Mittwoch, 12. Mai 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Geborgenheit sucht Reisepartner von Lili B. Wilms



Buchvorstellung einmal anders

Heute ist ein komischer Tag 😊 Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin Lili B. Wilms, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus, ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Geborgenheit sucht Reisepartner“ von Lili B. Wilms. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Sie wird nicht kommen. Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Ich danke dir! Es war schon ganz langweilig hier.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Aber sehr gerne! Ich erzähle die Geschichte von Henry und Kieran. Die beiden kennen sich am Anfang des Buchs gar nicht. Henry hat ziemlich viele Pläne. Er weiß, was er im Leben will und hat sich jetzt fest vorgenommen, all diese Pläne in die Tat umzusetzen. Aber wie das Leben manchmal so spielt, läuft alles ein bisschen anders. Er trifft sich zwar noch mit der Frau, von der Dating App, aber ab dann läuft alles aus dem Ruder. Gleichzeitig lernt Henry nämlich auch Kieran den Bruder von Ailis kennen. Und der ist ganz anders als Henry. Kieran reist für seine Kunst durch die Welt und will alles, nur nicht sich fest binden. Da prallen zwei Welten aufeinander. Und obwohl die beiden irgendwann feststellen, dass sie sich mögen, geht noch einiges schief, bis sie sich endlich zusammenraufen und zueinander finden.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Och, die ist da nicht so wählerisch. Hauptsache viel Gefühl! Ob das schöne, traurige oder hilflose Momente sind, ist ihr ein bisschen egal. Sie will nur jede Emotion möglichst eindrucksvoll rüberbringen.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Weil es heute so sonnig ist und ich die Stelle gern mag, da sie der erste Wendepunkt im Buch ist, zeige ich dir das erste Aufeinandertreffen der beiden:
Ein Kribbeln rann über seinen ganzen Körper. Langsam verarbeitete sein Kopf, dass dieser Adonis in zerrissenen Jeans mit einer Mischung aus ertapptem und schelmischem Lächeln auf den Lippen, diese elektrische Attraktion auslöste, vor der er sich so sehr fürchtete. Er musste sich abwenden, um wenigstens zu versuchen, seine Ratio wiederzuerlangen. Aber wie magnetisch angezogen saß er hier. Mit verdrehtem Oberkörper auf einer Bierbank konnte er seine Augen nicht von der Gestalt, die aus dem Lichtkegel trat, lösen. Als sich Henrys Augen an die geänderten Lichtverhältnisse gewöhnt hatten, schafften es seine Pupillen, den Mann vor ihm scharf zu stellen. »Hrmpf!« Ein Laut entwich ihm. Würde der Mann schärfer gestellt werden, würde sich das Hier und Jetzt teilen. Das Date hatte sich offiziell von gut zu desaströs gewandelt.
Weißt du wie viel Lili tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Darüber hat sie tatsächlich in letzter Zeit etwas nachgedacht. Obwohl nichts autobiographisch an der Geschichte ist, kann sich wohl kein Autor wehren, dass von einem selbst etwas in jede Figur, in jede Überlegung einfließt.
Und obwohl sie zum Beispiel wirklich mal in Japan gearbeitet hat und sogar einen der Nebencharaktere nach einem Freund von ihr dort benannt hat, lief ihr Aufenthalt bzw. das davor und das danach wirklich völlig anders ab als im Buch. Quasi genau das Gegenteil ist passiert. Dort wo sie gelebt hat, diente also als Rahmen für eine völlig fiktive Geschichte. Es war nur einfacher einen Ort zu beschreiben, den sie ziemlich gut kennt, damit sie sich darüber nicht so viel Sorgen machen muss; denn: sie will immer auf das Gefühl raus. Immer diese Gefühle!
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Ein echter klassischer Antagonist fehlt in diesem Buch. Ich sag dir, die beiden stehen sich selbst so im Weg herum, da hätte es so einen nicht auch noch gebraucht.
Da ist natürlich anfänglich Ailis. Henry hat ihr gegenüber ein ziemlich schlechtes Gewissen, weil er ja eigentlich sie daten wollte. Und dann verfällt er ihrem Bruder. Und Kieran würde auch für seine Schwester auf Henry verzichten – behauptet er zumindest. Ich glaube ihm ja kein Wort. Ailis ist aber eine ziemlich coole Nudel. Die ist ohnehin mit anderen Dingen beschäftigt als mit den zwei Chaoten.
Und was Henry eigentlich auf der Seele liegt und ihn belastet ist ein Ereignis aus seiner Vergangenheit. Als er schon zwanzig war, hat er mehr über dieses Ereignis erfahren und das hat ihn ziemlich aus der Bahn geworfen. Statt aber das ordentlich aufzuarbeiten, schleppt er das mit sich rum und bringt deshalb beinahe die Beziehung zu Kieran zum Scheiten. Seine Freundin Charlie würde ihm ja gerne helfen, weil ihr so was ähnliches passiert ist – aber bei den zweien weiß man auch nicht, wer eigentlich mehr Hilfe nötig hätte.
Kieran überrascht sich in der ganzen Geschichte selbst. Er wird ziemlich von Henry und alles was ihn ausmacht, überrollt. Eigentlich würde er alles für Henry tun. Er merkt nur, dass er ihm nicht helfen kann, wenn dieser sich nicht selbst hilft. Und das ist für Kieran ziemlich belastend diesem Findungsprozess zuzuschauen und zu warten und zu warten und zu warten und… du verstehst schon.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Oh! Ich liebe den Titel. Der ist bereits mit der Titelfindung von Buch eins und zwei der Reihe entstanden. Da der Ablauf der Geschichte damals schon ziemlich feststand, der Aufbau den anderen Teilen folgen sollte und eben „Geborgenheit“ und „Reisen“ im Mittelpunkt der Geschichte stehen war das eine ziemlich schnelle Sache.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Nein! Ich bin zu 1000% zufrieden. Es ist absolut perfekt! Ich liebe es so sehr. Die Farben, die zwei Jungs! Sie hätten nicht besser getroffen werden können.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren. 
Hands down - Das ist mein Lieblingszitat: »Es muss doch nicht perfekt sein, um richtig zu sein.«
Es ist so ziemlich der Kern der Geschichte und was Henry lernen muss.
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz zum Buch »Danke, für deine Geduld und Antworten« zuzuflüstern.
Vielen lieben Dank!!!! Es hat so Spaß gemacht und ich habe mehr über das Buch herausgefunden, als mir bewusst war, da ich ja dachte ich kenn es schon!
Dann vertiefe ich mich wieder in das Buch.

Dienstag, 11. Mai 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Plautzenbär und Girlangmuff von Zoe M. Lucille



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Tibi und Nellie aus „Plautzenbär und Girlangmuff“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Tibi: Vielen Dank, dass wir hier sein dürfen!
Nellie: Ja, richtig gut! :-)
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Tibi: Ich bin Tibi Girlangmuff, eine Giraffe wie man im Buch sehen kann. Ich bin zwar klein, aber irgendwie war ich von Anfang an dabei.
Nellie: Ich bin Nellie Flanelli und das Küken in der Geschichte. Ich darf aber überall mit hin.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Tibi: Schwierig.
Nellie: Es gibt ein Buch?!
Tibi: Ja, Nellie.
Nellie: Ui ui! Wie toll. Und was steht da?
Tibi: Na, wie wir uns alle kennengelernt haben und was wir für Abenteuer gemeistert haben, obwohl wir alle so unterschiedlich sind.
Nellie: Wow!
Tibi: Wie bereits beim Interview zum letzten Werk durch die Autorin selbst angekündigt, wird es flauschig. :-)
Nellie: Flauschig ist toll! :-)
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Tibi: Ja.
Nellie: Wer?
Tibi: Die Geschichtenschreiberin. Die, wo du so lange für dein Bild stillsitzen musstest.
Nellie: Ah! … Sicher hat die Spaß uns da so zu scheuen.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Tibi und Nellie: Den siebten Tag!
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Tibi: Hoffentlich nicht allzu viel.
Nellie: Wer wo?
Tibi: Genau. Zuhören und dann antworten.
Nellie: Ach so! Okay!
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Tibi: Genau. Zuhören und dann antworten.
Nellie: Ach so! Okay!
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Tibi: Das war direkt am Anfang klar.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Nellie: Ich finde es gut, dass ich nicht drauf bin. Mir steht das Blaue nicht so.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Tibi: ‚Ich hab Hunger.‘
Nellie: ‚Was machen wir jetzt?‘
Danke für das Gespräch
Tibi: Danke ebenso. Wollen ja nicht zu viel verraten. ;-)
Nellie: Ja, genau. Danke, danke! :-)

Montag, 10. Mai 2021

[Reiheninterview] "Wedding Games"-Reihe von June Reeler

   


Reihenvorstellung

Heute treffe ich mich mit June Reeler, um mit ihr über ihre Reihe „Wedding Games“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit hast, um mit mir über deine Reihe zu reden.
Freut mich, dass ich in deinem Blog darüber sprechen darf. Vielen Dank.
Kannst du uns deine Reihe, bestehend aus den Teilen „Wedding Games: Wer sich traut“, „Wedding Games: Black Satin“, „Wedding Games: Die Anmut des Lichts“ und „Wedding Games: Die Braut“ mit wenigen Worten vorstellen?
Alles dreht sich um die Männer einer einflussreichen Organisation. Es geht ihnen darum, ihren Einfluss auf der Welt auszuweiten. Die Männer sind allesamt sehr anziehend und natürlich haftet ihnen etwas Mystisches, etwas Düsteres an. Sie spielen mit den Frauen und scheinen wenig verbindlich zu sein. Doch es wären keine Fantasy Romance-Romane, wenn es nicht die Eine geben würde, die ihr Interesse langfristig weckt. Von der aufgeweckten Journalistin Emma, über das vermeintlich toughe Callgirl Satin bis hin zu der feurigen Italienerin Lucia schaffen die unterschiedlichsten Frauentypen mit Stärke und Sexyness diesen machtvollen Männern etwas entgegenzusetzen. Dabei gibt es immer jede Menge Wortwitz und heftigen Schlagabtausch.
Deine Charaktere wachsen mit ihren Aufgaben, entwickeln sich weiter, bestehen so manche Situation. Fällt es dir leichter sie durch einfache, lustige oder durch schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Jede Story ist für mich ein großes Ganzes. Das Leben hält für jeden von uns diese Zeiten bereit und so ist es immer ein Komplettpaket aus guten und schlechten Zeiten, ehe sich die Story für mich rund anfühlt. Wenn eine dieser Zeiten/Stimmungen fehlen würde, würde für mich etwas an der Story fehlen. Grundsätzlich glaube ich, dass ich dazu neige, jede Situation immer irgendwie komplex zu gestalten mit etwas Besonderem darin, denn einfacher Smalltalk fällt mir auch im normalen Leben schwer. Wenn ich beim Schreiben merke, dass mich bestimmte Stellen im Buch langweilen, ändere ich sie sofort ab und reichere sie an. So wie ich auf jeder Seite Spaß beim Schreiben/Korrigieren etc. haben will, so möchte der Leser auf jeder Seite unterhalten werden. Das ist meine Maxime.
Hast du Lieblingsstellen in deiner Reihe, die du uns gerne vorstellen würdest?
Eine Stelle liebe ich tatsächlich besonders, sie steht sinnbildlich für die gesamte Reihe. Bei dieser fragte Emma Macarius:
»Kannst du mir versprechen, dass du niemals etwas Böses getan hast?«
Macarius presste die Lippen aufeinander. Traurig schüttelte er seinen Kopf. »Das kann ich nicht.«
Wie viel echte June steckt in deinen Büchern oder dem ein oder anderen Charakter?
Bestimmte Handlungsweisen, Konstellationen oder Gedanken sind sicherlich ähnlich. Wir alle teilen bestimmte Gedanken, Gefühle, Lebenssituationen und Wünsche. Ich hoffe, dass sich jeder Leser an bestimmten Stellen in meinen Büchern wiederfinden kann. Bei »Aubreys Song« geht es zum Beispiel um die Verarbeitung eines Verlustes nach einer Trennung oder einem Unglück. Eine Leserin schrieb mich dazu einmal an und bedankte sich. Sie hatte das Buch zweimal gelesen, weil sie so viele für sich hilfreiche und stärkende Passagen darin fand. Das war einer jener Momente, in denen ich glücklich und dankbar bin, dass ich diesen Job ausüben darf.
Wenn ich deine Protagonisten, Antagonisten oder auch Nebencharaktere fragen würde. Wie würden sie dich beschreiben?
Emma: Sie ist eine coole Freundin.
Macarius: Sie ist eine tolle Mutter und warmherzige Frau.
Feliz: Sie wirkt interessant und geheimnisvoll, stark und selbstbewusst, so wie ich Frauen mag. Die Zukunft auf dieser Welt gehört den Frauen und feministischen Männern. (Denn Feliz, der in Verdacht steht, der Leibhaftige höchstselbst zu sein, bezeichnet sich als Feminist.)
Wann stand die Idee eine Reihe zu schreiben? Stand es von vornherein fest, dass es ein Mehrteiler wird, oder haben die Protagonisten ein Eigenleben entwickelt?
Der erste Band stieg von 0 auf 40 in die Top 100 der Amazon Kindle-Charts ein. Ich konnte es gar nicht fassen. Als dann die erste Aufregung nach einigen Tagen vorüber war, stand für mich fest, dass ich einen Nachfolgeroman schreiben würde. Obwohl der erste Band eine in sich abgeschlossene Geschichte mit Happy End ist, hatte ich schon beim Schreiben einige mögliche Anknüpfungspunkte für einen Folgeband gelassen. Dazu waren mir die Charaktere auch viel zu sehr ans Herz gewachsen. Ich wollte sie nicht gehen lassen. Sie sind wie eine kleine Familie in meinem Kopf. Zwischendrin brauche ich immer mal wieder etwas Ruhe vor ihnen, so wie man es auch bei richtigen Familien kennt, aber die Liebe wird immer andauern und es wird noch weitere Bände geben.
Wann kamen die Titel? Standen die im Vorfeld schon fest, oder entwickelten sie sich im Laufe des Schreibprozesses?
Meistens habe ich im Vorfeld eine Idee, worum es gehen soll und daran richte ich auch den Titel aus. Oft ist es dann so, dass ich einige Titelmöglichkeiten aufschreibe und die ein bis zwei Tage ruhen lasse. Wie sich zeigt, habe ich dann immer eine Präferenz, die es schlussendlich auch auf das Cover schafft.
Wer ist denn der Coverdesigner?
Ich habe schon mit verschiedenen Coverdesignern weltweit zusammengearbeitet, aus Australien, Großbritannien, aus den USA, Österreich und auch Deutschland. Ich finde es immer wundervoll zu sehen, wie dieser kreative Flow in der Zusammenarbeit entsteht und im Endeffekt etwas Großartiges dabei herauskommt. Die Coverdesigner, mit denen ich bisher zusammenarbeiten durfte, sind allesamt äußerst professionell und sehr talentiert.
Bist du mit deinen Covern zu 100% zufrieden, oder würdest du nachträglich noch etwas ändern wollen?
Nein, allesamt wunderschön. Jedes einzelne ist treffend und macht mich sehr dankbar und stolz.
Zum Abschluss würden mich noch deine Lieblingszitate aus den Büchern interessieren.
Ich möchte mit einem leidenschaftlichen Zitat von Marcellus enden, welcher der Protagonist des vierten Bandes ist und ein wahrhaftiger Bad Boy. Wirklich. Er ist gekränkt, gefährlich, richtig düster und schlimmer als alle anderen. Ich liebe dieses Zitat sehr, weil man regelrecht spürt, wie die Funken sprühen zwischen ihm und Lucia, welche zu dem Zeitpunkt noch vor dem Altar mit einem anderen Mann steht. Sie steht also vorn in der Kirche, während er einer der Gäste ist, und er denkt:
Du stehst vorn am Altar und senkst schüchtern deinen Blick. Doch du bist keine fromme Braut, Lucia, keine unberührte italienische Katholikin, mit deinem Kreuz um dem Hals und deinem madonnenhaften Gesicht.
Du blendest sie alle mit deiner Schönheit und deiner Unschuld. Sie mögen dich vergöttern, aber ich werde dich beherrschen.
Danke für das Gespräch.
Von Herzen gern. Vielen Dank, dass ich noch einmal durch das Interview die Gelegenheit hatte, durch meine Bücher zu reisen.

Sonntag, 9. Mai 2021

[Rezension] Die Traumkriegerin - Das Amulett der Zweiheit von Ava Cooper

 


Das Buch "Die Traumkriegerin: Das Amulett der Zweiheit" wurde von Ava Cooper verfasst und erschien 2020.

Die Autorin nimmt uns mit in eine spannende Welt, die zweigeteilt ist in die Traumwelt und die Albtraumwelt. Gemeinsam mit Talisha, die in Danarien - Talika - genannt wird, versuchen wir den drohenden Einmarsch in die Traumwelt zu verhindern.
Der Sprachstil und die Wortwahl waren der Geschichte sehr zuträglich. Allerdings muss man anmerken, dass gerade zu Beginn sehr viele Begriffe eingeführt werden, um die beiden Länder auseinander halten zu können. Dies könnte bei dem ein oder anderen Leser Probleme auslösen. Aber ist man erst einmal in der Geschichte, kann man mit den Protagonisten so einiges erleben und viele Möglichkeiten erleben, wie man Liebe und Hass, Verbundenheit und Differenzierung, Krieg und Frieden unterschiedlich interpretieren kann.
Man kann mit den Protagonisten lachen, weinen, kämpfen, verzeihen, hassen, sich wundern und auch wunderschöne Zeiten verbringen.
Auch zu erwähnen ist, dass Danarien ein kriegerisches Volk ist bzw. aus kriegerischen Völkern besteht, die dies in die Bestrafung und auch untereinander ausleben.

Jeder, der gerne neue Welten entdeckt, der macht mit dem Entdecken der Traum- und Albtraumwelt, alles richtig.

[Buchvorstellung einmal anders] Wedding Games: Wer sich traut von June Reeler



Buchvorstellung einmal anders

Heute ist ein komischer Tag 😊 Nach dem Autoreninterview drückt mir June ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Wedding Games: Wer sich traut“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist er weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben dem Autor am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Gern. Obwohl ich ja mit dieser mysteriösen Hochzeit in den Hamptons beschäftigt bin. Lauter komische Leute hier, die mir teilweise echt unheimlich vorkommen.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Natürlich, stimmt. Entschuldige. Wo bin ich nur mit meinen Gedanken? Ich bin der erste von insgesamt vier Teilen der Wedding Games-Reihe und kann voller Stolz sagen auch der erste (!) Bestseller dieser Reihe! Meine Geschwister kamen erst später und insbesondere die Zweitälteste gibt mächtig an: »Ich bin auch Bestseller, ich auch!« Da kann ich nur müde mit den Schultern zucken. Ich war der Erste! Ich halte jede Menge Fantasie, Spannung, Unterhaltung und Romantik für euch bereit. Hörst du die anderen hinter uns im virtuellen Bücherregal kreischen? »Ich auch! Ich halte auch Spannung bereit.« Ja, klar. Aber ich war der Erste!
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Unter uns gesagt, diese Autorin muss leicht verrückt sein. Was bitte ist das denn für eine Geschichte?! Eine Hochzeit in den Hamptons, bei welcher die dort anwesende Gefolgschaft des Bräutigams dämonischen Ursprungs sein soll? Jedenfalls lauten so die Pressemeldungen. Und wenn ich ehrlich bin, ein bisschen wundert es mich schon. Die Männer, welche einer überaus machtvollen Organisation auf Erden angehören, sehen schon fast überirdisch schön aus. Sie alle tragen die gleichen schwarzen Anzüge. Keiner weiß, wer wirklich alles zu dieser Organisation gehört, man weiß nur, dass die Männer vor nichts zurückschrecken. Das ist es ja, was mir so Angst macht. Aber die Autorin lässt mir keine Ruhe, keine Minute, um zu verschnaufen. In mir wechseln sich fröhliche, wütende, atemberaubende, rätselhafte, heiße, mystische, nachdenkliche Stimmungen ab und zwar in einem Tempo, bei dem ich jetzt noch außer Puste bin. Entschuldige, ich bin wirklich noch ganz erschöpft von dieser rasanten Story. Wenn Wasser meiner Elektronik nicht schaden würde, bräuchte ich tatsächlich etwas zu trinken.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Ich mag die Stimmung am Vorabend der Hochzeit. Auf dieser Seite halte ich mich sehr gern auf. Die Protagonistin Emma, meine Lieblingsprotagonistin – denn meine (!) Protagonistin ist natürlich die Beste der Reihe, auch wenn meine Geschwister schon wieder widersprechen wollen –, jedenfalls war Emma kürzlich bei einem Vorstellungsgespräch bei einer einflussreichen Unternehmensberatung, deren junger und versnobter Boss Macarius sie ziemlich heftig abgebügelt hat. Mein Gott, da habe ich vielleicht mitgelitten. Deshalb finde ich es völlig legitim, dass sie irgendwann wutentbrannt aus dem Büro gestürmt ist. Als sie auf der Hochzeit ihrer ehemals besten Freundin in den Hamptons ist, will sie am Vorabend der Feierlichkeiten im Meer baden. Bei Sonnenuntergang. So richtig romantisch. Tja, und als sie bis zu den Hüften im Wasser steht und sich zum Strand umblickt, sieht sie plötzlich diesen arroganten Snob vom Vorstellungsgespräch am Strand stehen und sie beobachten. Der Typ ist auch auf dieser Hochzeit, was für ein Mist!
Weißt du wie viel June tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Eine Freundin von June meinte mal, dass sie glaubt, June sei eine Mischung aus Emma und Macarius. Das könnte hinkommen, denke ich. June weiß nicht, dass ich es gehört habe. Sie lässt es gern unter den Tisch fallen und antwortet allgemeiner.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Buch: Also Junes Charakter ist wie bei jedem Menschen sehr facettenreich. Sie ist sehr positiv und behandelt alle auf Augenhöhe. Sie wäre ein realistischer Buchcharakter, in der Art, wie sie auch die Charaktere in den Büchern formt. Schlichtweg ganz normale Menschen.
Macarius: Also bei »ganz normale Menschen« würde ich widersprechen … Du weißt ja, was man über die Männer wie mich, die Mitglieder dieser Organisation, in der Presse sagt …
Emma: Na ja, zumindest bist du ein ziemlich realistisches und ganz normales, arrogantes A… Das hat das Vorstellungsgespräch gezeigt.
Macarius: Du wirst später noch weitere Aktivitäten erleben, bei denen ich ziemlich realistisch bin … (hebt bedeutungsschwer eine Augenbraue und grinst versaut)
Buch: Halt, halt, halt. Muss es denn immer so direkt zugehen?! Könnt ihr euch denn nicht einen Moment zusammenreißen?
Emma: Na ja, June hat uns dazu gemacht, sehr direkt zu sein. Genauso wie sie es ist.
Buch: Aber doch nicht vorlaut, ich bitte euch! Vielleicht mögen Feliz und die anderen noch etwas sagen? Feliz? Feliz, wo steckst du?
Macarius: Als ob der Fürst der Finsternis auf Zuruf käme …
Emma: Also doch! Also seid ihr doch Dämonen!
Macarius: Ich bin, was immer du willst, süße Emma Dillon. Sorry, ich spiele nur mit Klischees.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Hätte ich ja gern, wenn man mich mal gelassen hätte. Aber diese Autorin tippt und tippt und tippt. Man kommt gar nicht zu Wort! Sie hat sich diesen Titel ausgedacht und dann tippte sie plötzlich los.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich bin super zufrieden damit. Das ist das schönste Cover, was ich jemals sah. Och nee … (genervt) Und schon wieder widersprechen meine Geschwister. Ja, ja, ihr seid auch alle sehr schön geworden.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Das ist ein Zitat von Macarius, bei dem wir nach wie vor nicht wissen, ob die Gerüchte darüber, dass er der Nachfahre Luzifers sein soll, stimmen. Er spricht darüber, wie er die Menschen einschätzt:
»Dabei interessiert mich nicht, was sie sagen. Sondern was sie zu verschweigen versuchen, ist für mich relevant.«
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch antwortet. Leise flüstere ich dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«

Oh, ok. (verdutzt) Freut mich, klar.

Samstag, 8. Mai 2021

[Autoreninterview] Heidi Troi

Autoreninterview
Heidi Troi


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Gern. Ich heiße Heidi Troi, lebe und schreibe in Südtirol. Meine Brötchen verdiene ich als Theaterpädagogin am Theaterpädagogischen Zentrum Brixen – wobei das nicht nur ein Brotberuf ist, sondern meine Berufung, denn das TPZ habe ich zusammen mit meinem Mann, meiner Schwägerin und meiner Freundin aufgebaut. Bis vor kurzem war ich auch noch Grundschullehrerin. Ich schreibe nicht nur Krimis, sondern auch Kinderbücher, in denen es auch manchmal etwas kriminell zugeht.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Geschrieben hab ich tatsächlich immer schon gern und ich wollte schon in der Grundschule Kinderbuchautorin werden. Dass es so lang gedauert hat, bis mein Traum Wirklichkeit geworden ist, hängt damit zusammen, dass ich mir dazwischen ein paar andere Träume erfüllt habe: Meinen Mann zu heiraten, Kinder zu kriegen und aufzuziehen, das Theaterpädagogische Zentrum aufzubauen … Mit etwa vierzig ist mir dann der Autorenkurs von Lea Korte unter die Augen gekommen und das war ein Wink des Schicksals …
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Im Krimibereich sind es nur die beiden Brixenkrimis mit Lorenz Lovis, die im Servus Verlag erschienen sind. Der etwas tollpatschige Ermittler Lorenz Lovis stolpert durch seine Fälle und löst sie vor allem mit Hilfe seiner vielen Helferlein und auf eher unkonventionelle Weise. Es sind humorvolle Regiokrimis, nicht wirklich blutig und wer sie liest, kann sich wunderbar nach Südtirol träumen.
In meinen Kinderbüchern geht es mir darum, kleine Situationen aus der Gefühlswelt der Kinder zu beschreiben – ohne Zaunpfahl und dafür mit Humor – und den Kindern zu zeigen, dass sie mit ihren Schwierigkeiten nicht allein sind. In „Lola reicht’s“ sind diese kleinen Hänseleien das Thema, die von den anderen vielleicht gar nicht bös gemeint sind, aber doch sehr verletzend sein können. In „Mia mag Geheimnisse“ geht es um ein Mädchen, das einfach keine Geheimnisse bewahren kann. Sehr bald erscheint der erste Band der Reihe „Zeitreise mit den Nepomuks“ – eine Zeitreisegeschichte für Leser*innen ab 8.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, der dritte Band der Reihe um Lorenz Lovis ist im Lektorat und wird im Frühjahr 22 erscheinen und im Kopf entwerfe ich bereits den vierten Band. Zwei weitere Manuskripte warten bei meiner Agentin auf einen Verlag – ein Gardaseekrimi und ein Krimi, der in einem abgelegenen Tal in den Alpen spielt.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich liebe die Berge und bin gern zu Fuß oder mit dem Rad dort unterwegs. Das ist naheliegend in meiner Region. Außerdem lese ich natürlich gern – und zwar beinahe alles, was mir unterkommt. Nur um sehr blutige, gewalttriefende Geschichten mache ich lieber einen Bogen.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Viele! So viele, dass ich gar nicht weiß, wo anfangen. Ich bleibe mal beim Regiokrimi. Einverstanden? Ich liebe Alma Bayer (Rosenheimkrimi), Marion Stadler (Altmühltal), Jules Vitrac (Elsass) und Lauterbach&Keller – die Krimis mit Pippa Bolle. Mit Gordon Tyrie bin ich zuletzt nach Schottland gereist und hab mich königlich über sein Hochlandrind Thiny Lizzy amüsiert. Dann sind natürlich die Bücher meiner Kolleginnen bei den Mordslustigen – die einzigen Thriller, die ich lese. Ich mag die Bücher von Drea Summer, Ariana Lambert und Jennifer B. Wind, Mari März und Nadine Teuber und lese alles, was sie rausbringen. Und dann gibt es noch meine lieben Verlagskollegen Monika Pfundmeier, Thomas Kiehl und Bernhard Kreutner, die viel zu langsam schreiben. Ich würde gern mehr von ihnen lesen.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ein Schreibtisch im Wohnzimmer – viel zu chaotisch. Tausende von Zetteln, Büchern und Arbeitsunterlagen türmen sich hier. Drei Becher mit verschiedensten Stiften – ich entwerfe meine Schauplätze gern auf Papier -, drei verschiedene Brillen, ein Drucker, der mich unheimlich stört und wenn ich meinen Blick nicht auf den Bildschirm richte, habe ich eine Pinnwand vor mir, auf der die Bilder meiner Tochter hängen, daneben ein Sitzplan der Klasse aus den Superaugen (eine Kinderkrimireihe, die demnächst im Obelisk Verlag rauskommen wird) und eine Liste mit den Mitgliedern der Mordslustigen.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Morgens schreibe ich gleich einmal ein Stündchen und erledige meistens den Großteil meines Schreibsolls. Danach widme ich mich verschiedenen Arbeiten für das Theaterpädagogische Zentrum – viel Öffentlichkeitsarbeit, aber auch Vorbereitung für die Theaterstunden (zurzeit schreibe ich ein Krimidinner nach dem anderen). Dann wird gekocht. Nach dem Mittagessen steht die Hunderunde an. Die führt mich fast immer nach Elvas, umfasst etwa 300 Höhenmeter und dauert gute eineinhalb Stunden. Danach schaue ich mit meiner Tochter eine Serie (sie liebt die koreanischen Serien) und dann setze ich mich wieder an den PC und schreibe, wenn ich nicht eine Theaterwerkstatt habe.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich lese alles querbeet, sehr gern historische und Liebesromane, in letzter Zeit natürlich wieder viel mehr Krimis. Beim Schreiben bin ich irgendwie im Krimigenre gelandet und es scheint, dass es sehr schwer ist, da auch wieder herauszukommen. Wenn du mir vor zehn Jahren gesagt hättest, dass ich Autorin werde und mich gefragt hättest, in welchem Genre ich glaube, dass ich unterwegs sein werde, hätte ich mit Überzeugung gesagt: Ich schreibe hohe Literatur und zwar Gesellschaftsdramen … Tja, so gut kenne ich mich selbst.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Mein Lieblingszitat: Aufgegeben wird nur ein Brief ;-)
„Ich, ein Südtiroler Matula? Ich sehe schon die Schlagzeile vor mir: Privatdetektiv ermittelt im Mordfall! Wann hat es hier nochmal den letzten Mord gegeben?“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Südtirol. Hier gibt es alles was ich mir wünsche und ich weiß, wo die schönsten Fleckchen sind, ohne dass ich dazu in einem Reiseführer blättern muss. Alternativ Schottland oder Irland.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Bin ich. Wenn mein Gegenüber auch kritikfähig ist, was bedeutet, dass er mich auf der Sachebene und konstruktiv kritisiert. Für solche Kritik bin ich dankbar.
Warum hast du dich entschieden mit den Krimis zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden, wie z.B. mit dem bald erscheinenden Kinderbuch?
Das hat irgendwie mit meiner Unsicherheit zu tun. Einmal habe ich mir einen Filter gewünscht, der mein Manuskript anschaut und sagt: Das ist gut, daran glauben wir. Andererseits wäre ich auch überfordert gewesen mit der Flut an Wissen, das man sich als Selfpublisher aneignen muss. Einiges davon habe ich mir inzwischen doch aneignen müssen, aber ich hatte immer das Sicherheitsnetz eines Verlags, der mich gestützt und geschützt hat. Dafür bin ich dankbar.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Liebe Leserinnen und Leser, grade in dieser Zeit sind Bücher die besten Freunde. Lasst sie euch nicht wegnehmen. Verreist mit Büchern, lasst euch von Büchern trösten, findet euch in Büchern wieder, wenn ihr euch selbst verloren habt. Dafür schreiben wir!

Freitag, 7. Mai 2021

[Autoreninterview] June Reeler

Autoreninterview
June Reeler

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Mein Name ist Juliane Vogler. Ich habe Psychologie studiert und arbeite als Autorin und Journalistin in Berlin. Unter dem Pseudonym June Reeler veröffentliche ich Romane.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Meine Deutschlehrerin, vor der alle in der Schule einen Heidenrespekt hatten, weil sie so streng war und weil sie einen Doktortitel hatte, lobte mein Talent zu schreiben. Rückblickend glaube ich, dass dieses Kompliment die Weichen für meine Liebe zum Schreiben gestellt hat.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Meine Fantasy Romance-Bestseller-Reihe »Wedding Games« dreht sich um Luzifer (so mutmaßt die Presse jedenfalls, keiner weiß, ob er es wirklich ist …) und seine Anwälte, die natürlich allesamt ziemlich mysteriös, machtvoll, manchmal witzig und heiß sind. Außerdem habe ich noch fünf weitere Geschichten veröffentlicht, die im Bereich Romantik anzusiedeln sind. Insgesamt würde ich in Bezug auf meine Bücher sagen: Psychologie meets Belletristik. Meine Protagonisten schicke ich durch die Höhen und Tiefen des Lebens. Bestimmt verfluchen sie mich dafür, doch am Ende lohnt sich für sie die Auseinandersetzung mit sich selbst, weil sie gleichermaßen Liebe und Selbstliebe finden.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, ich schreibe gerade an einer modernen und leicht verrückten Romcom-Geschichte, welche die Herausforderungen der Frauen von heute aufgreift, zwischen der Sehnsucht nach Liebe und der Autonomie, die sie nicht aufgeben wollen, zwischen Romantik und sexuellen Abenteuern, zwischen dem Wunsch nach einer Familie und der Angst, beruflich den Anschluss zu verpassen. Außerdem warten Band 5 der Wedding Games-Reihe und ein psychologischer Ratgeber auf mich. Momentan bin ich allerdings journalistisch in so viele Arbeitsprojekte eingebunden, dass ich einfach nicht die Zeit finde, an meinen Büchern zu arbeiten. Aber bald geht es hoffentlich weiter.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich lese sehr gern und koche gemeinsam mit meinem Sohn. Viel zu häufig nehmen wir uns vor, gesunde asiatische Gerichte zu kochen, und landen dann doch wieder bei den kalorienreichen Klassikern wie Pizza & Co.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Aktuell lese ich das Buch von Michelle Obama, das mich sehr beeindruckt. Es gibt zu viele großartige Persönlichkeiten und Talente auf der Welt, als dass ich einen Lieblingsautoren benennen könnte.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Mein Mitbewohner hat mir einen wunderbaren Schreibtisch aus Holz gebaut. Dort sitze ich am liebsten, schreibe und blicke zwischenzeitlich herunter auf den Trubel der Berliner City.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Kaffee, erst einmal Kaffee. Dann lese ich etwas Meditatives und mache Yoga. Wenn nicht gerade eine Corona-Pandemie die Welt in Atem hält, bringe ich meinen Sohn zur Schule. Sollten es meine Termine erlauben, laufe ich gern bei vormittäglichem Sonnenschein durch den Berliner Kiez (Prenzlauer Berg etc.) nach Hause, ehe ich mich an meinen Schreibtisch setze und arbeite. Später hole ich meinen Sohn wieder ab, wir verbringen Zeit miteinander und manchmal arbeite ich danach noch etwas, bis die Abendzeit eingeläutet wird.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich lese gern Geschichten, Biografien, Fachbücher, Sachbücher, die mich persönlich weiterbringen, aus denen ich etwas für mein Leben mitnehmen kann. So versuche ich es auch, bei meinen Artikeln und Büchern zu halten. Ich möchte meinen Lesern immer etwas Ermutigendes mit auf den Weg geben. Wir teilen alle die gleichen Probleme und Zweifel miteinander, wir sind alle nur Menschen. Niemand muss sich über den anderen erheben. Jeder Mensch trägt seine eigene Geschichte mit sich und hat Respekt verdient.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Da gibt es mehrere, zwei fallen mir gerade ein:
Du kannst noch so oft an einer Olive zupfen, sie wird deshalb nicht früher reif. (Toskanisches Sprichwort)
Wir werden nicht weniger enttäuscht sein, nur weil wir glauben, darauf vorbereitet zu sein. (Das sagt Ophelia über den Schmerz der Zurückweisung in meinem Buch »Manhattansommertage«)
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Jedes Land auf der Welt hält unterschiedliche Eindrücke und seine ganz eigene Kultur bereit. Das finde ich faszinierend. Insgesamt zieht es mich eher in die wärmeren Gefilde als in den Norden. Ich brauche Sonne auf meiner Haut.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich übe mich darin, mit Kritik umzugehen. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, sie ließe mich unberührt.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Im psychologischen Fach- und Sachbuchbereich habe ich bei großen Verlagen Beiträge publiziert. Hinsichtlich der Romane habe ich mich gleich dafür entschieden, Selfpublisher zu sein. Mir gefiel das Gefühl der Kontrolle über meine Bücher.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich lade euch herzlich in meine Geschichten ein. Euch erwarten andersartige, spannende Storys voller Gefühl, Leidenschaft, Witz und Psychologie.