Sonntag, 9. Mai 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Wedding Games: Wer sich traut von June Reeler



Buchvorstellung einmal anders

Heute ist ein komischer Tag ūüėä Nach dem Autoreninterview dr√ľckt mir June ihren Kindle in die Hand und verl√§sst einfach das Zimmer. Da mir das schon √∂fter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und √∂ffne schlie√ülich das Buch der Autorin „Wedding Games: Wer sich traut“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten h√∂re ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist er weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit B√ľchern zu reden und wer wei√ü neben dem Autor am meisten √ľber das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. ūüėä

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Gern. Obwohl ich ja mit dieser mysteriösen Hochzeit in den Hamptons beschäftigt bin. Lauter komische Leute hier, die mir teilweise echt unheimlich vorkommen.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Nat√ľrlich, stimmt. Entschuldige. Wo bin ich nur mit meinen Gedanken? Ich bin der erste von insgesamt vier Teilen der Wedding Games-Reihe und kann voller Stolz sagen auch der erste (!) Bestseller dieser Reihe! Meine Geschwister kamen erst sp√§ter und insbesondere die Zweit√§lteste gibt m√§chtig an: »Ich bin auch Bestseller, ich auch!« Da kann ich nur m√ľde mit den Schultern zucken. Ich war der Erste! Ich halte jede Menge Fantasie, Spannung, Unterhaltung und Romantik f√ľr euch bereit. H√∂rst du die anderen hinter uns im virtuellen B√ľcherregal kreischen? »Ich auch! Ich halte auch Spannung bereit.« Ja, klar. Aber ich war der Erste!
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter f√§llt sie durch einfache, sch√∂ne oder schwierige, d√ľstere Zeiten und Situationen zu f√ľhren?
Unter uns gesagt, diese Autorin muss leicht verr√ľckt sein. Was bitte ist das denn f√ľr eine Geschichte?! Eine Hochzeit in den Hamptons, bei welcher die dort anwesende Gefolgschaft des Br√§utigams d√§monischen Ursprungs sein soll? Jedenfalls lauten so die Pressemeldungen. Und wenn ich ehrlich bin, ein bisschen wundert es mich schon. Die M√§nner, welche einer √ľberaus machtvollen Organisation auf Erden angeh√∂ren, sehen schon fast √ľberirdisch sch√∂n aus. Sie alle tragen die gleichen schwarzen Anz√ľge. Keiner wei√ü, wer wirklich alles zu dieser Organisation geh√∂rt, man wei√ü nur, dass die M√§nner vor nichts zur√ľckschrecken. Das ist es ja, was mir so Angst macht. Aber die Autorin l√§sst mir keine Ruhe, keine Minute, um zu verschnaufen. In mir wechseln sich fr√∂hliche, w√ľtende, atemberaubende, r√§tselhafte, hei√üe, mystische, nachdenkliche Stimmungen ab und zwar in einem Tempo, bei dem ich jetzt noch au√üer Puste bin. Entschuldige, ich bin wirklich noch ganz ersch√∂pft von dieser rasanten Story. Wenn Wasser meiner Elektronik nicht schaden w√ľrde, br√§uchte ich tats√§chlich etwas zu trinken.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen w√ľrdest?
Ich mag die Stimmung am Vorabend der Hochzeit. Auf dieser Seite halte ich mich sehr gern auf. Die Protagonistin Emma, meine Lieblingsprotagonistin – denn meine (!) Protagonistin ist nat√ľrlich die Beste der Reihe, auch wenn meine Geschwister schon wieder widersprechen wollen –, jedenfalls war Emma k√ľrzlich bei einem Vorstellungsgespr√§ch bei einer einflussreichen Unternehmensberatung, deren junger und versnobter Boss Macarius sie ziemlich heftig abgeb√ľgelt hat. Mein Gott, da habe ich vielleicht mitgelitten. Deshalb finde ich es v√∂llig legitim, dass sie irgendwann wutentbrannt aus dem B√ľro gest√ľrmt ist. Als sie auf der Hochzeit ihrer ehemals besten Freundin in den Hamptons ist, will sie am Vorabend der Feierlichkeiten im Meer baden. Bei Sonnenuntergang. So richtig romantisch. Tja, und als sie bis zu den H√ľften im Wasser steht und sich zum Strand umblickt, sieht sie pl√∂tzlich diesen arroganten Snob vom Vorstellungsgespr√§ch am Strand stehen und sie beobachten. Der Typ ist auch auf dieser Hochzeit, was f√ľr ein Mist!
Weißt du wie viel June tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Eine Freundin von June meinte mal, dass sie glaubt, June sei eine Mischung aus Emma und Macarius. Das könnte hinkommen, denke ich. June weiß nicht, dass ich es gehört habe. Sie lässt es gern unter den Tisch fallen und antwortet allgemeiner.
Wie w√ľrdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Buch: Also Junes Charakter ist wie bei jedem Menschen sehr facettenreich. Sie ist sehr positiv und behandelt alle auf Augenh√∂he. Sie w√§re ein realistischer Buchcharakter, in der Art, wie sie auch die Charaktere in den B√ľchern formt. Schlichtweg ganz normale Menschen.
Macarius: Also bei »ganz normale Menschen« w√ľrde ich widersprechen … Du wei√üt ja, was man √ľber die M√§nner wie mich, die Mitglieder dieser Organisation, in der Presse sagt …
Emma: Na ja, zumindest bist du ein ziemlich realistisches und ganz normales, arrogantes A… Das hat das Vorstellungsgespr√§ch gezeigt.
Macarius: Du wirst sp√§ter noch weitere Aktivit√§ten erleben, bei denen ich ziemlich realistisch bin … (hebt bedeutungsschwer eine Augenbraue und grinst versaut)
Buch: Halt, halt, halt. Muss es denn immer so direkt zugehen?! Könnt ihr euch denn nicht einen Moment zusammenreißen?
Emma: Na ja, June hat uns dazu gemacht, sehr direkt zu sein. Genauso wie sie es ist.
Buch: Aber doch nicht vorlaut, ich bitte euch! Vielleicht mögen Feliz und die anderen noch etwas sagen? Feliz? Feliz, wo steckst du?
Macarius: Als ob der F√ľrst der Finsternis auf Zuruf k√§me …
Emma: Also doch! Also seid ihr doch Dämonen!
Macarius: Ich bin, was immer du willst, s√ľ√üe Emma Dillon. Sorry, ich spiele nur mit Klischees.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Hätte ich ja gern, wenn man mich mal gelassen hätte. Aber diese Autorin tippt und tippt und tippt. Man kommt gar nicht zu Wort! Sie hat sich diesen Titel ausgedacht und dann tippte sie plötzlich los.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder w√ľrdest du nachtr√§glich gerne etwas √§ndern wollen?
Ich bin super zufrieden damit. Das ist das sch√∂nste Cover, was ich jemals sah. Och nee … (genervt) Und schon wieder widersprechen meine Geschwister. Ja, ja, ihr seid auch alle sehr sch√∂n geworden.
Zum Abschluss w√ľrde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Das ist ein Zitat von Macarius, bei dem wir nach wie vor nicht wissen, ob die Ger√ľchte dar√ľber, dass er der Nachfahre Luzifers sein soll, stimmen. Er spricht dar√ľber, wie er die Menschen einsch√§tzt:
»Dabei interessiert mich nicht, was sie sagen. Sondern was sie zu verschweigen versuchen, ist f√ľr mich relevant.«
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungl√§ubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht √ľblich, dass das Buch antwortet. Leise fl√ľstere ich dem Buch noch zu: »Danke f√ľr das Gespr√§ch, es hat mir gro√üen Spa√ü gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir f√ľr den sehr interessanten Tag bei dir.«

Oh, ok. (verdutzt) Freut mich, klar.

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