Dienstag, 6. April 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Espoir heißt Hoffnung von Elisa Schwarz

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Severin von Hohenkamp und Nathan Klingsklee aus „Espoir heißt Hoffnung“ und deren Autorin Elisa Schwarz.

Claudia: Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig bei dem Interview unterstützen und ergänzen?
Severin: Natürlich (lächelt), wir geben uns Mühe. Ich bin zwar Pressescheu, aber Elisa hat mich darum gebeten.
Nathan: Eher wird es Severin sein, der mich aufhalten muss, nicht zuviel zu verraten. Severin ist ja eher wortkarg, wenn es um Interviews geht. Halte dich also vorzugsweise an mich, wenn du Details erfahren möchtest.
Claudia: Ich hatte ein langes Gespräch mit eurer Autorin, deshalb wäre es schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
Severin: Ich bin Severin von Hohenkamp, 32 Jahre alt und ich liebe alte Autos und Armbanduhren. Reicht das?
Nathan (lacht): Also, neben mir steht der Erbe einer weltweit agierenden Stahlgießerei. Er ist von Kindesbeinen an mein bester Freund und einer der vernünftigsten und bodenständigsten Männer, die ich kenne.
Diesmal lächelt Severin: Und Nathan ist der liebenswerteste, zauberhafteste Mensch, der mir je begegnet ist. Nathan ist neben Enno der mir wichtigste Mensch in meinem Leben.
Claudia: Könnt ihr uns das Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Severin: Puh, das ist nicht ganz so einfach. Elisa hat es uns schwer gemacht. Die Möglichkeit, mich zu verlieben, hatte ich nämlich lange gedanklich abgehakt. Denn es ist nicht so einfach, jemanden fürs Herz zu finden, der meinen Kontostand gekonnt ignoriert und mich als Mann wahrnimmt. Und dann kam Enno. Enno, der Surfertyp, der mich so sehr faszinierte, dass mein persönliches Interesse erwachte. Seine Interessen allerdings weichen (heute noch) stark von den meinen ab. Wir müssen uns also stets daran erinnern, dass wir Berufliches so gut es geht aus unseren gemeinsamen vier Wänden rauslassen. Allerdings geht uns auch nie der Gesprächsstoff aus und Enno hat seine Sicht auf einige Dinge ändern können – genau wie ich das auch schaffte. Es ist also gar nicht so schwer, Umweltschutz und Industrie in die Waage zu bringen … Wir lieben uns.
Claudia: Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein? Und wie geht es euch als Protagonisten dabei?
Elisa: Oh, mit Spaß und Freude hat das eigentlich ganz wenig zu tun. Vielleicht liegt es daran, dass ich fluffige Romanzen persönlich nicht gern lese und daher auch nicht schreiben mag. Meine Dramen sind allerdings keine künstlich geschaffenen. Ich schreibe lieber über Dinge, die das Leben schreibt oder zumindest, rein theoretisch, schreiben könnte. Denn im wahren Leben ist auch selten alles rosarot und geht ohne Komplikationen vonstatten. Das möchte ich entsprechend auch nicht in meinen Büchern abbilden. Also ja, meine Charaktere müssen leider sehr oft und sehr viel leiden und ich begleite sie sehr behutsam und sanft, Schritt für Schritt durch meine Dramen.
Nathan: Also mich hat damals der Schlag getroffen, als Elisa mich zeichnete …
Severin (umarmt seinen Freund): Es gibt Dinge im Leben, die sind nicht beeinflussbar. Durch den Unfall meiner Eltern ist mir das schmerzlich bewusst. Dass Elisa Nathan eine nicht heilbare Krankheit angedichtet hat, wiegt schwer. Und trotzdem war und ist er stets an meiner Seite und für mich da. Genauso wie ich für ihn. Also, egal, wo Elisa uns durchwaten lässt, wir stützen uns gegenseitig und gehen den Weg gemeinsam.
Claudia: Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
Severin: Oh ja, meine liebste Stelle ich ganz sicher jene, als ich Enno das erste Mal mit auf dem Gutshof meiner Eltern zur Übernachtung hatte. Ich konnte spüren, wie er körperlich und seelisch ankam und die Großstadt mit all ihren belastenden Problemen mit Schließen der Haustür für diesen Moment ganz weit weg von uns war. Ich glaube, es war dieser Moment, den Enno gebraucht hat.
Nathan: Ich glaube, ich liebe den Moment am meisten, als ich morgens mit einem Kaffee vor dem Laptop saß und sämtliche Tagesnews Enno und Severin am Jungfernstieg in Großaufnahme bei Kaffee und Kuchen abgelichtet hatten. Mir ist das Herz aufgegangen.
Elisa: Meine liebste Stell war tatsächlich jene, als Severin eine sehr, sehr schwere, dafür aber wichtige und richtige Entscheidung zugunsten seiner Firma gefällt hat. Denn in diesem Moment hat er bewiesen, wie viel Größe und Stärke in ihm steckt.
Claudia: Wie viel echte Elisa steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter? Stimmt ihr eurer Autorin zu oder gibt es da noch mehr?
Elisa: Also, ich denke, Severin hat einen ganz ähnlichen Charakter wie ich. Er ist relativ still und zurückhaltend, aber zur Stelle, wenn Not am Mann ist. Er kann schweigen, wenn seine Stimme unnötig ist, aber auch für sich und andere reden, wenn es nötig wird. Darüber hinaus, kennt er seine Ziele und das Wichtigste: Wen er liebt, liebt er ohne Wenn und Aber.
Severin (räuspert sich): Ich erkenne mich wieder. Und ja, genau so kann ich mir Elisa im privaten Bereich sehr gut vorstellen.
Claudia: Wie würdet ihr als Protagonisten eure Autorin beschreiben?
Nathan: Man hört ja sehr oft, dass Charaktere ein Eigenleben entwickeln und das auch dürfen. Elisa allerdings ist da sehr streng. Sie lässt uns zwar einiges durchgehen, aber bringt und geschickt wieder auf den uns zugedachten Pfad. Sie ist also ein sehr direkter und zu unserem Leidwesen auch schonungsloser Mensch. Zugute halten wir ihr, dass sie uns stets begleitet oder uns jemanden zur Seite stellt, der uns auffängt, wenn sie uns straucheln lässt.
Claudia: Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr, als Charaktere vielleicht sogar Mitspracherecht?
Elisa: Oh, die Titelsuche ist gruselig für mich. Tatsächlich muss ich mir hier stets Hilfe bei einer Autorenkollegin suchen, denn ich bin eine Niete darin. Der Titel wurde von mir bereits als Kapitelüberschrift genutzt. Diese gehen mir meist sehr leicht von der Hand. Die Kollegin – die gleichzeitig auch das Lektorat damals gemacht hat – brachte mich dann auf die Idee, das Buch nach dem einen Kapitel zu benennen und ja, das war eine grandiose Idee.
Severin: Ich mag den Titel ebenfalls – er enthält mit dem französischen Wort ein wenig Heimat für mich und Enno.
Claudia: Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Wir sind dreistimmig der Meinung, dass es wir es irgendwann an das jetzige Band 2 anpassen möchten. Generell gefällt es uns, aber wir mögen es etwas klarer. Denn auch wir sind direkt und eher für klare Formen und Verhältnisse. Das gilt nicht nur für den Inhalt, sondern auch für das Kleidchen.
Claudia: Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Nathan: Da muss ich nicht drüber nachdenken, denn ich würde diese Worte jederzeit wieder zu Severin sagen: „Severin, du trägst einen Siegelring am Finger. Gib dich nicht für die Liebe auf. Beides kann nebeneinander existieren.“
Severin: Nathan hat mir damals sehr geholfen und mir auch stets den Kopf zurechtgerückt. Passen dazu habe ich auch ein Zitat aus meinem Mund diesmal: „Für dich schillere ich vielleicht wie ein bunter Hund, ich selbst sehe nur mich, wenn ich in den Spiegel schaue.“ – Diese Worte hat Enno damals gebraucht …
Elisa: Mit Zitaten tue ich mir schwer – ich liebe die Gesamtheit des Werks :)
Claudia: Vielen Dank für das Gespräch und demnächst werden wir uns ja wiedersehen. 😉

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