Dienstag, 31. Oktober 2017

[Halloweenlesewoche] Tag 7



­čÄâ Tagesaufgabe 7 ­čÄâ

Keine M├╝digkeit vort├Ąuschen! Heute geht es ans Eingemachte! Wir wollen eine Kurzgeschichte, einen Prolog, ein Kapitel, ein Gedicht, ein Lied, whatever von euch sehen oder gar h├Âren! Wichtige Bedingung: Es sollte zu Halloween passen und nein schnulzige Liebesgeschichten, m├Âgen so manch einem Schauer ├╝ber den R├╝cken jagen, aber heute d├╝rfen sie in der Versenkung bleiben!



Der Halloweenm├Ârder

Prolog

 Wie jedes Jahr knapp vor Halloween steht die gesamte Polizei der kleinen Stadt Russbach in Alarmbereitschaft. Denn immer in diesen N├Ąchten, treibt seit drei Jahren ein Serienm├Ârder sein Unwesen. Immer wenn sie in den letzten Jahren ganz knapp vor der L├Âsung des Falles standen, h├Ârte die Serie der Morde einfach auf.
Jedes Jahr 5 Mordopfer und ein verst├Ârter ├ťberlebender, aus dessen Gefasel keiner wirklich schlau wird. Somit wei├č keiner, aus welchem Grund der M├Ârder seinen t├Âdlichen Streifzug durch die Stadt macht. Eines f├Ąllt aber auf, gef├Ąhrdet sind nur jene, die Halloween genie├čen und feiern, alle Verweigerer scheint er zielgerichtet zu ignorieren.   

27.10.2012

„George, gehen wir dieses Jahr wieder verkleidet, s├╝├čes absammeln?“
„Sicher, das lassen wir uns nicht entgehen. Gratis S├╝├čkram und noch lange aufbleiben, das klingt doch ideal. Wer macht denn noch aller mit?“, fragt George interessiert Sam.
„Bisher haben, du, Rusty, Jack, Victor und Rick zugesagt, das passt aber auch, sobald man mehr als sechs Leute ist, geben die Leute nicht mehr so viel.“
„Da hast du recht, aber als was gehen wir denn dieses Jahr, viel Zeit bleibt uns ja nicht mehr.“
„Ich dachte daran, dass wir als der Tod und seine Gehilfen gehen. Die Sensen habe ich schon aus unserer Scheune geholt, denn die brauchen wir bis zum Fr├╝hjahr sicher nicht mehr.“
„Super. Komm, lass und die anderen zusammentrommeln und dann legen wir los mit unseren Vorbereitungen.“
Schnell gehen Sam und George zu den Nachbarh├Ąusern um ihren Streifzug durch die H├Ąuserzeilen zu planen, denn es gibt auch hier in dem kleinen Ort noch Leute, die von Halloween absolut nichts halten und sie mit einem Stock verjagen.
Voller Elan planen die sechs Jungs ihren Streifzug durch die Ortschaft und freuen sich schon auf einen lustigen erfolgreichen Abend.

28.10.2012 

Schon am n├Ąchsten Tag treffen sich die Jungs wieder um die weiteren Details ihres Planes zu besprechen. Dazu gehen sie in ihre Stammkneipe, um sich ihr Lieblingsgetr├Ąnk zu g├Ânnen, eine sch├Âne k├╝hle Cola. Zu ihrer ├ťberraschung ist aber heute nicht der ├╝bliche Barkeeper hinter der Bar, sondern ein ihnen v├Âllig Unbekannter, aber solange er eine Cola in ein Glas sch├╝tten kann ist es ihnen egal, wer hinter der Theke steht und ihr Geld will.
Als sie allerdings die Getr├Ąnke zahlen wollen, sagt diese Person: „Geht aufs Haus, meine Lieben, weil ihr so flei├čig die gruseligste Zeit im Jahr plant.“
Die Jungs zucken mit den Schultern und nehmen das Geschenk dankend an. Doch als ihnen der schale Nachgeschmack und das Lachen der Bedienung auff├Ąllt, ist es f├╝r sie schon zu sp├Ąt. Ihr Blickfeld verkleinert sich, ihre Stimme gleicht nur mehr einem Lallen, auch ihre Koordination ist schwer beeintr├Ąchtigt. Doch Sam versucht  noch zur T├╝re zu schwanken, um Hilfe zu suchen. Auf der Mitte des Weges, lassen seine Glieder einfach aus und er sackt zu Boden, wie eine Marionette, der man die F├Ąden durchgeschnitten hat. Auch die anderen Jungs gleiten von den Barhockern und schlagen auf dem Boden auf. Vereinzelt versuchen sie noch, sich hinter die Bar zu schleppen, aber alle Bestrebungen sind umsonst. Wie nasse Putzlumpen liegen sie ├╝bereinandergestapelt vor der Bar.
Der Unbekannte tritt nach vor, sieht auf die Jugendlichen und beginnt sie durch den Hinterausgang nach drau├čen zu bringen, wo ein Viehtransporter auf seine Ladung wartet. Sein Komplize, der den Wagen steuert, hat eine Maske auf und beobachtet das Schauspiel, denn jeder Jugendliche wird mit einer Halsfessel an einen Platz gebunden, dem Leitjugendlichen wird sogar, wie einen Zuchtbullen ein Ring durch die Nase getrieben, um ihn mit einer Stange noch besser f├╝hren zu k├Ânnen. Voller Siegesfreude, bezahlt er seinen Komplizen und schickt ihn fort, denn nur f├╝r diesen einen Tag brauchte er diese Person, um das sonst an diesem Tag geschlossene Lokal ├Âffnen zu k├Ânnen und was ihn noch mehr freut ist, dass die Jugendlichen ihm wirklich auf den Leim gegangen sind, besser konnte es doch gar nicht laufen.
Schnell nach Hause und alles f├╝r meine kleinen Zuchtstiere vorbereiten, denn das wird ein Erlebnis, das wird diese Stadt so lange nicht vergessen. Das wird in die Geschichte eingehen, was ich hier vorhabe, wird alle bisherigen Serienkiller in den Schatten stellen und nie, nie werden sie mich finden. Ich bin zu gut. Ach, sieh sich einer, diese prachtvollen Burschen an, einfach g├Âttlich, diese vor Jugend strotzenden jungen M├Ąnner. Man kann gespannt sein, wie mein Leitbulle das ├╝bersteht und ob er es ├╝berhaupt ├╝bersteht.
Das Fahrzeug bewegt sich langsam Richtung Bauernhof davon, wo er extra R├Ąume f├╝r sie hergerichtet hat, um ihnen einen sch├Ânen Aufenthalt zu erm├Âglichen. Dort angekommen, entkleidet er sich alle und befestigt sie mit einer speziellen Halsfessel, wie es auch die K├╝he immer umhaben, um sie in den St├Ąllen zu befestigen. Sams Wunde an der Nase hat endlich aufgeh├Ârt zu bluten und er schlingt auch durch diesen Ring eine feste Schnur, um ihn festzubinden, denn er ist der Wichtigste in seinem Plan.
Wie auch die Kinder, hat er bereits alles durchgeplant und freut sich darauf ihre erstaunten Gesichter zu sehen, wenn sie aus ihrer Bet├Ąubung mit Rohypnol erwachen.
Lange muss er nicht darauf warten und er kann alles mit der Kamera beobachten, denn zu erkennen will er sich den Jugendlichen nicht geben, man wei├č ja nie, was die nachher noch alles wissen oder an die Polizei weitergeben k├Ânnen.
George, Rick, Rusty, Jack und Victor wachen fast zeitgleich auf und blicken verwirrt von der Fessel um ihren Hals und zu den anderen. Sie zerren daran und beginnen laut zu fluchen.
„Verdammte H├╝hnerkacke! Was ist denn passiert, gerade trinke ich noch eine Coke, nun sitz ich hier, wie ein Vieh, angeknotet an der Wand und oh mein Gott, seht mal, was sie mit Sam gemacht haben.“
„Du bist ├╝brigens auch nackt, George“, sagt Rick verbittert und h├Ąlt sich den Kopf, der ihn sehr schmerzt, bemerkt aber auch die Ver├Ąnderung an Sam.
Dieser reckt sich gerade und g├Ąhnt herzhaft, als er aufzustehen versucht, aber durch die Fessel um den Hals und durch seinen Nasenring sofort wieder in die Ausgangsposition gebracht wird.
„Was ist denn mit uns passiert?“, fragt Sam verwundert und sieht sich in ihrem Gef├Ąngnis um. Vorsichtig tastet er in sein Gesicht und f├Ąhrt zusammen, als er den Ring ber├╝hrt. Er zischt auf und beginnt zu schreien. Erst als eine Stimme durch ein Mikrofon erschallt, h├Ârt er auf.
„Meine Herrn, somit sind also alle sechs erwacht. Entschuldigen Sie die Umst├Ąnde des Transportes und die Schmerzen, aber Sie sind mein Projekt und ich w├Ąre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie alles, was Ihnen aufgetragen wird, machen, ansonsten muss ich leider Ihre Luftzufuhr ein wenig verringern. Sie werden mich nie pers├Ânlich kennenlernen, ich kann alles von meinem Steuerungsb├╝ro aus regeln. Sam kommen Sie bitte einmal zur T├╝r und bringen Sie Ihren Kammeraden das Essen, anschlie├čend begeben Sie sich mit Ihrer Ration bitte wieder zu ihrem Platz. Wenn Sie nicht das machen, was ich will, werde ich dazu einen Stock verwenden, den ich in Ihren Nasenring einf├╝hren kann. Ich glaube nicht, dass Sie das wollen, Sam? Ich sehe Ihr Kopfsch├╝tteln, also werde ich nun Ihre Halsfessel l├Âsen und bitte holen Sie das bereitgestellte Essen.“
├ängstlich steht Sam auf und ist erleichtert, dass die enganliegende Halsfessel gel├Âst ist. Schwankend geht er zur T├╝r und nimmt zun├Ąchst zwei Teller und bringt sie George und Rick. Die n├Ąchsten beiden Teller bringt er Jack und Victor, als er die letzten beiden Teller nimmt und eines Rusty gibt, ert├Ânt wieder die Stimme.
„Sehr gut gemacht, bravo. Aber nun bitte wieder zur Wand und legen Sie sich die Halsfessel wieder um. Ich danke Ihnen f├╝r Ihre Mitarbeit. Guten Appetit.“
├ängstlich blicken die Jugendlichen auf die Teller. Rick ist der, der es ausspricht, was alle anderen bef├╝rchten: „Was ist, wenn da schon wieder etwas drinnen ist, das uns willenlos und schl├Ąfrig oder schlimmeres macht?“
„Wieso sollte er das machen? Er hat uns doch schon und vielleicht w├Ąre es sogar besser, wenn wir wieder bet├Ąubt werden, denn ihr k├Ânnt euch gar nicht vorstellen, wie weh dieser Ring tut“, sagt Sam und nimmt einen gro├čen L├Âffel.
Als die anderen sehen, dass ihm nichts passiert, beginnen auch sie ihre Portionen zu essen. Nachdem ihr Nachtmahl beendet ist, geht die Halsfessel von Sam wieder auf und er kann die Teller wieder zur T├╝re r├Ąumen.
Die Stimme ert├Ânt wieder: „Sehr gut, wie Sie das gemacht haben, Sam, ich bin stolz auf Sie, dass Sie keine Probleme machen. Geben Sie jetzt jeden aus Ihrer kleinen Halloweengruppe einen Schluck aus der Ihnen zug├Ąnglichen Wasserflasche. Wehren hat keinen Sinn, meine Herren, ich bitte um einen kr├Ąftigen Schluck. Falls sich jemand weigern sollte, helfen Sie bitte nach, Sam.“
Mit gro├čen Augen starrt er auf die Wasserflasche und wei├č, er hat keine andere Chance, als jeden trinken zu lassen. Also geht er reihum und jeder trinkt einen gro├čen Schluck, als er bereits beim vierten ist, sieht er, dass die ersten bereits wieder in tiefen Schlaf gefallen sind, welches Gift dieses Mal verwendet wird, ist ihm noch nicht klar, aber Sam ist klar, egal, wie das ganze hier ausgeht, er wird immer mit einer geh├Ârigen Portion Angst an Halloween leben.
Als alle seine Freunde aus der Flasche getrunken haben, ert├Ânt wieder die Stimme. „Bevor Sie jetzt auch davon trinken, habe ich noch eine Aufgabe f├╝r Sie. Bitte legen sie zwei ihrer Kammeraden auf eine Schubkarre und stellen sie diese zum Tor. Trinken Sie anschlie├čend dort sofort die kleine Flasche Wasser, welche Sie dort vorfinden werden. Wenn die T├╝re ge├Âffnet wird, f├╝hren Sie die Anweisungen meines kleinen Helferleins bitte ohne zu murren aus. Anschlie├čend erwarte ich, dass Sie sich ohne sich umzukehren wieder zu Ihrem Platz begeben.“
Sam sieht, dass die Halsfesseln von Rick und Victor aufspringen, also nimmt er die Schubkarre, l├Ądt seine beiden Freunde darauf und f├Ąhrt sie zum Tor. Dort befindet sich tats├Ąchlich eine Flasche mit Wasser, da er keine andere Chance sieht, nimmt er sie und leert sie mit einem Zug. Leichter Schwindel ergreift ihn, aber er kann noch alles ohne Probleme ausf├╝hren, so fragt er sich auch nicht, warum eine seltsame Figur ihm Anweisungen gibt.
Er fragt sich auch nicht, wieso er seine Freunde auf einem Podest aufrecht anbinden soll und dann wieder in seine Ecke zur├╝ckkehrt, um der M├╝digkeit, die nun um ihn greift, nachzugeben

29.10.+30.10.2012

Als Rick und Victor zu sich kommen, registrieren sie zun├Ąchst nicht, dass sie sich in einem anderen Bereich befinden, abgeschottet von den anderen.
Rick fl├╝stert leise: „Vic, hast du eine Ahnung, wo wir jetzt wieder sind? Wir m├╝ssen aufh├Âren, das zu essen und zu trinken, was der uns dauernd anbietet, das kann nicht gut ausgehen.“
„Rick, ich wei├č nicht mehr als du. Sieh dich mal um, da ist nichts, nur wir zwei und das Wasser, was ganz langsam von oben herunterrinnt. Oh mein Gott, der wird doch nicht, oder?“
„Vic, du siehst zu viele Horrorfilme, nein, der bringt uns doch nicht um, da bekommt er doch kein Geld mehr f├╝r uns. Ich bin da ganz optimistisch, dass er uns nur erschrecken will.“
Von Victor erh├Ąlt er nur mehr ein kurzes Grunzen und leises Gemurmel, dass sich anh├Ârt wie ein Gebet. Aber Rick ist noch nicht bereit und zeigt sich k├Ąmpferisch, indem er an seinen Fesseln zieht, was ihm einen schmerzhaften Einschnitt in die Handgelenke bringt. Ersch├Âpft h├Ârt er auf und blickt sich noch einmal genau um.
Da ert├Ânt wieder die Stimme. „Ihr zwei wurdet auserw├Ąhlt, die ersten zu sein. Ihr k├Ânnt stolz sein, es hierhin geschafft zu haben. Ich k├Ânnte Ihnen jetzt recht geben, aber das w├Ąre gelogen. Erschrecken will ich Sie auch, aber mein Plan ist ein anderer. Sie werden mit Schaudern feststellen, dass es viel zu schnell darum gehen wird, das richtige zu tun, um sein Leben zu retten. Ich w├╝nsche Ihnen einen herrlichen Tag und hoffentlich noch eine folgende Nacht. Essen werden Sie heute keines mehr bekommen. Leben Sie wohl und immer sch├Ân den Kopf oben behalten.“
Victor f├Ąngt leise an zu weinen und wartet leise auf das unausweichliche Ende, w├Ąhrend Rick lauthals zu schimpfen und zu zetern beginnt. Als die beiden jedoch bemerken, dass das Wasser, je lauter es ist, schneller rinnt und somit auch schneller steigt.
„Halt den Mund Rick, vielleicht k├Ânnen wir nach zwei Tagen raus, wenn wir nicht ertrunken sind, aber mit deinem Geschrei, rinnt das Wasser immer schneller. Halt um Himmelswillen den Mund, bitte!“
Rick sieht das Dilemma auch und nickt nur mit dem Kopf. Als es ganz leise ist, h├Âren sie nur mehr das leise stetige tropfen des Wassers, welches sich aber auf ganz wenig begn├╝gt. Immer wenn sie nur das geringste Ger├Ąusch machen, sprudelt sofort mehr Wasser herab. Ihre Beine sind schon ganz kalt, denn durch den anf├Ąnglichen Ausraster Ricks, steht ihnen das Wasser bereits bis zu den Knien.
Da die beiden den ├ťberblick ├╝ber die Zeit verloren haben, hoffen sie, dass die H├Ąlfte der Zeit schon vor├╝ber ist, doch die unbekannte Stimme hat anderes mit ihnen vor. „Da Ihr scheinbar gemerkt habt, wie Ihr das Wasser verlangsamen k├Ânnt, bringe ich wieder etwas Leben in das Spiel. Ich w├╝nsche Ihnen weiterhin viel Gl├╝ck!“
Laute Musik t├Ânt aus den Lautsprechern und das Wasser rinnt viel zu schnell in den kleinen Raum. Es ist bitterkalt und Victor bekommt bereits blaue Lippen. Die Finger und Zehen sp├╝rt er schon, wie Rick, eine geraume Zeit nicht mehr und er sp├╝rt, wie sein Leben immer mehr seinen K├Ârper verl├Ąsst.
Mit letzter Kraft wendet er das Wort an Rick: „Rick, ich glaube ich stehe das nicht mehr lange durch, aber ich will wirklich k├Ąmpfen, doch er ist einfach zu b├Âsartig, um uns doch noch das Leben zu erkaufen. Gr├╝├č die anderen und bleibe so, wie du bist.“ Dann ├Ąchzt er noch einmal auf und beginnt nur mehr ganz vereinzelt und schwer zu atmen. Nach einer Stunde ist der Kampf von Victor vorbei und die Musik verhallt langsam.
Rick weint mittlerweile ungehemmt und hofft weiterhin auf ein Wunder, welches hoffentlich bald kommt, denn alles will er, aber nicht im Wasser erfrieren. Da sp├╝rt er von oben etwas herunterfallen. Irritiert blickt er nach oben und er sieht immer wieder einen Kran, der Heu und Stroh in die Grube wirft. Bereits nach kurzer Zeit, befindet sich um ihn herum nicht mehr nur Wasser, sondern auch der Heu und Stroh. Voller Panik blickt er nach oben, denn diese Ballen werden nicht aufgelockert nach unten geworfen, sondern als gesamtes. Wenn ihn so etwas trifft, ist es auch mit ihm vorbei.
Doch nach einiger Zeit, das Heu und Stroh steht ihm bis zur Brust ist es vorbei und die Stimme ert├Ânt wieder. „Die Runde gegen Ihren Freund haben Sie gewonnen, aber gewinnen sie jetzt auch die Runde gegen das Wasser und das Stroh? Ich w├╝nsche Ihnen f├╝r die restlichen zwei Stunden des zweiten Tages viel Gl├╝ck und vielleicht h├Ârt man sich ja wieder.“
Verzweifelt blickt Rick nach oben, aber durch das Wasser und das Stroh, kann er sich keinen Millimeter mehr bewegen, er ist wie festzementiert in der Falle. Nun versteht auch er, warum Victor seine Zeit mit beten verbracht hat. Wenn es einen Gott gibt, wird er mich hoffentlich nicht zu sehr leiden lassen, denn irgendwie habe ich das Gef├╝hl, dass der Tod von Victor der humanere gewesen ist, schie├čt es ihm durch den Kopf.
Bereits nach einer halben Stunde beginnen seine ersten Knochen ob des Drucks des Heus zu brechen und die Schmerzensschreie lassen das Wasser noch schneller laufen. Als schlie├člich fast kein Knochen mehr heil ist in seinem gepeinigten K├Ârper, verl├Ąsst auch ihn der letzte Lebensfunke und der Wahnsinn hat zumindest f├╝r ihn ein Ende.

****

W├Ąhrenddessen in dem anderen Raum mit den restlichen vier Jugendlichen.
„Was werden die zwei erleben? Vielleicht sind sie schon zu Hause und wir haben hier die A-Karte gezogen“, sinniert Rusty laut vor sich hin.
„Ich hoffe f├╝r sie, dass sie etwas tolles erleben“, wirft auch Jack ein.
„Leute, seid nicht so naiv, ich wei├č es nicht, was ich gestern getan habe, aber es sah zu Beginn nicht aus, wie ein Spa├č, den die zwei erleben werden, eher die H├Âlle auf Erden und ich hoffe ich werde nie erfahren, was sie erleben mussten“, fl├╝stert schlie├člich Sam in den Raum hinein.
„Meine Herren!“, t├Ânt es aus den Lautsprechern, „Die Zeit Ihrer Mitstreiter ist abgelaufen und diese haben leider das Spiel gegen die Zeit nicht gewonnen, aber die n├Ąchste Runde beginnt. Heute sage ich Ihnen, dass es morgen ein kleines Gemetzel geben wird, aber genaueres morgen. Ich w├╝nsche manchen von Ihnen eine ruhige letzte Nacht auf Erden.“
Ängstlich blicken sich die Jugendlichen um und versuchen nicht mehr an morgen zu denken, denn die Vorausschau auf morgen, sagt ihnen, dass für so manchen vielleicht heute sogar die letzte Stunde geschlagen hat.

31.10.2012

Am n├Ąchsten Tag erschallt die Stimme wieder aus dem Lautsprecher. „Jeder geht, nach dem Status der sich ├Âffnenden Halsfessel in den benachbarten Raum. Ziehen Sie alles an, was Ihnen dort gereicht wird, anschlie├čend lassen Sie sich dorthin f├╝hren, wo Sie gebraucht werden.“
Zun├Ąchst l├Âst sich die Halsfessel von George. Unsicher blickt er sich um, denn wohl ist ihm bei dem Gedanken nicht, sich alleine in einen Raum zu begeben, ohne zu wissen, was sich dort befindet. Doch er sieht keine Chance dem ganzen zu entrinnen, also ergibt er sich in sein Schicksal und geht zu der T├╝r, die sich sofort, wie durch Zauberhand ├Âffnet.
Dahinter befinden sich ein kleiner Vorraum und eine Gestalt mit einer Kuh-Maske ├╝ber dem Kopf. Diese Gestalt weist auf die r├╝stungs├Ąhnliche Ausstattung in der Mitte des Raumes. Als er sie angelegt hat, wird er in den Raum links von ihm geschoben. Er erkennt noch einen schmalen Raum mit ├ľffnungen an der Seite, bevor sich die T├╝re schlie├čt, dann senken sich ├╝ber ihn die Dunkelheit und eine undefinierbare Angst.
Dann l├Âst sich die Halsfessel von Rusty, welcher dieselben Prozederen zu erledigen hat und auch Jack ereilt derselbe Auftrag, wie Rusty und George. Als nun alle drei in ihren engen Kammern stehen, in denen sie sich nur um sich selbst drehen k├Ânnen, h├Âren Sie alle die Stimme: „Danke, dass Sie ohne Probleme zu machen, bisher meinen Aufforderungen gefolgt sind, deswegen werde ich heute alles schneller beenden, als bei den letzten zweien. Keiner wird wissen, was geschieht, aber alle werden wissen, wen es erwischt hat. Ich w├╝nsche Ihnen eine sch├Âne Zeit.“
Panik macht sich in den dreien in ihren Verliesen breit, denn was kann man aus diesen Worten schlie├čen? Was wird geschehen? Am schlimmsten ist es f├╝r Rusty nichts zu sehen in der Dunkelheit, denn nicht zu sehen, was auf einem zukommt, ist f├╝r ihn die schlimmste Strafe und die Tr├Ąnen rinnen ihm wie Sturzb├Ąche von den Wangen. Wenn mich jetzt die anderen sehen k├Ânnten, stehe da und weine wie ein M├Ądchen, denkt er bei sich und versucht seine Nerven wieder unter Kontrolle zu bringen.
Sam wartet w├Ąhrenddessen auf die Losl├Âsung seiner Halsfessel, aber stattdessen schwebt ein Schaltkasten herunter und die Stimme durchbricht die unheimliche Stille. „Ihre Freunde sind nun alle bereit. W├Ąhlen Sie nun durch einen Knopf, wer als erster um sein Leben k├Ąmpfen darf.“
„Nein, ich werde sicher keinen Knopf dr├╝cken um deren Untergang zu unterschreiben. Vergessen Sie es!“, schreit Sam entsetzt heraus. Doch er hat nicht mehr an die Drohung gedacht, welche durchgesetzt werden wird, wenn er sich weigert. Kaum spricht er die Verweigerung aus, senkt sich ein Stab von der Decke, der sich in seinem Nasenring verhakt und ihn durch ein stetiges Ziehen erinnert, dass er dem Willen des Unbekannten ausgeliefert ist.
Unter Tr├Ąnen dr├╝ckt er blind einen Knopf und schreit: „Ich habe verstanden, ich habe keine Rechte, ich bin nur mehr wie ein Vieh, welches einen Zweck hat, Ihre Befehle zu befolgen. Bitte lassen Sie das mit dem Stock!“
Kaum ist der Knopf gedr├╝ckt und diese Worte gesagt, l├Âst sich der Stab wieder und die Stimme erschallt: „Endlich haben Sie es kapiert, wer hier die F├Ąden in der Hand hat. Gratuliere. Sie haben soeben das Schicksal eines Ihrer Freunde besiegelt. Ich danke Ihnen f├╝r Ihre Zusammenarbeit.“
Zusammengesunken sitzt Sam an seinen Platz und wartet auf die Aufl├Âsung, welchem seiner Freunde er vermutlich schreckliches angetan hat. Bin ich nun ein M├Ârder, nur weil ich unter Druck das gemacht habe, was dieser Psychopath von mir verlangt, oder bin ich weil ich ja nicht direkt gemordet habe, doch unschuldig? Ich will das alles nicht mehr, spukt es in Sams Kopf herum.
W├Ąhrenddessen geht bei Rusty die T├╝re auf und er wird gebeten sich wieder zu entkleiden und zu seinem Platz zur├╝ckzukehren. Ganz leise h├Ârt er einen unterdr├╝ckten Schrei und Ger├Ąusche, welche er lieber nicht geh├Ârt h├Ątte. Auch Jack kommt wenig sp├Ąter frei und darf an seinen Platz zur├╝ckkehren.
In dem kleinen Raum, in dem sich George befindet ert├Ânt auf einmal ein Ger├Ąusch, welches er noch nie geh├Ârt hat. Doch, eigentlich hat er es schon einmal geh├Ârt, immer wenn sein Vater mit der Sense das Gras m├Ąht, ert├Ânt bei gen├╝gend Schwung ebenfalls dieses Ger├Ąusch. Bevor er aber ├╝berhaupt reagieren oder schreien kann, sind aus den ├ľffnungen, die er vorher noch gesehen hat, verschiedene Sensen und Sicheln herausgeschossen und haben seinen K├Ârper f├Ârmlich in St├╝cke gehackt. Mit weit aufgerissenen Augen und tagheller Beleuchtung, f├Ąllt er zu Boden. Noch bevor er unten ankommt hat er bereits seinen letzten Atemzug get├Ątigt. Nicht einmal zu ├╝berlegen ist er gekommen, denn der Unbekannte hat sein Versprechen es schnell zu machen tats├Ąchlich erf├╝llt. Innerhalb von wenigen Sekunden ist alles vorbei.
Traurig registriert Sam, dass ausgerechnet sein bester Freund George nicht mehr zur├╝ckkommt und eine Trauer ungeahnten Ausma├čes ├╝berrollt ihn. Er zieht die Beine an seinen Oberk├Ârper und wippt hin und her, selbst die Stimmen seiner Freunde und des Fremden k├Ânnen ihn aus seiner Lethargie nicht befreien, erst als er den Stab wieder herunterschweben sieht, kommt ihm der Gedanke, dass er vielleicht irgendeine Aufgabe nicht erf├╝llt oder geh├Ârt hat.
„Moment, ich bin schon wieder hier. K├Ânnten Sie bitte wiederholen, was ich machen soll?“
„Sch├Ân, dass Sie wieder reagieren, ich dachte schon, ich m├╝sste Sie heute noch einmal dieser schmerzhaften Erfahrung aussetzen. Gut, bitte begeben Sie sich zur T├╝re und verlassen Sie den Raum. Gehen Sie in den Raum, dessen offene T├╝re Sie sehen. Dort legen Sie sich auf die Pritsche und warten auf weitere Anweisungen.“
Sam zuckt mit den Schultern und geht auf die T├╝re zu, welche sich gerade wieder ├Âffnet und schreitet hindurch, ohne noch einmal zu seinen zwei verbliebenen Freunden zur├╝ckzusehen. Als er den Raum am Ende des Ganges betritt, befinden sich darin tats├Ąchlich eine Pritsche und ein Fernseher. Die Gestalten, die er vorher gar nicht registriert hatte, treten ebenfalls in den Raum und binden ihn an das Bettgestell fest, damit er nicht fliehen kann, fl├Â├čen ihm etwas zu trinken und zu essen ein und ├╝berlassen ihn seiner eigenen Fantasie, was mit ihm nun passieren kann. Lange dauert es allerdings nicht, bis er wieder in einen k├╝nstlich zugef├╝hrten Schlafmodus verf├Ąllt.

****

Auf der Polizeistation von Russbach befinden sich gerade die Eltern der sechs vermissten Jugendlichen, denn als sie endlich bemerkt haben, dass von ihren Kindern jede Spur fehlt, hat es gedauert, dann musste noch die 24 Stunden Frist abgewartet werden und heute an Halloween erhielten die Eltern eine Nachricht des Entf├╝hrers.
Liebe Eltern, ich muss Ihnen mitteilen, dass Ihre Kinder wegen Ihres Halloweenfeierw├╝tigen Lebens sich in meiner Gewalt befinden, ich werde Ihnen zeigen, was echte Angst ist und werde Sie in die H├Âlle des Lebens mitrei├čen. Sie k├Ânnen hoffen, dass die Kinder alles machen, was ich will, ansonsten wird es nicht m├Âglich sein, sie Ihnen ohne Schaden zur├╝ckzugeben. Ich will Ihnen aber die Chance geben, Ihre Kinder zu finden, deswegen sage ich nur eines, wer den Minotaurus durch seine Feierlichkeiten zu Halloween st├Ârt wird sterben, wenn nicht dieses Jahr, dann n├Ąchstes, so lange, bis man mich erwischt. Sp├Ątestens in vier Tagen werden Sie erfahren, wo Sie Ihre Kinder finden k├Ânnen. Ich w├╝nsche Ihnen noch sch├Âne Tage in der H├Âlle. Hochachtungsvoll, Ihr Minotaurus.
Fast schon panisch wollen die Eltern von den ermittelnden Beamten Haberlund und Kaiser, Hilfe erbeten, aber solange sie absolut keinen Anhaltspunkt haben, wo sie anfangen k├Ânnen zu suchen, wird es selbst f├╝r Profis schwer. Dies versuchen sie auch den Eltern zu erkl├Ąren, welche nur noch mehr in Wehklagen ausbrechen. Denn eines ist beiden klar, nach diesem Brief stehen die Chancen die Kinder alle lebendig zu finden bei einem sehr geringen Grad.

1.11. + 2.11. 2012

Die W├Ąnde des Raumes in denen sich Rusty und Jack sich noch befinden bewegen sich teilweise und das was sie sehen gef├Ąllt ihnen beiden gar nicht, denn sie blicken in die Augen von mindestens 30 Pferden, die sich ├Ąngstlich geb├Ąrden, in die Luft steigen und immer wieder nerv├Âs auf wiehern. Den Grund f├╝r das Benehmen der Pferde glauben beide zu erkennen, denn das Zaumzeug ist mit Stacheln umgeben und sie stechen und verletzen sich durch die Enge immer wieder selbst.
„Wie Sie sehen, bekommen Sie Besuch. Aber ich will Ihnen beziehungsweise Ihren Eltern noch die Chance geben Sie zu retten. Diese wissen mittlerweile, dass Sie sich in meiner Gewalt befinden und machen alles, um Sie zu finden, doch Sie haben noch immer nicht verstanden, was ich von ihnen eigentlich will, deswegen gebe ich Ihnen jetzt eine kleine Kostprobe, was Ihnen bei Nichterf├╝llung meiner W├╝nsche passieren wird.“
Drei der Pferde werden auf die beiden, welche sich nicht von ihrem Platz bewegen k├Ânnen, losgelassen. Sie wiehern, schlagen mit den Hufen aus und treffen  bereits beim ersten Mal Jack so ungl├╝cklich, dass er mit einer blutenden Kopfwunde zu Boden sinkt. Panisch schreit Rusty auf, kann aber nicht zu ihm, jedoch kann er noch erkennen, dass sich dessen Brustkorb ganz leicht hebt und senkt.
Als die Pferde wieder in ihrem Verschlag sind, h├Âren sie wieder die Stimme: „So, war das aber nicht geplant, dass Sie sich gleich vom ersten Pferd verletzen lassen. Aber sei es darum, ich werde immer Mal wieder ein paar Pferde durch schicken und wenn Sie Gl├╝ck haben, werden Sie diese wundervollen, rassigen Gesch├Âpfe ├╝berleben.“
So bleibt Rusty und Jack, welcher wieder mit leichten Kopfschmerzen zu sich gekommen ist, nichts anders ├╝brig, als auf die Pferde zu warten und zu hoffen dieses Szenario irgendwie zu ├╝berstehen.
Da sie das Zeitgef├╝hl schon lange verlassen hat, k├Ânnen die beiden nicht mehr sagen, wie lange sie nun schon auf ihren Tod warten, doch irgendwann, es k├Ânnen Stunden oder auch Tage gewesen sein, ├Âffnen sich die Tore und alle Pferde str├Âmen auf einmal in den kleinen Raum. Die Pferdeleiber dr├╝cken sich durch den Raum, die Stacheln an ihrem Zaumzeug verletzen alles, an dem sie vorbei kommen und so kommt es, wie es kommen muss, eines der Pferde tritt so stark auf Jack ein, dass dies sein Sch├Ądel nicht ├╝berlebt. Mit gespaltener Sch├Ądeldecke sinkt er zu Boden und die ├╝brigen Pferde und Hufe erledigen den Rest.
Das Ger├Ąusch, welches dieser Tod nach sich zieht, l├Ąsst die G├Ąnsehaut bei Rusty aufziehen und w├Ąhrend er noch ├╝berlegt, wie schrecklich dieser Tod ist, zertrampelt ein Pferd seine Kniescheiben und seine Unterschenkel. Der gepeinigte Schrei, welcher nun durch die Halle schwingt, scheint nicht von dieser Welt zu sein, aber die Schmerzen bringen ihm auch die erhoffte Bewusstlosigkeit, um alles weitere nicht mehr bewusst miterleben zu m├╝ssen.
Als die Pferde nach einer halben Stunde wieder in ihrem Verschlag zusammengefangen werden, macht auch Rusty seinen letzten Atemzug, denn der Blutverlust durch die Verletzung seiner Beine ist f├╝r seinen gepeinigten K├Ârper einfach zu viel.

****

„Haben wir schon einen Anhaltspunkt, Jonas?“, fragt Haberlund genervt seinen jungen Kollegen, der ihm erst seit zwei Wochen zugeteilt ist. Kaiser, der junge Vorzugsabsolvent, der ihm praktisch ungefragt vor die Nase gesetzt wurde, weil er sich wenn er in ein paar Jahren endlich in Pension geht zu seinem Nachfolger ausbilden soll.
„Nein, Chef. Nicht wirklich. Wir haben diesen Brief, aus dem hervorgeht, dass unser Entf├╝hrer und vielleicht schon M├Ârder, Halloween ├╝ber alles hasst und derjenige will, dass dieses Halloween nicht mehr in unserer Ortschaft gefeiert wird. Wenn wir das nicht schaffen, so wird er immer wieder morden, wenn auch vielleicht nicht gleich.“
„Danke, f├╝r die Analyse, aber lesen kann ich selbst auch. Wo sollen wir zu suchen beginnen? Das w├Ąre die Frage.“
„Stimmt, aber vielleicht gibt er die Kinder heraus, wenn die Eltern ihr Haus abschm├╝cken und die Sachen verbrennen, als Zeichen, dass sie mit diesem Brauch nichts mehr gemein haben?“
„W├Ąre eine Idee. Sagen Sie das den Eltern und dann wieder hinter die Computer, ich will einen Ort, wo ich zu suchen beginnen soll.“
Pflichtschuldig, klemmt sich Kaiser hinter das Telefon und teilt den betroffenen Eltern die M├Âglichkeit mit, welche ihre Kinder vielleicht wieder zu ihnen bringen k├Ânnte. Aber es sind Erwachsene, denen der Brauch ebenfalls zu gut gef├Ąllt, um alles zu beseitigen.
Nur Sams Mutter scheint zumindest so weit einverstanden, dass sie alles ab dekoriert und auf dem Dachboden verstaut. Mit den Worten „wenn meinem Sohn, wegen diesem Bl├Âdsinn etwas passiert ist, will ich das Ganze nicht mehr sehen“ macht sie sich sofort an die Arbeit.

3.11.2012

Die Gestalten, die ihn an dem Bett festgemacht haben, kommen wieder herein, f├╝ttern ihn und geben ihm zu trinken. Dann kippen sie die Liegestatt auf, dass es aussieht, als ob er steht, setzen ihm eine Konstruktion auf, welche ihm die Augen zu jeder Tages- und Nachtzeit ge├Âffnet h├Ąlt und verlassen den Raum.
Wenig sp├Ąter ert├Ânt die Stimme: „Ihre werte Mutter hat zumindest teilweise verstanden, was ich verlangt habe, deshalb will ich Ihnen mitteilen, dass ich Sie vermutlich verschonen werde, aber ich wei├č nicht, ob ich Ihr Schicksal teilen m├Âchte, oder doch lieber das der anderen. Aber entscheiden Sie selbst, ich habe Ihnen alle Tode auf Band aufgezeichnet und die werden Sie bis Sie gefunden werden oder ich Sie freilasse, immer und immer wieder miterleben und ansehen. Allerdings habe ich die Videos geschnitten und nur die sch├Ânen aussagekr├Ąftigen Szenen genommen. Entscheiden Sie dann sp├Ąter, ob Ihr ├╝berleben tats├Ąchlich besser ist.“
Mit diesen Worten schaltet sich der Fernseher ein und das Morden beginnt. In allen Einzelheiten und in Nahaufnahme wird immer und immer wieder vorgespielt, wie seine Freunde zu Tode kommen. Immer wieder sieht er, wie sie erfrieren, erdr├╝ckt, zerst├╝ckelt, zertreten werden und verbluten. In Endlosschleife l├Ąuft der Film immer wieder ab, als sich auf einmal die T├╝re noch einmal ├Âffnet.
Herein tritt eine Gestalt, welche einen Kuhkopf und Klauen an den F├╝├čen hat. Vor ihm steht ein wahr gewordener Albtraum, der der mystischen Figur des Minotaurus entspricht. Leise und betont langsam spricht er zu Sam: „Nun sollen Sie auch sehen, wer Ihnen und Ihren Freunden das alles angetan hat, bringen Sie diese Kunde hinaus in die Welt, sagen Sie jedem, dass Sie im Labyrinth des Minotaurus waren und wieder hinausgefunden haben. Ich werde nicht ruhen, bis jeder verstanden hat, dass Halloween nicht in unserem Kulturkreis passt und so lange werde ich mein Unwesen treiben. Leben Sie wohl und denken Sie immer an mich, denn nur, weil Sie diese Runde ├╝berlebt haben, hei├čt das noch lange nicht, dass Sie auch eine weitere ├╝berleben werden. Aber Sie wissen ja jetzt, was Sie tun m├╝ssen um eine weitere Begegnung zu verhindern.“
Damit l├Ąsst er den nun panisch schreienden Sam alleine in dem Raum zur├╝ck und verl├Ąsst das Schlachtfeld, welches er angerichtet hat. Die f├╝nf Leichen hat er bereits in einem kleinen Container und jeden sterblichen ├ťberrest in einen Leichensack zusammengefasst, um morgen die ├ťbergabe zu machen. Diese sollte wiederum spektakul├Ąr werden, wie alles was er in der letzten Zeit angreift und erledigt. Im Gedanken ├╝berlegt er bereits, welche Rolle er Sam zukommen lassen soll, bei der ├ťbergabe.

4.11.2012

„Chef, ich glaube, wir sollen den Wald durchstreifen, vielleicht befindet sich darin irgendeine M├Âglichkeit, um die Jugendlichen dort festzuhalten.“
„Du k├Ânntest recht haben, aber was hat er davon, wenn er die Jugendlichen dort festh├Ąlt? Was will er ├╝berhaupt? Solche Psychopathen gehen mir echt auf die Nerven, aber was tut man nicht alles, um die Bev├Âlkerung zu sch├╝tzen. Ohne Ergebnisse k├Ânnen wir aber nichts machen, also weiter.“
Als das Telefon klingelt, hebt Jonas gedankenverloren, den Blick auf den Monitor geheftet, ab.
„Kaiser.“
„Sehen Sie mal aus dem Fenster. Ich habe eine kleine ├ťberraschung f├╝r Sie und Ihren Kollegen. Das Suchen hat ein Ende. Hoffentlich haben Sie daraus gelernt, sonst geht es n├Ąchstes Jahr weiter. Leben Sie wohl und hoffentlich bis n├Ąchstes Jahr, Herr Kommissar.“
„Johannes, schnell, irgendwas ist vor unserer Dienststelle. Ich glaube mich hat gerade der T├Ąter angerufen.“
Eilends bewegen sich beide zu dem Fenster und erstarren. Eine nackte Gestalt mit einer Kuhmaske befindet sich in seinem Zuggeschirr f├╝r K├╝he und zieht einen mittelgro├čen Container. Im Nasenring steckt noch immer die Stange, mit dem man ihn vermutlich den ganzen Weg bis hierhin getrieben hat.
„Schnell, ruf die Rettung, vielleicht k├Ânnen wir dem armen Teufel noch helfen“, ruft Haberlund und verl├Ąsst das Dienstb├╝ro, um der Gestalt zu helfen. Im Hinausgehen, zieht er noch Einweghandschuhe an, um keine m├Âglichen Beweise zu vernichten.
Er bewegt sich vorsichtig auf die zusammengekauerte Gestalt zu und sagt schlie├člich: „Ich bin Oberkommissar Haberlund und ich will dir helfen. Erschrick nicht, ich nimm dir jetzt den Stab aus der Nase ab und dann die Maske. Ruhig bleiben, ich will dir nicht noch mehr wehtun, okay.“
Stoisch bleibt die Gestalt knien und Haberlund bemerkt, dass die Knie offen, wund und voller Schmutz sind. Als er den Stab entfernt, zuckt sie zusammen und Haberlund erschrickt, als er tats├Ąchlich einen Jungen unter der Maske entdeckt. Da die Rettung bereits nahe ist, beschlie├čt er nichts mehr zu machen, und die weiteren Schritte den Profis zu ├╝berlassen, aber eines fragt er noch: „Junge, wer bist du, wie hei├čt du und wer hat dir in Dreiteufelsnamen, das angetan.“
Schreiend und jammernd beginnt der Junge zu erz├Ąhlen: „Minotaurus hat mich gezwungen das alles zu tun, hier meine Freunde zu bringen und eine Nachricht zu ├╝bermitteln. Er hat schreckliches gemacht, aber er hat gute Gr├╝nde. Minotaurus ist mein Held, er l├Âscht alles Schlechte von der Welt und ich werde helfen es hinauszutragen in die Welt. Er hat recht mit seiner Annahme, er hatte seine Gr├╝nde.“
„Junge, was sprichst du denn da, der hat euch festgehalten und wer was angestellt mit euch und du verteidigst ihn?“
„Er ist mein Gott, der einzig wahre.“
„Oh, mein Gott, der hat eine Gehirnw├Ąsche bekommen, Herr Doktor, sie k├Ânnen ├╝bernehmen, vielleicht bringen Sie noch etwas brauchbares heraus aus ihm.“
Nickend tritt Doktor Schnell an seine Seite und spritzt dem v├Âllig aufgebrachten Jungen ein Beruhigungsmittel, welches relativ schnell wirkt. Dann geben sie ihn auf die Rollliege und schieben ihn zum Krankenwagen. Doktor Schnell sagt noch in Richtung Haberlunds: „Wir bringen ihn ins UKH Kleinreith und dann schauen wir mal, ob wir noch etwas aus ihm herausbekommen.“
„Ja, bitte und informieren Sie mich, wenn er wieder sinnvolles von sich gibt und vielleicht sogar eine T├Ąterbeschreibung abgeben kann.“
Kaiser, der mittlerweile den Container ge├Âffnet hat, ├Ąchzt auf und sagt: „Wir brauchen Ben Koch und Sepp Fr├Âhlich, ich habe die restlichen Jugendlichen gefunden.“
Entsetzt blicken Haberlund, die umstehenden Sanit├Ąter und Notarzt Doktor Schnell in den Container in dem sie f├╝nf Leichens├Ącke erkennen k├Ânnen.
Die im Hauseingang stehende Gestalt bemerken sie nicht, aber diese wendet sich nun fr├Âhlich grinsend und pfeifend ab, denn alles hat so funktioniert, wie er es sich vorgestellt hat. Sogar noch besser, als er zu tr├Ąumen gewagt hat, denn Sam hat er mit seinem Auftritt und den Videos, die er auch der Polizei als kleines Geschenk zukommen lie├č, derma├čen physisch und psychisch zerst├Ârt, dass nie mehr wieder eine Gefahr von diesem Jungen ausgehen wird.
Da kann man nur hoffen, dass die Einwohner der kleinen Stadt aus diesem Vorfall gelernt haben und es nicht zu weiteren Vorf├Ąllen dieser Art kommt.

#halloweenwoche17

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