Sonntag, 28. April 2019
[64/04_2019/ebook] Herzchaos von Rosita Hoppe
Das Buch "Herzchaos" wurde von Rosita Hoppe verfasst und erschien in der 3. Auflage 2018.
Es gelingt der Autorin ein realistisches Bild einer Familie zu zeigen, die gewillt ist, alles zu versuchen, um wieder glücklich zu werden. Man kann den Kampf um die Liebe miterleben, aber auch die Schicksalsschläge und die Kämpfe um den Erhalt der Familie.
Obwohl oft, nicht nur bei den Charakteren, sondern auch beim Leser Gefühlschaos herrscht, schafft es die Autorin durch ihnen flüssigen und leichten Schreibstil einem durch die Geschichte zu geleiten.
Eine tolle Geschichte für jeden, der gerne ausdrucksstarke Liebesgeschichten liest.
Dienstag, 23. April 2019
[Coverinterview] Das Geheimnis der schwedischen Briefe von Tanja Bern
Coverinterview
Mein Arbeitstitel war damals „Ein schwedischer Traum“. Ich mochte den aber nie, er war für mich wirklich nur ein Vorabtitel, weil mir noch nichts Passendes eingefallen ist. Den jetzigen Titel hat der Verlag vorgeschlagen, und ich liebe ihn. Ich fühlte sofort, dass es der Richtige war, der alles miteinander vereint.
Hattest du genaue Vorstellungen was sich auf dem Cover befinden sollte oder hast du den Coverdesignern freie Hand gelassen?
Ich durfte meine Ideen zum Cover vorschlagen, und das wurde dann vom Verlag an die Abteilung weitergeleitet, die dafür zuständig ist. Das wurde dann sogar anfangs umgesetzt, aber irgendwie entsprach es nicht wirklich dem, was das Buch ausdrückt. Ich hatte eine sehr schwedische Vorstellung und war dann total überrascht, als der Covervorschlag kam, denn das hatte ich nicht erwartet. Je länger ich aber das Bild betrachtet habe, desto mehr verliebte ich mich. Warum steht in der nächsten Antwort
Auf dem Cover sehen wir ein Schloss und eine Frau und natürlich den Titel. Haben diese Worte und die Bilder eine besondere Bedeutung für dich oder die Geschichte?
Johannas Part ist sehr groß in der Geschichte, er nimmt die Hälfte des Buches ein. Sie ist mit Emilia die Protagonistin, und ist auch später fest in ihren Gedanken verwurzelt. Das Cover spiegelt viel besser den Vergangenheitspart wider, als es meine schwedische Idee getan hätte, und Johannas Erzählung ist ja Dreh- und Angelpunkt in der Story. Für mich ist Johanna auf dem Cover, und die edlere Kleidung symbolisiert für mich die Zeit nach dem Krieg, die für sie Vieles verbessert hat. Sie steht vor einem Gebäude, das in ähnlicher Form sehr wichtig und fast verhängnisvoll für sie gewesen wäre. Sie hat aber ihren Frieden damit geschlossen. Und schaut mal genau hin. Ein klein bisschen Schweden ist auch auf dem Cover. Entdeckt ihr die kleine, schwedische Flagge? 😊 Der Titel ist ebenso etwas Besonderes für mich, obwohl die Briefe an sich keinen so großen Stellenwert haben, passt es perfekt, denn es vereint sowohl Schweden als auch das Geheimnis der Familie.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich noch etwas ändern wollen?
Ich bin 100% zufrieden. Ich liebe das Cover und auch was es für ein Gefühl in mir auslöst, denn es harmoniert mit den Empfindungen, die ich während des Schreibens hatte.
[Buchvorstellung einmal anders] Das Geheimnis der schwedischen Briefe von Tanja Bern
Buchvorstellung einmal anders
Heute treffe ich mich mit der Autorin Tanja Bern, um mit ihr über ihr Buch zu reden.
Danke, dass du heute Zeit findest, um für das Buch zu sprechen.
Für meine Geschichten habe ich doch immer Zeit. Ich danke dir für die Möglichkeit.Beschreibe uns dein Buch doch in max. 5 Sätzen.
Es geht um ein großes Familiengeheimnis und um die eine große Liebe, die einen auch nach Jahrzehnten nicht loslässt. In „Das Geheimnis der schwedischen Briefe“ muss sich Emilia um ihre Urgroßmutter Johanna kümmern, die alleine nicht mehr zurechtkommt. Durch sie taucht Emilia in Johannas Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg ein und erlebt all das Leid, aber auch eine unerschütterliche Liebe zu einem Mann, von dem Emilia nie zuvor etwas gehört hat. Später reist Emilia nach Schweden, um weiter nach der Wahrheit zu forschen und findet dort viel mehr, als sie erwartet hat.
Du schickst deine Protagonisten in so manche schwierige Situation. Macht es dir Spaß deine Protagonisten auch manchmal an ihre Grenzen zu treiben?
Ich würde es nicht als Spaß bezeichnen. Es ist harte Arbeit und oft sehr emotional. Im Moment des Schreibens bin ich ja tief mit der Figur verbunden und empfinde, was sie fühlt. Da gibt es auch mal Tränen meinerseits. Ich gebe zu, dass mir spannende Szenen trotzdem meist sehr gut von der Hand gehen, und es ist erlösend, sie aufzuschreiben. Aber es ist mit sehr vielen Gefühlen verstrickt, die ich nicht immer von meinen eigenen trennen kann. Manchmal verzweifle ich auch an meinen Figuren, weil die fast immer ein Eigenleben haben und ihren Kopf durchsetzen. Das ist aber gut so, denn nur so entwickelt sich die wahre Story aus dem Exposé heraus, das ich immer als roten Faden nehme.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Diese kleine Szene liebe ich besonders, weil ich mich haargenau an diesem Ort so gefühlt habe wie Emilia. Hier taucht sie das erste Mal in die Natur Schwedens ein, und beim Schreiben war mir, als sei ich selbst wieder dort. Das war wunderbar!Emilia lief bis zu einem nahen Trampelpfad zurück, der vom See aus in den Wald hineinführte. Es roch nach dem Harz der Nadelbäume. Sonnenschein sprenkelte den Erdboden. Ein Rotkehlchen landete vorwitzig in Emilias Nähe auf einem Ast, flog aber rasch davon, als sie vorsichtig die Hand ausstreckte. In den Baumkronen piepste und raschelte es.Sie blieb stehen, verharrte, lauschte …Das erste Mal seit Jahren fühlte sie vollkommene Ruhe in sich. Ihr bisheriger Lebensstil hatte sie förmlich vor sich hergetrieben. Immer erreichbar, immer bereit, allen zu helfen. Und in den wenigen Pausen ließ sie sich vom Fernsehprogramm beschallen. Nur dann konnte sie ihre sich rotierenden Gedanken abschalten. Aber hier ordnete sich auf seltsame Weise ihr Verstand. Sie fühlte sich frei und mit diesem Ort verbunden.Emilia sah sich noch einmal zum See um, zog sich Schuhe und Strümpfe wieder an, um dem Pfad zu folgen, der von Tannennadeln bedeckt war.Die Wanderung führte sie über Hügel voller Wurzelgeflechte, durch sumpfiges Gebiet, in dem nur ein schmaler Grat trocken hindurchführte, und auf eine Lichtung, die fast im Herbstlaub der vergangenen Jahre versank.Vereinzelte Birkenblätter, von der Sonne beschienen, fielen wie goldene Schneeflocken auf den Waldboden. Die helle Rinde der Bäume bildete einen Kontrast zu den hohen Eichen, von denen sie umrahmt wurden. Emilia schaute durch die lichten Wipfel der fünf Birken, die wie eine Familie zusammenstanden. Die anderen Bäume umgaben sie in einigem Abstand wie geheime Beschützer.Über ihr spannte sich ein Himmel in sattem Blau. Wind bewegte die obersten Äste. Ein Greifvogel zog hoch oben seine Kreise. Sein Ruf hallte bis zu ihr auf die Lichtung.All dies fühlte sich für Emilia besonders an. So Vieles hatte sie gar nicht mehr wahrgenommen, weil ihr Blick wie verschleiert gewesen war.
Wie viel echte Tanja steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderem Charakter?
Oh, ich denke, eine Menge, auf ganz unterschiedliche Weise. Das fällt mir aber erst auf, wenn ich das Buch überarbeite. Es ist also nicht bewusst so kreiert. Es sind immer so Kleinigkeiten, die ich dann selbst entdecke und total verwundert darüber bin, weil mir die Figur oft charakterlich gar nicht ähnelt. Ich finde das immer sehr interessant und auch berührend, da es oft diese Kleinigkeiten sind, die die Figur letztendlich zum Leben erweckt hat, zumindest für mich. In „Das Geheimnis der schwedischen Briefe“ steckt aber auch sehr viel von meiner Oma. Ihre Erzählungen vom Krieg haben mich immer inspiriert, obwohl ich dem Thema Zweiter Weltkrieg sonst eher ausgewichen bin. Durch ihre Erinnerungen ist aber schließlich die Buchidee entstanden, und sie hat mir bei der Recherche total geholfen. Für sie war es übrigens sehr tröstlich, endlich in der Intensität darüber zu sprechen, nach all der Zeit.
Wie würden dich deine Protagonisten beschreiben?
Ha ha, sie würden mich wahrscheinlich als ziemlich stur bezeichnen. Ich bin ihre schreibverrückte Geschichtenerzählerin, und wir lieben uns. Wahrscheinlich würden sie aber auch über meinen Kaffeekonsum meckern und ausplaudern, dass ich mit ihrer Hilfe gewisse Szenen sogar nachspiele, um mich einfühlen zu können. Ich denke, sie würden aber auch sagen, dass ich sehr ehrgeizig und hilfsbereit bin, für Freunde immer da sein werde, und Tiere einen hohen Stellenwert für mich haben.
Mich würde noch dein Lieblingszitat interessieren.
Ich liebe William Butler Yeats:Come away, O human childTo the waters and the wildwith a fairy, hand in handFor the world's more full of weepingthan you can understand.Die Legenden um Feen und Elfen sind für mich sehr faszinierend, und die irischen Sídhe aus meiner ersten Fantasyreihe, die ich gerade umarbeite, sind mir immer ganz nah. Wenn ich sie „flüstern“ höre, komme ich mir immer vor wie das Kind in dem Gedicht.In Schweden habe ich mich übrigens auch sehr der Natur verbunden gefühlt. Dort könnten wirklich auch heute noch Sagengestalten leben. Zumindest fühlt es sich so an, wenn man dort durch die Wälder streift.
Danke für das Gespräch!
Ich habe zu danken! ♥ Ich freue mich immer sehr über das Interesse von Lesern und Bloggern.
[Autoreninterview] Tanja Bern
AUTORENINTERVIEW
Tanja Bern
Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich lebe mit meiner Familie und zwei Katzen im Ruhrgebiet. Ich bin ein sehr intuitiver Mensch, kümmere mich um Tiere, die Hilfe brauchen, liebe die Natur und lese natürlich gerne. Schreiben ist schon in der Teenagerzeit zu meiner Leidenschaft geworden.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Wie oben schon erwähnt, habe ich recht früh versucht, meine Gedankenbilder in Worte zu fassen, denn ich hatte schon als Kind komplexe Geschichten im Kopf. Doch erst als ich mit 24 Jahren in Irland war, wurde etwas in mir geweckt, das mich nicht mehr losließ. Ich begann mein erstes Fantasybuch zu schreiben und kann seitdem nicht mehr aufhören. Noch immer bin ich fasziniert und inspiriert von Irland, und es ist oft meine Schreibkulisse.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns bzw. die Reihen in max. 5 Sätzen beschreiben?
Würde ich hier jedes Buch vorstellen, würde das den Rahmen etwas sprengen, denn aktuell sind von mir 16 Bücher auf dem Markt (die beiden Kinderbücher und die Anthologien nicht mitgerechnet). Aber ich stelle gerne die aktuellen ein wenig vor.Das neueste Buch „Winterreise“ ist der erste Teil meiner Jahreszeitenreihe „Galway Girl“, die in Galway und Umgebung spielt, wie der Titel schon verrät. Es geht um Sínead, die ihr Leben neu ordnen muss und von ihrem besten Freund auf eine Reise quer durch Irland mitgenommen wird. Band 2 steht kurz vor der Veröffentlichung.Aktuell sind auch meine beiden Familiengeheimnisromane von Bastei.Einmal „Die Töchter von Tarlington Manor“, in der es um Casey geht, die durch das alte Tagebuch von Aeryn O’Mara nach Irland kommt, dort nach Aeryns Spuren sucht und so den Leser mit nach Kerry ins 19. Jahrhundert nimmt.Das zweite Buch heißt „Das Geheimnis der schwedischen Briefe“. Die Hauptfigur Emilia erfährt von ihrer Urgroßmutter Johanna das große Geheimnis ihrer Familie und taucht mit dem Leser in die Wirren des Zweiten Weltkriegs ein. Johannas Erzählung führt Emilia schließlich nach Schweden, wo sie so viel mehr als nur die Wahrheit findet.Ich habe aber auch Fantasybücher und einen mystischen Ruhrgebiet-Krimi im Repertoire.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich arbeite sozusagen immer an einem neuen Werk. *lach* Im Moment schreibe ich am vierten Teil meiner Galway Girl - Reihe. Danach werde ich mich wieder einem Familiengeheimnis widmen, das schon unter Vertrag ist. Ich arbeite aber auch immer zwischendurch an meiner ersten Fantasy-Reihe, die aktuell nicht veröffentlicht ist, weil ich sie komplett umarbeite.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich beschäftige mich gerne mit meinen Katzen, bin gerne in der Natur, und mit der Familie fahre ich sehr gerne mit dem Rad. Zudem brauche ich Yoga, um zur Ruhe zu kommen und um das ganze Sitzen auszugleichen. Ich liebe es aber auch, abends Netflix oder Prime zu schauen (normales TV haben wir nicht mehr). Und manchmal spiele ich Sims 4 oder auch mal so App-Spiele. Nur das Lesen fehlt mir zurzeit. Leider kann ich in einer aktuellen Schreibphase kein anderes Buch lesen, da es mich oft aus meiner Geschichte rausbringt. Deshalb ist das Lesen den Urlauben vorbehalten, worauf ich mich immer total freue.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ja, natürlich. Ich lese zum Beispiel total gerne die Bücher von Britta Strauß und von Susanna Ernst. Im Moment wartet aber das neue Buch „Blackwood“ von Britta Sabbag auf mich. Viele Autoren kenne ich ja persönlich, und es ist immer etwas Besonderes, wenn ich in ihre Geschichten eintauchen darf. Ich bin aber auch seit über zwanzig Jahren ein Fan von Diana Gabaldon und ihrer Outlander-Reihe. Allerdings bin ich nicht der Typ, der Bücher mehrmals liest. Aber ich lese in einige Bücher immer mal wieder gerne rein, um verschiedene Szenen noch mal zu genießen.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Das Foto zeigt meinen Schreibtisch, wenn er gut aufgeräumt und aufgehübscht ist. Eigentlich liegen überall kleine Notizzettel herum, mindestens zwei leere Kaffeetassen stehen verstreut auf dem Arbeitsplatz, und meine Haarspangen sind überall dazwischen. Soll heißen, ich habe meist einen recht chaotischen Schreibtisch. Aber jede Deko, die in den Fächern auf meinem Schreibtisch ist, hat eine Bedeutung, und ich brauche das, um kreativ zu sein. Nur manchmal wird mir das zu viel, dann gehe ich mit meinem Netbook in die Küche oder im Sommer in den Garten. Es kommt immer auf meine Stimmung an.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich brauche morgens ein ausgiebiges, langes Frühstück. Da meine Tochter in fünf Minuten fertig und mein Mann bereits auf der Arbeit ist, bin ich am Küchentisch meist allein, deshalb gucke ich dabei am Handy auch schon mal eine Folge einer aktuellen Serie, die ich gerade schaue. Um 8:30 Uhr beginnt dann normalerweise mein Schreibtag, der mit kleinen Pausen meistens so bis nachmittags geht, je nachdem, wann meine Tochter aus der Schule kommt. Dann dreht sich erst einmal alles um kochen, aufräumen und andere Pflichten. Danach gehe ich noch mal an den PC. Da schaue ich dann in die Sozialen Medien, um mit Kollegen und Fans zu kommunizieren, bereite Beiträge vor, schreibe Interviews, mache die Buchhaltung sowie Marketingarbeiten und entwickle neue Exposés. Autor zu sein heißt so viel mehr, als nur schreiben, wenn man es ernsthaft betreibt. Dieses Interview zum Beispiel beantworte ich aktuell um 21:35 Uhr und ich bin erst am Anfang. Eine ganz normale Zeit, in der ich oft noch arbeite. Meistens bin ich aber so um 21:00 Uhr mit allem fertig und habe Feierabend. Natürlich klappt das nicht immer reibungslos. Oft machen mir Termine einen Strich durch die Rechnung, oder ich bin unkonzentriert, komme schreibtechnisch nicht vorwärts, dann verlagert sich alles, was zur Folge hat, dass ich nachts manchmal immer noch am PC sitze. Ich habe ja Deadlines, an die ich mich halten muss, deshalb muss ich ein gewisses Schreibpensum täglich schaffen, manchmal auch im Urlaub. Aber eigentlich klappt alles ganz gut. Und das Wochenende gehört der Familie.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Die Fantasy-Romance lese ich vorzugsweise, aber ich mag auch mystische Liebesgeschichten. Gay-Romance lese ich auch sehr gerne. Ähnlich verhält es sich mit dem Schreiben. Ich habe mit Fantasy begonnen und liebe dieses Genre. Die Familiengeheimnisse in Verbindung mit einer Romanze haben es mir in letzter Zeit aber sehr angetan. Das liegt mir wirklich gut. Besonders die Vergangenheitsparts finde ich dabei sehr faszinierend, obwohl da immer viel Recherche für notwendig ist.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Das Zitat „Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum“ von Tommaso Campanella hat mich jahrelang begleitet. Es hat mich nie aufgeben lassen, und ich habe mir meinen Traum erfüllt, indem ich den Autorenjob nun hauptberuflich mache.Ein Zitat aus meinem eigenen Buch „Nah bei mir“ ist mir besonders wertvoll, denn das brauche ich sowohl im Leben als auch beim Schreiben: „Erinnerungen sind wie Sterne. Sie leuchten aus dem Dunkel heraus.“ Und hier geht es nicht nur um meine persönlichen Erinnerungen. Ich habe ja auch die Erinnerungen meiner Figuren im Kopf, und genau diese sind der Antrieb, der mich zum Schreiben bringt.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Irland ist unangefochten das Land, das ich wirklich liebe. Ich war nur einmal dort, und es hat sich mir derart eingebrannt, dass ich mich quasi einen großen Teil meines Lebens damit beschäftigt habe. Ich fühle mich diesem Volk verbunden, bin hoch fasziniert von der Geschichte, liebe die Folkmusik und finde die Natur atemberaubend. Es tat mir weh, all die Jahre nicht dort sein zu können, aber in einer Familie muss man eben Kompromisse eingehen. Aber genau dieses Heimweh (und ich sage bewusst nicht Fernweh, denn Irland fühlt sich wie mein zweites Zuhause an) hat bewirkt, dass ich wirklich zu schreiben begonnen habe. Diesen Sommer bin ich endlich wieder auf der Grünen Insel, und für mich schließt sich ein Kreis, den ich vor zwanzig Jahren begonnen habe. Ich freue mich so sehr darauf!Ich bin aber auch ein Fan der Nordsee. Meine Familie und ich sind mindestens zweimal im Jahr in Katwijk/Holland. Dort kann ich wieder auftanken.Erwähnen möchte ich auch noch Hvide Sande in Dänemark, das auch eine meiner Buchkulissen geworden ist (Am weißen Strand). Dort zwischen Dünen und Meer fühle ich mich sehr zu Hause, und es zieht uns als Familie immer wieder dorthin.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ja, ich bin sehr kritikfähig. Das merke ich sowohl im Lektorat, als auch bei Rezensionen, die mal nicht so toll bewertet sind. Natürlich muss man bei einem Lektorat jemanden haben, dem man vertrauen kann. Aber bisher habe ich nur ausgezeichnete Lektorinnen und Lektoren gehabt, die aus meinen Büchern das Allerbeste herausgeholt haben. Ich habe sogar Spaß daran, die Anmerkungen zu bearbeiten, manche Dinge im Text zu überdenken und daran zu werkeln. Ohne konstruktive Kritik geht es in diesem Job nicht. Bei schlechteren Rezensionen ist mir immer klar, dass nicht jeder Leser jedes Buch toll finden kann. Und für mich ist das dann völlig okay. Natürlich gibt es immer mal Bewertungen, wo man heftig schlucken muss, und genau das tue ich dann auch. Lesen, runterschlucken und aus dem Gedächtnis verbannen, damit es nicht weh tut. Ich gebe aber zu, dass ich bei Kritik, die meine Person an sich betrifft, durchaus auch mal empfindlich sein kann. Das liegt daran, dass ich mich selbst in meiner Haut nicht immer wohlfühle, und wenn dann noch jemand Kritik an meinem Kleidungsstil oder an meiner Figur übt, kann ich auch schon mal ein bisschen beleidigt sein. Ha ha, aber nie lange. Ich bin doch so harmoniesüchtig.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublishing zu machen?
Anfangs hat es sich so ergeben, weil das Self Publishing noch gar nicht so bekannt war. Ich veröffentliche ja schon seit elf Jahren. Mit meiner ersten Buchreihe war ich am Schluss jedoch sehr unglücklich, was den damaligen Verlag betraf. Und als ich mich 2014 davon befreite, überlegte ich schon, ob das Self Publishing für diese Reihe nicht vielleicht eine Option wäre. Aber ich traute mir das ehrlich gesagt damals nicht zu. Seit 2011 arbeite ich auch mit meiner Agentin Alisha Bionda zusammen. Mit ihrer Unterstützung konnte ich mich schließlich in der Verlagswelt etablieren. Heute ist sie Agentin und Freundin zugleich. Ich lege meine Arbeit in ihre Hände, und sie weiß am besten, wo sie meine Projekte vorstellt. Das nimmt mir eine Menge Arbeit und Sorgen, denn ich vertraue ihr voll und ganz. Deshalb habe ich die Option Self Publishing eigentlich ad acta gelegt. Ich mag auch die Verlagsbetreuung, die natürlich nicht überall gleich ist, aber alleine das professionelle Lektorat ist für mich unerlässlich.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich hoffe, ich kann euch mit meinen Geschichten in andere Länder oder mystische Welten mitnehmen, in denen ihr träumen könnt. Mein Wunsch ist es, euch an die Worte zu fesseln, euch abzulenken von dem Alltagsstress. Liebt, lacht, leidet und hofft mit meinen Figuren, in die ihr eintauchen könnt und die euch vielleicht tief im Herzen berühren. Danke an jeden Leser, der sich für eines meiner Bücher entscheidet. Für euch schreibe ich!
Montag, 22. April 2019
[Buchvorstellung einmal anders, Cover-, Autoren- und Protagonisteninterview] Frühlingszauberküsse von Sandra Pulletz
Buchvorstellung, Protagonisten-, Cover- und Autoreninterview
Ich mag Pflanzen wirklich sehr, doch leider habe ich einen absolut braunen Daumen. Alle Blumen, die ich erhalte gehen in Rekordgeschwindigkeit ein. Also besuche ich so oft es geht einen botanischen Garten. Heute scheint nicht mein Tag zu sein, die Uni macht eine Exkursion. Dennoch höre ich interessiert dem Prof mit einem Ohr zu und setze mich etwas Abseits auf eine Bank. Eine junge Frau und ihr etwas hinter hier folgender Kommilitone kommen auf mich zu und lassen sich auf meine Bank nieder. Neugierig wie ich nun mal bin, beginne ich das Gespräch.
Hi! Ich bin Claudia. Könnte es sein, dass ich euch von irgendwoher kenne?
„Hey, ich bin Mason. Das ist Joyce.“ Er lächelt freundlich. „Wir besuchen hier das College.“Joyce nickt.
Ihr seid tatsächlich Joyce und Mason? Das ist ja toll euch persönlich kennenzulernen.
„Freut uns auch“, meint Joyce, runzelt aber leicht die Stirn.
Wisst ihr, dass ihr eine ziemlich wichtige Rolle in einem Buch von Sandra Pulletz spielt?
„Ach, daher kennst du uns!“ Jetzt hellt sich Joyces Gesicht auf.„Na klar! Woher solltest du uns sonst kennen?“ Mason lacht.
Oh, schau wer da kommt, ist das nicht die Autorin Sandra Pulletz? Kurz unter uns, wie war es ein Buch mit ihr zu schreiben, die Hauptperson zu sein? Und könntet ihr das Buch in max. 5 Sätzen beschreiben?
„Aiaiai, also manchmal war es schwierig, vor allem da Joyce so stur sein kann.“ Mason duckt sich, aber Joyce zuckt mit den Schultern und sagt: „Es war ganz okay. Ich wünschte, sie hätte mich nicht so leiden lassen. Und vor allem, hätte Mason mal eher seinen Mund aufgemacht …“ Sie seufzt.„Hey, Moment mal!“ Mason rümpft die Nase. „Ich wollte dir dauernd was erklären, aber du hast mich immer abgewürgt.“„Ach, so kann man das nicht sagen“, erwidert Joyce schnell. „Zum Buch lässt sich sagen, dass wir uns hier im wunderschönen England befinden. Du weißt bestimmt, dass der Campus nicht weit vom Botanischen Garten entfernt ist. Ostern naht und … hatschi! … ich … hatschi …“„Gesundheit“, sagt Mason schnell. „Joyce hat eine Pollenallergie, was supernervig ist. Bestimmt hat sie wieder auf die Vitamine vergessen. Auf jeden Fall verbringen wir im Buch die Osterferien bei ihren Eltern auf dem Land.“„Oh Mann“, fährt Joyce dazwischen. „Erinnere mich nicht daran. Das war ja das reinste Gefühlschaos. Und die Neuigkeiten, die Callie verbreitet hat, sind auch nicht ohne.“„Pst, verrate nicht so viel, das müssen die Leser selbst rausfinden!“, mahnt Mason sie.„Wie? Und auf meinen Nachbarn Jesse soll ich die Leser jetzt nicht neugierig machen?“ Beleidigt verschränkt Joyce die Arme vor der Brust, aber Mason tätschelt ihre Schulter.
Freundlich begrüße ich auch die Autorin und sehe auf die Uhr, die bald zwölf Uhr anzeigt.
Echt toll, dass ich euch alle hier treffe. Habt ihr noch kurz Zeit und ein wenig Lust auf ein gemeinsames Interview?
Sandra: „Sicher doch! Ich liebe Interviews!“Mason: „Ja, allerdings muss ich bald los und später auch noch lernen.“Joyce: „Oh Mann, du Streber!“
Euer Leben wird ja ziemlich genau durchleuchtet. Welche Gefühle habt ihr da durchlebt, als euch Sandra über Höhen und Tiefen führte?
Mason: „Puh, da war alles dabei. Von Frühlingsgefühlen über unglücklich sein und noch viel mehr.“Joyce: „Also bei mir gab es bestimmt noch mehr als bei Mason. Denn zunächst musste ich mich ja mal von meiner neuen Katzenfreundin Lia verabschieden. Und ein Küken habe ich gefunden. Ach, das war ja sooo putzig. Ihr versteht natürlich, dass man sich um so liebe Tierwesen sorgt. Und dann waren da noch die Sorgen um meine Schwester. Die Vorfreude, Jesse wiederzusehen. Auf meine Schwester war ich allerdings auch böse, auf Mason auch. Aber Glücksgefühle mischten sich auch darunter. Also die volle Gefühlspalette war vorhanden.“
Auf einmal springt Mason auf und verschwindet mit den Worten „die Arbeit bei Soja & Han beginnt gleich“ aus dem botanischen Garten. Joyce folgt ihm mit den Worten „ich hol uns was zu essen“ ebenfalls. Nach kurzer Zeit nehme ich das Gespräch mit Sandra wieder auf.
Warum spielt dein Buch hauptsächlich in der kleinen Heimatstadt von Joyce?
Ja, das hat sich so ergeben. Ich wollte sie vom Campus weglocken. Ostern in einem kleinen Dorf, wer liebt das nicht? *lacht* Außerdem habe ich dort Zugang zur Natur. Wie du weißt, kommen so einige Pflanzen im Buch vor.
Sandra, was kannst du uns über deine Protagonisten noch so alles erzählen, jetzt wo die beiden weg sind? Hast du vielleicht sogar einen persönlichen Liebling im Buch?
Also ich mag sie ja alle gern. Den ganzen Haufen! Mason mochte ich von Anfang an, aber auch Jesse ist ein netter Kerl. Callie ist eine tolle Schwester und auch die Eltern sind ganz okay. *grinst* Zumindest haben sie eine große Wandlung durchgemacht. Aber wer versteht nicht, dass sich Eltern um ihre Kinder sorgen? Deshalb darf man ihnen das alles nicht so übelnehmen!
Welches ist deine absolute Lieblingsszene, die das Buch am besten beschreibt?
Oje, da gibt es so viele! Vielleicht die, wo Mason und Joyce im Wald unterwegs sind und Mason viele merkwürdige Dinge macht :D
Wie viel steckt von dir in dem Buch oder in dem einen oder anderen Charakter?
Nur ein bisschen. Zumindest habe ich meine Allergien an die Schwestern „vererbt“. :D Und meine Pflanzenliebe Mason und auch Joyces Dad.Joyces Mum kocht ja ganz gut, ihr habe ich einige Rezepte vorgeschlagen, die sie bitte kochen und backen soll.
Da kommt Joyce mit dem Essen aus „Soja & Han“ zurück und lässt sich wieder zu uns auf die Bank fallen.
Sag mal, Joyce, wie kommt es, dass du hier auf diesem College/Uni gelandet bist? Dachte ich lerne heute auch ein paar deiner Freunde kennen?
Sie erstarrt kurz und wird verlegen. „Ach, das hat sich so ergeben. Ich wollte ein bisschen weiter weg von zuhause, damit ich nicht jedes Wochenende nach Hause muss … Und Freunde? Naja, Mason kennst du ja schon … Dr. Simons arbeitet und … so viele gibt es da nicht mehr … Die anderen sind im Kurs.“
Sie steht auf und sucht nach den Teilnehmern des Kurses.
Sandra, fällt es dir eigentlich leicht deine Hauptcharaktere durch schwierige und aber auch schöne Zeiten zu führen?
Ja, es muss immer Abwechslung her :D Manchmal geht es allerdings Schlag auf Schlag. Da kann ich nix dafür :D
Was hat dich dazu gebracht dieses Buch zu verfassen?
Hahaha, das weißt du genau ;). Eines Tages vor nicht allzu langer Zeit hat eine liebe Bloggerin nach Frühlings- bzw. Ostergeschichten gefragt und ich habe noch gemeint, dass ich keine hätte. Allerdings will ich schon seit Jahren eine Ostergeschichte schreiben und habe auch so einige Geschichtenanfänge … Trotzdem saß ich an einem anderen Manuskript. Dort kam ich nicht richtig weiter … und mir flogen lauter Szenen aus einer Frühlingsgeschichte entgegen. Aber in ein paar Wochen kann ich ja kein Buch schreiben … Und dann wäre schon Ostern … Ich habe kurz überlegt, wollte aber die Ideen mal aufschreiben. Dann war ich mittendrin und habe gedacht: Kann ja auch eine Kurzgeschichte werden, oder? Also habe ich getippt und getippt. An manchen Tagen bis zu 5000 Wörtern, das ist sehr viel. Als die Zeit immer weniger wurde, habe ich sogar mal 8000 Wörter an einem tag geschafft! Puuuh, das war was!!! Tja, und dann war das Buch fertig. Wurde superschnell korrigiert und ich konnte es veröffentlichen.
Joyce und auch Mason kommen wieder in den Park. Er sieht etwas gestresst aus, lässt sich aber nicht nehmen noch einmal kurz mit uns zu plaudern.
Leser sind ja immer ein wenig neugierig! Wie würdet ihr zwei, Joyce und Mason, die Autorin meinen Lesern beschreiben?
„Als eine verrückte Nudel!“, platzt es aus Mason.„Dem kann ich nur zustimmen. Was bei uns alles in der Familie los war, seit Sandra in unser Leben getreten ist. Krass!“
Hättest du, Sandra dieser Beschreibung noch etwas hinzuzufügen? Wie würdest du dich selbst beschreiben?
„Oh, naja, ich nehme das mal so an. Ansonsten würde ich mal meinen, ich bin sehr nett und man kann mit mir durchaus diskutieren, aber im Prinzip weiß ich schon, wieso ich was schreibe.“ *lacht*Da nun Joyce sowie Mason ihren weiteren Verpflichtungen nachkommen müssen, stelle ich noch schnell die Fragen zum Cover.
Das Cover wirkt lebendig und frisch. Das verliebte Paar und der Strauß Bärlauch trifft den Charakter des Buches sehr gut. Wie und wann kam die Idee zum Cover bzw. Titel? Stand der Titel schon vorher fest oder entwickelte er sich erst im Laufe des Schreibprozesses?
Also ich habe gezielt Ausschau gehalten nach einem Paar mit Frühlingsblumen. Das war gar nicht so einfach, aber ich bin fündig geworden. Das Bild hat mir sofort gefallen.Den Titel hatte ich nicht von Anfang an. Fest stand nur, dass etwas mit „Küsse“ drinnen sein sollte, damit es zu den anderen Büchern passt. Da ja Bärlauch am Cover ist, dachte ich zuerst an etwas mit Bärlauch im Titel, das hat mir aber nicht so gefallen. Dann habe ich ein bisschen herumgespielt mit den einzelnen Worten und „Frühlingszauberküsse“ ist herausgekommen.
Hattest du genaue Vorstellungen, was auf das Cover sollte oder hast du den Coverdesignern freie Hand gelassen?
Ja, das Bild (Foto) war so gut wie fertig, da musste nicht mehr so viel geändert werden.
Wie lange dauerte es, bis du mit dem Cover zu 100% zufrieden warst? Oder würdest du nachträglich noch was ändern wollen?
Es war innerhalb von 2 Tagen fertig und ich bin zufrieden damit. Es sieht so hübsch aus.
Leider muss die Autorin zu einem wichtigen Termin, also verabschiede ich mich von ihr, aber nicht ohne abschließende Frage.
Wird es noch weitere Geschichten mit Joyce und ihrer Familie geben oder planst du schon ein neues Projekt auf das wir uns freuen dürfen?
Nein, es gibt keine Fortsetzung. Aktuell schreibe ich an einer Surferromanze :D Ich hoffe, ihr könnt sie im Sommer lesen.
Ich gehe noch vor bis zum Tierarzt, wo Joyce arbeitet, denn eine Frage interessiert mich noch.
Joyce, was ist eigentlich deine liebste Szene in diesem Buch?
„Als ich Lia in meine Arme schließen konnte! Und das, was danach passiert ist, du weißt schon …“ Sie zwinkert.Gibt es noch Wünsche oder Ziele für die Zukunft?
Ja, primär wünsche ich mir, dass ich das Semester positiv abschließen kann. Drückt mir also die Daumen! Und in ein paar Monaten wird sich das Leben meiner Familie ja um 180 Grad wandeln … Das wird aufregend!Bye und vielleicht sieht man sich ja bald mal wieder.
Bye, hab noch einen schönen Aufenthalt im frühlingshaften England
Sonntag, 21. April 2019
[Coverinterview] Die Magie der Bücher von Nadja Losbohm
Coverinterview
Wann kam die Idee zum Titel? War er schon dein Arbeitstitel oder änderte er sich im Laufe der Zeit?
Der Titel fiel mir ein, nachdem ich die vierte Kurzgeschichte fertig hatte. Da meine Arbeitsweise beim Schreiben etwas chaotisch ist, gebe ich keine Arbeitstitel. Es beginnt mit einer Grundidee und dann schaue ich, was so passiert. Ich erzwinge auch nichts beim Schreiben. Die Ideen für Geschichten oder auch für den Buchtitel tauchen irgendwann einfach so in meinem Kopf auf. Das ist dann immer ein Zeichen dafür, dass es genau die richtige Wahl ist: wenn es aus dem Nichts auftaucht. Zumindest habe ich es so erlebt und empfinde es so.
Hattest du genaue Vorstellungen vom Cover oder hast du den Coverdesignern freie Hand gelassen?
Ich glaube, ich hatte bisher so ziemlich immer eine genaue Vorstellung, wie ein Cover aussehen sollte. Manchmal klappt es, dass Tom Jay, der seit „Die Jägerin“ alle meine Buchcover gestaltet hat, diese Vorstellung umsetzen kann, manchmal nicht, aber dann findet man eine Alternative, die mitunter besser ist als das, was zuerst gewünscht war. Ich wusste, dass das Cover zu „Die Magie der Bücher“ genau das zeigen sollte: etwas Magisches, Märchenhaftes und eben ein Buch. J
Dein Cover sticht unter allen anderen heraus. Die Blumen, das Buch, dazu noch der Feenstaub. Warum hast ihr zu diesen Stilmitteln gegriffen?
Ganz einfach: Weil es den Inhalt am besten repräsentiert. J
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover oder würdest du noch etwas ändern wollen?
Ich bin mehr als zu 100 Prozent zufrieden! Ich liebe es und kann mir kein schöneres vorstellen. Tatsächlich ist das Cover schuld daran, dass es das Buch auch als Taschenbuch gibt. Ursprünglich gab es lediglich eine Ebook-Variante mit nur vier Geschichten. Dann kamen die ersten Rückmeldungen von Lesern, die meinten, das Cover sei zu schön, als dass es das Buch nur als Ebook gibt. Mit vier Geschichten wäre das Taschenbuch sehr, sehr dünn geworden. Also habe ich drei weitere Märchen geschrieben, damit man auch ein paar Seiten mehr hat zum Lesen und Träumen. Und dass Leser mir geschrieben haben, dass sie das Cover so schön finden und es sich gern als Poster an die Wand hängen möchten, ist sicherlich sehr aussagekräftig, dass es perfekt ist. J
[Buchvorstellung einmal anders] Die Magie der Bücher von Nadja Losbohm
Buchvorstellung einmal anders
Ich treffe mich heute mit der Autorin Nadja Losbohm, um mit ihr über ihre Sammlung an Geschichten zu reden.
Herzlichen Dank, dass du dir heute Zeit nimmst um für dein Buch zu sprechen.
Ich danke dir, dass du mir die Gelegenheit dafür gibst.
Würdest du dein Buch in max. 5 Sätzen beschreiben?
„Die Magie der Bücher“ beinhaltet sieben Kurzgeschichten, in denen die Bücher die Hauptrollen übernehmen. Die Märchen berichten von der Macht der Bücher, dass sie dir die Liebe deines Lebens zeigen können, dir helfen, deiner Bestimmung nachzukommen, aber auch Brücken bauen können zwischen verschiedenen Völkern oder es viel schöner ist, sie zu teilen, als nur für sich zu behalten. Es gibt noch einiges mehr, aber alle Geschichten sprechen mir, einem Bücherwurm, aus dem Herzen und spiegeln hoffentlich auch das Empfinden anderer wider, die ebenfalls Bücher lieben.
Die Magie der Bücher ist ja eine ganz besondere. Welcher Weg ist dir denn am liebsten diese Magie auch in deinem Buch zu entdecken oder für den Leser greifbar zu machen?
Für mich sind Emotionen sehr wichtig. Sie spielen in meinen Geschichten immer eine große Rolle. Daher arbeite ich viel mit ihnen, denn das Lesen soll zu einem Erlebnis werden und alle Sinne ansprechen. Außerdem steckt viel von mir persönlich in meinen Büchern. Ob es nun darum geht, wie ich alles um mich herum vergesse und die Welt ausblende, nichts weiter höre oder sehe als das, was in dem Buch vorgeht, das ich selbst lese, oder ob es um die Sehnsucht nach einer besonderen, sicheren Welt geht, die sich sicherlich viele wünschen, die aber nur für mich bestimmt ist, nachdem ich viele besondere, sichere Welten für andere geschaffen habe. All das, so hoffe ich zumindest, macht meine Geschichten nicht nur greifbar für die Leser, sondern auch nachvollziehbar und lässt eine Verbundenheit entstehen, dass man z.B. sagt: „Hey, das stimmt. So empfinde ich auch, wenn ich lese. Wie schön, dass es noch jemand gibt, der so tickt.“Hast du überlegt in diesem Buch auch andere Genres einfließen zu lassen?
„Die Magie der Bücher“ war ja eher ein Zufallstreffer. ;-) Ich hatte nie geplant, ehrlich gesagt plane ich nie, eine Sammlung zu schreiben mit Märchen. Ich habe einfach angefangen, weil ich die Idee hatte, die Geschichte „Die Zauberspiegel“ zu schreiben. Dann folgte „Die Lesende Elfe“ und dann „Blueberry’s Reise ins Land der Glitzervögel“. Das war auch der Punkt, wo ich zum ersten Mal bemerkt habe, dass in allen Geschichten Bücher vorkommen, und ich dachte, dass es doch schön wäre, ein Buch daraus zu machen und es zu veröffentlichen. Da diese Kurzgeschichten schon märchenhaft waren, mussten natürlich die restlichen dazu passen, und zu jener Zeit war mir auch märchenhaft zumute, sodass das Schreiben dieser Geschichten gut passte.
Hast du Lieblingsstellen in diesem Buch, die du uns gerne vorstellen würdest?
Meine absolute Lieblingsstelle ist das Gedicht aus „Der Herr der Bücher“. Seitdem ich das Gedicht über den Schattenkönig von Walter Moers in „Die Stadt der träumenden Bücher“ gelesen habe, habe ich davon geträumt, ein ähnlich atmosphärisches Gedicht zu schreiben. Ich hoffe, es ist mir gelungen.
Als Lehre und als Warnung dies gedacht‘:
Jeder Bücherwurm nehm‘ sich in Acht!
Spitz die Ohren, liebes Kind,
und lausche gut dem flüsternd‘ Wind.
Einst lebte hier ein großer Narr,
der gab sein Hemd und auch sein Haar.
Lesen – das war ganz sein Lieblingsding,
mehr noch als der Ehe Ring.
‚Für die Bücher lebt‘ und atmet er‘,
seufzt seine Frau des Herzens schwer.
‚Gefesselt in den Welten ihrer,
wird er selbst zu Schwert und Krieger.‘
‚Sollt‘ ich nicht sein die Leidenschaft
und seines Lebens unermüdlich Kraft?
Er sagt: Das Lesen ist mein Hochgenuss,
besiegelt Schwur sogar mit Kuss.‘
‚Doch sei es, wie es sei.
Er liebt der Bücher Spielerei.
Sein Schatz nicht bei den Menschen lag,
geschrieben Wort ist nun sein Grab.‘
Wer liegt nun hier an diesem Hort
und überdauert Zeit und Wort?
Sein Name niemals war bekannt.
Der Herr der Bücher er nur genannt.
Wie viel echte Nadja ist in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter versteckt?
Zum einen sind wie gesagt meine eigenen Empfindungen beim Lesen mit eingebaut und auch der Wunsch nach einer sicheren, meiner ganz besonderen eigenen Welt. In „Yolanda“, der Geschichte über die kleine Hexe, die sich irgendwie fehl in der Welt fühlt und nicht wirklich dazugehört, bin ich auch ein Stück weit vertreten.Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Ich glaube, sie würden sagen, dass ich pflegeleicht bin, weil ich dem Weg folge, den sie vorgeben, und nicht anders herum. Sie dürfen bei mir fast machen, was sie wollen. J
Mich würde noch dein Lieblingszitat interessieren.
Eindeutig das Gedicht aus „Der Herr der Bücher“.
Danke für deine Zeit.
Vielen Dank, dass ich über mein Büchlein plaudern durfte. Ich habe mich sehr gefreut!
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