Samstag, 20. Mai 2017

Gedichte, welche in Erinnerung bleiben

Gedanken über ein altes, im Gedächtnis gebliebenes Gedicht

Als ich den Gedichtband von Martin Ulmer gelesen habe, machte ich mir wieder einmal Gedanken, wieso Gedichte immer so gut ankommen, man mit wenigen Worten doch so viel ausdrücken kann.

Früher in der Schulzeit musste ich viele Balladen und Gedichte auswendig lernen, denn das erweitert den Geist und den Horizont, wie meine Lehrer immer zu sagen pflegten. Was mich wundert, dass ich Gedichte immer noch mag, ja ich sogar noch viele Gedichte und Balladen auswendig aufsagen könnte.

Aber mein absolutes Lieblingsgedicht von damals, was ich euch heute vorstellen möchte stammt aus der Feder von Johann Wolfgang von Goethe.

Dieses Gedicht war auch das Lieblingsgedicht meiner alten, leider schon verstorbenen Deutschlehrerin, jede Deutschstunde sagte sie zuerst dieses Gedicht auf und dann begann der Unterricht, kein Wunder, dass dieses Gedicht bis heute in meinem Gedächtnis herumschwirrt und ich es auch noch immer rezitieren kann.

Dieses ist das Bild der Welt, 
Die man für die beste hält: 
Fast wie eine Mördergrube, 
Fast wie eines Burschen Stube, 
Fast so wie ein Opernhaus, 
Fast wie ein Magisterschmaus, 
Fast wie Köpfe von Poeten, 
Fast wie schöne Raritäten, 
Fast wie abgesetztes Geld 
Sieht sie aus, die beste Welt.


Kommentare:

  1. Ich hab's eigentlich nicht so mit Gedichten, wahrscheinlich, weil ich in der Schule so viele lernen und vor allem interpretieren musste. Deshalb wohl auch kein Lieblingsgedicht. Vielleicht ... "Der Osterspaziergang" von Goethe.
    Trotz allem habe ich mich auch hin und wieder allein an ein Gedicht herangewagt.
    Hier findest du eins aus meiner Feder, welches mir sehr am Herzen liegt.
    http://www.mystorys.de/b127937-Gedichte-Diebstahl.htm

    Liebe Grüße von Antje

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  2. Ein Traum, ein Traum ist unser Leben auf Erden hier.
    Wie Schatten auf den Wogen schweben und schwinden wir.
    Und messen unsre trägen Tritte nach Raum und Zeit.
    Und sind, und wissen's nicht,
    In Mitte der Ewigkeit. (J.G. Herder)

    Und ein eigenes Gedicht noch angefügt:

    'Grau in Grau'
    Die Gedanken - wie ein Karussell sich drehend und schwer.
    Das Herz zuckt, die Seele schreit, der Kopf am Ende ganz leer.
    So viel Leid, so viel Schmerz, ich schreie nach dem Warum in die Nacht.
    Stille, quälend, bis es leise flüstert: es ist vollbracht.
    Zerrissen, zersplittert das Ich in tausende Stücke, jede Faser erinnerungsreich.
    Zitternde Finger setzen das Puzzle zusammen, anders, aber nicht mehr gleich.
    Draußen rieselt sacht und sanft der Regen hernieder.
    Die Tropfen vom Fenster find ich in meinen Augen wieder.

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