Donnerstag, 8. April 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Liebe kennt kein Handicap von Elisa Schwarz


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Nathan Klingsklee und Severin von Hohenkamp aus „Liebe kennt kein Handicap“ und deren Autorin Elisa Schwarz.

Claudia: Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig interviewen?
Severin: Das bekommen wir hin. Nathan plaudert ja ohnehin gern.
Nathan (schnaubt liebevoll): Du weißt, dass ich nie etwas über dich ausplaudern würde, was privat ist.
Severin: Und genau deshalb bist du mein bester Freund.
Claudia: Ich hatte ein vor kurzem langes Gespräch mit eurer Autorin und auch schon mit euch, allerdings gibt es Leser, die es verpasst haben könnten, deshalb wäre es schön, wenn ihr euch nochmal meinen Lesern vorstellen könntet.
Nathan: Also, ich bin 32 Jahre alt, nicht arbeitsfähig und lebe seit sieben Jahren mein zweites Leben.
Severin: Du hast nur dieses eine Leben … gut, dass wir alle um dich herum mit dir gemeinsam aufpassen, dass du dich nicht verausgabst. (er lächelt milde) Ich bin Severin, Nathans bester Freund seit Kindertagen und Alleineigner einer weltweit agierenden Stahlgießerei. Seit ich mit Enno in einer Beziehung lebe, hat sich das Interesse der Öffentlichkeit zum Glück von mir abgewandt. Unser Leben ist also unspektakulär uninteressant geworden. Zum Glück. Umso mehr kann ich den Fokus wieder auf wichtige Dinge im Leben ausrichten. Zum Beispiel auf Nathan aufpassen. (zwinkert)

Nathan: Na, dann lass uns doch das Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben. Wer fängt an?
Severin: Es ist deine Geschichte, ich lasse dir den Vortritt und ergänze dann.
Nathan: Na ja … eigentlich gibt es nicht viel zu erzählen …
Severin: Jede Menge sogar. Gut, dann erzähle ich aus meiner Sicht, auch, wenn ich nicht alles mitbekommen habe. Nathan ist schwerkrank, seit sieben Jahren begleitet ihn diese Krankheit und seitdem versucht er natürlich, jeden Tag mitzunehmen und das Beste daraus zu machen. Dass er sich unglücklich verlieben könnte, stand nicht auf seinem Tagesplan. Dummerweise musste es ausgerechnet in den Mann sein, dem ich tatsächlich seit der Kindheit absolut kein Vertrauen entgegen bringen konnte. Es war nicht leicht für mich, diese zaghafte Annäherung zwischen meinem besten Freund und dem Mann, dem ich liebend gern seit Jahren aus dem Weg gehe, zu akzeptieren. Es ist Nathan geschuldet, dass ich mir alle erdenkliche Mühe gab, ihm Stütze und Hilfe zugleich zu sein und ihn sogar noch motivierte, seine Gefühle nicht hintanzustellen und sich auf diese Achterbahnfahrt einzulassen.
Nathan: Devin hatte genügend eigene Probleme. Für mich war gar kein Platz.
Severin: Selbstverständlich. Devin mussten eben die Augen geöffnet werden. Es ist ja nie leicht, das eigene Leben zu reflektieren und sich zu Fehlern oder besser gesagt Fehlverhalten zu bekennen.
Nathan: Ich wollte ihn nie unter Druck setzen.
Severin: Hast du auch nicht. Das hat er schon ganz allein geschafft. Glück für dich. Mehr sollten wir an dieser Stelle aber auch nicht verraten. Zumal mir die Geschichte ohnehin schwer im Magen liegt.

Severin: Macht es dir Spaß, Elisa, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
Elisa: DU weißt ja, mein Lieber, ich tue nichts, was unnötig wäre. Und ich bin immer darauf bedacht, euch niemals allein mit euren Sorgen und Nöten zu lassen. Es ist leider nicht möglich, eine Geschichte über Nathan zu erzählen, die locker flockig wäre. Das lässt Nathans Krankheit schon nicht zu.

Nathan: Elisa hat recht, sie hat sich immer Mühe gegeben und uns vor allem Ruhepausen gegönnt. Meine Lieblingsstelle im Buch ist zum Beispiel, als Devin mich zu sich nach Hause eingeladen hat. Selbst im Nachgang betrachtet waren das die besten Tage seit Jahren für mich. Was ist deine Lieblingsstelle, Severin?
Severin: Der Tag, an dem du dir eingestanden hast, dass du dich hoffnungslos verliebt hast.
Nathan: An dem Tag habe ich geheult und der schönen Zeit nachgetrauert.
Severin: An dem Tag wurde aber der Mut in dir geboren, für deine Gefühle einzustehen und zu kämpfen.
Nathan: Was ich dir zu verdanken habe. Weil du immer für mich da bist.

Severin: Wie viel echte Elisa steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Elisa: Wie gehabt, es hat sich nichts geändert, charakterlich bin ich relativ nah an dir, Severin, dran.
Claudia: Nathan, Severin, unter uns. Wie würdet ihr als Protagonisten eure Autorin beschreiben? Hat sich in der Zwischenzeit euer Verhältnis zu ihr verändert?
Nathan: Ich mag sie (zwinkert) Denn sie verteilt Hoffnung, wo eigentlich keine mehr ist.
Severin: Und sie schickt Mut und Kraft, wenn man am Boden liegt.
Claudia: Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr vielleicht sogar Mitspracherecht?
Elisa: Der Titel fiel mir auch dieses Mal schwer. Letztendlich war es ein Satz im Buch, leicht abgewandelt, der mich mit der Nase auf den einzigen Titel gestoßen hat, der für das Buch infrage kam.

Severin: Sind wir zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hätten wir nachträglich noch etwas ändern sollen?
Nathan: Ich weiß ja, dass Elisa es selbst gestaltet hat und ich glaube, sie ist sehr zufrieden damit. Außerdem ist es einzigartig, da zwei ihrer Freunde für das Buch Model gespielt haben. Ich denke, wir können zufrieden und stolz auf das Cover sein.
Claudia: Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Nathan (lächelt): Darüber muss ich nicht nachdenken. „Wenn man am Boden liegt, kann man die Ziele ganz oben doch viel besser sehen.“ In dieser Aussage steckt so unglaublich viel Wahrheit.
Severin: Bei mir waren es Worte, die ich an Devin gerichtet habe und durchaus ernst meinte. Es ging um Nathan: „Er ist ein sehr feiner, herzensguter, aber auch verletzlicher Mann. HOFFENTLICH weißt du, was das bedeutet! Scherben können möglicherweise nie wieder zusammengesetzt werden.“
Claudia: Vielen Dank für das Gespräch

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