Samstag, 20. März 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Der wunde Himmel von Jeannette Oertel



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Autorin Jeannette Oertel, um mit ihr über ihr Buch „Der wunde Himmel“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Wenn über einer großen Liebe fast immerzu etwas schwebt, das sie zu vernichten droht. Ob real oder "nur" gefühlt. Wenn etwas sich über mir zusammenzieht, wenn ich liebe, das mir diese Liebe wieder nehmen will. Weil es in meiner Kindheit so gewesen war. Es hat überlebt, in meinem Körper, und sucht manchmal noch heute, mein Glück zu verhindern oder zu zerstören. Dann verdunkelt es meine Gefühle, die Sonne in mir, ohne dass ich oft weiß, wieso. Gefühle fragen nicht, sie beherrschen (mich).
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Ich durchlebe mit ihnen das Dunkelste und Hellste zugleich. Ohne Schatten kein Licht. Ohne Licht kein Schatten. Ich scheue nichts, da ich auch meinen dunklen Seiten gerne begegne.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Mein letztes Kapitel. Da steigern sich die Gefühle zu einem ungeahnten Höhepunkt – einer absolut unerwarteten Wendung.
Es gibt aber auch eine packende Bar-Szene in Washington, die sehr gerne gehört wird.
Wie viel echte Jeannette steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
Als ich im Diplomatischen Dienst zu arbeiten begann, startete für mich ein rasantes Abenteuer mit Schatten und Ohnmacht, Tausendundeiner Nacht und eiskalter Verführung. An „Der wunde Himmel“ zu schreiben begann ich, als nach Wochen taumeligen Glücks der Himmel jäh dunkler wurde, so sehr die Sonne auch weiter schien. Eine schwere, dunkle Sonne. Ich begann meinen Roman an dem Punkt, an dem Lieben und Sehnen nicht mehr Hand in Hand gingen. Als mein Sehnen zu stark geworden war.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Rayan: „Wieso ist sie mit mir durch diese Hölle gegangen? Ich habe sie doch die ganze Zeit geliebt.“
Dana: „Aber sie war sich da nie sicher.“
Rayan: „Siehst du, wie sie heimlich grinst? Sie kann uns hören.“
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Zuerst wollte ich den Stoff „Bolero“ nennen. Doch der Titel sackte für mich immer mehr in ein Klischee ab. Da fehlten die Tiefe und die Ränder des Familiendramas darin.
„Der wunde Himmel“ kam mir völlig unerwartet eines Nachts in den Sinn. Meine Lektorin war sofort begeistert.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Das Cover reicht leider nicht an den Inhalt ran. Ich hatte ein anderes im Sinn – ein Liebespaar vor einer Moschee und dem Weißen Haus in Washington. Doch das wurde nicht gewollt.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
„Grenzen nennen ist keine Gefahr“, sagte er leise. „Keine Grenzen zu kennen, das ist gefährlich.“
Danke für das Gespräch.
Auch ich, liebe Claudia, sage: „Ganz lieben Dank für dieses lebendige Interview. Es hat mir große Freude gemacht. Alles Gute dir weiterhin und jede Menge neue Inspirationen!

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Mit dem Abschicken des Kommentars bin ich mit den Datenschutzrichtlinien des Blogs einverstanden.