Mittwoch, 12. Mai 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Geborgenheit sucht Reisepartner von Lili B. Wilms



Buchvorstellung einmal anders

Heute ist ein komischer Tag ūüėä Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin Lili B. Wilms, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus, ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und √∂ffne schlie√ülich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Geborgenheit sucht Reisepartner“ von Lili B. Wilms. Ich beginne ein wenig darin zu schm√∂kern. Nach einigen Minuten h√∂re ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn √ľberhaupt keine Fragen? Sie wird nicht kommen. Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit B√ľchern zu reden und wer wei√ü neben der Autorin am meisten √ľber das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. ūüėä

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Ich danke dir! Es war schon ganz langweilig hier.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Aber sehr gerne! Ich erz√§hle die Geschichte von Henry und Kieran. Die beiden kennen sich am Anfang des Buchs gar nicht. Henry hat ziemlich viele Pl√§ne. Er wei√ü, was er im Leben will und hat sich jetzt fest vorgenommen, all diese Pl√§ne in die Tat umzusetzen. Aber wie das Leben manchmal so spielt, l√§uft alles ein bisschen anders. Er trifft sich zwar noch mit der Frau, von der Dating App, aber ab dann l√§uft alles aus dem Ruder. Gleichzeitig lernt Henry n√§mlich auch Kieran den Bruder von Ailis kennen. Und der ist ganz anders als Henry. Kieran reist f√ľr seine Kunst durch die Welt und will alles, nur nicht sich fest binden. Da prallen zwei Welten aufeinander. Und obwohl die beiden irgendwann feststellen, dass sie sich m√∂gen, geht noch einiges schief, bis sie sich endlich zusammenraufen und zueinander finden.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter f√§llt sie durch einfache, sch√∂ne oder schwierige, d√ľstere Zeiten und Situationen zu f√ľhren?
Och, die ist da nicht so w√§hlerisch. Hauptsache viel Gef√ľhl! Ob das sch√∂ne, traurige oder hilflose Momente sind, ist ihr ein bisschen egal. Sie will nur jede Emotion m√∂glichst eindrucksvoll r√ľberbringen.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen w√ľrdest?
Weil es heute so sonnig ist und ich die Stelle gern mag, da sie der erste Wendepunkt im Buch ist, zeige ich dir das erste Aufeinandertreffen der beiden:
Ein Kribbeln rann √ľber seinen ganzen K√∂rper. Langsam verarbeitete sein Kopf, dass dieser Adonis in zerrissenen Jeans mit einer Mischung aus ertapptem und schelmischem L√§cheln auf den Lippen, diese elektrische Attraktion ausl√∂ste, vor der er sich so sehr f√ľrchtete. Er musste sich abwenden, um wenigstens zu versuchen, seine Ratio wiederzuerlangen. Aber wie magnetisch angezogen sa√ü er hier. Mit verdrehtem Oberk√∂rper auf einer Bierbank konnte er seine Augen nicht von der Gestalt, die aus dem Lichtkegel trat, l√∂sen. Als sich Henrys Augen an die ge√§nderten Lichtverh√§ltnisse gew√∂hnt hatten, schafften es seine Pupillen, den Mann vor ihm scharf zu stellen. »Hrmpf!« Ein Laut entwich ihm. W√ľrde der Mann sch√§rfer gestellt werden, w√ľrde sich das Hier und Jetzt teilen. Das Date hatte sich offiziell von gut zu desastr√∂s gewandelt.
Weißt du wie viel Lili tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Dar√ľber hat sie tats√§chlich in letzter Zeit etwas nachgedacht. Obwohl nichts autobiographisch an der Geschichte ist, kann sich wohl kein Autor wehren, dass von einem selbst etwas in jede Figur, in jede √úberlegung einflie√üt.
Und obwohl sie zum Beispiel wirklich mal in Japan gearbeitet hat und sogar einen der Nebencharaktere nach einem Freund von ihr dort benannt hat, lief ihr Aufenthalt bzw. das davor und das danach wirklich v√∂llig anders ab als im Buch. Quasi genau das Gegenteil ist passiert. Dort wo sie gelebt hat, diente also als Rahmen f√ľr eine v√∂llig fiktive Geschichte. Es war nur einfacher einen Ort zu beschreiben, den sie ziemlich gut kennt, damit sie sich dar√ľber nicht so viel Sorgen machen muss; denn: sie will immer auf das Gef√ľhl raus. Immer diese Gef√ľhle!
Wie w√ľrdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Ein echter klassischer Antagonist fehlt in diesem Buch. Ich sag dir, die beiden stehen sich selbst so im Weg herum, da hätte es so einen nicht auch noch gebraucht.
Da ist nat√ľrlich anf√§nglich Ailis. Henry hat ihr gegen√ľber ein ziemlich schlechtes Gewissen, weil er ja eigentlich sie daten wollte. Und dann verf√§llt er ihrem Bruder. Und Kieran w√ľrde auch f√ľr seine Schwester auf Henry verzichten – behauptet er zumindest. Ich glaube ihm ja kein Wort. Ailis ist aber eine ziemlich coole Nudel. Die ist ohnehin mit anderen Dingen besch√§ftigt als mit den zwei Chaoten.
Und was Henry eigentlich auf der Seele liegt und ihn belastet ist ein Ereignis aus seiner Vergangenheit. Als er schon zwanzig war, hat er mehr √ľber dieses Ereignis erfahren und das hat ihn ziemlich aus der Bahn geworfen. Statt aber das ordentlich aufzuarbeiten, schleppt er das mit sich rum und bringt deshalb beinahe die Beziehung zu Kieran zum Scheiten. Seine Freundin Charlie w√ľrde ihm ja gerne helfen, weil ihr so was √§hnliches passiert ist – aber bei den zweien wei√ü man auch nicht, wer eigentlich mehr Hilfe n√∂tig h√§tte.
Kieran √ľberrascht sich in der ganzen Geschichte selbst. Er wird ziemlich von Henry und alles was ihn ausmacht, √ľberrollt. Eigentlich w√ľrde er alles f√ľr Henry tun. Er merkt nur, dass er ihm nicht helfen kann, wenn dieser sich nicht selbst hilft. Und das ist f√ľr Kieran ziemlich belastend diesem Findungsprozess zuzuschauen und zu warten und zu warten und zu warten und… du verstehst schon.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Oh! Ich liebe den Titel. Der ist bereits mit der Titelfindung von Buch eins und zwei der Reihe entstanden. Da der Ablauf der Geschichte damals schon ziemlich feststand, der Aufbau den anderen Teilen folgen sollte und eben „Geborgenheit“ und „Reisen“ im Mittelpunkt der Geschichte stehen war das eine ziemlich schnelle Sache.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder w√ľrdest du nachtr√§glich gerne etwas √§ndern wollen?
Nein! Ich bin zu 1000% zufrieden. Es ist absolut perfekt! Ich liebe es so sehr. Die Farben, die zwei Jungs! Sie hätten nicht besser getroffen werden können.
Zum Abschluss w√ľrde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren. 
Hands down - Das ist mein Lieblingszitat: »Es muss doch nicht perfekt sein, um richtig zu sein.«
Es ist so ziemlich der Kern der Geschichte und was Henry lernen muss.
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb h√∂re ich auf zu reden und l√§chle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz zum Buch »Danke, f√ľr deine Geduld und Antworten« zuzufl√ľstern.
Vielen lieben Dank!!!! Es hat so Spa√ü gemacht und ich habe mehr √ľber das Buch herausgefunden, als mir bewusst war, da ich ja dachte ich kenn es schon!
Dann vertiefe ich mich wieder in das Buch.

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