Samstag, 3. September 2016

2.Buch im September: Jessicas Geist von Andrew Norriss



Das Buch "Jessicas Geist" von Andrew Norriss wurde mir dankenswerter Weise vom Rowohlt Verlag zur Verfügung gestellt. Im englischen Original erschien es 2015 unter dem Titel " Jessica's Ghost" bei David Fickling Books. 2016 wurde es als deutsche Erstausgabe im Rowohlt Taschenbuch Verlag veröffentlicht.

Der Junge Francis Meredith, lernt eines Tages am Schulhof den Geist von Jessica Fry kennen. Niemand kann Jessica sehen oder gar mit ihr reden, da sie verstorben ist. Doch Francis, sieht sie nicht nur, er kann auch mit ihr reden. Seit langem hat er sich eine Freundin wie sie gewünscht, doch es wäre auch wiederum besser, wenn sie echt wäre. Jessica gibt ihm den guten Rat, die Sticheleien, welche von einem Mitschüler ausgehen, weil er anders ist (er näht für sein Leben gern), bei der Direktion zu melden, doch Francis will nicht. Eines Tages bittet Familie Campions Francis um Hilfe, denn Andi will nicht mehr in die Schule gehen. Niemand will sie mehr aufnehmen, da sie sehr aggressiv ist und auch gerne Prügel verteilt. Doch irgendwie kann auch Andi Jessica sehen und mit ihr reden, und so werden Francis und Andi Freunde, gehen in die selbe Klasse und haben ab nun auch keinen Grund mehr nicht gerne in die Schule zu gehen. Denn Andis Ruf als Schlägerin eilt ihr voraus. Eine weitere Familie bittet schließlich Francis noch um Hilfe, da auch ihr Sohn Roland Boyle nicht mehr in die Schule gehen will. Auch er sieht Jessica. Aber warum ist Jessica immer noch da? Was ist ihre Aufgabe hier auf der Erde? Warum kann sie sonst keiner sehen, außer Francis, Andi und Roland?

Der Autor trifft mit seinem Buch voll den Nerv der Zeit, denn indirekt geht es um Mobbing in der Schule in deren möglicher Weise katastrophale Auswirkungen, wenn man die Anzeichen zu spät bemerkt. In diesem Buch haben wir drei Kinder, welche aus den unterschiedlichsten Gründen gemobbt und gepiesakt werden. Auch wenn derjenige nicht reagiert, so kann doch seine Seele sehr verletzt werden.
Francis ist mit seiner Leidenschaft für Mode und Schneiderei, ein Dauerziel für die hartgesottenen Jungs in der Schule. Doch er geht nicht davon ab, denn dieses Hobby ist sein Leben. Seine Nähmaschine und der Dachboden sein zweites Zuhause. Aber er ist immer ein wenig unsicher, will sich nicht mit anderen anlegen oder auch nur einmal etwas zur Direktion sagen, da er Ärger verhindern will.
Andi ist immer unter Jungen aufgewachsen und gibt sich die ganze Zeit eher sehr burschikos. Wenn ihr etwas nicht passt, dann wird das Problem meist durch ein paar gezielte Hiebe geregelt. Ihr tut die Zeit mit Francis besonders gut, denn durch seine Schneiderei kann er ihr auch bei der nicht sitzenden Schuluniform oder in Kleidungsfragen sehr zur Seite stehen.
Roland hat mit seinem Gewicht zu kämpfen und will auch nicht mehr zur Schule gehen, weil ihn alle auf Grund seines Gewichtes mobben und auslachen. Aber durch Francis und Andi wird schließlich auch wieder sein Leben lebenswert.
Jessica ist gestorben und verweilt noch immer auf der Erde, sie muss denjenigen finden, den sie durch ihren Rat oder ihre Taten retten kann, doch scheinbar muss es noch ein viertes Opfer geben, welches noch keiner auf dem Schirm hatte. Wird es den drei Freunden gelingen auch ihr Leben zu verbessern?
Das Buch ist sehr einfühlsam und auch aussagekräftig formuliert, man kann mit den Hauptprotagonisten mitfühlen und sich auch wirklich in sie hineindenken.
Man kommt durch das Buch oft auch wieder ins Denken, dass man vielleicht durch eine unbedachte Äußerung, über Themen, welche für einen persönlich total uninteressant ist, andere vielleicht bloßstellen oder auch sehr verletzen könnte.

Jeder, der einmal ein etwas anderes Buch über die Freundschaft und Mobbing lesen möchte, der muss auf jeden Fall zu diesem Buch greifen. Ich war davon begeistert.

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