Sonntag, 28. März 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Bote des Lichts - Glaubst du an Schicksal? von Sara C. Schaumburg


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Autorin Sara C. Schaumburg, um mit ihr über ihr Buch „Bote des Lichts – Glaubst du an Schicksal?“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Hallo, ich freue mich heute wieder hier sein zu dürfen. :)
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Es ist eine Young Adult Story mit kleinen Fantasy-Elementen, die ansonsten aber in der realen Welt spielt. Es geht um die 16-jährige Anna, die sich ihr bisheriges Leben vollkommen durch ihre einflussreichen Eltern hat diktieren lassen. So ist geplant, dass sie eines Tages die Firma ihres Vaters übernehmen soll. Ihre eigenen Wünsche spielen dabei scheinbar keine Rolle. Im Urlaub an der Nordseeküste begegnet ihr Kim, ein frecher junger Mann, der mit seiner Art nicht nur ihr gesamtes Weltbild ins Wanken bringt, sondern auch Annas Herz im Sturm erobert. Kim jedoch hütet ein dunkles Geheimnis, das letztendlich das Leben des Mädchens wohl für immer verändern wird.
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Oh, das ist total unterschiedlich. Jede Szene besitzt ihren ganz eigenen Reiz. ;)
Ich liebe die lustigen Stellen in diesem Roman, die mir schon beim Schreiben das eine oder andere Grinsen entlockt haben und dies bei meinen Lesern hoffentlich auch tun.
Die romantischen Szenen sind auch toll, aber am meisten gefällt mir das letzte Drittel meines Buches. Es nimmt dort noch einmal richtig Fahrt auf und ich bin beim Schreiben gefühlt eins mit meiner Protagonistin geworden. Damals war ich so sehr drin in meiner eigenen Geschichte, dass ich nicht mehr viel um mich herum mitbekommen habe. Die erste Version dieses letzten Drittels ist in einer einzigen Nacht entstanden, in der ich ungelogen von abends gegen 21 Uhr bis morgens um 5 Uhr fast durchgängig am PC saß. Ich kann mich nicht erinnern, in dieser damaligen Nacht überhaupt noch geschlafen zu haben! Die Glücksgefühle haben mich durch den folgenden Tag getragen, konnte ich doch in der Nacht noch das Wort ENDE unter mein Manuskript setzen. Ja, ich glaube, die dramatischen und traurigen Szenen liegen mir am meisten. ;)
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Da gibt es viele, die ich allerdings nicht ohne zu spoilern vorstellen kann. Zumal ich es immer schwierig finde, Textstellen aus dem Zusammenhang zu reißen.
Ich versuche es mal mit einem Ausschnitt aus dieser Szene hier (Meine Protagonistin liegt vermeintlich allein am Pool und ist in Gedanken versunken):
Ich hatte meine Augen fest geschlossen und dachte nach. So viele Puzzle-Teile lagen vor mir, doch ich war nicht in der Lage, sie zusammenzusetzen. (…) Ich seufzte frustriert. Warum bloß musste alles derart kompliziert sein …?
„Hübscher Bikini!“ Diese freche Stimme kannte ich doch! Erschrocken schaute ich auf und starrte direkt in Kims grinsendes Gesicht. Seine azurblauen Augen blitzten.
„Hi“, stammelte ich überrascht und spürte, wie ich unter seinen Blicken sogleich rot wurde. Sein Grinsen wurde daraufhin noch eine Spur breiter und er setzte sich betont langsam ans untere Ende meiner Liege.
„Woher weißt du, dass ich hier bin?“, fragte ich und schaffte es zu meinem Ärger nicht, den nervösen Unterton aus meiner Stimme zu verbannen. Wieso bloß brachte mich seine Gegenwart schon wieder derart durcheinander?!
Vielleicht, weil ich hier gerade halbnackt vor ihm liege?! - verhöhnte ich mich in Gedanken selbst und vermied es, ihm in die Augen zu sehen.
„Ich wollte dich besuchen und Gerke war so nett, mir zu verraten, wo ich dich finden kann“, schmunzelte Kim sichtlich amüsiert.
„Oh, ach so.“ Eine geistreichere Antwort wollte mir im Augenblick nicht einfallen. Ich räusperte mich verlegen.
„Mache ich dich etwa nervös?“ Sein Mund verzog sich zu einem spöttischen Grinsen und jagte mir damit einen Schauer über den Rücken. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, strich Kim behutsam eine feuchte Haarsträhne hinter mein Ohr. Eine kleine Berührung, die mir beinahe die Luft zum Atmen raubte.
„Lass uns schwimmen gehen“, flüsterte er sanft.
Ich nickte benommen. Unfähig, irgendetwas anderes zu tun. Jetzt erst fiel mir die Badehose auf, die er trug. Er streifte das graue T-Shirt ab und warf es achtlos auf meine Liege. Seine blauen Augen leuchteten derart intensiv, dass ich schlucken musste.
Wie viel echte Sara steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
Das ist eine gute Frage … hmm … Das Setting spielt an der Nordsee in Friesland, genauer gesagt. Ich liebe diese Gegend dort und fühle mich ihr tief verbunden. Sie in meinen Geschichten einzubauen ist für mich ein bisschen wie nach Hause kommen.
In „Bote des Lichts“ geht es auch ein Stück weit um Schicksalsschläge und wie man im Umgang mit ihnen wachsen kann. Die Ur-Version meines Manuskriptes entstand, als ich ungefähr 23 Jahre alt war. Ich habe mit diesem Werk ein Stück weit meine Gefühle im Umgang mit zwei eigenen, nah auf einander folgenden Schicksalsschlägen verarbeitet. Von daher lässt sich wohl sagen, dass in diesem Roman so viel von mir steckt wie in keinem anderen meiner Werke bisher.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Mein Protagonist Kim würde mich vermutlich als kaltherzig und abgebrüht bezeichnen und sicherlich würde er mich für so manches zur Rechenschaft ziehen wollen. Immerhin muss er dank mir einiges ertragen und kommt an manchen Stellen nicht wirklich gut weg. ;)
Wie mich Anna beschreiben würde, weiß ich gar nicht so genau. Ihr könnt sie ja mal fragen… ;) Auch sie muss manches aushalten, aber am Ende helfe ich ihr, die richtigen Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen. Da darf sie sich eigentlich nicht mehr beschweren, meint ihr nicht auch?! ;D
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Der Titel hat sich in der Tat sehr oft verändert, bis es zum Schluss dieser hier wurde. Mein Arbeitstitel war viele Jahre lang schlicht und einfach „Der Weg“. Inhaltlich passend, aber nicht besonders ansprechend, oder?! ;) Von „Wege des Schicksals“ über „Der Bote“ war vieles dabei und jedes Mal wusste ich: Das ist es einfach noch nicht. Ich glaube, ich stand in der Küche und kochte gerade, als der Gedankenblitz mich überfiel.
Plötzlich war er da - der Titel - einfach so. :D
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich bin sehr zufrieden mit diesem Cover!! Allerdings ist es in der Print-Version ein wenig zu dunkel geraten für meinen Geschmack. Außerdem würde ich mir wünschen, dass man die Schrift nebst Wolf und Nebel im Dunkeln leuchten lassen könnte. Das wäre mega!! ;D
Ich weiß natürlich, dass das nicht mal eben so möglich ist. Aber seid mal ehrlich, – das hätte schon was, oder?! ;)
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Aus einer positiven Szene: „Lass mich raten, dein Frühstück bestand heute aus Traubenzucker und Energydrinks?!“
Aus einer schwermütigen Szene: „Es ist nicht zu früh. (…) Es ist nur für euch Menschen zu früh. (…) Für euch Menschen ist es immer zu früh ...“
Danke für das Gespräch.
Vielen Dank, dass ich kommen durfte!
Ich hoffe, es ist mir gelungen, euch ein wenig neugierig auf meinen Roman zu machen?! Dieses Buch bedeutet mir unwahrscheinlich viel und ich würde mich sehr freuen, wenn es irgendwann seinen Weg aus dem Schattendasein hinausfinden würde. ;)

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