Dienstag, 20. April 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Das LĂ€cheln am Rand der Welt: Eine Camino Rhapsodie von Knud Hammerschmidt


Buchvorstellung einmal anders

Heute ist ein komischer Tag 😊 Nach dem Autoreninterview drĂŒckt mir Knud sein Print in die Hand und verlĂ€sst einfach das Zimmer. Das ist neu, normalerweise bekomme ich immer ein ebook, aber schauen wir mal, was passiert.

Ich drehe es hin und her und öffne schließlich das Buch des Autors „Das LĂ€cheln am Rand der Welt: Eine Camino Rhapsodie“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist er weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit BĂŒchern zu reden und wer weiß neben dem Autor am meisten ĂŒber das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Immer gern.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Ich passe nicht in jede Schublade, eigentlich passe ich in keine Schublade. Einerseits gefĂ€llt mir das, andererseits bin ich dadurch nicht so sichtbar wie ein Genreroman. Ich bin ein Buch voller Lebensfreude, Optimismus und Liebe. Ich erzĂ€hle nicht nur eine, ich erzĂ€hle gleich drei Geschichten und viele kleine Geschichten, so ganz nebenbei, ich bin ein Buch fĂŒr Leser mit Phantasie. In mir geht es, unterm Strich, um das Leben und das Lieben. So entdeckt eine/r meiner Charaktere die Liebe fĂŒr sich neu auf eine Art, mit der er/sie nicht gerechnet hat. Mehr verrat ich hier aber nicht! 😉
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit dem Autor zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihm leichter fĂ€llt sie durch einfache, schöne oder schwierige, dĂŒstere Zeiten und Situationen zu fĂŒhren?
Tja, mein Autor liebt das Harmonische, das ist wahr. Aber! Er tut sich mit schwierigen Situationen leichter, wenn es um das Schreiben geht. Vielleicht, weil in Problemen mehr Dynamik liegt? Aber zu Guter Letzt, im letzten Drittel merke ich schon, dass er Wege gefunden hat, auch das Schöne und Harmonische mit Spannung zu beschreiben.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen wĂŒrdest?
Eigentlich mehrere. Ich habe dir jetzt mal drei rausgesucht, jeweils zu einem der drei Hauptcharaktere passend:
„Die Fotos waren sehr gut, sowohl in Schwarzweiß wie auch in Farbe. Vor dem hellen Rechteck der BalkontĂŒr hob sie sich schattenhaft, nur von hinten beleuchtet, von der hellen Mittagssonne ab. Besonders ein Schwarzweiß-Bild hatte es ihr angetan. Sie stand halbseitlich, mit einem Arm auf dem BalkongelĂ€nder, ihr Körper halb im Licht und halb im Schatten. Die langen Beine wurden durch das Spiel von Licht und Schatten noch betont und ihre BrĂŒste schienen schattenhaft durch den Stoff des Tops hindurch. Ihr Gesicht lag komplett im Schatten, bis auf die, von hellen Lichtstreifen betonten Konturen von Stirn, Nase, Mund und Kinn. Es sah sinnlich und doch elegant aus. „Das musst du mir unbedingt schicken!“ „Sowieso“, Kim gĂ€hnte. „Mitten in der Nacht aufstehen und bereits mittags ein paar Wein intus. Du hast einen schlechten Einfluss auf mich.“ Sie rollte sich auf dem Bett zusammen und war innerhalb von Sekunden eingeschlafen. Mercedes schmunzelte und schlĂŒpfte unter das Laken. Das Zimmer lag im Schatten und das Licht des frĂŒhen Nachmittags hing wie eine Leinwand im Rahmen der BalkontĂŒr. Sie liebte die Siesta im Halbschatten. Es war wie ein Versprechen auf die Fortsetzung eines schönen Tages. Als wĂŒrde dieser Tag ihr sagen: ruh dich aus, ich bin hier und warte auf dich.“
Dann eine Erkenntnis der Protagonistin Miriam: „Ein Reisender, der stets in Bewegung ist, ruht in sich selbst und ist dort zuhause, wo er mal kurz seinen Koffer abstellen kann. Die Heimat eines Reisenden ist das Staunen, Erfahren und BerĂŒhren. Erst wenn er lĂ€ngere Zeit an einem Ort verweilt, wird er wissen, ob er angekommen ist.“
Und zu wem diese Textstelle gehört, verrate ich nicht. 😉
„Alle ihre Sinne waren nur auf sie ausgerichtet. Ihre Körper und ihre Lust waren, fĂŒr eine kostbare, kurze Unendlichkeit, eine untrennbare Einheit. Sie erreichten den Zenit ihrer Flugbahn gemeinsam. Das Universum zog sich zusammen wie eine Sprungfeder, verharrte fĂŒr einen kurzen Moment, dann dehnte es sich aus und sie verströmten sich aneinander.“
Weißt du wie viel Knud tatsĂ€chlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Eine ganze Menge wĂŒrde ich mal sagen. Sehr viel an Erlebnissen, Erfahrungen und natĂŒrlich sind die Ortsbeschreibungen sehr genau.
Wie wĂŒrdest du oder seine Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller den Autor beschreiben?
Ayayay! Ich selbst möchte da eigentlich keine Aussage treffen, als Schöpfung meines Autors fĂŒhle ich mich ihm doch sehr verpflichtet. Von Miriam, Mercedes, Vinzenz und ihren Freunden weiß ich, dass sie ihn mögen und sich teilweise in ihm wiederfinden. Und die Nebencharaktere? Hmm.. keine Ahnung. Vielleicht frage ich mal Frau HeidiMariaundJosef. Oder Barbara Millicent Roberts, oder den Typ mit dem Stahlwollebart und seinen flusenbĂ€rtigen Kumpel. Oder lieber doch nicht. Die hat er nĂ€mlich alle ein wenig durch den Kakao gezogen. Also ich mag den Kerl, er hat einen guten Humor und weiß meistens wovon er schreibt.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verÀndert? Hattest du viel Mitspracherecht?
ja, der Titel kam sehr spĂ€t. Es gab einen Arbeitstitel, an dem Knud recht lange festgehalten hat. Er hat sich da ewig lang herumgehangelt und varianten versucht. Aber irgendwie war er nie zufrieden. Und als er dann bei den letzten Kapiteln war, hat es plötzlich Klick gemacht. Aus nachvollziehbaren GrĂŒnden. Insofern hatte ich Mitspracherecht und war die Muse fĂŒr den Titel. 😉
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder wĂŒrdest du nachtrĂ€glich gerne etwas Ă€ndern wollen?
Nichts ist so gut, dass man es nicht Àndern möchte. Aber Coverart ist nicht wirklich Knuds oberste PrioritÀt. Insofern bin ich zufrieden. Das passt so. Das Titelfoto ist auf jeden Fall sehr cremig.
Kannst du uns vielleicht auch schon verraten, ob der Autor viele echte PlÀtze eingebaut hat oder ob die Orte im Buch der Fantasie entspringen?
Da ist alles echt! Darum lieben ja die Jakobswegpilger, die die Wege kennen, das Buch so sehr!! Und natĂŒrlich weil die Story sehr gut ist.
Zum Abschluss wĂŒrde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Hmm… dann wĂŒrde ich sagen, nehmen wir etwas … Nachdenkliches? „Wenn die Zukunft feststeht und die Zeit, die bleibt, kurz ist, ist die Erinnerung, das was bleibt“, sinnierte sie. „Das Alter ist die Phase, in der das Gestern von grĂ¶ĂŸerer Bedeutung ist, als das Morgen.“
Nun betritt der Autor wieder das Zimmer und blickt mich unglĂ€ubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht ĂŒblich, dass das Buch antwortet. Leise flĂŒstere ich dem Buch noch zu: »Danke fĂŒr das GesprĂ€ch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich dem Autor zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir fĂŒr den sehr interessanten Tag bei dir.«

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