Montag, 29. März 2021

[Autoreninterview] Oliver Borchers

Autoreninterview
Oliver Borchers


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Mein Name ist Oliver Borchers, ich bin 49 und in Porto / Portugal aufgewachsen. Heute lebe ich mit meiner Familie in der Nähe von Paderborn und arbeite in der IT-Branche. Schon mit 13 Jahren begann mein Faible für phantastische Literatur, aber erst vor ungefähr 7 Jahren habe ich angefangen, Geschichten für die Öffentlichkeit zu schreiben. Mein erster Roman 2015 war ein self-publishing Werk, seitdem sind mehrere Kurzgeschichten bei unterschiedlichen Verlagen veröffentlicht worden. Letztes Jahr ist dann mein zweiter Roman bei Shadodex erschienen.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Mit 13 las ich sehr viel, insbesondere Werke von J.R.R. Tolkien, Isaac Asimov, Terry Pratchett, Stephen King und Philip K. Dick. Ich war frustriert, wenn die Bücher zu Ende gingen, und ich noch so tief gedanklich in diesen faszinierenden Welten feststeckte. Ich begann, sie für mich selbst weiter zu spinnen. Damals machte ich meine ersten Gehversuche in der Schreiberei, doch dann bekamen andere Dinge Priorität. Der Drang zu Schreiben blieb, aber erst nach dem Besuch eines Schreibseminars vor einigen Jahren ist mir klar geworden, dass es diese Tätigkeit ist, die mich wirklich erfüllt.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
- „Ein Orbit voller Hacker – Nerdaner 1058“ - ein humorvoller Science-Fiction Roman, der die Nutzung heutiger Mobilgeräte parodiert, und die Kommunikations(un)fähigkeit typischer Nerds aufgreift.
- „Nano: Lüneburg“ – ein actionreicher Cyberpunk Roman, der ein dystopisches Szenario im Mitteleuropa des frühen 22. Jahrhunderts zeichnet, in dem künstliche Intelligenz und Nanotechnologie eine zentrale Rolle spielen.
- Kurzgeschichten „Annas Kreuz und Kalte Vergangenheit“ – spannende Grusel/Mysterygeschichten
- Kurzgeschichte „Ein Herz aus Blech“ – Science-Fiction online Kurzgeschichte in dem künstliche Intelligenz eine zentralle Rolle spielt.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, ich arbeite derzeit an einem weiteren Cyperpunk Roman. Zusätzlich befindet sich meine Kurzgeschichte „Der Flug des Falken“ im Lektorat
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Abgesehen vom Schreiben bin ich auch Gamer (VR-Flugsimulation, RPG, Strategie) und ich besitze einen Flugschein (Motorsegler)
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Der oben genannte Autor J.R.R. Tolkien ist mit „Herr der Ringe“ mein mit Abstand liebster Autor, auch wenn seine Schreibweise nach heutigen Maßstäben eigenwillig ist. Ansonsten habe ich in letzter Zeit „Red Rising“ von Pierce Brown und „Nevernight“ von Jay Kristoff sehr genossen. Da ich Mitglied bei PAN (Phantastik Autoren Netzwerk) bin, habe ich auch Kontakt zu anderen deutschsprachigen Autor/innen und deren Arbeit sehr schätzen gelernt (z.B. Jacqueline Mayerhofer oder Monika Grasl)
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich schreibe am liebsten zuhause an meinem Mac Mini mit dem tollen Schreibprogramm Papyrus Autor. Wenn ich unterwegs bin, nutze ich mein altes Ipad Pro mit Tastatur und nutze Scrivener. Die produktivste Zeit für mich ist früh morgens, gerne auch eine Stunde bevor ich meinem Brötchenjob nachgehe. Die besten Ideen kommen mir, während ich spazieren gehe, bevorzugt in Gegenden, in denen ich wenig Menschen treffe, die mich ablenken könnten.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich stehe um 5 Uhr morgens auf, mache mir einen Espresso mit geschäumter Milch, dann schreibe ich bis ca. 6:30. Danach beginnt meine Home-Office Zeit, die ich versuche mit den Pflichten eines Familienvaters in Einklang zu bringen. Je nach (Büro) Wetterlage mache ich einen Kreativspaziergang und notiere mir dann die Ideen, Plot und sonstiges, das mir eingefallen ist. Der Rest des Tages ist mit Arbeits- und Familienpflichten gefüllt. Normalerweise geht mein Tag mit einem guten Buch in der Hand spätestens um 22 Uhr zu Ende.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich schreibe sehr gerne Science Fiction und Dark Fantasy. Ich lese gerne Science Fiction, Dark Fantasy, Fantasy und manchmal auch historische Romane
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Was das Schreiben angeht ist eines meiner Lieblingssprüche tatsächlich „Wer schreibt, der bleibt!“, weil ich es immer wieder faszinierend finde, Texte und Gedankengänge von Menschen lesen zu dürfen, die weit weg sind oder gar nicht mehr leben. Es wäre toll, wenn einige Werke von mir noch lange gelesen würden, deswegen geistert mir dieser Spruch beim Schreiben immer durch den Hinterkopf.
Ein Zitat aus einem meiner Bücher zu meiner Arbeit: „Ich habe herausgefunden, dass er ein Sonderling war … [Er] hat meistens zu Hause gearbeitet, dem Haus, das ich in meinen Träumen sehe.“ (Nano: Lüneburg)
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich bin in Portugal aufgewachsen, daher verbinde ich viele schöne Dinge mit diesem Land und seinen lieben Menschen. Auch Irland ist ein wunderbares Land, das ich schon oft besuchen durfte.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ehrlich gesagt, das ist bei mir tagesform-abhängig. Ich habe durch Kritik sehr viel gelernt und letztlich hat sie mich ja zu dem gemacht, der ich heute bin. Aber manchmal ist es schon verdammt schwer, zu hören, wie jemand das in einem Moment zerreißt, was mich Stunden oder Tage Arbeit gekostet hat und mir am Herzen liegt. Auf jeden Fall hilft es, wenn die Kritik konstruktiv ist und ehrlich. Dann bringe ich das innere Teufelchen zum Schweigen und versuche aus der Kritik zu lernen.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Nun, ich habe mein erstes Buch ja im self-publishing veröffentlicht und das war eine wichtige Erfahrung. Mein Buch hatte allerdings relativ wenig Reichweite und war nicht in wichtigen Katalogen gelistet. Ich hatte zwar ein Lektorat finanziert, aber wenn ich das vergleiche mit der Verlagsarbeit, so habe ich doch insgesamt bei dem Verlag viel mehr Feedback bekommen, was sehr viel wert war. Der Verlag hat halt unendlich mehr Erfahrung und Kontakte. Und es ist einfach toll, sich nicht ganz alleine mit der Materie zu befassen müssen.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Bitte schreibt Rezensionen und kauft Bücher gerade auch von kleineren Verlagen! Im letzten Jahr haben die kleinen Verlage viel mehr gelitten als die großen Verlagshäuser, die eine ganz andere Reichweite über amazon & co haben. Nischenverlage wie Shadodex benötigen eigentlich Messen und Events, die ihnen die dringend benötigte Reichweite verschaffen. Da ich es unglaublich tragisch finden würde, wenn in Zukunft nur noch die Großen überleben würden, gebt den kleinen Verlagen eine Chance! Die Geschichten sind echt gut und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und wie gesagt – bitte schreibt Rezensionen!

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