Sonntag, 6. Juni 2021

[Autoreninterview] Andreas Kroll

Autoreninterview
Andreas Kroll

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hallo, mein Name ist Andreas Kroll und ich wurde 1968 in Hannover geboren. Nach meiner Ausbildung als Werbetechniker habe ich meinen Zivildienst in München gemacht und mich anschließend als Schreihals in einer Grunge-Gothic-Band versucht. War ne´coole Zeit ... Dann habe ich über den zweiten Bildungsweg mein Abitur gemacht, um ein Studium der Kulturwissenschaft erfolgreich abzubrechen und 15 Jahre in der Pflege zu arbeiten. Seit 2005 veröffentliche ich (nebenberuflich) Theaterstücke beim Deutschen Theaterverlag. Seit 2015 lebe und arbeite ich im Ökodorf Sieben Linden. Mein erster (Fantasy-) Roman ist Anfang diesen Jahres im Selfpublishing erschienen.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Meine erste Geschichte bestand aus gemalten Bildern und mein Vater hat dann Sprechblasen dazu erstellt (weil ich noch nicht Schreiben konnte). In der Grundschule habe ich immer sehr gerne Aufsätze geschrieben und in der Schülerzeitung veröffentlicht. Mir war immer klar, dass ich gerne Schreiben möchte, aber welches Genre? Ich habe dann eine zeitlang Gedichte geschrieben, Songtexte für meine damalige Band und bin schließlich bei Theaterstücken fürs Amateurtheater gelandet. Seitdem veröffentliche ich beim Deutschen Theaterverlag Theaterstücke, wobei ich mich auf Komödien spezialisiert habe. Einen Fantasy-Roman wollte ich schon seit meiner Jugend schreiben. Aber erst jetzt – mit 53 Jahren – habe ich diesen Traum verwirklicht.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Bisher sind Hauptsächlich Theaterstücke veröffentlicht worden.
Die Botschafter ist mein erster Roman. Hierbei handelt es sich um High Fantasy. Die Geschichte wird aus der Sicht dreier Botschafter erzählt (ein Mensch, ein Zwerg, eine Albin). Die Gruppe bricht in Richtung Norden auf, um die Riesen als Verbündete zu gewinnen, da ihre Völker von geflügelten Schlangen und Großechsen bedroht werden.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich bin gerade dabei den zweiten Teil von meinem Roman zu plotten (angedacht sind insgesamt zwei Teile). Im Moment bin ich aber gerade sehr mit der Buchvermarktung beschäftigt und ich komme kaum zum Schreiben.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Schreiben, Filme gucken, im Wald spazieren gehen, künstlerisch Tätig sein, am Lagerfeuer sitzen, schweigen, schlafen, faulenzen, Sex and drugs and Rock & Roll.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Nein. (kurze dramatische Pause) Ok, manchmal lese ich etwas, aber ich bin kein Vielleser. Dann kann es auch Bukowski oder King sein, oder Sachliteratur über das Mittelalter.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich liege im Bett, den Laptop auf einem Kissen, welches sich wiederum auf meinem Bauch befindet. Sehr gemütlich. Im Sitzen, am Schreibtisch, schreibe ich eher selten. In der Badewanne nie.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Uff. Das ist sehr unterschiedlich. Im Moment arbeite ich halbtags in einem Seniorenheim. Ich arbeite aber auch im Gästeteam eines Seminarbetriebes. Leben tue ich in einer Gemeinschaft, dem Ökodorf Sieben Linden (mit ca. 150 Menschen). Da gibt es Vollversammlungen, Themenabende, Vorstellungsabende, gemeinsame Feste, gemeinsames Essen usw. Vor der Arbeit oder nach der Arbeit beschäftige ich mich meist mit der Buchvermarktung meines Romans, schreibe Blogs an (oder gebe Autoreninterviews).
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Hm, beim Lesen (wie gesagt, ich bin kein Vielleser) ist mir das Genre eigentlich egal. Belletristik bis Sachbuch. Horror bis Lyrik. Beim Schreiben eindeutig Fantasy. Bei Theaterstücken nur Komödien.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Alles hat seine Zeit. (irgendwie beruhigt mich dieser Spruch) Ein Zitat aus meinem Buch, welches meine Arbeit am besten beschreibt? Sorry, da fällt mir nix schlaues ein.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ach, ich stehe nicht so auf Nationen und so´n Zeug.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Je fundierter die Kritik begründet ist, desto besser kann ich sie annehmen. Auch macht der Ton die Musik. Ich habe heute zufällig meine erste kritische Rezension bekommen, aber sie war toll geschrieben und was soll ich sagen: die Kritikpunkte waren durchaus berechtigt und nachvollziehbar.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ungeduld? Ich habe mich bei Literaturagenturen beworben und (nach langer Wartezeit) zwei sehr freundliche Absagen erhalten, nach dem Motto: es war haarscharf, aber leider ... Die anderen Agenturen haben nicht geantwortet. Bei Verlagen habe ich es gar nicht erst versucht. Ich hatte keine Lust ewig auf eine Antwort zu warten und außerdem sehr konkrete Vorstellungen was Cover, Landkarten usw. angeht. Da wollte ich mir nicht reinreden lassen. Wenn ein großer Verlag anklopfen würde, würde ich zumindest die Tür öffnen und einen Tee anbieten.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ach. Ich weiß nicht. Kauft mein Buch. Keine Ahnung. Bleibt gesund. Geht im Wald spazieren.

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