Mittwoch, 22. Juli 2020
[Rezension] 155_2020_mobi - Chatasy - Zwischen den Welten von Lara Kessing
[Rezension] 154_2020_KU - Daddy Brendan (Mein Daddy Dom 2) von Nora Phoenix
[Buchvorstellung einmal anders] Violet und der Duke: Verbotene Küsse von Charlotte Love
Claudia: Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig interviewen?
„Ja, klar! Her mit den Fragen.“Claudia: Da Leser immer neugierig sind, wäre es schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
„Die Dame hat den Vortritt“, sagt Hugh und zeigt auf Violet.„Du willst jetzt aber nicht kneifen, Liebster?“, lächelt Violet. „Tja, was gibt es zu mir zu sagen? Ich habe mich als Mann verkleidet, um einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, und bin auf die Liebe meines Lebens gestoßen.“„Schon fertig, Liebes? Dann fasse ich mich auch kurz. Ich wollte mich nicht verlieben und dann bin ich auf einen jungen Mann gestoßen, der mein Herz berührt hat und tja … Ich muss gestehen, dass hat mich sehr irritiert! Ich sollte dir den Hintern verhauen, dass du mich so an der Nase herumgeführt hast.“ (Er droht Violet, indem er eine entsprechende Bewegung mit der Hand macht.
Violet: Versuchen wir doch unser Buch in möglichst wenig Sätzen zu beschreiben.Frau verkleidet sich als Mann. Mann ist von ihm/ihr hingerissen. Frau verliebt sich. Mann verliebt sich. Happy End.
Hugh: Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?Alles andere wäre langweilig!!!
Violet: Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch? Meine ist die, als ich den Dieb mit meiner Schnapsflasche niedergeschlagen habe und Hugh auf mich aufmerksam wurde.
Claudia: Violet und Hugh, unter uns. Wie würdet ihr als Hauptprotagonisten eure Autorin beschreiben?Hugh: Wie viel echte Charlotte steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?Die echte Charlotte schreibt sich die Männer so, wie sie sie gerne hätte.
Sie nervt! Denn sie hat uns das Leben schwer gemacht.Claudia: Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?
Nein, wir hatten nichts zu melden. Aber die Autorin scheint ihn von Anfang an gewollt zu haben.
Claudia: Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.Hugh: Sind wir zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hätten wir nachträglich noch etwas ändern sollen?Violet: Aber sie es doch geändert und das war gut so!
Claudia: Vielen Dank für das Gespräch.Hugh: Aber ihr Blick ... so leidenschaftlich, so tief, so vertraut ...Dieser Blick traf ihn mitten ins Herz.Violet: „Und Sie, Miss Evanston, machen sich keine Sorgen darum, ob Sie ruiniert sein könnten. Ich werde morgen bei Ihrem Onkel vorsprechen und offiziell um Ihre Hand anhalten.“
Dienstag, 21. Juli 2020
[Schnipseltime] Das Pegasosgen con Eve Grass
Aus Band 1 „Marias
Geheimnis“:
Zwei Tierärzte
treffen in Spanien aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein können. Der
eine davon, ein moderner Pferdefacharzt mit Namen Hans Schächter, hat noch nie
etwas von fliegenden Pferden gehört. Als er dem älteren Kollegen Abdai bin Nuhr
aus Marokko zuhört, fühlt er sich wie ein Neuling der Tiermedizin:
Mit versteinerter Miene beobachtete Abdai bin Nuhr das Pferd aus der
Entfernung. »Ein Geschöpf des Himmels und der Sonne, zweifelsfrei«, murmelte er
plötzlich in arabischer Sprache, und wieder richteten sich alle Augen auf den
älteren Mann mit den schneeweißen Kleidern. »Entschuldigen Sie«, setzte er in
klarem Englisch fort. »Ich habe lediglich festgestellt, dass es sich
tatsächlich um ein fliegendes Pferd handelt.«
Hans Schächter fand seine Stimme als Erster wieder. Er grinste leicht,
als er, ebenfalls auf Englisch, antwortete: »Das sehen Sie aus dieser
Entfernung, Herr Kollege? Mit Verlaub, aber hier im Stall würde ich aus einer
Distanz von etwa vier Metern nur ein Pferd erkennen.«
Hannes Bauer wirkte überrascht über die klaren Worte seines Freundes. Er
hätte den marokkanischen Veterinär vermutlich mit Samthandschuhen angefasst.
Dass Abdai bin Nuhr aber keine Kuscheleinheiten benötigte, wurde den Anwesenden
mit dessen Antwort ziemlich schnell klar.
»Sie verhalten sich nicht wie Equiden, auch wenn dieses Exemplar sehr
domestiziert erscheint«, belehrte er unbeirrt seinen deutschen Kollegen.
»Beachten Sie doch mal ihre Nüstern, ihre Nasenöffnungen und ihre Trachea.« Mit
einem Blick auf Hannes und Rike setzte er hinzu: »Verzeihen Sie, ich meinte:
Die Luftröhre dieses Tieres ist wesentlich größer ausgebildet als die eines
normalen Pferdes.« Nun lächelte er und wirkte dabei ein wenig überheblich. »Sie
hat einen tiefen Atemzug getan, als sie an der Mohrrübe geschnuppert hat. Das
würde ein Hauspferd in dieser Form nicht tun. Wesen des Himmels und der Sonne
sind auf ihren Geruchssinn angewiesen. In einer Höhe von tausend Metern über
dem Boden können sie noch Nahrung wittern, aber auch Gefahren, wie etwa
Waldbrände, erkennen.« Abdai deutete auf das samtweiche Maul der Stute. »Es
gibt da übrigens noch einen Unterschied zum Hauspferd. Sie fressen tierisches
Eiweiß.
Hans Schächter bemerkte nicht, dass ihm der Mund offen stand. Er starrte
Abdai bin Nuhr an. »Tausend Meter über dem Boden?«, wiederholte er leise. »Also
gehören Sie auch zu der Sorte Mensch, die davon überzeugt sind, dass es
fliegende Pferde gibt?«
Abdai bin Nuhr blickte kurz zu Boden, dann näherte er sich Rosinante ein
paar Schritte. »Es tut mir leid, wenn ich Sie mit meinen Worten verwirrt habe.
Ich bin davon ausgegangen, dass Sie, ebenso wie ich, ein Fachmann sind.«
Dieser Pfeil hatte voll ins Schwarze getroffen. Hans Schächter schluckte
hörbar, und einen Moment flackerte sein Blick unschlüssig.
Aber bin Nuhr war noch nicht fertig mit ihm. »Herr Villanueva berichtete
mir, Sie wollen Nachzucht aus der Stute. Daher sollten Sie sich ausgiebig mit
der Materie befassen.« Der Marokkaner trat nah an das Pferd heran und ließ
seine langen, schlanken Finger über die Schulternarbe gleiten. »Sie wurde
vermutlich von einem arabischen Arzt operiert. Es gibt nur noch wenige, die
diesen Eingriff beherrschen.«
Hans Schächter rieb sich die Augen, als wolle er eine Erscheinung
vertreiben. »Hören Sie, Herr bin Nuhr, ich habe genau wie Sie Tiermedizin
studiert. Aber ich habe in keinem Lehrbuch etwas über eine derartige Rasse
gelesen.«
Liebevoll betrachtete der Tierarzt aus Marokko die alte Stute. Dann
kniete er sich in die Einstreu aus Sägemehl und tastete Rosinantes rechtes Bein
ab. Seine Hände ruhten einige Sekunden lang am Vorderhuf. »Er ist nicht zu
warm«, stellte er fachmännisch fest. »Das ist ein gutes Zeichen. Der Bruch wird
vermutlich problemlos verheilen.« Als er die erstaunten Blicke von Rike und
Hannes bemerkte, setzte er rasch hinzu: »Herr Villanueva hat mir von dem
Hufbeinbruch erzählt. Das war eine schlimme Sache. Die vorderen Gliedmaßen der
fliegenden Pferde sind etwas schwächer ausgebildet als die herkömmlicher
Pferde.« Dann glitt sein Blick wieder zu Hans Schächter. Offensichtlich genoss
er es, den deutschen Kollegen zu belehren. »Ganz im Gegensatz zu den hinteren
Gliedmaßen. Diese können extreme Erschütterungen abfedern. Sie benutzen die
Hinterbeine, um den Landestoß abzufangen.«
[Reiheninterview] Pegasos-Reihe von Eve Grass

Ich danke dir, dass du mir die Gelegenheit gibst, über meine Trilogie „das Pegasosgen“ zu reden.Kannst du uns deine Reihe, bestehend aus den Teilen „Das Pegasosgen: Marias Geheimnis“, „Das Pegasosgen: Velludo“ und „Das Pegasosgen: Alte Himmelsrechte“ mit wenigen Worten vorstellen?
Deine Charaktere wachsen mit ihren Aufgaben, entwickeln sich weiter, bestehen so manche Situation. Fällt es dir leichter sie durch einfache, lustige oder durch schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?Ich werde es versuchen! Für mich reizvoll war der Gedanke Reiten und Fliegen in irgendeiner Form zu verbinden. Es handelt sich um einen alten Menschheitstraum.Also erschuf ich Rike und Hannes Bauer, die in Südspanien plötzlich mit einer speziellen Pferderasse konfrontiert werden. Selbstredend versuchen sie, das Ergebnis ihrer mysteriösen Zuchtversuche geheim zu halten. Aber in Zeiten von Facebook und YouTube ist das nicht leicht. Auf jeden Fall wird den beiden der geflügelte „Velludo“, ein Hengst von immenser Größe, reichlich Ärger bescheren. Denn er hat, nachdem er dem Fohlenalter entwachsen ist, nur eines im Sinn: Arterhaltung. Was aber passiert, wenn noch andere Pferde dieses Gen des Pegasos in ihrem Inneren tragen? Wie reagieren wir Menschen, wenn sich plötzlich am Himmel Tiere tummeln, die größer als Vögel sind? Werden wir Rücksicht nehmen, unsere Airways anpassen? Werden wir verzichten lernen oder uns wehren?
Hier tendiere ich eindeutig zu den düsteren, schwierigen Zeiten. Aber … keine Sorge. Die Trilogie endet mit einem außergewöhnlichen „Happy End“.Hast du Lieblingsstellen in deiner Reihe, die du uns gerne vorstellen würdest?
Wie viel echte Eve steckt in deinen Büchern oder dem ein oder anderen Charakter?Da gibt es einige: zum Beispiel das Kapitel über Isabella die Erste, bekannt auch als „die katholische Königin“. Ich konnte mit dem Schreiben gar nicht aufhören, als ich diese beeindruckende Gestalt mit meinen Worten beschrieb. Am liebsten hätte ich ein komplettes Buch über das düstere spanische Mittelalter geschrieben.Eine Lieblingsstelle, bei der ich selbst mit den Tränen kämpfte: Abdai bin Nuhr, mein sympathischer Tierarzt aus Marokko leidet an einer unheilbaren Krankheit. Er entscheidet sich in Band 3 zu einem letzten Ritt auf Velludo, dem geflügelten Ross.
Autobiografische Szenen wird wohl jeder Autor irgendwo einweben. Sagen wir es mal so: Rike Bauer teilt sich so manche Leidenschaft mit mir, dennoch ist sie ein eigenes Wesen.Wenn ich deine Protagonisten, Antagonisten oder auch Nebencharaktere fragen würde. Wie würden sie dich beschreiben?
Na dann lass ich doch gleich mal meine alte Maria zu Wort kommen (sie ist übrigens neunundneunzig Jahre alt und wirbelt das Leben ihrer Mitmenschen in Band 1 gehörig durcheinander):Maria: Eve, ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber manchmal lebst du in einer Traumwelt. Du solltest hin und wieder etwas mehr in der Realität bleiben. Dieser Meinung ist übrigens auch José, mein Lebensgefährte.Eve: aber liebe Maria, ohne meine Träumerei gäbe es dich doch gar nicht. Außerdem finde ich den Traum, mich mit einer fast hundertjährigen Frau zu unterhalten, die noch immer autark lebt, sehr angenehm.Maria: Papperlapapp! Was ist an diesem Alter schon angenehm? Aber dir würde etwas mehr Realismus gutstehen. Außerdem solltest du Dinge, die nicht änderbar sind, einfach akzeptieren. Gegen Windmühlen sollte man nicht kämpfen Eve. Das wusste schon mein Landsmann Don Quijote.Eve: Wie meinst du das? Ich wehre mich eben gegen Ungerechtigkeit.Maria: Du kannst den Lauf der Welt nicht ändern. Sprich an, wenn dir etwas nicht passt, aber vergeude nicht deine wertvolle Energie damit. Konzentriere dich lieber auf deine Fähigkeiten. Und lass mich die Belehrung mit einem Beispiel beenden: Aus einem Ackergaul wirst du kein Rennpferd machen, und wenn du es noch so engagiert versuchst.Eve: Da hast du recht, liebe Maria. Ich werde mal drüber nachdenken.
Ich habe eigentlich zwei Bände geplant. Aber nachdem der Band 1 sehr dick geworden wäre, habe ich die Story in 3 Bände aufgeteilt. Aber die Protagonisten haben schon auch ihr Eigenleben entwickelt. Viele Ideen, besonders für die dystopischen Szenen am Ende von Band 3, wurden während eines Spanienaufenthaltes geboren, als Band 1 schon in den Regalen stand.Wann kamen die Titel? Standen die im Vorfeld schon fest, oder entwickelten sie sich im Laufe des Schreibprozesses?
Die finalen Titel habe ich gemeinsam mit meiner Verlegerin zum Ende des jeweiligen Bandes festgelegt.Wer ist denn der Coverdesigner?
Auch das ist meine Verlegerin, Bettina Ickelsheimer-Förster, die das meisterhaft beherrscht.Bist du mit deinen Covern zu 100% zufrieden, oder würdest du nachträglich noch etwas ändern wollen?
Nein, ich würde nichts ändern wollen. Mit den leuchtenden Covern in Blau (Band1) Rot (Band2) und Grün (Band3) drücken die fliegenden Pferde darauf genau das aus, was ich fühle.Zum Abschluss würden mich noch deine Lieblingszitate aus den Büchern interessieren.
Danke für das Gespräch.Eines habe ich weiter oben ja schon verraten. Aber da gibt es natürlich noch andere.„Diejenigen, die ihre Nüstern in den Aufwind am Morgen strecken, die werden aussterben!“ (Maria Cortéz Band 1)„Pegasos ist zurück! Und er wird sich das nehmen, was wir ihm über Jahrhunderte genommen haben, seinen Lebensraum!“ (Doña Helena-Maria Band 3)
Gerne wieder, ich danke auch, herzlichst Eve Grass
[Autoreninterview] Eve Grass
Mein Name ist Eve Grass, bin 1957 in Nürnberg geboren. Nach meiner Schulzeit habe ich eine Ausbildung zur Kauffrau gemacht und diesem Job bin ich bis ins Jahr 2015 treu geblieben. Außerdem war ich noch treusorgende Hausfrau, Ehefrau und Mutter. Neben dem Job habe ich Pferde trainiert und auf Turnieren vorgestellt (Reining – Westernreiten). Im Jahr 2000 erwarb ich meine Pilotenlizenz für Ultraleichtflugzeuge SPL.Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe schon in der Schulzeit gern Geschichten geschrieben. Aber wie das Leben eben so spielt, wurde ich keine Schriftstellerin, sondern Industriekauffrau und Ehefrau und Mutter. Aber als ich dann in 2015 meinen Job durch Umstrukturierungen der Firma verlor, stand für mich fest: Jetzt werden Bücher geschrieben.Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?Meine Trilogie das Pegasosgen besteht aus drei Bänden mit folgenden Untertiteln:Marias Geheimnis Teil 1Velludo Teil 2Alte Himmelsrechte Teil 3Beschreibung: Was passiert wohl, wenn man von einer alten Frau erzählt bekommt, es gäbe in Spanien noch immer fliegende Pferde? Richtig … man würde schmunzeln! Doch was passiert, wenn man dahinterkommt, dass sie wirklich existieren? Triebe uns die Neugierde dazu, der Sache nachzugehen, sich darauf einzulassen? Auch auf die Gefahr hin, dass sich das gesamte Leben auf den Kopf stellt?
Ja, das tue ich. Nebst einiger Kurzgeschichten, an denen ich parallel arbeite, experimentiere ich gerade mit dem Genre „Mystery“, und, was soll ich sagen, es klingt unheimlich, was ich da schreibe.Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?Ich besitze eine Ferienwohnung in Bayerisch Eisenstein, einem ziemlich einsamen Ort an der tschechischen Grenze mitten im Naturpark Bayerischer Wald. Dorthin fahre ich, wann immer es geht und lasse mich bei langen Wanderungen inspirieren, neue, magische Geschichten zu erfinden.Wenn das Wetter passt, setze ich mich auch gern in meinen kleinen Flieger (übrigens derselbe Typ, den auch Hannes Bauer in meiner Trilogie fliegt) und erkunde den Himmel
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?Oh ja … ich habe den kürzlich verstorbenen Carlos Ruiz Zafón sehr verehrt. Er schrieb fantastisch und war mein absolutes Vorbild. Doch es gibt noch andere Autorinnen/Autoren, die mich faszinieren. Monika Grasls Dämonenfürsten (da gibt es inzwischen Band 4) habe ich mit Freude gelesen und fiebere schon jetzt auf die Fortsetzung.Derzeit beschäftige ich mit George RR Martins „das Lied von Feuer und Eis“, ein bekanntes Mammutwerk mit vielen blutigen Szenen. Anspruchsvoller Lesestoff, aber seine Bücher sind einfach genial.
Ich habe mehrere Arbeitsplätze. In Nürnberg, meiner Hauptwohnung, gibt es ein chronisch vollgestelltes Büro, welches manchmal auch als Lagerraum missbraucht wird. Doch ich benutze es oft, besonders im Herbst und Winter. Aber mit dem Laptop sitze ich auch gern auf dem Balkon, in meiner Ferienwohnung im Bayerwald oder auch in Südspanien auf einer Terrasse. Dort inspirieren mich Landschaften, Gerüche, das Wetter, die Menschen. So schreibt es sich leichter.Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?Puh … da gibt es keine Regeln. Jeder Tag ist anders. Ich lebe in einer Art WG zusammen mit Lebensgefährten und meinem Sohn. Da kann es schon mal turbulent zugehen mit Hausarbeit, Kochen und Problemlösungen aller Art. Außerdem muss ich mich noch um meine neunzigjährige Mama kümmern, die wir nach einem zweiten Schlaganfall leider ins Pflegeheim bringen mussten.Deswegen gibt es auch keine festen Schreibzeiten bei mir.Sofern ich mich aber in Bayerisch Eisenstein aufhalte, beginne ich den Tag immer mit einem kurzen Frühstück und danach einer längeren Wanderung. Nach der Rückkehr setze ich mich dann bis zum Abend an den Laptop, schreibe meine Ideen auf oder wage mich an knifflige Szenen am neuen, entstehenden Buch.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?Da gibt’s gleich mehrere. Ich lese gern historische Romane, aber auch Mystery und Fantasy.Beim Schreiben verhält es sich ähnlich: Ich liebe gruselige, unerklärliche Szenen, und wenn diese dann noch in einer lang vergessenen Zeit spielen, ist das umso besser. Dennoch würze ich meine Geschichten immer mit einer gehörigen Prise Sozialkritik. Diese Verbindung finde ich genial. In „das Pegasosgen“ wird das deutlich.
Hast du ein Lieblingsland und warum?Ja, da gibt es eines. Es stammt von meiner Protagonistin Rike Bauer:„Wir Menschen haben nicht das Recht dazu, solch majestätische Tiere in dunklen Ställen zu verstecken, nur weil wir Angst davor haben, sie könnten einen Teil der Welt für sich beanspruchen.“Dieses Zitat bezieht sich zwar auf meine fliegenden Rösser, aber abgewandelt hat es mein Leben sehr geprägt. Ich bin der Auffassung, dass wir Menschen uns viel zu viel erlauben auf diesem schönen Planeten. Alles muss weichen, sofern wir einen Anspruch darauf erheben. Darüber sollten wir alle einmal nachdenken.
Meine Trilogie hat ihren Ursprung in Spanien, genauer gesagt, im Hinterland von Andalusien. Das hat einen Grund: Spanien hat mein Herz erobert. Die Leute dort, die herrlichen Pferde, das Essen, der Wein … ein Paradies eben.Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich vertrage auch Kritik, keine Frage. Aber was ich – sorry für die ehrlichen Worte – nicht ausstehen kann, ist Ungerechtigkeit. Man darf mir alles „an den Kopf knallen“, solange die Kritik auch Hand und Fuß hat. Aber wenn man mir Dinge unterstellt, die nicht der Wahrheit entsprechen, dann macht mich das mitunter sehr betroffen. Leider „tendiert“ unsere Gesellschaft immer mehr zu Ausflüchten, Verleugnungen, Unehrlichkeit. Das finde ich sehr schade. Manchmal fällt es mir schwer, den Fernseher einzuschalten und Nachrichten zu sehen.Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ich habe meinen Band 1 von „das Pegasosgen“ verschiedenen Verlagen angeboten, habe aber auch daran gedacht, das Buch selbst zu verlegen. Doch dann bekam ich eine Zusage von Shadodex Verlag-der-Schatten. Ich nahm Kontakt zur Verlegerin auf und fühlte mich sofort „zu Hause“. Denn meine fliegenden Pferde stießen dort auf den „Nährboden“, den sie benötigen. Bettina Ickelsheimer-Förster hat sich auf Dark-Fantasy, Mystery und Horror spezialisiert. Mit viel Herzblut wählt sie die Storys aus, die in ihren Verlag reinpassen. Die Bücher aus diesem Verlag empfinde ich als etwas Besonderes. Ich lese auch sehr gern die Werke meiner Mitautorinnen/Mitautoren. Besser hätte ich es nicht treffen können.Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Also, ich habe herausgefunden, dass sich abseits des „Mainstreams“ großartige, einfühlsame, pralle Romane tummeln, die absolut lesenswert sind. Leider führen große Buchhändler oft nur Bücher aus den Großverlagen und von Autoren, deren Name schon für grenzenloses Lesevergnügen bürgen sollte. Es lohnt sich also, mal abseits der Buchriesen auf Lesejagd zu gehen.
Montag, 20. Juli 2020
[Reiheninterview] Bitter-Pain von Hope Dandelion


Heute treffe ich mich mit Hope Dandelion, um mit ihr über ihre Reihe „Bitter Pain“ zu sprechen.
Hallo, danke, dass du heute Zeit hast, um mit mir über deine Reihe zu reden.
Hallo, ich freue mich, dass du dir die Zeit genommen hast!Kannst du uns deine Reihe, bestehend aus den Teilen „Bitter Pain: Süß, wie die Liebe“ und „Bitter Pain: mit dir zurück ins Leben“ mit wenigen Worten vorstellen?
Bitter Pain sollte eine Hommage an meine schöne Heimat Bayern werden – warum sollte man mit den Locations immer in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt. Als ich zu schreiben begann, konnte ich nicht ahnen, dass ich diese Heimat bald verlasse. In der Geschichte geht es um eine Dreiecksgeschichte – auch hier hat mich meine eigenes Leben eingeholt, da ich als monogamer Mensch nicht ahnen konnte, dass ich meinen Mann verlassen würde, weil mich die Liebe zu einer Frau traf. Aber genau dieser Wandel in meinem Leben, ließ Bitter Pain so werden, wie es heute ist. Nein, Nein nicht falsch verstehen. Das Dreieck in Bitter Pain besteht aus Korbinian, Daniela und Johann – keine Lesbenlovestory.Deine Charaktere wachsen mit ihren Aufgaben, entwickeln sich weiter, bestehen so manche Situation. Fällt es dir leichter sie durch einfache, lustige oder durch schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Ehm, sehr gute Frage! Also das ist bei mir so: Nicht ich entscheide, was ich schreibe, sondern meine Protas selbst!Ihr glaubt nicht, wie laut es in meinem Kopf werden kann, wenn alle gleichzeitig etwas wollen! Was ich am liebsten schreibe – zum einem extrem traurige Szenen und zum anderen liebe ich Biester im Buch. So intrigante, böse Miststücke – übrigens von denen gibt es in Bitter Pain gleich zwei Kaliber! Grins!!!Hast du Lieblingsstellen in deiner Reihe, die du uns gerne vorstellen würdest?
Schwierig! Also in Teil 1 – süß, wie die Liebe – ist es definitiv der Schluß, als sich Johann von Ela am Telefon verabschiedet.….Nach dem dritten Klingeln wird abgenommen. „Ist alles in Ordnung, Sonja? Warum rufst du an?“ Seine Stimme klingt besorgt.„Hallo, Johann“, begrüße ich ihn. Es ist still in der Leitung. „Bist du gut in Spanien angekommen?“„Ich bin nicht in Spanien“, gesteht er.„Ich weiß.“Warum habe ich angerufen? Was möchte ich ihm sagen? Eine Träne verlässt mein Auge. „Kannst du mir sagen, wann wir uns wiedersehen?“, fasse ich meine Gedanken in Worte.„Nein, Ela. Aber tust du mir einen Gefallen?“, bittet er mich mit leiser Stimme. Noch ehe ich ihm antworten kann, spricht er weiter. „Werde glücklich! Und jetzt verabschiede dich schnell, damit ich nicht höre, dass du weinst.“Schnell wische ich mir die Tränen aus dem Gesicht. „Wir schaffen das. Wir müssen es schaffen“, flehe ich ihn an.„Das werden wir. Ich liebe dich. Lebewohl, schöne Ela!“Das Tuten in der Leitung lässt mich hochschrecken. Er hat aufgelegt. Sofort tippe ich erneut die Kurzwahl, wo aber sofort die Mailbox anspringt.…. aber vor allem die Locations in Bitter Pain bedeuten mir sehr viel.Wie viel echte Hope steckt in deinen Büchern oder dem ein oder anderen Charakter?Sehr,sehr viel!!!Wenn ich deine Protagonisten, Antagonisten oder auch Nebencharaktere fragen würde. Wie würden sie dich beschreiben? (Gerne auch als Dialog, falls es leichter fällt.)LOL!!! Als hätte ich bei denen was zu melden! Ich bin machtlos – man könnte sagen, dass ich die Marionette meiner Protas bin! Sie kommandieren und ich folge!
Nein, eigentlich sollte es bei einem Teil bleiben – aber wie schon gesagt, mein Leben entwickelte sich und somit auch Bitter Pain! Obwohl ich gleich wusste, dass mich einige für eine Szene in Teil2 steinigen würden. Dass es dann gleich eine meiner Korrektösen war, konnte ich nicht ahnen. Und jetzt sitzt Ludwig noch in meinem Kopf und schreit ganz laut nach seinem eigenen Buch.Wann kamen die Titel? Standen die im Vorfeld schon fest, oder entwickelten sie sich im Laufe des Schreibprozesses?
Titel und Cover sind bei mir meist eines der ersten Dinge die entstehen. Ich habe das Cover dann auch immer vor Augen, als Antrieb schnell fertig zu werden, damit ich dann das Buchbaby in den Händen halten kann.Wer ist denn der Coverdesigner?
Außer für mein Debüt stammen alle Cover aus meiner Feder! Mir ist da auch völlig egal, welcher Stil gerade in ist – mir muss es gefallen.Bist du mit deinen Covern zu 100% zufrieden, oder würdest du nachträglich noch etwas ändern wollen?
Mein Jo auf Teil 2 und dem Sammelband ziert nun schon viele Bücher – aber ich war sofort in ihn verliebt – habe mir viele Stockfotos von ihm für Schnipsel besorgt, was auch inspirierend für einige Szenen war. Also behielt ich ihn! Nein, ich liebe all meine Cover!Zum Abschluss würden mich noch deine Lieblingszitate aus den Büchern interessieren.
Eines meiner Lieblingszitate : Verbirg die Tränen nicht, denn manchmal ist es die rechte Zeit zu weinen!
Danke für das tolle Interview und deine Mühe! Du bist ein Schatz!



