Dienstag, 6. April 2021

[Autoreninterview] Elisa Schwarz

Autoreninterview
Elisa Schwarz

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hi, ich bin Elisa und atme gemeinsam mit meiner Familie, zwei Hasen und einem Pony die wundere Luft des Rhein-Main-Gebietes. Ich bin hier geboren, aufgewachsen und nur für wenige kurze Lebensabschnitte von hier weggezogen. Jedoch hat es mich immer wieder hierhin verschlagen und eigentlich möchte ich auch nicht mehr weg. Ich reise gern, treffe mich, wenn es möglich ist, sehr gern mit Freunden und habe neben dem Lesen und Schreiben von Büchern (in ruhigeren Momenten), sowie dem Ausgleich im Stall mit unserem Pony das Nähen vor einigen Jahren für mich entdeckt. Ich schreibe unter offenem Pseudonym seit ca. sechs Jahren im queeren Genre, hier bevorzugt schwule alltagsgegenwärtige Geschichten in Form von Romanen und Kurzgeschichten.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Für das Schreiben habe ich mich schon lange begeistert und irgendwann gab ich mir einen Ruck und veröffentlichte einige Romane im Heterobereich auf der Plattform Fanfiktion.de Gespannt auf die Rückmeldungen wartend wurde ich auf dieser Plattform erstmals auf die Vielzahl und vor allem vielfältigen Romane im queeren Genre Aufmerksam und die Flamme in mir war gezündet. Sofort hatte ich eine Geschichte im Kopf und veröffentlichte diese sogar kostenfrei. Nach Fertigstellung suchte ich einen Verlag dafür, fand ihn und es ist noch heute ein besonders beliebtes Buch unter all meinen herausgegeben Büchern. Mein Erstling wird mir daher stets in guter Erinnerung bleiben.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Zum einen gibt es die „Eigentlich…“ Reihe, die sich im Milieu ansiedelt und einen Callboy – den LoveInterest – in den Fokus rückt. Diese Reihe besteht aus dem Hauptroman (meinem Erstlingswerk) und vier dazugehörenden Kurzgeschichten. Dann gibt es die Dilogie „München“, die aus zwei Dramen besteht und mir sehr am Herzen liegen, da sie Themen beinhalten, die keine leichte Kost sind. Für den Schreibausgleich entstand mit einer Kollegin die Reihe „Herzfrequenz“, die relativ locker und flockig mit Romanzen aufwartet und zu guter Letzt gibt es die Reihe „Hamburg“ in der nun mein jüngstes Buch die Dilogie vervollständigt. Auch hier erwarten den Leser weniger leichte Themen, daher ist wenigstens Band 2 ebenfalls im Bereich Drama einzusortieren.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, die Eigentlich… Reihe bekommt Nachwuchs. Leser dieser Reihe werden Katerchen Noah kennen – ihm verleihe ich nun eine Stimme.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Mich draußen aufhalten. Entweder ganz gechillt mit einem gutem Buch in der Hand oder in Bewegung mit dem Pony, alternativ sind wir große Fans von Geocaching.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Lieblingsautoren habe ich keine. Früher habe ich querbeet gelesen, aufgrund der stetigen Zeitknappheit, beschränke ich mich derzeit auf queere Literatur. Bevor ich ein Buch kaufe, muss es die Leseprobe überstanden haben. Stil und Ausdruck, sowie Thema der Story sind Auswahlkriterien für mich, ich lese also sehr ausgewählt. Dafür bin ich stets frei für neue Autoren. Das Cover spielt natürlich auch eine wichtige Rolle – es kann durchaus anfixen und zum ersten Blick hinein in das Buch anregen. Um trotzdem ein paar für mich großartige Autoren des Genres zu nennen (keine Garantie auf Vollständigkeit): Jan Stressenreuter, C. Dewi, Gabriella Queenly, Diana Wintermeer … und natürlich noch sehr viele mehr.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Tatsächlich habe ich mich vor zwei Jahren für einen fest installierten Arbeitsplatz entschieden. Für Reisen oder den Notfall (40 Grad in der Sonne ;) z.B.) habe ich ein winziges Netbook, das mir bereits treue Dienste geleistet hat. Unter anderem ist auf dem Netbook der Anfang von „Frei in seinen Fesseln“ während eines Italienurlaubs entstanden. Man beachte bitte die Notfallschokolade am festen Arbeitsplatz meines Büros ^^


Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Da ich einen Brotjob habe, sowie zwei Kinder und ein Tier, das Aufmerksamkeit und Zeit beansprucht, ist das Schreiben bei mir tatsächlich nur ein sehr liebevoll gehegtes und gepflegtes Hobby. Ich schreibe, wenn Zeit dafür ist. Meist abends – oder auch mal bis in die Nacht hinein. Ansonsten geht es mir wie jedem Arbeitnehmer: Eigentlich ist es IMMER hektisch – wir lieben das Chaos und haben uns dran gewöhnt.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Queer – für alles andere fehlt mir die Zeit. Hier lese ich allerdings alles, was mich anspricht (außer Fantasy). Beim Schreiben verhält es sich eher so, dass ich mir Gedanken mache, welches Thema ich aufgreifen möchte. Eine locker flockige Story reizt mich beim Schreiben leider überhaupt nicht. Ich brauche tiefgreifende Themen und vor allem langsame, nachvollziehbare Entwicklungen.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Nein, ich befürchte, damit kann ich nicht dienen. Ich bin überall dort gern, wo Land und Leute und Flair es vermögen, mich einzusaugen und in den Bann zu ziehen. Es wäre schade, sich auf ein Reiseziel festzulegen, denn die Welt ist groß und es gibt wahnsinnig viel zu entdecken.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich mag Kritik. Sehr gern sogar. Vor allem, wenn sie ausgefeilt ist. Reflektieren dieser musste ich, wie vermutlich einige Kolleg*innen, lernen. Aber auch das war kein Meilenstein für mich. Ich nehme also gern Kritik an und versuche diese so gut es geht zu analysieren und meist auch im Ansatz umzusetzen – was natürlich nur geht, wenn das Buch noch im Entstehungsprozess ist. Im Alltag – mal ganz weg von Büchern geschaut – ist Kritik ein Lebensbegleiter und ja, auch hier gehört das reflektieren dazu, um das Zusammenspiel zwischen meinen Mitmenschen und mir liebevoll und reibungslos ablaufen zu lassen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich komme aus einem Verlag. Ich bin also eine Hybridautorin. Vier meiner Bücher sind Verlagsbücher, vier sind im Self Publishing erschienen. Ich bin jemand, der gern selbst Entscheidungen trifft und da war der Schritt zum SP eigentlich vorprogrammiert. Generell möchte ich es aber gern zweigleisig weiterführen. Beide Varianten haben ihren Reiz. Auf beiden Seiten gibt es Pros und Contras.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
In Zeiten wie diesen, wo man manchmal nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht, wo man glaubt, alles stürze über einem zusammen oder man hat keine Kraft mehr, hilft es, ganz leise zu sein. Sich zu besinnen und den Zeitfluss zu stoppen, in dem man sich zurückzieht. Die Gedanken abschaltet, das kann bei einer Sitcom genauso gut möglich sein wie bei einem guten Buch oder einer einem Picknick unter freiem Himmel, bei dem man einfach nur auf das schaut, was um einen herum passiert. Oder lauscht, oder riecht … es gibt so viel, was einen wieder zu Atem kommen lässt – man muss sich nur darauf einlassen.

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