Donnerstag, 13. Juli 2017

[Protagonisteninterview] Pilgrim von Joshua Tree




[Ich treffe mich mit Magnus in seinem Haus auf Pilgrim. Dort angekommen werde ich sofort zu einem Tisch gebracht, wo wir uns gegenüber hinsetzen.]

Hallo, und herzlichen Dank, dass ich dich ein bisschen über das Leben der Pilgrim befragen darf.
Aber gerne doch! Wer hat dir bloß erlaubt, solch ein perfekt sitzendes Kleid zu tragen?

Kannst du uns etwas mehr über das Leben hier bei euch erzählen? Also wie kommt es, dass ich eigentlich nur junge Leute auf meinem Weg zu dir gesehen habe?
Für mein Haus gibt es eine Hausregel, die sich mit „jung und schön“ zusammenfassen lässt. Aber im Ernst: was bedeutet jung? So alt wie mein Vater, der Hüter der Seelen, sind wir natürlich nicht. Niemand von uns ist älter als vierzig Jahre, weil wir dann von Vater in den Nimbus geleitet werden. Wir haben nur vierzig Jahre Zeit um hier die Verschmelzung zu erreichen – wenn wir länger leben würden, wären wir eine Gefahr für alle anderen. Man kann den Einflüsterungen der Weltenblume eben nicht ewig widerstehen.

Ich muss ja zugeben, dass ich ein paar Mal nachfragen musste, wo du zu Hause bist und da kam oft die Anrede Prinz oder Sohn des Kaspan vor. Bist du ein Adeliger bzw. muss ich dich nun mit Hochwohlgeboren ansprechen?
Adelig? Was ist das? Prinz ist so ein komisches Wort aus der Vorwelt, glaube ich. Ich mag es jedenfalls nicht. Ich mag es generell nicht, wenn man mich als jüngeren Schatten meines Vaters sieht und nicht für das, was mich ausmacht. Ich bin zum Beispiel der beste Hatnam-Kämpfer Pilgrims – das klingt doch viel besser als „Prinz“, oder?

Auch traf ich auf dem Weg hierher Menschen, welche wie Wächter aussahen. Warum braucht ihr in einer Umgebung wie hier so viel Schutzpersonal?
Die Weltenblume lebt tief im Berg unter unseren Füßen. Sie ist unser Zugang ins Wahre Sein und gleichzeitig auch ein Wesen von tiefer Bosheit. Sie ist Bürde und Chance zugleich. Wer ihr widerstehen kann, hat einen starken Geist und kann die Verschmelzung mit dem Wahren Sein erreichen. Ich zum Beispiel werde das ganz sicher schaffen, da kann dieser dämliche Kristall machen, was er will! Diejenigen, die sich nicht so gut unter Kontrolle haben – um die kümmern sich die Wächter und bringen sie zu Kaspan, damit er ihnen helfen kann.

Weltenblume? Klingt interessant. Kannst du mir noch etwas mehr darüber erzählen, was das ist oder was ich mir darunter vorstellen kann?
Hmm, ich weiß nicht. Ich weiß, dass sie uralt ist, möglicherweise sogar so alt wie der Hüter der Seelen selbst. Außerdem ist sie böse. Manchmal, während ich meditiere, höre ich ihre Stimme. Eigentlich sind es viele Stimmen – ein Durcheinander aus tausenden verschiedenen Stimmen, die wehklagen, schreien, wüten. Sie ist wahnsinnig, durch und durch. Nimm dich vor ihr in Acht. Immer! Darum müssen dein Hatnam und Hatori stark sein.

Jetzt warte Mal! Was ist denn bitte jetzt Hatnam und Hatori? Kannst du uns sagen wieso diese Techniken entwickelt wurden?
Starker Körper, starker Geist. Und umgekehrt. Im Hatnam lernen wir durch gezielte Kampfübungen, unsere Körper zu trainieren und unseren Geist frei zu machen. Das wiederum ist Voraussetzung für das Hatori, die Kunst des Wahren Seins. Mit ihrer Konzentration werden wir eins mit dem Leben selbst und können ungestört die Macht der Weltenblume für das Wohl Pilgrims einsetzen.

[Auf einmal klopft es an der Tür und 4 Personen strömen in das Haus von Magnus.]

Wer seid denn ihr?
Tzunai: Oh, ein Gast und dann auch noch eine Frau. Ich hoffe Magnus hat dich nicht enttäuscht.
Felix: Natürlich hat er das. Sein Name ist Magnus und das F steht für Enttäuschung.
Tomm: Entschuldige die beiden! Sie sind unfreundlicher als ein Ochse aus der Vorwelt und haben nur halb so gute Manieren. Ich bin Tomm, die rothaarige Furie ist Tzunai und der kleine Scherzkeks hier ist Felix. Das ist seine Freundin Tasha.
Tasha: Hallo! Schön, dich kennenzulernen! Hat Magnus dir schon etwas zu Trinken angeboten?

Was ist für euch Freundschaft und wie wird das Thema hier bei den Pilgrim gesehen?
Tzunai: Gesehen? Gar nicht! Die meisten unserer Nachbarn hocken ja selbst nach den Meditationsstunden nur zuhause und meditieren. Bloß keine Zeit verlieren auf dem Weg zur Verschmelzung.
Tasha: Die meisten Pilgrim sehen das wirklich zu verbissen. Ich glaube, sie wissen gar nicht, was Freundschaft ist.
Felix: Für Tomm bedeutet Freundschaft jedenfalls, dass wir ihm etwas von unserem Essen abgeben, damit er sich heimlich vollstopfen kann.
Tasha: Felix!
Tomm: Ist schon gut. Er will nur davon ablenken, dass er ein Hungerhaken ist. Aber zu deiner Frage: Freundschaft ist für mich zum Beispiel, dass wir uns jeden Abend auf der Kaimauer treffen, den Wellen lauschen und uns von unserem Tag berichten. Wir können über alles reden und das bedeutet mir viel, da hier sonst so gut wie niemand miteinander redet.

Danke für das sehr informative Gespräch.



Dienstag, 11. Juli 2017

[Buchvorstellung] Destiny - Dich zu wollen von Sara Herz

Buchvorstellung einmal anders



Heute treffe ich mich mit Liam McClary und Sara Herz, der Autorin des Buches „Destiny – Dich zu wollen“ im Irish Pub Old McClary. Schon als ich die Straße entlang gehe erblicke ich Sara, wir begrüßen uns und betreten das Old McClary.

Hallo, danke dass ihr zwei heute für das Buch antwortet. Vielleicht wollt ihr euch sogar gegenseitig interviewen?
Liam: Hallo Schönheit. (Er zwinkert Claudia zu, während er ihr die Hand reicht)
Sara: Danke, dass wir dabei sein dürfen. (Gibt Claudia ebenfalls die Hand und schenkt ihr ein Lächeln) Und du Liam, sei brav. (Sara schlägt Liam sachte auf den Oberarm)
Liam: Ich tue doch nichts. (Unschuldiger Augenaufschlag, seine Hand liegt auf seinem Herz)
Sara. Noch nicht. (Sara schaut ihn, gespielt streng an. Dennoch zucken ihre Mundwinkel)
Komm, wir setzten uns. Trinken zuerst gemeinsam, ein Guinness. (Liam geht zur Theke, um unsere Biere zu zapfen. Kurze Zeit später, gesellt er sich wieder zu uns).
Liam: Sara, beschreibe uns doch bitte das Buch aus deiner Sicht in max. 5 Sätzen.
Sara: Das ist echt schwierig. Okay, ich versuche es. Also: (lacht)
Bei Destiny- Dich zu wollen, geht es hauptsächlich, um das Schicksal, zweier Menschen welche sich finden. Dass das Leben nicht immer so verläuft, wie man sich erhofft, sondern das manchmal Probleme auftauchen, welche man im ersten Moment, als solche nicht erkennen kann oder nicht wahrhaben will. Vor allem, kann die Liebe alles überstehen?
Liam: Liebe, wer braucht das? (er schnaubt verächtlich, sagt aber dazu weiter kein Wort)
Sara: Claudia, nicht nachfragen. Das lohnt sich nicht, den er kann genauso stur sein, wie sein Bruder auch. (Sara lehnt sich zu Claudia und flüstert: „Das erzähle ich dir mal unter vier Augen“. Mit einem Augenzwinkern lehnt sich Sara wieder zurück).
Liam: Warum hast du ausgerechnet das Thema allein erziehender Vater und auch Beziehungen und ihre daraus entstehenden Probleme als Hauptthema des Buches verwendet?
Sara: (runzelt die Stirn, während sie überlegt) Es ist ein Thema, welches es im wahren Leben auch gibt. Es sind nicht immer nur alleinerziehende Mütter, die ihren Alltag stemmen. Die sich mit Problemen auseinandersetzen müssen und gleichzeitig auch noch, um ihre Kinder kümmern müssen. Ich denke, es ist auch wichtig, zu wissen, dass es alleinerziehenden Vätern auch so ergeht. Zumal ich alleinerziehende Väter echt sexy finde. (Röte schießt ihr in die Wangen). Beide haben meinen größten Respekt.
Liam: Es ist das wahre Leben. Keine Fantasie. (Lässig zuckt er mit den Schultern und lehnt sich zurück)
Liam: Hast du eine Lieblingsstelle im Buch, welche du uns unbedingt vorstellen möchtest? Meine ist:
Sara: Als Marie das erste Mal Emma traf. Bei dem Familienessen. 😊 (strahlt, über das ihr Gesicht)
Liam: Sara, magst du auch meine wissen?
Sara: Klar. (Neugierig, wartet sie auf seine Antwort)
Liam: Der Szene mit dem… (Sara hält Liam, schnell den Mund zu, genuschelt hört man nur noch Wortbrocken wie: Höschen, weltbewegend)
Sara: Liam sei still, du verrätst noch alles (Sara wartet, bis Liam ihren Blick erwidert. Erst nach einem Nicken von ihm lässt sie langsam ihre Hand sinken)
Liam: Okay, okay.. ich bin ja schon still. Mir gefallen alle Szenen mit meiner kleinen Emma. (Ganz stolzer Onkel, streckt er die Brust raus) Aber die geilste Szene überhaupt ist, als Nathan den Schwanztanz machte. Damit ziehe ich ihn immer noch gerne auf. Mann, war der verpeilt. (Liam lacht aus vollem Halse)
Sara: Das war sehr lustig.
Liam: Wie viel echte Sara steckt eigentlich in deinem Buch oder vielleicht sogar in den einzelnen Charakteren?
Sara: Nicht viel, ein bisschen was von Emily, findet man auch in mir wieder.
Liam: Ach ja? (Interessiert beugt er sich zu Sara, mustert sie lange und intensiv)
Sara: Vergiss es, ich bin vergeben (Sara lacht)
Claudia: Was ist denn euer Lieblingszitat aus dem Buch?
Sara: Ein Leben ohne Liebe ist kein Leben.
Liam: Leser sind immer auch ein bisschen neugierig. Würdest du dich vielleicht noch in deinen eigenen Worten vorstellen?
Sara: Okay, mein Name ist Sara Herz. Ich lebe mit meinem Partner, sowie zwei Katzen (Mika & Mila) im schönen Saarland. Bezeichne mich selbst als büchersüchtig. Liebe das Lesen und Schreiben.
Claudia: Danke, dass ihr mir dieses tolle Interview gegeben habt!
Sara: Vielen Dank, dass wir mitmachen durften. Es hat mich sehr gefreut. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.

Liam: Komm doch nochmal vorbei, aber ohne den Wachhund hier (Damit zeigt er auf Sara. Liam beugt sich zu Claudia, küsst sie zum Abschied auf die Wange und flüstert: „Dann nehme ich mir nur Zeit für dich“)


Sonntag, 18. Juni 2017

[Protagonisteninterview] Hexenherz - Eisiger Zorn von Monika Loerchner

Protagonisteninterview Hexenherz

[Ich treffe mich heute mit Monika Loerchner in der Nähe von Waszern, um mit ihr und hoffentlich einigen Protagonisten über die Entwicklungen des Buches „Hexenherz – Eisiger Zorn“ zu sprechen.]

Hallo Monika, es freut mich, dass du heute für mich Zeit hast, um über das Buch zu sprechen.
:D Zeit ist in der Tat derzeit etwas knapp bei mir. Aber bei so einem interessanten Interview kann ich ja nicht nein sagen. :-)

[Neugierig blicke ich mich um, denn wir scheinen irgendwo im nirgendwo zu sein]

Wo sind wir hier eigentlich genau, und warum sind wir eigentlich genau hier? Es gibt doch sicherlich schönere Flecke, wo wir uns treffen hätten können, oder?
Wir sind in der Nähe eines Ortes namens Waszern. In unserer Welt liegt das in der Ecke Ungarn/Slowakei. Glaube ich. Die alten Länder Europas und ihre Grenzen existieren ja hier schon lange nicht mehr …

[Da kommen aus dem Unterholz komische Geräusche, es klingt wie eine Katze, aber doch nicht. Das Tier welches sich uns nähert scheint verletzt zu sein. Ich versuche dieses leidende Tier anzulocken. Auf die Einwände von Monika gehe ich nicht ein.]

Also ich würde das lassen ...

[Plötzlich sehe ich mich mit vier mir unbekannten Personen konfrontiert, welche dieses arme Tier scheinbar abschlachten.]

Warum habt ihr denn das gemacht? Das arme Tier hat euch doch nichts getan! Es war krank und ihr habt es … abgeschlachtet!
„Abgeschlachtet“? Liebe Claudia, beruhige Dich bitte! Ein Messerwurf und ein … Akt der Gnade, aber ganz sicher kein „abschlachten!“ Außerdem hatte Mirja sicher gute Gründe dafür. Aber wenn Du nichts dagegen hast … Mir ist grade irgendwie schlecht geworden. Geh schonmal mit den Anderen vor, ich komme gleich nach!

Wieso so kryptisch, was hatte dieses Tier? 

[Ich sehe zwischen den vier Personen hin und her, die zwar Monika kennt, aber mich einfach links liegen lassen. Begrüßungen werden während des Gehens zum Ort ausgetauscht, da erfahre ich, dass es sich wohl um Helena, Mirja, Adrian und Glenna handelt. Langsam folge ich den mir noch immer Unbekannten, ein kleiner Junge rennt uns entgegen, sobald wir in Sichtweite von Waszern sind.]

Mirja: „Ich will jetzt nicht darüber sprechen!“
Die schöne Rebellin wirft Claudia einen finsteren Blick zu und läuft ein Stück vor.
„Lass sie“, sagt Adrian, als sich Claudia anschickt, Mirja hinterherzugehen. „Sie braucht jetzt einen Moment für sich.“
„Pfff“, macht Helena. „Erst die arme Katze umbringen und dann einen auf Prinz-rühr-mich-nicht-an machen, oder was?“
„Du weißt ja nicht, wovon Du da redest!“ Glenna schüttelt den Kopf. „Denkst Du etwa, das hat ihr Spaß gemacht?“
„Meinst Du jetzt mich oder die da?“ Helena deutet auf Claudia, die noch immer recht unglücklich dreinschaut.
„Euch beide natürlich“, grinst die Rebellin. „Und mal so ganz nebenbei: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten!“
„Glenna!“
Zu Claudias Erstaunen reagiert die Frau sofort auf Adrians Ermahnung. „Schon gut!“
An die Besucherin gewandt erklärt er: „Die Katze … das alles hat etwas mit Chris zu tun. Er … Das Beste wird sein, wenn ich es Dir zeige. Sobald wir in Waszern angekommen sind, einverstanden?“
Claudia nickt benommen. Dieser Kummer in den Augen des Rebellenführers ...
„Mund zu, Du sabberst!“, faucht Helena. Ertappt zuckt Claudia zusammen, während Glenna laut auflacht.
Zu Claudias Glück richtet sich die Aufmerksamkeit der Anderen jetzt auf einen Jungen, der ihnen entgegengerannt kommt.
„Helena!“
„Anwesend.“ Die Angesprochene seufzt. „Es wäre ja auch mal zu schön gewesen, mal fünf Minuten Ruhe zu haben!“
Der Junge rennt weiter auf Helena zu und bleibt erst wenige Zentimeter vor ihr stehen.
„Schon gut, ich bin ja hier“, murmelt sie und wuschelt ihm über den Kopf. „Musst ja nicht jedes Mal so einen Aufstand machen, Kleiner.“
„Oh“, sagt Claudia erfreut. „Ich wusste gar nicht, dass Du ein Kind hast?“
Der Blick, den ihr Helena zuwirft bedeutet nichts Gutes.
„Das ist Mojeserce“, erklärt Adrian an ihrer statt. „Er ist Helenas Neffe.“

Hallo! Es freut mich euch alle kennenzulernen! :)  Könntet ihr euch vielleicht gegenseitig ganz kurz (mit nur drei Wörtern) vorstellen?
Adrian: „Wie gesagt, das da ist Mojeserce, Helenas Neffe, den sie zu seiner Familie bringen will, lange Geschichte. Ich bin Adrian Samo, und ich trage die Verantwortung für alle, die mir folgen. Ich habe mich übrigens nach meinen Eltern Samuel und Mona benannt und nicht, wie es sonst im Goldenen Reich üblich ist, nur nach meiner Mutter. Ich glaube fest daran, dass jene, die über Magie verfügen und solche, die es nicht tun, gleichwertig neben- und miteinander leben können und-“
Mirja: „Und er redet gerne, also Vorsicht, Claudia: Wenn du Adrian lässt, redet er stundenlang!“
Glenna: „Aber er kämpft auch, wenn es sein muss.“
Mirja: „Genau wie Du.“
Glenna: „Wie wir alle.“
Mirja: „Ich bin übrigens Mirja von Marpah, das hier ist Glenna von Normaid und Helena hier kommt aus Smaleberg und ist auf dem Weg ins Großmoldawische Reich.“

Was führt euch in diesen Ort?
Mirja: „Chris.“
Adrian: „Und Vorräte. Gesellschaft. Wir haben Freunde in Waszern.“

Helena, kannst du uns erzählen, wie es dazu kam, dass du den Jungen gefunden hast und wie du zu Adrian gekommen bist?
Helena: „Ja wie 'Wie ich zu Adrian gekommen bin'? Sehe ich so aus, als wäre ich eine dieser peinlichen Weiber, die einem Mann hinterherlaufen oder was? Ich bin überdies nicht freiwillig hier, meine Liebe, oder war es zumindest anfangs nicht. Die reizende Glenna hier und Gero, dieser Vollpfosten, haben es anscheinend für eine gute Idee gehalten, ihre Truppe hier mit meiner Anwesenheit zu bereichern. Nichts für Ungut, Glenna, wir sind quitt, aber mit Gero habe ich da noch eine Rechnung offen … Und was den Jungen betrifft ... Nun, wie Adrian schon sagte, das ist mein Neffe, den ich zur Familie seines Vaters bringen will. Und jetzt hör auf, mir Löcher in den Bauch zu fragen. Reicht doch schon, dass mir der Kurze die ganze Zeit auf die Nerven geht.“
Monika (die Claudia soeben eingeholt hat) flüstert: „Claudia, glaub ihr kein Wort! In Wahrheit ist Mojeserce-“
Helena: „KLAPPE ZU! Kein Wort mehr, Süße, oder ich sorge dafür, dass du für sehr sehr lange Zeit nicht mal mehr flüstern kannst, verstanden?“
Monika: „Huch!“

Wer von euch ist eigentlich magisch begabt?
Mirja: „Ich bin ein sogenanntes 'Fräulein' und habe gar keine Magie. Das macht mich in den Augen meiner Familie zu einer Missgeburt. Sie hatten große Erwartungen an mich und als sie feststellten, dass ich über keinen Funken Magie verfüge, haben sie mich verstoßen.“
Glenna: „Ich, und meine Magie ist stark. Kostprobe gefällig, Schätzchen?“
Helena: „Meine Familie und ich sind Erweckungsverweigerer. Keine Ahnung, ob ich über Magie verfüge oder nicht.“
Monika: „*HUST*“

Adrian, wie geht es dir in einer Gesellschaft, wo eigentlich die Frauen das Sagen haben?
Adrian: „Ich habe mich entschieden, dieser Gesellschaft den Rücken zu kehren. Wir leben hier gleichwertig miteinander: Männer und Frauen. Wobei wir auch jene als 'Frauen' bezeichnen, die keine Magie haben. Wir beurteilen einen Menschen nach seinen Taten, nicht nach seinem Geschlecht oder seiner Magie. Wir sind immerhin Menschen, wir sollten uns nach Vernunft und Gerechtigkeit richten und nicht nach dem, der am stärksten ist.“

 [Immer wieder bemerke ich, dass Helena sich nervös nach allen Seiten umschaut, als halte sie nach jemand Bestimmtes Ausschau.]

Monika, kannst du uns jetzt erklären, worauf oder auf wen Helena wartet? Und wer ist Helena wirklich?
Monika: „Ausschau halten hier alle, immerhin patrouilliert hier die berüchtigte Nordgarde. Wenn die Adrian und die Anderen unvorbereitet antreffen würden … wäre das gar nicht gut. In jeder Garde versammeln sich nur die besten unter den Frauen, aber man munkelt, die Nordgarde wäre der absoluten Elite vorbehalten. Nordgarde oder Goldene Garde, gefährlichere Frauen triffst Du nirgendwo! Und wer Helena wirklich ist? Nun, sie ist -
Helena: „Schätzchen, LETZTE Warnung!“

Helena, willst du uns nun noch etwas über deinen Werdegang in der Garde der Goldenen Frau und deine magische Kraft erzählen?
Helena: „Bist Du bescheuert? Wenn das jetzt die Anderen gehört hätten, würdest du dich mit meiner zerstückelten Leiche unterhalten! Dir ist doch schon klar, dass ich als Zweite der Ostgarde die Todfeindin dieser Verräter bin, oder? Göttin, manchmal glaube ich … egal. Aber kein Wort mehr jetzt, verstanden? Auch nicht darüber, dass ich sehr wohl über Magie verfüge und nur meine Tage der Erneuerung habe, kapiert?“

Ich danke für dieses sehr interessante, spannende Interview.
Adrian: „Gerne. Du kannst ruhig noch eine Weile bei uns bleiben, wenn Du möchtest. Freunde sind uns immer willkommen.“
Mirja: „Kein Problem. Kannst du eigentlich jagen?“
Glenna: „Mach`s gut, Claudia! Ich geh schon mal vor, Corey und Tim dürften mittlerweile im Dorf angekommen sein und ich habe so ein Gefühl, dass die schon wieder irgendeinen Blödsinn aushecken.“
Helena: „Jaja, schon gut. Wofür auch immer das jetzt gut gewesen sein soll.“
Monika: „Immer wieder gern! :-)“


[Buchvorstellung] Hexenherz - Eisiger Zorn von Monika Loerchner

Buchvorstellung einmal anders! 😉


Wichtige Fakten:
Autorin: Monika Loerchner
Seitenanzahl: 440 Seiten
Verlag: Acabus Verlag
Erscheinungsdatum: 1.März 2017
Preis ebook: 5,99€
Preis Taschenbuch: 15€

Der Klappentext:
Europa, 1466: Als die Hexenverfolgung immer weiter um sich greift, schreitet die bisher geheime Elite der Hexen ein und offenbart: Jede Frau ist der Magie fähig!
550 Jahre später wächst die junge Hexe und staatstreue Gardistin Helena in einer Gesellschaft heran, in der die Vorherrschaft der Frauen unumstößlich scheint. Sie träumt davon, weiter im Dienst der höchsten Hexe, der Goldenen Frau, aufzusteigen. Doch als sie Opfer einer Intrige wird und fliehen muss, gerät sie in die Fänge von Rebellen. Denn auch das stärkste Regime hat seine Fehler - und seine Feinde …

Heute möchte ich euch das Buch „Hexenherz – Eisiger Zorn“ aus der Sicht der Autorin  Monika Loerchner vorstellen.

Hallo, ich freue mich, dass du heute für dein Buch antwortest!
Ich mich auch, :-)

Beschreibe uns doch bitte dein Buch in max. 5 Sätzen.
In „Hexenherz – Eisiger Zorn“ geht es darum, dass das Geschlecht nicht den Charakter bestimmt. Es geht um das Gute und das Schlechte im Menschen und darum, dass Beides oft nebeneinander existiert, ebenso, wie es oft mehrere „Wahrheiten“ gibt. Und um den Glauben, dass jeder von uns unabhängig von den Werten und Normen seiner Gesellschaft weiß, was richtig und was falsch ist. Es geht um Mut.

Wie bist du auf die Idee gekommen, dass Frauen der Magie fähig sind, und Männer nicht?
Ich wollte eine Welt entwerfen, in der Frauen vollkommen „natürlich“ und ohne Diskussion die „körperlich“ Stärkeren sind und über den Männern stehen. Dafür musste ich mir etwas einfallen lassen, was sie auch tatsächlich in dieser Hinsicht stärker macht: Magie.

Hast du als Autorin eine Lieblingsszene, welche du uns auf jeden Fall vorstellen möchtest?
Helena ist ja beiden Geschlechtern zugeneigt und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mich in sie hineinzuversetzen, als sie die schöne Heidrun kennenlernt und anschmachtet. Besonderen Spaß bereiten mir auch immer die Szenen, in denen sich Protagonisten kabbeln und freundschaftlich sticheln.
Als Letztes muss ich jetzt noch unbedingt die „Annalen des Goldenen Reiches“, die kleinen Auszüge aus der Geschichte nennen. Die reale Geschichte Europas in manchen Punkten signifikant zu ändern und mich dafür auch historischer Persönlichkeiten zu bedienen hat unglaublich viel Spaß gemacht. Außerdem habe ich oft kleine Andeutungen und Späßchen hineingepackt – ich bin gespannt, ob jemand alle findet ...

Wie viel echte Monika steckt in dem Buch? Bzw. gibt es Parallelen zwischen dir und manchen Protagonisten?
Hm, gute Frage. Ich schätze schon, dass sich Aspekte meiner Persönlichkeit in manchen Protagonisten widerspiegeln. Was Helena betrifft, eher weniger, wir sind sehr unterschiedlich und obwohl es Züge an ihr gibt, die ich bewundere, ist das auch gut so: Helena ist ein (weiblicher) Macho, sie ist in ihrer Art sehr direkt und kann mit Kindern nicht viel anfangen – da bin ich so ziemlich das Gegenteil. So richtig „Ich“ ist keiner der Charaktere, sie verkörpern eher, was für Menschen mir schon begegnet sind und wie ich sie sehe.

Was ist denn dein absolutes Lieblingszitat aus deinem Buch?
Gerechtigkeit muss für jeden da sein. Ob groß oder klein, mächtig oder schwach, Frau oder Mann: Man kann sich nicht aussuchen, für wen die Gerechtigkeit da sein soll und für wen nicht. Man muss zu dem stehen, der man ist, und stets versuchen, so zu handeln wie der Mensch, der man sein möchte.“

Natürlich wollen die Leser auch noch etwas über die Autorin erfahren: Willst du uns etwas von dir erzählen?

Ich bin 34 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder. Ich liebe Bücher, seit ich denken kann und  lese fast jedes Genre; nur mit Erotik oder zu grausamen Erzählungen kann ich nichts anfangen. Und zu schnulzig darf es auch nicht werden, :D
Ich liebe es, durch Bücher in andere Welten einzutauchen – gibt es etwas Schöneres, als über einem guten Buch den Alltag zu vergessen? Wer liest, kann so viele Abenteuer erleben, kann sich gemeinsam mit den Protagonisten Gefahren stellen und Heldentaten begehen. Kann (gefahrlos) verzweifeln und dann wieder das höchste Glück erleben. Dieses Zusammenspiel zwischen dem, was einer geschrieben hat und dem, was in unseren eigenen Köpfen vorgeht, hat mich von jeher fasziniert und dass es jetzt Menschen gibt, die nun meine Geschichte in ihrer Phantasie zum Leben erwecken, ist einfach wundervoll!
„Eisiger Zorn“ ist mein erstes, aber ganz sicher nicht mein letztes Buch; derzeit arbeite ich an dem nächsten Roman, der auch in der Hexenherzwelt spielt und im Herbst 2018 erscheinen wird.
Und noch etwas ganz Wichtiges: Wir sind alle Menschen, egal, wo wir herkommen oder wen wir lieben. Wir sollten einander an unseren Taten messen und nicht an dem, was wir meinen zu sehen oder fürchten. Wir sind alle Menschen und das Leben kann wunderschön sein, wenn man einander mit Wertschätzung und Respekt begegnet – auch sich selbst!

[Protagonisteninterview] Aus der Zeit gefallen 1 von Katharina Münz

Protagonisteninterview

[Wir befinden uns heute in der Penthousewohnung von Charlotte Louise Friederike Sieveroth. Im 25. Stockwerk des Hauses hat man einen tollen Ausblick auf die Schlei.]

Hallo! Danke, dass du heute Zeit für mich hast und du Lust und Laune hast, dich meinen Fragen zu stellen.
Hallo Claudia, schön dich kennenzulernen!

Wie geht es dir heute, du hattest ja ein Reenactment dieses Wochenende?
Ja, also, was soll ich sagen? Auf den Mittsommermarkt im Museumsgelände von Busdorf bin ich ja nur meinem Freund Aleks zuliebe gegangen. Meinem Ex-Freund, um genau zu sein!

[Auf einmal höre ich ein Geräusch und ein mir unbekannter Mann kommt ins Wohnzimmer.]

Wen haben wir denn da? Wie heißt du?
Oh, das ist Thórsteinn. Aber ich fürchte, eine Unterhaltung mit ihm ist nicht so einfach möglich. Oder kannst du etwa Finnisch, Claudia? Denn ich glaube, er stammt aus Finnland!

Das könnte also schwierig werden mit dem Interview. Wie hast du denn Thórsteinn kennengelernt?
Bestimmt wirst du mir auch nicht glauben, aber er ist mir wirklich mitten in der Nacht auf dem Damm zur Lindaunisbrücke vors Auto gelaufen. Ich habe ihn fast überfahren!

Thórsteinn fühlst du dich wohl hier in der Wohnung und bei Charlotte?
(Sieht zwischen Charlotte und Claudia hin und her.) Varkunn?“

Charlotte, woher glaubst du, dass Thórsteinn wirklich kommt?
Er muss aus Finnland kommen, sonst ergibt nichts einen Sinn, denn wie Dänisch oder Schwedisch klingt, weiß ich. Und die Schwestern und Ärzte im Krankenhaus konnten ausschließen, dass er Polnisch, Tschechisch oder sonst eine slawische Sprache spricht. Und dann … Schau ihn dir an? Er sieht doch wirklich aus wie dieser finnische Rockstar, oder nicht?

Was wünscht ihr euch für eure Zukunft?
Zukunft? (lacht bitter) Keine Ahnung. Nachdem meine für übernächste Woche geplante Verlobung mit Aleks geplatzt ist, wünschte ich mir eigentlich nur Ruhe vor allen Mannsbildern. Aber dann tauchte ja bekanntlich Thórsteinn aus dem Nichts auf und jetzt? 
(sieht zu ihm hinüber und verliert sich im Blick seiner grauen Augen. Hektische Flecken tauchen auf ihren Wangen auf, als er sie anlächelt. Mit einem Ruck wendet sie sich zu Claudia um)
Tut mir leid, wenn ich so direkt bin, aber … frag mich das am besten ein andermal!

Danke für dieses Interview.
Ich danke dir. (Genießt sichtlich, dass Thórsteinn begonnen hat, seine Finger mit den Ihren zu verflechten und sie augenzwinkernd ansieht.) Du … findest doch sicher alleine hinaus?


[Buchvorstellung] Aus der Zeit gefallen 1 von Katharina Münz

Buchvorstellung einmal anders 😉


Wichtige Fakten:
Autor: Katharina Münz
Seitenanzahl: 179 Seiten
Verlag: Independently published
Erscheinungsdatum: 17. Juni 2017
Genre: Liebesroman mit Zeitreise

Der Klappentext:
Reenactment. Charlotte bekommt Herpes, wenn sie nur an das Wort denkt. Auf matschigen Äckern Wickie spielen entspricht nicht gerade ihrer Vorstellung von einem gelungenen Wochenende, aber was tut sie nicht alles ihrem Freund zuliebe. Doch dann erwischt sie Aleks mit ihrer – ehemals! - besten Freundin auf dem Mittsommerfest. Zutiefst verletzt flieht sie vom Museumsdorf, als ein lecker aussehender Fremder in A+-Gewandung ihr vors Auto und ins Leben fällt.

[Heute befinde ich mich im Landesamt für Denkmalpflege in Kiel, wo ich mich mit Pappa, einen Profi in Sachen Reenactement und Katharina Münz der Autorin]

Claudia: Ich freue mich, dass ihr heute für das Buch und die Abenteuer darin antwortet. Vielleicht wollt ihr euch vielleicht sogar gegenseitig interviewen?

Pappa: Katharina, beschreibe uns doch das Buch aus deiner Sicht, in max. 5 Sätzen
Katharina: ›Aus der Zeit gefallen - Thórsteinn vs. Charlotte" wird eine hoffentlich humorvolle, turbulente und spannende Romanze mit ganz viel zwischenmenschlichem Knistern. Mit dem ersten Teil, der jetzt erschienen ist, will ich einerseits den Lesevorlieben der anvisierten Zielgruppe, der Leserinnen von New Adult und Urban Fantasy, gerecht werden und andererseits die für eine kleine, weitgehend unbekannte Selfpublisherin wie mich unheimlich wichtigen Werbemaßnahmen des Kindle Storyteller Awards mitnehmen. Ich erhoffe mir von den "Aus der Zeit gefallen"-Büchern, dass neue Leserschichten auf meine "Wikinger im Herzen" aufmerksam werden und gegebenenfalls vorhandene Berührungsängste vor historischen Stoffen - zumindest in meinem, modernen Gewand - ablegen.

Pappa: Warum hast du ausgerechnet Reenactment und Zeitreisen als ein Hauptteil des Buches verwendet?
Katharina: Bei den Recherchen zu meinen Frühmittelalterromanen ließ es sich nicht vermeiden, dass ich in Kontakt zur Reenactment-Szene gekommen bin. Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Fachwissen da von überwiegend Laien, aber auch Experten wie dir angesammelt wird. Teilweise reicht das schon an experimentelle Archäologie heran. Wie in allen spezialisierten Gruppen werden auch beim Reenactment liebenswürdige Schrullen gepflegt, die ich gerne als Aufhänger genutzt habe. Zeitreisen faszinieren mich schon seit meiner Kindheit, als ich gebannt ›Catweazle‹ am Fernseher verfolgte und das Buch ›Titus kommt nicht alle Tage‹ förmlich Wort für Wort auswendig lernte.

Katharina: Pappa, ich glaube du könntest uns vielleicht ein bisschen erklären, was Reenactement wirklich ist und worauf man dabei achten sollte.
Pappa: Mit Hilfe von Reenactment soll die Geschichte für breite Bevölkerungsschichten erlebbar gemacht werden. Über die romantisierte Atmosphäre auf kommerziellen Mittelaltermärkten hinaus werden durch lagernde, möglichst zeitgerecht gekleidete und ausgestattete Gruppen zumindest für kurze Zeitabschnitte kleine Zeitreisen möglich. Insbesondere Freilichtmuseen profitieren sehr von den darstellenden Gruppen, weil sie sonst öde und leer daliegende Häuser mit Leben erfüllen. Hierbei werden die unterschiedlichsten Epochen abgedeckt - von der Römer- und Keltenzeit über das Mittelalter bis hin zur Zeit des 2. Weltkriegs und der Nachkriegszeit.

Pappa: Hast du eine Lieblingsstelle im Buch, welche du uns unbedingt vorstellen möchtest? Meine ist, als ich Charlotte und ihren komischen Finnen ganz heldenhaft vor der anrückenden Kavallerie rette.
Katharina: Ach, schau mal an! Das freut mich aber, dass die dir gefällt. Ich mag sie auch, wie viele andere Szenen! Schwer zu entscheiden, welche meine liebste ist. Wie wäre es, wenn ich stattdessen verrate, wem zu ehren ein gewisses Rezept im Buch gekocht und verkostet wird? Meinem älteresten Sohn!

Pappa: Wie viel echte Katharina steckt eigentlich in diesem Buch oder in den einzelnen Protagonisten?
Katharina: Gegenfrage: Wie viel echter Wikinger steckt denn wahlweise im Reenactment-›Papst‹ oder im Magister mit 3/4-Stelle am LD? Schwer zu entscheiden, nicht wahr? *lach*

Claudia: Was ist denn euer Lieblingszitat aus diesem Buch?
Pappa: Was für eine Frage! Natürlich die hier, als ich Charlotte über meinen Job aufkläre: »Ich hänge das auch nicht gern an die große Glocke. Magister artium mit einer 3/4-Stelle beim LD lockt die Mädels nicht gerade hinterm Ofen hervor.« LD? Sagte er nicht gerade vorhin, dass er in irgendeiner Behörde arbeitet? »Und eine Besoldung nach TV-L 9 ist jetzt nichts, was potentielle Groupies zum Kreischen verlocken könnte.«
Katharina: Das stimmt, die Szene zeigt deinen Sinn für Humor.
Pappa: (ein bisschen pikiert) Den Charlotte mir gar nicht zugetraut hätte. Mal ehrlich, sie hatte ja nur noch Augen für diesen Typen den sie angeblich nie zuvor gesehen hat! Ha! Dafür hat sie sich diesem ›Fremden‹ aber verflixt schnell an den Hals geworfen!
Katharina: Nun sei mal nicht so streng mit ihr! Ich finde, diese Szene zeigt sehr schön, dass sie überhaupt nicht versessen darauf war, sich um ihn zu kümmern. Behutsam löse ich meine Finger aus seinem Griff, stehe ganz langsam auf, um … »Biiep-biiep-bii-bii-bii-biieb!« Das zuvor beruhigend einschläfernde Piepsen der Monitore steigert sich zu einem Kreischen, ich erstarre in der Bewegung und schiele zum Bett, wo der appetitliche Finnenhappen sich unruhig von rechts nach links zu werfen beginnt. »Scheiße«, flüstere ich und fasse nach seiner Hand, woraufhin er sich schlagartig beruhigt.

Pappa: Leser sind immer ein bisschen neugierig. Würdest du dich vielleicht noch in deinen eigenen Worten den Lesern vorstellen?
Katharina: Wer, ich?
Pappa: Ja, wer sonst?
Katharina: Na, du vielleicht? Oder Claudia? Ja, doch, das ist doch eine gute Idee! Wir beantworten alle die gleiche Frage: Wie bist du auf die Idee gekommen?
Pappa: Reenactment zu machen?
Katharina: Ja, genau!
Pappa: Nun, zunächst ist das eine gute Gelegenheit um breite Schichten der Bevölkerung, ich denke vor allem an Kinder, für geschichtliche Zusammenhänge zu interessieren, die in der Schule leider oft nur als trockene Datensammlungen rübergebracht werden. Dann ist es ganz gut, wenn man die Szene nicht völlig ohne wissenschaftliche Begleitung lässt, nicht, dass sich da elementare Fehler in der Darstellung einschleichen. Da gibt es sonst peinliche ›Schnitzer‹ im Wortsinne, wenn wikingerzeitliche Häuser mit in Holztafeln geritzten Runen des älteren Futharks geschmückt werden, die damals gar nicht mehr verwendet wurden.
Katharina: Dich treibt also das didaktische Element?
Pappa: Ja, kann man so sagen. (Grinst) Aber es macht auch einfach sauviel Spaß! So, jetzt du: Wieso hast du dieses Buch geschrieben?
Katharina: Puh, das ist schwer zu sagen. In erster Linie möchte ich damit vor allem den jüngeren Leserinnen die Vorbehalte nehmen, historische Stoffe seien trocken und zäh zu lesen ...
Pappa: Wie der Geschichtsunterricht an der Schule!
Katharina: Ja, genau! Aber man kann auch so darüber schreiben, dass es sich so lebendig wie dein Reenactment anfühlt. Der eigentliche Grund ist aber, dass mein Unterbewusstsein aus ganz vielen bekannten Teilen etwas Neues zusammenbaut. In diesem Fall waren es ein Kinderbuch, das ich vor fast 40 Jahren las ( ›Titus kommt nicht alle Tage‹ ), Filmszenen aus ›Catweazle‹, Marvels ›Thor‹, ›Die Besucher‹ mit Jean Reno und zuletzt die sehr sehenswerte skandinavische Verfilmung ›The last King‹, die ihre Spuren im Plot hinterlassen haben.
Pappa: Prima. Und was ist mit dir, Claudia?
Claudia: Ich? Warum mich diese Geschichte interessiert und ich gerne historische  Geschichten lese? Gute Frage! Aber ein kleiner Teil in mir mag diese Geschichten. Wenn ich an einem Mittelaltermarkt oder einer Burg oder einem Schloss vorbei fahre, gehe ich hin und sehe mir alles an. Und außerdem hat es bei mir auch didaktische Gründe, denn ich bin ja auch Geschichte und Sozialkundelehrerin und mit solchen gut recherchierten Fakten, kann man schon ein paar Schüler hinter den Tischen hervorlocken. ;)  
Aber jetzt danke ich euch für dieses Gespräch!


Pappa & Katharina: Wir danken dir!

[Coverinterview] Aus der Zeit gefallen 1 von Katharina Münz

Coverinterview


Wann kam das Cover? Vor oder nach dem Titel?
Der Titel war zuerst da, aber nur ganz knapp!

Hattest du schon eine Vorstellung vom Cover, was sich genau darauf befinden sollte?
Ja, ziemlich genau. Es war dann nur mehr oder weniger schwierig, passende Stockfotos zu finden. Insbesondere von Thórsteinn, der im Buch ein ganzes Stück älter ist als das Model. Aber abgesehen davon passt das Bild sehr gut!

Welche Bedeutung haben die „Schriftzeichen“ auf dem Cover?
Das sind sogenannte Vegvísir, ein grafisches Amulett aus Island, das den Träger durch jedes Wetter geleiten soll.

Die Farbkombination ist wunderschön, was bedeutet für dich diese Farbe genau?
Vielen Dank für das Kompliment – das mich völlig unberechtigterweise trifft. Eigentlich ist meine Kollegin Thordis Hoyos schuld daran, denn sie meinte, ich solle das Cover für die drei geplanten Single-Auskopplungen farblich anpassen.

Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?
Nun ja, die verschiedenen Elemente sollen natürlich Inhalte transportieren: Die süße Charlotte im Vordergrund, der knackige Thórsteinn dahinter und dazu der Schleswiger Wikingturm, in dem Charlotte lebt.

Hast du ein Lieblingszitat oder Lieblingsszene in deinem Buch?
Hmm. Mehrere … Die Badezimmerszene ist cool. Oder wenn Charlotte für Thórsteinn etwas kocht, das der noch nie zuvor gegessen hat. Aber es hat mir auch riesengroßes Vergnügen bereitet, Charlottes Patenonkel, den ebenso exzentrischen wie warmherzigen Modeschöpfer aus Thórsteinns Sicht zu beschreiben.
Er ist nicht sonderlich groß gewachsen, strahlt dafür aber ein umso größeres Machtbewusstsein aus. Seine Augen sind hinter einer Art Binde aus glänzendem, schwarzen Werkstoff versteckt, dennoch spüre ich, wie sein Blick aus den Augenwinkeln mich vom Kopf bis zu meinen nackten Zehen aufs Genaueste mustert.
Bei den Barthaaren des Drillzahns! Sehnsüchtig wandern meine Augen zu der knisternden Tasche, die unmittelbar hinter dem Besucher an der Wand hängt, und in der meine Sachen stecken. Was gäbe ich darum, jetzt Tyrfingur an meiner Seite gegürtet zu wissen! Doch immerhin, ich habe den Gürtel mit der Messerscheide umgeschnallt, nachdem ich Schar-lott-te geholfen hatte. Mich nicht gänzlich unbewaffnet wissend, recke ich mich und mustere nun meinerseits den Neuankömmling von Kopf bis Fuß.Schulterlanges graues Haar, von weißen Silberfäden durchzogen, ist im Nacken zu einem kurzen Zopf zusammengefasst. Abgesehen von ebenso breiten wie vollen Lippen besitzt sein Gesicht keine besonderen Auffälligkeiten. Der weiße Stoff seines Hemdes schmiegt sich in einem engen, gut eine Handbreit messenden Kragen um seinen Hals.
Zeit …. Dieses Wort im Titel und die Uhren am Cover haben eine besondere Bedeutung in der Geschichte?
Die Uhren und das Wort „Zeit“ sollen auf die Zeitreise hinweisen und die Vegvísir, die auf Thórsteinns Herkunft.

Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover oder würdest du heute noch etwas ändern wollen?

Wie eingangs erwähnt, ich hätte mir gerne eine Zeitreise gewünscht, um das männliche Model in dieser Pose einfach in zehn Jahren ablichten zu können. Aber irgendwelche Kompromisse muss man eingehen, und so lange sie nur so klein sind … Ist es zu verschmerzen!