Dienstag, 3. August 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Von Rosen und Krähen von Annika L. Schüttler

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Maira, Dallas und Iven aus „Von Rosen und Krähen“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Maira: Wenn ich etwas habe, dann ist es Zeit.
Dallas: Wenn ich etwas NICHT habe, dann ist es Zeit. Aber jetzt ist es ohnehin egal, nehme ich an.
Iven: *mustert die anderen* Immerhin ist die Stimmung… spaßig? *lacht verlegen*
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Maira: Ich weiß eigentlich gar nicht, warum. Es gibt nichts Außergewöhnliches zu erzählen. Ich lebe allein im Haus meiner Mutter, seit sie… Sie ist tot. Und das Haus irgendwie auch. Was soll ich also groß machen? Eine verlorene Seele in einer kalten Welt… Bis diese Visitenkarten auftauchten, die mich in ein ganz anderes Leben zogen.
Dallas: Ist das nicht etwas melodramatisch? Was gibt es denn schon, über das du jammern kannst? Eine tote Mutter? Ich bin die rechte Hand einer Königin, die in jeder Nacht ganze Dörfer auslöscht. Was glaubst du, wie viel Blut ich bereits an den Händen hatte?
Iven: Ich denke, das wird heute nicht mehr besser mit der Stimmung, oder? *lacht* Ich bin Iven, hab offenbar viel weniger Probleme mit… Melodramatik und Blut. Ich suche eigentlich die schöne, ruhige Seite des Lebens. Weit weg von Gefahr und Abenteuer. Deshalb habe ich mich in ein kleines Gasthaus mitten im Nirgendwo zurückgezogen.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Maira: *atmet tief ein* Vom Abgrund in völlige Panik, dann ins Licht, wieder in den Abgrund und dann-
Dallas: Mach‘ mal halblang. Eigentlich könnte dieses Buch eine wunderbare Liebesgeschichte sein. Wenn man nur die Schatten rausnehmen könnte, die mir auf jeder Seite ein wenig mehr von dem wenigen nehmen, das mir geblieben ist.
Iven: *seufzt* Die beiden sind ja nicht unbedingt von der optimistischen Sorte. Eigentlich ist es die Geschichte von zwei Welten, die kurz vor dem Untergang stehen, wenn nicht eine Handvoll Menschen all ihren Mut zusammennehmen würden, um die Dunkelheit aufzuhalten.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Dallas: Offensichtlich. Seht ihr die riesige Narbe in meinem Gesicht? Also ICH habe mir das nicht ausgesucht. Und ich habe ehrlich gesagt auch keine Träne bei dieser scheinheiligen-
Iven: Hey! Vergiss nicht, dass es dich ohne sie nicht gäbe!
Dallas: Manchmal denke ich, dass es vielleicht besser wäre…
Maira: Also ich habe Tränen gesehen. Mehr als einmal. Ich glaube, sie leidet mit uns, wenn es uns schlecht geht.
Dallas: *schnaubt* Ändert aber nichts daran, dass sie uns all das antut.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Maira: Die Nacht im Gasthaus, in der ich erkannt habe, dass ich endlich ein Zuhause gefunden habe.
Dallas: Du meinst, eine Stelle, an der ich glücklich war? Da gibt’s nicht viele… Aber ich erinnere mich an den Moment, in dem ich die Königin nach unserer gemeinsamen Nacht geweckt habe und sie so sanft aussah. In diesem Moment war die Welt heil, wenigstens einen Herzschlag lang. Und ich wusste, dass ich alles tun würde, um sie zu beschützen.
Iven: Als ich Ran kennengelernt habe. Das erste Mal, als er mich mit seinen gewittergrauen Augen ansah… das werde ich niemals vergessen.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Maira: Viel. Wenn nicht sogar alles. In mir steckt ihr Wunsch nach Heimat. Der Wunsch danach, ihr inneres Kind zu behalten und weiter an Magie und Träume zu glauben, die gern am Erwachsenwerden ersticken.
Iven: In mir steckt die Sehnsucht nach Liebe. Eine unkomplizierte, reine Liebe.
Dallas: Großartig! Das heißt, ihr habt den guten Kram bekommen? Typisch. Für mich blieb dann wohl nur die tragische Seite, die Verlust und Dunkelheit zu verarbeiten versucht… Und: Was ist mit den Menschen, die ich töte? Was muss da verarbeitet werden?!
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Maira: Nostalgisch, vielleicht. Schließlich wohne ich in einem alten, verlassenen Haus mit riesiger unterirdischer Bibliothek. Wenn das keine Kindheitsträume sind, dann weiß ich auch nicht.
Dallas: *runzelt die Stirn* Ich hab ein paar Worte mit ihr zu reden, ehrlich gesagt… Da gibt es offene Fragen. Ich würde sie durchaus als sadistisch bezeichnen, wenn ich mir so ansehe, was mir im Buch passiert.
Iven: Sie steht auf der richtigen Seite. Ich denke, am Ende ist das das einzige, was zählt.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Maira: *lacht* Für mich ist es schlecht ausgegangen: Ursprünglich hieß das Buch mal nach mir. Mittlerweise ist mein Name aber gewichen…
Iven: Rosen und Krähen… Also Rosen habe ich einige in der Geschichte gefunden. Ob das ein versteckter Hinweis sein könnte?
Dallas: Das würde auch erklären, warum ich dieses Tattoo auf der Brust habe. Von Krähen weiß ich aber nichts. So wie ich Frau Autorin aber kenne, hat sie sich irgendetwas Cleveres dabei gedacht. Eine Anspielung auf die Gegensätze innerhalb der Geschichte, zum Beispiel. Weil das die Symbole der beiden Seiten sind… oder so.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Maira: Ich bin drauf. Was soll ich mehr dazu sagen? Ich liebe es.
Iven: Es regt zum Träumen an und das liebe ich. Manchmal braucht man diese Sonnenaufgangsstimmung, um den Glauben nicht zu verlieren, dass alles gut werden könnte.
Dallas: Die Rosen hätte ich gern dort drauf gesehen. Und meine Königin.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Iven: Das ist furchtbar leicht. Auch wenn ich nicht mehr dazu sagen kann, an welcher Stelle es steht: „Und es war, als wären sie niemals fortgegangen.“
Maira: Es war diese eine Frage, die alles für mich verändert hat: „Vertraust du mir?“
Dallas: Wenn ich ehrlich sein soll, dann war es das „Ende“, als endlich alles vorbei war. Das wollt ihr aber nicht hören, nicht wahr? Ihr wollt etwas, das mich leiden lässt. Ich kenne euch doch... Dann wähle ich dieses: „Wenn du stirbst, dann gehe ich mit dir.“
Danke für das Gespräch
Maira: Es hat mich abgelenkt. Ablenkung ist immer willkommen.
Dallas: Dieses eine Mal kann ich da vollkommen zustimmen.
Iven: Wow. Okay. Wer ist jetzt hier melodramatisch? Ich danke vielmals für Fragen. Auch im Namen der beiden Trauerklöße hier. Ich freu mich, euch auf den Seiten von „Von Rosen und Krähen“ wiederzusehen!

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