Mittwoch, 7. April 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Das schwarze Amain: Die Abenteuer der Gauklerin von Maria Linwood


Buchvorstellung einmal anders


Heute ist ein komischer Tag ­čśŐ Nach dem Autoreninterview dr├╝ckt mir Maria ihren Kindle in die Hand und verl├Ąsst einfach das Zimmer. Da mir das schon ├Âfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und ├Âffne schlie├člich das Buch der Autorin „Das schwarze Ama├Čn“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten h├Âre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist er weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit B├╝chern zu reden und wer wei├č neben dem Autor am meisten ├╝ber das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. ­čśŐ

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Der Dank geht direkt an dich zur├╝ck, sooft komme ich ja nicht dazu, auch mal was zu sagen.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen k├Ânnen?
Kurz bin ich das Ama├Čn. Ich bin ein Fantasyroman und in meiner Geschichte geht es um Geheimnisse, Liebe, Zorn, D├Ąmonen, Zauberei und darum zu lernen, sich selbst zu trauen. Also unter anderem.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihm leichter f├Ąllt sie durch einfache, sch├Âne oder schwierige, d├╝stere Zeiten und Situationen zu f├╝hren?
Oh ... das h├Ąngt immer davon ab wie viel von der Szene sie schon im Kopf hat und was sich beim Schreiben erst noch entwickeln muss. Z├╝giger ist sie meist, wenn die Szene schon recht ausgearbeitet ist, bevor sie anf├Ąngt zu schreiben. Ich glaube aber, insgeheim hat sie schon Spa├č dran, den Figuren auch mal das Leben schwer zu machen.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen w├╝rdest?
Schwierig, nat├╝rlich gibt es f├╝r mich pers├Ânlich da vieles, einige Dialoge, die mir gut gefallen, weil sie mich zum Schmunzeln bringen, zum Beispiel. Aber wenn du gern eine konkrete Angabe von mir h├Ąttest: Es gibt eine, sogar recht kurze, Szene mit einem Tanz auf einer Lichtung. Die mag ich gern, weil f├╝r mich darin auch durchscheint, wie gut es sein kann, gl├╝cklich zu sein, mit dem was da ist und nicht dem hinterherzuschauen, was andere haben oder machen.
Wei├čt du wie viel Maria tats├Ąchlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Um ehrlich zu sein, in mir kommt sicher einiges von Maria zusammen. Die Charaktere spiegeln, mal mehr, mal weniger, auch Charakterz├╝ge von Maria und sicherlich sind auch ihre Ansichten, Hoffnungen, W├╝nsche und Einstellungen in den Text gewoben. Das bleibt ja nicht aus, unsere Zusammenarbeit verlief auf einem engen, pers├Ânlichen Level.
Maria kann ja zum Beispiel auch Reiten und hatte zumindest ein bisschen Schwertkampftraining, das findet sich schon wieder im Buch.
Genauso – und ich plaudere hier aus dem N├Ąhk├Ąstchen – auch dass sie eine totale Lord Byron-Phase beim Schreiben hatte, ist recht deutlich in einen Charakter eingeflossen.
Wie w├╝rdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Hm. Das h├Ąngt wohl davon ab wen wir hier zu antworten bitten. Ich wei├č, dass es ein paar Figuren gibt, die mit Maria hadern, weil sie sich einen anderen Verlauf der Geschichte gew├╝nscht h├Ątten – aus ihrer pers├Ânlichen Sicht. Jeder hat eigene Motive, die zum Handeln motivieren. Das mag ich, manche sind hin und her gerissen, zwischen dem, was sie wollen und dem was sie tun sollen. Diese inneren Konflikte liebe ich. Da bin ich immer neugierig, ob der Verstand oder das Gef├╝hl den Sieg davontragen wird und treibe Maria zum Schreiben an. Zum Gl├╝ck ist sie recht organisiert und zuverl├Ąssig. Da sie gern kreativ schreibt, hat sie immer recht z├╝gig und regelm├Ą├čig mit uns weitergearbeitet. Siehe oben, mir gef├Ąllt das. Sie l├Ąsst mich nie lange in der Luft h├Ąngen und ich wei├č immer schnell, wie es weitergeht.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses ver├Ąndert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Das war tats├Ąchlich ein relativ organischer Prozess. Maria hat „Das schwarze Ama├Čn“ irgendwann als Arbeitstitel benutzt. Das Team vom Dancing Words Verlag hat sich nat├╝rlich nochmals damit befasst, fand den Titel aber passend und so ist er geblieben.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder w├╝rdest du nachtr├Ąglich gerne etwas ├Ąndern wollen?
Nein, ich mag mein Erscheinungsbild sehr. Tats├Ąchlich bin ich froh keines dieser Cover abbekommen zu haben, die derzeit so en vogue sind. R├╝ckenansichten von Frauen und kaum zu entziffernde Schriftbilder werden offenbar momentan gern genommen. Ich glaube das komme ich nach Maria und lasse Trends eben Trends sein, ohne da unbedingt mitzumachen. Ich bin auch ganz froh, keinen englischen Titel verpasst bekommen zu haben was derzeit ja auch unglaublich angesagt ist.
Zum Abschluss w├╝rde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Schwierig, da gibt es einige und der ans├Ąssige Spielmann m├Âge mir verzeihen, dass es keines von den seinen geworden ist. Daf├╝r muss ich mir vermutlich sp├Ąter noch was von ihm anh├Âren. Aber „Es ist immer gut, nicht wie die anderen zu sein“ gef├Ąllt mir sehr, daher entscheide ich mich daf├╝r.
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungl├Ąubig an. Anscheinend ist es selbst in Autorenkreisen nicht ├╝blich, dass das Buch antwortet. Leise fl├╝stere ich dem Buch noch zu: »Danke f├╝r das Gespr├Ąch, es hat mir gro├čen Spa├č gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir f├╝r den sehr interessanten Tag bei dir.«

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