Samstag, 17. April 2021

[Autoreninterview] Andreas Michels

Autoreninterview
Andreas Michels

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hallo, mein Name ist Andreas Michels, ich zähle 41 Lenze und lebe in Bayern, grob zwischen Nürnberg und Regensburg. Ich bin verheiratet und habe mittlerweile einen Sohn.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Dazu hat mich tatsächlich mein Deutschlehrer in der sechsten Klasse animiert, nachdem ich einen Geschichtenwettbewerb gewonnen hatte. Mein erstes Buch habe ich mit 18 zu einem Rollenspielsystem (Shadowrun) geschrieben. Der Verlag ist allerdings kurz vor Veröffentlichung wegen neuer Vorgaben vom Lizenzhalter wieder abgesprungen.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Da wäre zunächst einmal „111 Gründe, Rollenspiel zu lieben“, ein Sachbuch, das mit einem Augenzwinkern das Hobby Rollenspiel in all seinen Facetten beleuchtet.
Dann gäbe es noch „Esariel“, eine düstere Noir Story um einen Schutzengel, der desillusioniert mit Seinesgleichen gebrochen hat, aber seiner Vergangenheit nicht entkommen kann.
Sehr stolz bin ich auf „Atahash“, einen Historienroman, der die Eroberung Südamerikas im Jahre 1530 beleuchtet und auch den deutschen Anteil daran thematisiert.
Jetzt frisch herausgekommen ist „Acht“, ein Mysterythriller, um den notorischen Pechvogel Alex Richter, der im schönen Regensburg auf ein düsteres Geheimnis stößt, das besser vergessen geblieben wäre.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Aktuell schreibe ich an der Fortsetzung von „Esariel“, nachdem mein Verlag mich gebeten hat, aus dem Buch eine Trilogie zu machen. Dabei soll aber jedes Buch für sich allein stehen können.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Freizeit? Was ist das? Wenn… sich das tatsächlich findet (und nicht gerade Lockdown herrscht), bin ich im Fitnessstudio zu finden, fahre gern auf Liverollenspiele, verbringe Zeit mit meinen Freunden, aber vor allem viel Zeit mit meinem Sohnemann.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Terry Pratchett ist für mich Vorbild und Lieblingsautor in einer Person. Tolkien ist auch toll, wenngleich er heute nichts mehr veröffentlicht bekäme. Andere Autoren…puh…zu viele, um sie hier aufzuzählen.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich zitiere hier mal Albert Einstein: „Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen aus, der ihn benutzt?“ Ganz in diesem Sinne ist mein Schreibtisch ein ziemliches Chaos 😉
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Puh, neben meinem Brotjob (ich bin im Bereich eCommerce tätig), verbringe ich am Tag grob 2 Stunden mit literarischer Tätigkeit, wobei das neben Schreiben mittlerweile auch Marketing, bzw. die Betreuung unseres Autorenshops bedeutet. Die restliche Zeit widme ich meiner Familie und, wenn sich die Zeit findet, meinen Hobbies.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Düstere Stories ziehen mich an. Handfeste Dystopien genauso wie Mysterythriller, passende Fantasystories (Die Romane von Abercrombie z.b.) und dergleichen mehr. SciFi lese ich auch ganz gern, wenn das Setting stimmig ist. So fand ich „The Expanse“ schon genial, als es noch keine Serie dazu gab 😉
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Sofern es mein Leben betrifft: „Such dir deine Freunde mit Bedacht, deine Feinde finden dich von ganz alleine…!“
Wenn es ums Schreiben geht: „The only difference between fiction and reality is, that fiction has to make sense”
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Deutschland. Ich bin hier geboren, ich lebe hier und habe es verdammt gut. Dank mehrerer Auslandsaufenthalte im Rahmen meiner Bundeswehr Dienstzeit habe ich vor allem den letzten Punkt sehr eindrücklich vor Augen gehalten bekommen. Klar gibt es auch viele andere schöne Länder, aber zu Hause ist es am schönsten, so sehr gewisse Leute auch Zeter und Mordio hier schreien.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Das hängt ganz stark davon ab, wie diese Kritik vorgetragen wird. Fundierte Kritik, die in einem vernünftigen Tonfall vorgetragen wird, ist kein Thema. Aber bei herablassendem Tonfall oder vor allem unberechtigter Kritik, da könnte ich mich mitunter ziemlich hineinsteigern. Ich habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und kann da einfach nicht meine Klappe halten. Nicht unbedingt eine Stärke von mir… und dabei ist es egal, ob so ein Troll mich als Ziel hat, oder jemand anderes.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ich schreibe, seit ich 18 bin. Zwar hat es bis 2017 gedauert, bis ich meinen ersten eigenen Roman veröffentlicht habe, aber schon vorher habe ich „111 Gründe, Rollenspiel zu lieben“ geschrieben, bzw. als Ghostwriter bei einigen Rollenspielprojekten mitgearbeitet. Ich bin quasi mit Verlagen „aufgewachsen“. Und für das „111 Gründe“ - Buch, das letztlich meine Erstveröffentlichung war, kam der Verlag auf mich zu, nicht andersherum. Und zwar nicht gerade ein kleiner Verlag, da musste ich nicht lange überlegen.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich glaube, in dieser Zeit kann man es nicht oft genug sagen: Hände waschen, Abstand halten, dann kommen wir alle unbeschadet durch diese wirre Zeit. Lasst euch nichts anderes erzählen: Corona ist kein Klacks! Ich hatte mehrere schwere Verläufe in der Familie und kann somit ein Lied davon singen.

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