln. Als Autorin will ich genau SO schreiben, auch wenn ich dafür noch etwas üben muss.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ich verwende gern Zitate. Mein Problem ist nur, dass ich sie immer wieder vergesse. Es sind so viele! Aber ich habe für euch mal in meiner PSYCHOPAT geblättert und das hier gefunden:
»Pat rannte, ignorierte den Regen, die Kälte. Trotzte dem Wetter, den guten Ratschlägen ihres Bruders …
FREIHEIT!
Keine Konventionen, keine Verpflichtungen, keine Bevormundungen, keine Medikamente, keine Angst. Sie lief über die Düne, hin zum Leuchtturm. Niemand war hier, der sie aufhalten konnte. Keine Ärzte, keine Agenten, kein Alex … kein Patrick.
An einer riesigen Eiche machte sie halt. Riss sich die Mütze vom Kopf, zog die Jacke aus, dann die Schuhe, Hose, Socken, Pullover, Shirt, Slip … und rannte zum Ufer der Ostsee. Steine und Muscheln schmerzten unter ihren nackten Füßen.
Egal.
Der Regen wurde stärker. Die Tropfen hämmerten wie Kristalle auf ihre Haut.
Egal.
Die tosenden Fluten empfingen sie mit eisigen Klauen. Gischt schäumte an ihren Beinen empor. Pat lief weiter … hinein in das wogende Meer, hinein ins Wasser, das sie reinwaschen oder ihr den Tod bringen würde.
FREIHEIT!
Nichts war mehr wichtig, als ihr Körper untertauchte. Flach lag sie auf dem Bauch, spürte den Meeresboden unter sich. Inseln aus Tang umkreisten sie wie Satelliten.
Hier war sie der Mittelpunkt ihres Seins.
Hier musste sie keine Rücksicht nehmen, sich nicht zusammenreißen, keine Show spielen.
Hier, in den eisigen Fluten der Ostsee, war sie weder Pat noch Triz. Namen waren nicht wichtig. Nicht hier! Das einzige, was jetzt zählte, war sie.
Endlich!
Kein Gestern. Kein Heute. Kein Morgen.
Schwerelos!«
Besagte Eiche gibt es übrigens wirklich. Ich kenne sie von meinen diversen Besuchen in Dänemark. Sie steht am Ufer der Ostsee an der nördlichsten Spitze von Langeland.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
In den vergangenen Jahren bin ich viel gereist. Für jedes Erlebnis bin ich sehr dankbar. Ich durfte vier Mal in Irland sein. Seine Weite, seine Mythologie und die Freundlichkeit seiner Menschen haben mich nachhaltig begeistert und nie wieder losgelassen. Aber auch Dänemark gehört zu meinen Favoriten, obwohl ich diese stringente Entscheidung eigentlich nur treffen könnte, wenn ich alle Orte dieses Planeten bereist hätte. Aber ja, die Dänen ähneln in Vielem den Iren, wenngleich die Bewohner der grünen Insel weniger pragmatisch veranlagt sind. Das für mich Sympathischste an den Iren ist, dass sie allesamt so wunderbar musisch sind. Die Leute dort singen. Einfach so. Beim Arbeiten, beim Shoppen, auf der Straße ... Sie sind unvoreingenommen und wissbegierig. Ja, ich denke, Irland ist mein Lieblingsland.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Sehr schlecht, das gebe ich gern zu. Ich nehme sie an, aber es dauert. Ich bin kein spontaner Ja-Sager, aber durchaus fähig, Fehler einzugestehen oder Wachstumsbereiche zu erkennen. Meine lieben Autorenkolleginnen Marion Krafzik und auch Alexandra Mazar können das sicherlich bestätigen. Ich schätze sie sehr für ihre Geduld mit mir. Nicht nur einmal kam es vor, dass sie etwas in Frage stellten, was ich zuerst vehement verteidigte, dann aber – nach einer Weile des inneren Konfliktes – durchaus als legitim erachtete und ... nun, die konstruktive Kritik annahm. Ähnlich verhält es sich bei Rezensionen. Ich habe das große Glück, bisher wenig schlechte erhalten zu haben, aber ich nehme sie mir durchaus zu Herzen. Nicht immer konstruktiv. Früher habe ich bei einer negativen Rezi wütend geheult, heute ertrage ich sie mit einem Zähneknirschen. Es kommt darauf an, wie Kritik geübt wird. Wenn jemand schreibt, ich hätte ihn nicht begeistern können, dann ist das sein oder ihr Ding. Im Laufe meines (Autoren-)Lebens habe ich mich davon befreit, es jedem rechtmachen zu müssen; zumal ich noch nie Everybody’s Darling sein wollte. Erklärt aber jemand schlüssig etwaige Defizite in meinen Geschichten, dann bin ich dankbar dafür, auch wenn es eine Weile dauern kann.
Warum hast du dich entschieden, Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Nun, ich habe meine Erfahrungen mit zwei Verlagen gesammelt. Einem großen Publikumsverlag, der anno 2014 das Wesen meiner Geschichte ändern wollte. Damals konnte ich die Kurve kriegen, bevor ich meine Seele verkaufte. Zwei Jahre später widerfuhr mir etwas ganz Ähnliches mit einem kleinen Verlag. Auch hier bin ich dankbar, aus der Sache raus zu sein. Mehr schlecht als recht. Es gab ... nun, sagen wir ... Kollateralschäden. Besagte Geschichte habe ich für mich sterben lassen müssen, da mir der Umstand, die Veröffentlichungsrechte nicht zurückzuerhalten, nicht nur furchtbar wehtat, sondern mir jegliche kreative Energie raubte. Deshalb zog ich einen brachialen Schlussstrich und widmete mich Neuem. Das Gute daran ist, dass ich all meine Erfahrungen zumindest fiktional verarbeiten kann – die positiven wie die negativen. Wie? Nun, ich kann die Arschlöcher in meinem Leben sterben lassen. 😉
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich hoffe, einige davon werden meine Leser ... oder sind es schon. 😊
Nein, im Ernst: Ich danke dir für deine Zeit, deine Leidenschaft, dein Engagement. Ohne euch fleißigen Blogger wären gerade wir Selfpublisher nur einsame Geschichtenerzähler ohne Publikum. In einer Zeit, da der Buchmarkt übersättigt ist, erhält eure Arbeit einen komplett neuen Stellenwert. Ihr seid die Trüffelschweinchen, und das meine ich ausschließlich positiv. Ihr trennt die Spreu vom Weizen, schafft Licht im Chaos des Übermaßes. Ihr helft den Lesehungrigen da draußen, nicht nur satt zu werden, sondern stilvoll zu speisen. Manchmal wünsche ich mir einen Blogger, wenn ich bei Kaufland vor einem zehn Meter langen Regal stehe und zwischen den Myriaden Sorten meinen Lieblingssenf suche. In meinen Augen ist genau das eure Aufgabe. Also nicht der Senf, sondern Bücher. Ihr trefft eine Vorauswahl und schaut bisweilen hinter die Kulissen, motiviert uns Autoren und sensibilisiert bestenfalls die Leser für die literarischen Delikatessen. Danke dafür.

Samstag, 29. Februar 2020

[Rezension] 50_2020_epub - Malavita Springs - Dämonenherz von Grace C. Stone


Das Buch „Malavita Springs - Dämonenherz“ wurde von Grace C. Stone verfasst und erschien 2020.

Wir begleiten Dee in den Ort Malavita Springs, wo sie mit einer interessanten Neuigkeit überrascht wird. Scheinbar sind alle Geschichten über Dämonen, Gestaltwandler uns ähnliches wahr. Zudem streiten sich zwei Brüder um sie. Die männlichen Charaktere, Lial und Seth, bestechen durch ihre Dominanz und Gradlinigkeit, die allerdings an der Eigenwilligkeit von Dee fast den Verstand verlieren.
Die Wortwahl und der Sprachstil sind für das Buch ideal gewählt und man kann aus wechselnden Perspektiven, der Geschichte super folgen. Man kann mit den Charakteren, lachen, weinen, sich fürchten, mit ihnen um das Recht kämpfen, selbstbestimmt leben zu können.

Dieses Buch ist der perfekte Auftakt in deine Reihe, die alles beinhaltet, was man sich wünscht. Liebe, Zusammenhalt, Feste, Gemeinsamkeit und Familie.
100%ige Kauf- und Leseempfehlung